Lüneburg nach Lübeck


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April 29th 2015
Published: May 1st 2015
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Lüneburg und Lübeck
170 km (man kann auch bei geringen Strecken den ganzen Tag beschäftigt sein)
Wetter: ganzer Tag Sonne, Temperatur: 10 ° - 15° - am Abend KALT!!!

Heute musste niemand Eis vom Auto kratzen, es war nicht warm aber immerhin über dem Gefrierpunkt. Und bis ich dann mein Pferd sattelte und losfuhr hatte es schon 10° (PLUS).
Lüneburg hat ein großes Fußgängerzentrum, ich musste mich zu einem zentrumsnahen Parkplatz durchwursteln. Aber es hat mir sehr gut gefallen, viele alte Häuser, kleine Gassen, Marktplatz, Kirchen.
In St Nikolai fiel ich einem begeisterten Historiker in die Hände - sicher ein Kollege mit den Fächern Geschichte und Deutsch. Er erzählte lange von Lüneburg - ich habe ihm gern zugehört. Der Reichtum der Stadt war natürlich das Salz, unter Lüneburg liegt ein großer Salzstock, der im Mittelalter abgebaut wurde. Im Osten der Stadt war die Salzsiederei, mit den gleich Problemen wie in Reichenhall - Abholzung in der nahen Umgebung. Im Nordosten von LG war das Viertel der Böttcher (Fassmacher), die auch gut zu tun hatten. Das Salz wurde in Fässern in den ganzen Ostseeraum verkauft und die Stadt wurde reich. Zurück kamen die Fässer voller eingelegter Heringe - eine wichtige Fastenspeise. In der Nikolai Kirche im NO der Stadt kamen besonders die Schiffer zum Beten, ist doch der Hl Nikolaus der besondere Patron der Seeleute. Die Kirche ist ein wunderschöner gotischer Bau, riesig - zu ihren Glanzzeiten wurden in ihr an den vielen Altären bis zu 20 Messen gleichzeitig gelesen.
Gleich in der Nähe ist der Hafen der Stadt - der kleine Fluss Ilmenau wurde zum Holzantransport und Salzabtransport genutzt.
Lüneburgs Blütezeit endete, als der Handel mit den Mittelmeerländern erstarkte, dort musste man die Sole nicht in Bleibottichen sieden, sondern konnte die sie in flache Becken leiten, die Sonne übernahm dann den Rest.
Von Lüneburger Heide keine Spur - weder bei An- noch Abreise. Es gibt inzwischen nur noch wenige Stellen, an denen die typische Heidevegetation herrscht - Freiwillige und bezahlte Arbeitskräfte (Heideschnucken, vom Staat subventioniert) sorgen unermüdlich dafür, dass alle anfliegenden Birken Keimlinge und andere heidefremde Vegetation entfernt wird.
Aber ansonsten ist dieser Bereich touristisch voll erschlossen....

Kurzer Besuch bei einem Schiffshebewerk an der Elbe.
Dann wurde die Landschaft immer langweiliger, so dass sogar die riesigen Kuppeln der Biogasanlagen der landwirtschaftlichen Betriebe und die Windkraftanlagen eine optische Unterhaltung boten.
In Mecklenburg-Vorpommern suchte ich dann gespannt nach Überresten aus der DDR Zeit - die lw Schläge waren auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze gleich groß, da war schon mal kein Unterschied. Aber bald sah ich in der Ferne scheusliche Häuser und war sicher, das erste DDR Relikt gefunden zu haben. Aber damit war's wieder nix, Asylbewerber Unterkunft. Schützt der hohe Zaun uns vor ihnen - oder sie vor uns?? Und warum ist diese Unterkunft mitten im Nirgendwo?? (allerdings verkehrstechnisch gut erschlossen, an einer Kreuzung zweier Landstraßen...)
Aber im Laufe der Fahrt fanden sich doch noch echte DDR Bauten: besonders die lw Betriebe stehen noch immer, sind aber meist verfallen. Auch einige Plattenbauten und besonders meine Lieblinge, die Garagen sind noch da. Bei den Garagen habe ich ja meine ganz private Theorie, denn es gibt in fast allen sozialistischen und kommunistischen Staaten ganze Reihen von Garagen nebeneinander. Wahrscheinlich hat der Staat sich überlegt, dass es einfacher ist, Garagen zu bauen, als Autos. Und weil jeder eigentlich ein Auto wollte, hatte man schon mal Garagen gebaut und die Leute dann vertröstet - Auto kommt schon noch, gutes sozialistischen/kommunistischer Benehmen vorausgesetzt. So hatte man also eine Garage aber kein Auto. Viele dieser Garagen in der SU hatten denn auch ein Ofenrohr, das irgendwo herausragte
LüneburgLüneburgLüneburg

ein Innenhof
und in das Garagentor war eine kleine Tür eingelassen worden. Wahrscheinlich zog sich das Familienoberhaupt manchmal dahin zurück, wenn's im kleinen Plattenbau mal wieder unerträglich war, Dort konnte er rauchen, Radio hören (falls er eines hatte) und irgend ein Hobby haben, vielleicht auch nur saufen.
In einem dieser öden Orten findet am 9.Mai das Holzfest statt. Es gab leider keine genaueren Angaben bezüglich der gebotenen Lustbarkeiten, aber ich hatte ja genug Zeit, darüber nachzudenken. Ich schlage vor: Totes Tier an Holzfeuer rösten, Holzscheitelweitwerfen, Besäufnis. Wahrscheinlich ist der letzte Punkt obligatorisch, die anderen sind optional.

Ein Naturpark mit vielen Seen - eine typische Eiszerfallslandschaft, wie an den Osterseen. Es war direkt aufregend, mal kleine Steigungen und kleine Kurven zu fahren....

Lübeck: Hotel direkt an dem Wasserlauf, der die Altstadt umgibt. Zu meinem großen Erstaunen ist das Holsten Tor nicht aus Marzipan, wie ich vermutet hatte. Es ist schließlich auf jedem Lübecker Marzipan abgebildet.
Die Stadt macht einen heruntergekommenen Eindruck, hat schon mal bessere Zeiten gesehen. Es gibt eine Vielzahl von Schnellimbiss-Lokalen - aber alle schließen um 18.00. Auch die Geschäfte in der Altstadt.. Außerdem gibt’s recht viele Spielotheken, 1- Euro Läden, eine Salamander Filiale, die Restpaare aus der ganzen
LüneburgLüneburgLüneburg

Innenhof
Bundesrepublik verkauft - nicht wirklich eine wirtschaftlich blühende Stadt.
Obwohl das Hotel an einer großen Straße liegt, war die Nacht ruhig - wahrscheinlich werden nicht nur die Bürgersteige nachts hochgeklappt, sondern auch die Autostraßen zusammengefaltet.
Es erübrigt sich, zu erwähnen, dass es abends SEHR kalt war. Aber immerhin hat es nicht geregnet.


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2nd May 2015

Yeah!!!!! She is on the road again!!!!!!
Barbara freut sich!!!!!! Es gibt wieder etwas zu lachen, jedenfalls bis zum 10. Mai! Das Lübecker Tor ist aber ganz in der Nähe vom Marzipan...! Ich war oft dort, habe Freunde, die dort in der Nähr wohnen, ist aber eine Weile her, daß ich da war! Viel Spaß und ich freue mich auf den Blog! Ich fliege nach HB am 5. Mai für 9 Tage....

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