My Eurovision: Workaway in Europa - Step 15: Vadehavscentret


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April 7th 2017
Published: April 7th 2017
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Da kommen sie, der kleine Fleck hinten rechts ist die Gruppe
Tag 218 – Schlusslichter

Da ich am Vorabend wegen meines Blogs noch lange aufgeblieben war, hatte ich meinen Wecker auf neun gestellt; es sollte am Vormittag sowieso nichts geschehen. Als ich aufstand, sah ich, dass Alex geschrieben hatte, ob ich ab neun beim Putzen helfen könne. Ehm, okay, ich würde in zehn Minuten da sein…
Er war in der Ausstellung am Fegen und Grete putze gerade die Bäder. So saugte ich dann im Foyer, hinter der Rezeption und im Café.
Um Viertel vor zehn waren wir fertig und es gab Kaffee und Donuts. Eva, Carina und Hanne (auch eine Rezeptionsdame) waren auch mit dabei. Grete hatte Donuts zur Aufmunterung mitgebracht, da wir eine recht anstrengende Woche hinter uns hatten – besonders der Montag war ja ein schräger Tag gewesen, wo die Technik uns im Stich gelassen hatte. Wie lieb von ihr! 😊
Danach putzen Carina und ich die Bäder drüben bei den Seminarräumen und gemeinsam mit Alex stellten wir wieder Stuhlreihen für die Einführungspräsentation der Austernsafari auf. Den restlichen Vormittag half ich mit ein paar Kleinigkeiten an der Rezeption.

Mittags machte ich mir Nudeln mit Ei und frischen Tomaten, um für die am Abend anstehende Austernsafari
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Hinweg, Rejsby Å
gut gestärkt zu sein. Beim Einführungsseminar hörte ich diesmal nicht zu und ging dann gegen vier rüber, um beim Austeilen der Wathosen zu helfen. Das war ganz witzig, weil die Frage nach der Schuhgröße immer zwischen Dänisch, Schwedisch und Englisch wechselte. Hinterher merkte ich dann, dass auch ein deutsches Pärchen darunter gewesen war.
Wir fuhren nach Rejsby und parkten dort in der Nähe hinterm Deich. Das Wasser war zu tief auf der Strecke der eigentlichen Tour, und so wich Emil nun hierhin aus. Er hatte mir vorher die Strecke auf seinem Computer gezeigt und ich hatte die verschiedenen Wegpunkte ins GPS eingespeichert. Er bat mich, als letztes zu gehen, um sicherzustellen, dass auch alle mitkamen.

Als wir den Deich überquert hatten wartete ich auf eine Frau, die unbeirrt auf dem Deichrücken entlangging. Kam sie nun, oder was? Schließlich sah ich, dass sie gar keine Wathose anhatte. Oh, die gehörte wohl gar nicht dazu, oder blieb zumindest hier. ^^
Kurz darauf mussten wir die Rejsby Å überqueren, die hier floss. Emil meinte, dass alle aus Sicherheitsgründen die Bauchgurte vom Rucksack öffnen sollten und die Jacken unter den Wathosen getragen werden mussten – falls man nämlich hinfiel, konnte die Luft aus der Wathose sonst nicht entweichen, und man kam nicht wieder auf die Füße. Da mussten zwei Männer erst mal ihre Rucksäcke absetzen und die Jacken unter die Wathose ziehen, und so wartete ich auf sie, während die anderen den Fluss schon durchquert hatten. Dann schlossen wir aber wieder auf.
Ein paar hundert Meter weiter mussten wir eine zweite Wasserrinne durchqueren, diese war tiefer und hatte auch eine stärkere Strömung. Es waren aber bloß hundertfünfzig Meter; das war also gar kein Problem. Und dann ging es nur noch geradeaus über den Wattboden, auf dem bloß ein paar Zentimeter Wasser standen. Wir hatten wieder starken Gegenwind, doch da ich ja mit den Langsamsten hinten ging, war es recht entspannend zu laufen.

Zwei Frauen schlugen immer weiter ab, und ich ging mit ihnen. Die eine fragte, ob ich wisse, wann es mal eine kleine Pause gäbe. Ein Blick auf mein GPS sagte mir, dass wir noch gut zwei Kilometer bis zur Austernbank hatten; da hatten wir gerade erst die Hälfte geschafft und würden wohl auch noch eine halbe Stunde brauchen. Das würde sie nicht durchhalten, meinte sie. Ich konnte sie natürlich nicht alleine nach Hause schicken, und mitgehen konnte
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Eigentlich auch ganz gemütlich, so auf dem Deich zu liegen ^^
ich auch nicht - dann würden die anderen ja denken, wir seien verschwunden. Ich musste auf jeden Fall mit Emil reden, aber der war weit weg. Der Abstand zur Gruppe war Zusehens größer geworden; wir waren mehrere hundert Meter hinter den Letzten. Was also tun? Ich konnte Emil höchstens anrufen, aber das würde er bei dem Wind wohl kaum hören. So begann ich zu winken – irgendwer von den Leuten würde sich ja wohl man umdrehen, und konnte das Signal dann nach vorne weitergeben.

Schließlich sahen die Letzten mich und blieben stehen. Ich ging ihnen entgegen und erklärte die Lage. Irgendwie mussten wir Emil zum Anhalten bekommen. Die Gruppe wurde jedoch auch langsamer, schien es. Hatten sie mich jetzt gesehen? Später erfuhr ich, dass sie wohl Herzmuscheln angucken sollten. Aber jedenfalls sah Emil mich, als sie stehen blieben, und kam auf mich zu. Ich ließ die Frauen mit den anderen warten und ging ihm entgegen. Nachdem er mit der ermüdeten Frau gesprochen hatte, gingen wir die Optionen durch.
Alleine konnte sie auf jeden Fall nicht zurückgehen. Ein Mann bot an, sie zu begleiten, womit sie sich gleich besser fühlte. Er meinte, er wisse noch, aus welcher Richtung wir
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Viel Proteine & Kohlenhyrdate zur Stärkung
gekommen waren und könne sich ja an den Windrädern orientieren. So leicht war das allerdings nicht; die „bewegten“ sich nämlich, wenn man näher an die Küste kam, und kurz vor dem Deich verschwanden sie ganz. Ich schlug vor, dass sie mein GPS mitnehmen konnten. Dann bot ich auch an, mitzugehen, und das war Emil dann auch am liebsten.

So ging ich schließlich mit der Frau, ihrer Freundin und dem Mann zurück. Sie hatten ihr erst mal etwas zu essen gegeben, damit sie zu Kräften kam. Außerdem war ihr total warm, und so lockerte sie ihren Schal und öffnete die Jacke etwas weiter, um frische Luft zu bekommen. Der Mann nahm sie dann an der Hand und wir gingen langsam zurück. Ich ging mit ihrer Freundin voraus, weil ich ja die Navigation übernehmen musste. Dem Gefühl nach wären die anderen tendenziell eher nach rechts gegangen, doch ich schaute die ganze Zeit aufs GPS und wir liefen dann ein ganzes Stück weiter links. Es zog sich auch immer mehr zu.
Der Rückweg war aber ziemlich gemütlich, nun hatten wir ja Rückenwind, und ich unterhielt mich die ganze Zeit und erzählte von meinem Praktikum und dem Center.
Nach eineinhalb Kilometern überquerten wir die zweite Rinne und kurz darauf auch die erste. Wenig später waren wir wieder an Land. Nun nur noch über den Deich, und dann hatten wir die Autos erreicht.
Die Frauen setzten sich ins Auto und packten dann erst mal Schokolade aus, von der wir jeder etwas abbekamen. Dann unterhielten sie sich noch ein bisschen mit dem Mann und tauschten auch noch Adresse und Telefonnummer aus.

Daraufhin fuhren sie, und nun mussten nur wir beide warten, dass die Gruppe zurückkam. Das konnte allerdings noch eine gute Stunde dauern. Ich erfuhr, dass er mit seiner Frau, seinem Sohn und dessen Freundin hier war; die beiden hatten die Tour wohl als Weihnachtsgeschenk bekommen, und sie würden am Abend zusammen mit der ganzen Familie zuhause in Esbjerg Austern essen. Er hatte angeboten mit zurück zu kommen, weil ja die anderen genug Austern mitbringen würden, da war es ja nicht so schlimm, meinte er.
Wir unterhielten uns eine Weile und schauten dann mit dem Fernglas nach ein paar Vögeln. Er dachte, es seien Stare, weil sie in so einem großen Schwarm flogen und auch ein bisschen tanzten, doch sie schienen mit größer, und so erzählte ich ihnen von den Knutts, die die Sølv Sol machten. Schließlich legten wir uns oben auf den Deich und hielten nach den anderen Ausschau, doch wir konnten sie erst nicht ausmachen. Mittlerweile war Nebel aufgezogen und man konnte die Feuchtigkeit im Gesicht spüren. Schließlich entdeckten wir eine Reihe kleiner Punkte in der Ferne; das war wohl unsere Gruppe. Sie wurden immer größer, bis man auch mit dem bloßen Auge sehen konnte, dass es Menschen waren.
Da beschloss er, ihnen das letzte Stück bis zur ersten Rinne entgegen zu gehen, um seiner Familie beim Tragen zu helfen. Ich schaute noch, bis alle an Land kamen, und ging dann schon mal zurück zum Auto.

Nun mussten ja alle Wathosen eingeladen werden. Planmäßig waren sie kurz vor halb neun zurück. Der Mann verabschiedete sich dann noch mit Handschlag von uns und als Emil von mir erfuhr, dass er die Frau gar nicht gekannt hatte, rannte er ihm noch mal hinterher, um seine Mailadresse zu bekommen. Er wollte ihm nämlich als Dankeschön Gutscheine für eine Austerntour für ihn und seine Frau spendieren, wenn dann im Herbst die Saison wieder losging.
Eigentlich sollte jemand hinter uns her zurück zum Center fahren, weil er seine Schuhe im Wathosenraum vergessen hatte. Emil fuhr dann aber anstatt zu wenden am Deich weiter und nahm einen anderen Weg zurück. Schließlich fragte ich, ob uns nicht jemand hinterher fahren sollte. „Eigentlich schon, doch das haben sie wohl nicht gemacht. Aber naja, sie werden schon selbst zurückfinden. Es ist auf jeden Fall besser, nach der Tour jemanden zu verlieren, als mitten auf dem Watt“, lachte Emil. Haha, da hatte er wohl recht. 😉
Als wir am Centrum ankamen war ein graues Auto (wir hatten irgendwie an ein rotes gedacht ^^) schon da. Es sprang auch gleich ein Mann heraus; er hatte auf Socken zurück fahren müssen.
Kurz darauf kam ein anderes Auto angefahren: Eine Frau hatte ihr Handy in der Innentasche ihrer Wathose vergessen. Nun, das passierte öfter. Leider konnten wir es nicht anrufen. Also nur fünfundfünfzig Wathosen zum Durchgucken. Es waren noch drei andere Leute dabei, und sie halfen uns dann netterweise gleich beim Reintragen, so dass wie die Wathosen nur noch zum Trocknen aufstellen brauchten. Und dann schenkte uns einer der Männer noch hundert Kronen. Ich verstand zwar nicht wirklich, wofür, immerhin hatten sie uns schon ziemlich geholfen, aber Emil meinte, es sei ihnen bestimmt peinlich gewesen. Wie auch immer, danke jedenfalls. 😉

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