Anreise zur Fähre nach Kiel - des Dramas erster Teil


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April 28th 2015
Published: May 1st 2015
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28.04. - 10.05.2015 Baltikum

730 km, Mü - Egestorf, 9,5 Std (zwei Pausen),
Wetter: 5°, starker Regen, Wind - max. 15°, Sonne, Wind - 5°, Schauer, starker Seitenwind

Die Nacht vor der Abfahrt war sehr langweilig, weil ich vergessen hatte, wie Einschlafen geht. Als der Wecker um 6.00 läutete war ich daher noch wach und konnte zügig mit den letzten Vorbereitungen beginnen.
Die letzte halbe Stunde vor dem Weckerläuten war es schon hell und ich lauschte den Vögeln. Zwitschern Vögel auch bei Regen? Höre ich Autos durch Pfützen plätschern? - Mit anderen Worten: Wie ist das Wetter?
Ein Blick aus dem Fenster sagte alles: Sauwetter. Und auch noch saukalt. Also musste ich schnell umdisponieren - hatte es doch am Tag davor noch 25° gehabt. Zusätzlich zu den normalen Socken holte ich noch die wasserdichten Socken heraus. Und nicht nur die Goretex Unter-Jacke, sondern ganz außen und über allem noch zusätzlich die Regenjacke. Beides hatte ich in meinem jugendlichen Optimismus nicht eingeplant und das Zeug unten im Seitenkoffer verpackt.

Die ersten 230 km waren gnadenlos: Starkregen wechselte mit sehr starkem Starkregen, Visier beschlug von innen, war außen nass und undurchsichtig, Wasser spritzte von der Fahrbahn nach oben, geringe Sichtweite..... und das bei 5° Celsius.
Eigentlich sind alle meine Regensachen dicht (und erprobt), aber es gibt natürlich Stellen, die sich für Überschwemmungen anbieten: Hals, Ärmellöcher am Handgelenk, eventuell auch vorne der Reißverschluss Überall da wurde ich prompt nass, Aber woher kam die Nässe am Rücken? Am Hintern?
Und außerdem: Wasserdichte Socken, die nass sind, kühlen die Füße enorm ab ..... Da hilft die Tatsache nicht, dass die Füße eigentlich trocken sind.
Ich schlich vorsichtig dahin und hoffte, dass die Autfahrer mehr sähen als ich und dass ich nicht erfroren von Paulchen fiele.

Erster Halt nach 230 km, an einer erprobten Stelle: große Wiese für Sammy, Zaun zur Autobahn, so dass ihm nichts passieren kann, Tankstelle, Parkplatz und Mc Donalds (Kaffee und Klo). Also alles da, was man dringend braucht.
Ach ja, ein Puff gibt’s auch, scheint auch gebraucht zu werden.
Immerhin, als ich gewässert (Kaffee), gefüttert (Käsebrot von daheim) und gewärmt und viel trockener wieder hinaustrat ins feindliche Leben, war dieses gar nicht mehr so feindlich: es regnete kaum. Und auf der Weiterfahrt hörte der Regen ganz auf, ein matter, heller Schein zeigte sich am Himmel, wurde stärker - und plötzlich schien die Sonne bei blauem Himmel. Die Temperatur stieg bis auf 15° und mich fror fast gar nicht mehr.
Bei der zweiten Pause saß ich im Freien und alles, was ich anstandshalber ausziehen konnte (nein, die Unterhose zählt da nicht dazu) kam auf Stuhllehnen zum Trocknen.
Die letzten 250 km waren
- kalt (5° C)
- immer wieder nass
- mit starkem Seitenwind.

Der Tag hatte also folgendes Reimschema: A - B .- A

Übernachtung im Egetstorfer Hof in E.
Momentan sitze ich ganz allein im riesigen Speisesaal und verzehre Wiener Schnitzel. Danach Badewanne (zwecks Aufwärmen), Bett (was ich da mache, weiß ich noch nicht so genau, notfalls lesen).
Paulchen schläft im Holzschuppen.

Bilder gibt's keine, jeder weiß, wie regen ausschaut.

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