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April 6th 2017
Published: April 6th 2017
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Tag 217 – Salzexperimente, Sezierende Italiener & Fischen

Am nächsten Tag kamen wieder Schulklassen. Alex und Eva hatten in der Frühe schon mit Karens Hilfe verschiedene Stationen im Naturschule-Raum aufgebaut. Dann kümmerten sich die beiden um je eine Klasse. Eva ging als erstes in den Raum, während Alex die Museumsführung machte. So stieß ich dann erst später dazu. Ich half ein bisschen an der Rezeption, wir hatten eine „Hanses is“- Lieferung bekommen und es gab auch mal wieder Wäsche zu falten, und schaute mir dann später mit der Gruppe den Sturmflut-Film im Kinosaal an. Anschließend war erst mal Frokostpause, und dann gingen wir rüber zu den Experimenten.

Es gab sechs verschiedene Stationen zum Thema Salz, an denen die Schüler eine Menge ausprobieren konnten.
Bei der ersten Station sollten sie Salzkristalle durchs Mikroskop betrachten und ihre Form skizzieren.
Dann gab es einen Koffer mit Schädeln, anhand der die Kinder einordnen sollten, wo der Vogel lebte, also ob an Land oder im Salzwasser. Meervögel besaßen nämlich Salzdrüsen, über die das viele Salz ausgeschieden wurde. Die konnte man bei den Schädeln als Vertiefungen über den Augen oder auch am Hinterkopf sehen.
Außerdem sollte man vier verschiedene Salzlösungen probieren und
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Osmose-Versuch mit Hefe
sagen, ob die Konzentration dem Wasser in der Ostsee bei Bornholm, der westlichen Ostsee, dem Kattegat oder der Nordsee entsprach.
Darüber hinaus wurden Salzwasser und gefärbtes Süßwasser zusammengebracht um zu überprüfen, welches schwerer war.
Bei einem der wahrscheinlich für die Kinder am spaßigsten Experiment wurden verschiedene Gegenstände wie Eier, Orangen, Coladosen, Tomaten und so weiter jeweils in Salz- und Süßwasser geworfen, und die Schüler kreuzten an, was wo unterging oder eben schwamm.
Eine Station, die für die 4.Klässer wohl etwas weit vorgegriffen war, war der Osmose-Versuch. Osmose – Diffusion durch eine semipermeable Membran, das hatten wir in der elften Klasse behandelt. Nun, aber es war eigentlich ganz einfach. Die Schüler sollten ein Stück Hefe in einen Becher legen und dann Salz darüber schütten und rühren. Da die Salzkonzentration außerhalb der Hefe deutlich größer war, gab sie im Bestreben nach Konzentrationsausgleich Wasser ab und es sammelte sich im Becher – zum Schluss hatte sich die Hefe im Prinzip aufgelöst und man hatte eine flüssige Pampe. Ah, jetzt ging mir auch auf, warum man beim Backen Hefe in Honig auflösen konnte – da lag es dann eben an der hohen Zuckerkonzentration, die durch das Wasser ausgeglichen werden sollte.
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Welches Wasser ist schwerer?
Als die Klasse fertig mit dem Experimentieren war, mussten wir natürlich das ganze Wasser aufwischen und die Sachen wegräumen. Auf dem Weg rüber in die Ausstellung blies es uns ein paar Buchstabenkärtchen weg. Zwei fanden wir wieder, doch die anderen blieben verschwunden. So druckte Eva einen neuen Satz aus und es wurde dann meine Aufgabe, sie auszuschneiden, zu laminieren und nochmal auszuschneiden.

Um zwei hatte Emil eine Rundführung mit einer Gymnasialklasse. Da beschloss ich, mitzugehen, denn bei älteren Schülern wurde ja noch vertiefteres Wissen vermittelt. Allerdings ist davon jedenfalls sicher kaum was angekommen, denn die Schüler waren recht desinteressiert. Außerdem war die Führung auf Englisch, es waren nämlich, wie ich schließlich merkte, Italiener.
Nach der Führung stand noch Sezieren auf dem Programm. Wir verließen das Museum durch eine Seitentür und ich ging ganz hinten, um wieder abzuschließen. Da sprach mich einer der Lehrer an, wie ich denn hieße, er kannte nämlich nicht alle Schüler, sei ich denn mit ihnen da? „Non sono con voi. Sono volontario“, erklärte ich also. Da wollte er natürlich gleich wissen, wieso ich dann Italienisch sprach. ^^
Drüben im Unterrichtsraum kam Emil dann mit einer Kiste toter Enten an – das war erst
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Italiani con i telefoni...
mal eine böse Überraschung für die meisten, eigentlich waren nämlich „nur“ Fische angedacht gewesen, und einige flüchteten auf den Gang. Eher unwillig hörten die Schüler Emils Erläuterung zu. Er deutete auch kurz zu mir und meinte, dass ich ihm hier etwas helfe. Da ergriff der Lehrer das Wort: „Questa ragazza ha studiato italiano da sola e comprenda tutto che dite!“ – also, benehmt euch gefälligst… 😉
Die beiden Lehrer saßen dann die ganze Zeit über mit ihren Handys auf ihren Plätzen, machten aus der Ferne ein paar Fotos und schrieben über WhatsApp, während ihre Schüler (also manche) sezierten. Jaja, gli italiani ed i telefoni… 😉 Und als eine Schülerin die Lehrerin fragte, ob sie mal gucken kommen wolle, antwortete diese „Non, grazie“.
Ich hingegen guckte der Gruppe vor mir über die Schulter und schaute auch kurz bei den anderen Tischen; mit manchen wechselte ich auch ein paar Worte. Es war ja schon spannend, die ganzen Organe und vor allem den langen Magen zu sehen, auch wenn das Ganze eine ziemlich blutige Angelegenheit war.
Hinterher erkundigten sich die Lehrer noch, wie sie jetzt eigentlich zu den toten Tieren gekommen waren. Nun, die Enten waren geschossen worden und das
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Ente von innen
Fleisch wurde in der Küche verwendet. So hatten die Schüler sozusagen den Abfall bekommen, und die Vögel hatten nicht extra dafür sterben müssen. Da war die Lehrerin etwas beruhigt, und sie übersetzen das auch gleich für die Schüler.
Beim Aufräumen sprachen Emil und ich dann noch mal über das Biologiestudium. Er bestätigte mir, dass Sezieren einen großen Teil des ersten Semesters einnahm und die Vegetarier in seinem Studiengang entweder das Studium abgebrochen oder ihre vegetarische Ernährung aufgegeben hatten – das erschien mir logisch, wenn man schon Tiere selbst tötete, um sie zu untersuchen, dann konnte man genauso gut mit Fleischessen anfangen. Also ich denke, es ist schon richtig so, dass meine momentane Studienentscheidung sich von Biologie wegbewegt hat.

Als alles aufgeräumt war, ich hatte mir das Tische abwischen und saugen ausgesucht, war dann Feierabend. Ich kochte mir schnell Tomatensoße und Nudeln. Um Viertel vor sechs kamen Emil und Alex mich nämlich abholen – zum Fischen. Ja, genau. Ich hatte beschlossen, mitzukommen, denn das Ereignis an sich war ja ein Erlebnis, ähnlich wie bei dem Eisfischen. Und ich war dann froh, als Emil meinte, dass alle Fische für das Anfass-Aquarium bestimmt waren. Wir fuhren schnell mit dem Auto runter zum Ebbevej, dorthin, wo Alex und ich mit der Schulklasse gewesen waren. Da stiegen wir in unsere Wathosen und nahmen jeder ein großes Netz über die Schulter.
Und dann ging es los ins Meer, durch das abfließende Wasser. Der Wind war ziemlich stark und ich gab mir Mühe, in Emils Windschatten zu laufen, was bei dem starken Gegenwind allerdings auch nicht wirklich half. Zudem war das Wasser etwa Gummistiefel-tief und drückte auch dagegen. Alex hatte Pech gehabt und eine leckende Wathose erwischt, so dass ihm das ganze Wasser in die Stiefel lief. Nachdem wir durch eine Rinne gewatet waren, war es dann zum Glück etwas flacher. Irgendwann wurde es dann matschig. Als wir endlich total außer Puste die eineinhalb Kilometer entfernt gelegene Rinne erreicht hatten, wurde es so schlickig, dass ich einmal stecken blieb.
Nun waren wir jedoch auch an unserem Zielort angekommen. So stellten wir uns in der Rinne mit den Netzen auf, und warteten, dass uns Fische oder zumindest Krabben mit dem abfließenden Wasser in die Netze schwammen. Taten sie aber nicht. Dafür sahen wir jedoch viele Knutts in großen Trupps umherfliegen. Und Emil hatte Kekse dabei, das munterte doch auch auf. Schließlich war der niedrigste Wasserstand erreicht, und so drehten wir uns um. Jetzt strömte das Wasser ja wieder Richtung Land. Wir fingen allerdings auch so nichts. Mittlerweile reichte mir das Wasser hier wo wir standen bis zur Hüfte. Nun war es dann wohl auch Zeit, umzukehren.
Statt den gleichen Weg zurückzugehen wateten wir durch die große Rinne bis rüber zum Ebbevej, dem alten Weg nach Mandø. Die sechshundert Meter durchs Wasser waren dann nochmal richtig anstrengend, doch dann kamen wir endlich auf den Ebbevej. Hier waren zum Glück nur kleine Pfützen und der Boden bestand aus festgetretenen Steinen, so dass man nicht einsinken konnte. Außerdem schob uns der Wind nun von hinten an. So ließ sich der Heimweg gut bewältigen. Auf dem letzten Stück stand der Weg schon leicht unter Wasser, aber das störte nicht weiter. Uff, und dann hatten wir es bis zum Auto geschafft, und waren kurz darauf wieder zuhause. Zwar ohne Fische, aber alle noch am Leben. 😉


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Gegen Wasser und Wind
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Mitten im Meer
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Verschiedenes Salzwasser
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Was schwimmt?
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Beim Sezieren


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