Tag 20 nach Yerevan/Armenien 250 km


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May 10th 2017
Published: May 10th 2017
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Georgische Grenze
Über Nacht ist vor dem Hotel ein blauer Mercedes mit FFB Kennzeichen aufgetaucht und ich frage mich,, ob der Besitzer schon weiß, dass sein Auto gestohlen ist, oder ob er tatsächlich auch in diesem Hotel wohnt.

Die Abfahrt war erst um 9.00, weil es das Frühstück nicht früher gab.....

Die Fahrt zur Grenze war nicht lang, dauerte aber lang, weil die zahlreichen Schlaglöcher einen höchst kunstvollen Slalom erforderten. Es sah aus der Ferne sehr lustig aus, wie die Autos und LKWs in Schlangenlinien dahinkrochen.

An einer Stelle war eine Straßenfräse zugangen gewesen, aber statt das herausgefräste Material wegzuräumen, war es zu Haufen aufgeschüttet worden, wie gigantische Maulwurfshaufen. Das machte die Situation noch verworrener, denn nun musste man auch noch diesen Haufen ausweichen, um 11.00 Uhr waren wir an der Grenze. 80 km, zwei Stunden.

Die georgische Grenzstation war schon von Weitem zu sehen - sie sah aus, wie eine der imposanteren Pyramiden von Gizeh. Über ein kleines Gebäude war diese interessante Pyramide gebaut worden. Im Winter und bei Regen sicher ein Segen, die Grenze liegt auf 2100 m Höhe. Den Wind hielt dieses technische Wunderwerk allerdings nicht ab, und der blies heftig und bitter kalt.

Wie immer: zuerst Mensch ausreisen, dann Motorrad. Weiterfahren zur nächsten Grenzstation: Mensch einreisen, dann Motorrad.

Hier gab es dann die erste Aufregung: Die Prinzessin und ihr Prinzgemahl hatten ihren Pass im Hotelsafe vergessen. Leider war das Mitgefühl weniger stark ausgeprägt als die Heiterkeit. Sie mussten zurückfahren. Statt im Hotel anzurufen, und sich den Pass entgegen bringen zu lassen, fuhren sie den ganzen Weg zurück, verfuhren sich, brauchen über 3 Stunden. Sie hätte ja auch bei den Seitenkoffern an der Grenze warten können, aber unsere Prinzessin ist so unselbständig, dass dies völlig außer Diskussion war.

Wir widmeten uns derweilen dem Grenzwahnsinn.

Georgien war einfach, denn wir wollten ja nur hinaus. Aber nach Armenien wollten wir hinein, und das war schwierig.

Zuerstt Pass an dem eine Fenser, dann Fahrzeugschein, alias Motorradpass, am nächsten Fenster. Abetr das war est der Anfang.

Weiter zum nächsten Haus. erster Raum: anstehen für die linke Tür, dort 12 US Dollar zahlen, warten bis ein Formular ausgefüllt ist, in Duplikat ausgedruckt ist, von mir und dem Beamten unterschrieben ist. Dann ins Zimmer zwei. Anstellen, zahlreiche LKW Fahrer kamen dazwischen dran, dann endlich. Fahrzeugpass, die Daten wurden langsam und sorgfältig in den Computer eingegeben, häufige
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Armenische Grenze
Nachfragen, was das denn sei, wo jenes denn stünde...

Ausdruck eines Formulars, zwei Unterschriften. Zurück ins Zimmer eins, dort vor der linken Türe anstellen und warten. Weitere Papiere wurden ausgefüllt, Unterschriften geleistet, Zahlungen entrichtet. Und plötzlich durfte man zum nächsten Haus fahren.

Dort gab es zahlreiche kleine Hütten, die alle das Gleiche verkauften: eine Versicherung für Armenien. Diese Hütten waren in unseren Augen sehr attraktiv: windgeschützt, relativ warm und als Sitzgelegenheit waren alte Sofas drin. Das Warten war hier direkt angenehm. Wir lümmelten auf diesen Sofas herum und gingen auch nicht weg, als wir die Versicherung schon hatten - draußen war es ja saukalt. Auch mussten wir noch auf den Van warten, da waren nämlich unsere Campingsachen drin, und falls der Van kontrolliert würde, müssten wir unsere Sachen herzeigen.

Die Einreise mit dem Van war deshalb so schwierig, weil er kein Motorrad war. Die Gebühren für Motorräder waren bekannt, aber nicht die für einen Transporter. Probleme über Probleme!!!

Endlich kam Porridge und alle, die fertig waren, konnten abhauen.

Ich war unendlich neugierig auf Armenien und wurde nicht enttäuscht. Die grenznahen Siedlungen waren von solcher Scheuslichkeit, dass mir der Atem wegblieb. Um die hofnahen Felder hatten sie an einer Stelle einen""Zaun" aus Autowracks gebaut, an anderer Stelle aus Metallschrott jeglicher Art. Das gab dem Ganzen doch sofort einen sehr gemütlichen Anstrich.

Das Wetter trug auch nicht zur Stimmungsaufhellung bei, tiefschwarze Wolken, die immer wieder Regen auf uns gossen, aber insgesamt doch noch erträglich. Diejenigen, die später dran waren, zeigten uns Bilder von der Straße, die etwa 10 cm tief mit Hagelkörnern bedeckt war. Da macht MR nicht mehr Spaß.

In der Stadt Gyumri hoffte ich sehr auf eine Bank oder wenigstens ein Loch-in-der-Wand. Gab's aber nicht, dafür eine interessante Stadtrundfahrt. Als wir zum zweiten Mal an einer Kapelle vorbeikamen, grüßte ich sie fröhlich... das Peinliche war, dass ich führte. In ihrer Verzweiflung setzten sich etliche dann von meiner Führung ab, fuhren eine Einbahnstraße in die entgegengesetzte Richtung rein - weil das Navi das so befahl. Ich machte einen Umweg und wir endeten dann doch noch zusammen auf der M1.

Die Friedhoefe sind auch ganz eigen. Wer es sich leisten kann, hat um sein Grab herum eine kleine Mauer und so eine Art Gruenflaeche. Garten waere zu viel gesagt. Und wer es ganz nobel will, hat ein Haus ueber das Grab gebaut. Daas ist sicherlich ganz nuetzlich, denn wenn man sich dann am juengsten Tag aus seinem Sarg gewuzelt hat, kann man sich erst einmal vor sein Grab-Haus setzen und schauen, wie es weiter geht.

Das ist die Hauptschlagader des Landes, verkehrsmäßig gesehen. Trotzdem nicht viel besser, als die Straße, die zur Grenze führt. Wir wurden vor zahlreichen Geschwindigkeitskontrollen gewarnt und es gelang mir, die Truppe ohne Strafzettel nach Yerevan zu führen.

Leider war dieser Teil armeniens nur trstlos - noch trostloser, als die elenden Dörfer um Kars herum. Und ich dachte schon, daas sei der absolute Höhepunkt. Schmutzig, lieblos, verwahrlost, einfach nur schrecklich.

Und dann das Zenttrum von Yerevan: Prachtbauten, moderne Designer Läden, überall Geld. Die Disparitäten sind schrecklich.

Beim Abendessen in einem Straßenlokal kam eine alte Frau vorbei, hungrig. Sie bekam von unseren Tellern. Und sie war dankbar. Wie schrecklich.



Die tasttaturttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttttt iskompletttttttttttttttttttttttttttttt hinüber, daher.............



Frage an Radio Eriwan: Ist es möglich in einem hochindusrialisierten Land den Sozialismus einzuführen?

Im Prinzip ja, aber es wäre schade um die Industrie.


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Aus Deutschland vor 2001
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Aussenbezirk von Yerevan


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