Bouldering in Joe's Valley


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April 19th 2013
Published: April 19th 2013
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Das Boulder-Gebiet "Joe's Valley" ist so ab vom Schuss, dass die naechsten Orte, naemlich Orangeville und Castle Dale in der Liste der moeglichen Orte fuer Blogeintraege auf dieser Seite gar nicht auftauchen. 10 Meilen ausserhalb vom 1.500-Einwohner-Nest Orangeville liegen so viele Sandstein-Felsbloecke in den Gebieten Left Fork, Right Fork und New Joe's, dass die besten Boulderer der Welt das Gebiet schon mit sehr viel Enthusiasmus hoch bewertet haben.

Hier verbringen wir ca. drei Wochen bei sehr guten Kletterbedingungen von ca. 15 Grad und teilweise bewoelktem Himmel. Taucht die Sonne auf, und der Wind, der recht oft durch die Canyons weht ist nicht zu schlimm, dann wird es auch schnell recht warm. So warm, dass man sich im Cottonwood Creek waschen und daneben auf den Felsen trocknen kann. Statt Campingplaetzen gibt es hier Sandplaetze neben der Strasse (unserer), mit einigen Lagerfeuerstellen und Dixie-Klos. Pro Uebernachtung zahlt man hier null Dollar. Alle zwei Tage fliegen wir das Mutterschiff nach Orangeville in die Food Ranch, wo man Kletterer ueberaus positiv begruesst. Eine Mischung aus Supermarkt, kleiner Baeckerei, einem Sitzbereich mit WLAN, einem Bad zum Waschbeckenhaarewaschen und eine Moeglichkeit zum Trinkwasser auffuellen befriedigen alle Wuensche.

Orangeville zeichnet sich eigenlich durch... nichts aus. Eine Autobahn-breite Hauptstrasse, die kaum befahren ist zieht sich durch den Ort, am Rand ein klappriges, aus deutscher Vorgartenzwergsicht leicht heruntergekommenes Einfamilienhaus nach dem naechsten reiht sich an das naechste. Dafuer gibts aber ein Post-Office mit wehender US-Flagge, eine Bibliothek mit umsonst WLAN, umsonst WLAN im Stadtpark und im Nachbarort Castle Dale ein Schwimmbad, zwei Tankstellen und noch ein Supermarkt. Die Leute hier leben von der nahe gelegenen Kohlemiene und hoffen auf ein wenig Umsatz durch den Klettertourismus. Beispielhaft dafuer: Am Ostersonntag sassen Piet und ich etwas verwahrlost am Boden im Eingangsbereich der Bibliothek um unserer Bit-Sucht gerecht zu werden. Ein in schwarzem Dreiteiler formell angezogener Herr kam aus der gegenueberliegenden Mormonenkirche, fragte uns, ob Strom und WLAN auch wirklich gut funktionieren und ob wir einen Muffin haben wollen. "We love our climbers" steht in der Food Ranch an jedem Eck.

Kriecht der erste von uns morgens so gegen neun aus dem Zelt, kocht dieser meist Espresso fuer die anderen und schnibbelt schon Aepfel/Bananen/Mango fuers Muesli oder macht Pfannkuchen oder Ruehrei. Gegessen wird naemlich schon immer auf hoechstem Niveau, bei uns. Nachdem wir ein wenig in der Sonne chillen, uns dehnen/Yoga machen (Frieder!), Abspuelen und uns mit Marc, einem ein wenig aufdringlichen Englaender unterhalten haben ziehen wir los. Gehen die Nahrungsvorraete zur Neige, geht's nach Orangeville, ansonsten an die ersten einfachen Boulder zum aufwaermen. Meist hat Frieder eine genaue Vorstellung welchen schwierigen Boulder er an diesem Tag wie oft probieren will und hat drei Tage davor schon Videos im Internet ausgecheckt, wie sich dieses Bewegungsproblem am einfachsten knackt. Ich suche mir dann, zusammen mit Piet, einige einfachere Boulder in der Umgebung und versuche die zu klettern. Dabei sprangen bis jetzt einige v6 raus, die schoenste dabei war Wills of Fire,hier ein Video von einem anderen Typen . Gestern habe ich zwei v7 versucht, war aber nach drei Tagen Klettern zu kaputt. Die muessen also noch warten. Loest Frieder sein Boulderproblem an superharten Zuegen und Mikroleisten im Tageslicht nicht, so wird mit Stirnlampen weitergebouldert. Doch irgendwann wird es einfach zu kalt und es geht zurueck zum Mutterschiff. Wir quetschen die Crashpads in den Kofferraum und fahren zum Zelt. Hier scheuen wir uns nicht, auch abends um halb zehn noch vegetarische Burger im Schein der Stirnlampen zu braten. Sind wir nicht zu k.o., dann schueren wir noch ein Lagerfeuer mit Holz, das wir aus dem Wald rund um den camp ground ziehen. So vergehen die Tage hier wie im Flug.

Hier noch unsere Top Drei der groessten Probleme/Unannaehmlichkeiten:

1. Alle haben wir die ein oder andere kleinere/groessere Verletzung: Bei mir sind es die Fingerkapseln und -gelenke. Neu dazu kam in der letzten Woche noch eine Zerrung eines Bauchmuskels, der mich für einige Tage vom Bouldern abhielt. Bei Frieder die Schulter und ein sein rechtes Bein. Piet ist sowieso auf dem Masochismus-Trip, neben seiner Kochenhautentzuendung am Schienbein (er kann nicht links hooken) schneidet sich fast den Finger mit dem Kuechemesser ab, rammt sich Aeste ins Ohr, oder zimmert sich mit der Mausefalle auf die Finger. Was schon zum Problem

2. führt. "The mouse incident". Das erste mal haben wir die Maus in unserem Auto abends um zehn beim Zähneputzen bemerkt. Wir haben das ganze Auto ausgeräumt und mächtig Rabatz gemacht, auf dass der Nager verschwindet. Am nächsten Tag haben wir Mausefallen besorgt und den Wohnort hinter der Verkleidung bei den Pedalen bemerkt. Das Ding frisst unser Brot, unsere Butter und unser Klopapier. Nachdem wir jetzt eine erwischt haben, wissen wir, dass es zumindest noch eine zweite gibt, oder die Mäuse sogar durch den Motorraum beliebig ins Auto können. Nach zwei Wochen ist der Mouse-kill-count bei sieben.

3. Der Riss in unserer Windschutzscheibe wird immer laenger und das Check Engine Light liess sich auch durch einen Wechsel des Benzinfilters nicht austricksen, was den Wiederverkaufswert des Mutterschiffs nicht gerade erhoeht.

Wir ergaenzen uns ansonsten sehr gut, die Stimmung ist meist hervorragend und die anfallende Arbeit verteilt sich gerecht auf alle. Jeder macht alles und fuehlt sich fuer alles verantwortlich. Ist mir die Auswahl der heutigen Boulder nicht so wichtig, so habe ich mehr Interesse daran, dass das Zelt ordentlich steht, der Campingplatz irgendwie gemuetlich ist, und Lagerfeuerstimmung entsteht :-).

Inzwischen sind wir in der Woche drei hier in Joes Valley angelangt. Thomas aus Erlangen ist für zwei Wochen zu Besuch da und hat als Gastgeschenk, sehr bezeichnend, Voltarentabletten und eine Lebend-Mausefalle mitgebracht. Wir klettern inzwischen alle v7 Boulder, Frieder hat seine erste v11 und es macht mächtig Bock. Zu meiner Ticklist gehören u.a. Low Tide (v6), Maxipad (v5, bei dem Sprung habe ich mir den Bauch gezerrt: Video) und Dirty Harry (v7, fiel mir aber eher leicht). Wir haben den Zeltplatz an einen windstilleren Spot in Left Fork verlegt und hier auch einen Tag verbracht, der uns dank 10cm Neuschnee auf matschigem Untergrund an unseren Zeltplatz fesselte, da wir das Mutterschiff nicht aus dem Schlamm befreien konnten. Allgemein wurde es die letzte Woche deutlich kälter. Für Frieder und Piet optimale "conds" (Conditions, Bedingungen 😊, ist mir das doch ein wenig kalt. Morgens bei -3 Grad aus dem Schlafsack zu kriechen und erstmal sein Teller von Eis befreien zu müssen ist manchmal ein wenig hart.

Morgen ziehen wir weiter, Richtung Escalantes National Monument, Zion National Park und Las Vegas. Hier warten wärmere Temperaturen, und Klettern in den Red Rocks auf uns.


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Maxipad, v5Maxipad, v5
Maxipad, v5

bei dem Sprung auf den Griff mit links habe ich mir meine Bauchmuskelzerrung geholt. Damn
Ich halte Bierdosen, die anderen GriffeIch halte Bierdosen, die anderen Griffe
Ich halte Bierdosen, die anderen Griffe

nichts los mehr mit Bouldern


20th April 2013
Aufwärmen in einer v4

Hey Jungs, ich wünsche euch, dass eure Blessuren schnell heilen und ihr richtig durchstarten könnt. Und, auch wenn ihr jetzt schon 7 Pinkies erwischt habt, solange Brain nicht ins Netz geht werdet ihr wohl bald mal morgens euer Auto vermissen :-) Liebe Grüße aus dem langsam auch frühlingshaften Freiburg
22nd April 2013

Gruß
Hi Flo, sieht ja gut aus, würde mir auch Spass machen (20 Jahre jünger und 20 Grad wärmer!). Hab mir einen Jeep Grand Cherokee (Overland) gekauft (6 Zylinder, 218 PS); der Terracan hatte Motorschaden. Machs gut und pass auf. Gruß von allen. Onkel W

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