Phorche (3.810m)


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Nepal's flag
Asia » Nepal
March 21st 2012
Published: June 20th 2017
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Geo: 27.8465, 86.7484

Wie schon gewohnt klingelt der Wecker um kurz vor sieben und wir quaelen uns aus den Betten in die Kaelte. Ich habe einmal mehr gefroren und darauf langsam aber sicher keine Lust mehr. Nach schnellem Fruehstueck geht es dann mit frischen Kraeften auf die naechste 6 Std. Tour.

Zuerst noch beschwingt geht es bergab und nur ab und zu ein wenig bergauf. Wir lassen Dingboche, Pengboche und weitere kleine Orte hinter uns, rasten kurz bei meinem Lieblings-Hund, besuchen eine Moanstry in Panboche und machen uns dann schon etwas entkraefteter an den erneuten Aufstieg auf gut ueber 4.000 m.

Es bietet sich uns ein toller Ausblick auf diesem Pass einmal um den dreiviertel Berg: unten tost der Fluss im Tal, alle Berge und schneebedekten Gipfel sind im wundervollen Panorama zu sehen. Ausser uns scheint keiner diese Strecke gewaehlt zu haben und wir begegnen nicht einmal einem Yak oder einem einzigen Einheimischen, geschweige denn Trekker.

Nettis Fuss wird leider immer schlimmer und so kommen wir im schwierigen Gelaende nur noch schwer voran. Es gibt tausende von Stufen zu erklimmen, geht teils steil bergauf und ist steinig – neben uns liegt der mehrere tausend Meter tiefe Abgrund.

Auf der gegenueberliegenden Tal-Seite reihen sich derweil Lodges und Haueser auf wie an der Perlenkette und mit jedem Schritt, den Netti unter Schmerzen macht, fange ich an Durga mehr und mehr zu verfluchen: warum mussten wir diese Strecke gehen und nicht die Standard-Strecke?

Jedes mal, wenn es rechts um die Kurve geht, denken wir es muss endlich das Ziel in Sicht kommen – stattdessen sind es stets der naechste Bergabschnitt, der naechste Anstieg und die naechsten Treppen. Die Minuten verinnen, ohne dass wir das Gefuehl haben dem Ziel wirklich naeher zu kommen.

Als es dann irgendwann endlich wirklich heisst: "This is Pheriche", scheint es uns fast egal.

Wir kommen eine Viertelstunde spaeter in der ausgestorbenen “Peaceful Lodge” an.

“Peaceful” ist die Lodge jedoch mit Nichten: es wird umgebaut und eigentlich haben sie in diesem Jahr auch noch gar nicht offen. In der Decke des Gemeinschaftsraumes klafft ein grosses Loch und es wird gesaegt und gehaemmert. Der Ofen ist natuerlich ebenfalls noch aus.

Wir bleiben trotzden und beziehen unser Zimmer, dass mit 5 Fenstern und nur Aussenwaenden (das wird kalt) glaenzt.

Ob der Ungemuetlichkeit im Gemeinschaftsraum fluechten wir nach einer Portion Dahl Bath dann auch gleich in unser Zimmer und kuscheln uns in unsere Schlafsaecke – ein bisschen Waerme fuer die Seele.

Da es zum Lesen an Armen und Haenden leider zu kalt ist doesen wir vor uns hin und schlummern glatt irgendwann ein.

Um 18:30 Uhr erreicht uns dann die Nachricht, dass der Ofen jetzt an und das Gehaemmer vorbei sei. Ich raffe mich also auf um dise Zeilen hier zu schreiben und hoffe dass Netti, die lieber im Bett geblieben ist, nicht allzusehr friert. Hier ist es jetzt zumindest warm….


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