Staedtereise wider Willen


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July 10th 2010
Published: July 27th 2010
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SuedamerikaSuedamerikaSuedamerika

der Kontinent der Schnurrbaerte
Huaraz - Trujillo - Guayaquil

Guayaquil ist das Tor zu den Galapagos-Inseln - selbst Fluege aus Quito muessen hier landen. Die zirka 900 Kilometer Landweg zwischen dem Andenstaedtchen Huaraz und dem Moloch Guayaquil legten wir mit Ormeño zurueck - einer weder puenktlichen noch ansprechenden panamerikanischen Busgesellschaft. De jure sassen wir knappe 40 Stunden in nach Pisse stinkenden Bussen, de facto waren wir jedoch hoellische 60 Stunden unterwegs.

Erster erzwungener Zwischenstopp war Trujillo, eine postkoloniale Einoede mit bunten, maximal dreistoeckigen Gebaeuden, 700'000 Einwohnern und keiner einzigen anstaendigen Buchhandlung. In den sogenannten librerías werden leere Einbaende oder esoterische Heftchen verscherbelt und hilfreiche Ratgeber wie "Windows 97 fuer Anfaenger" feilgeboten.

Klug wie wir sind, versuchten wir Geld zu sparen, indem wir auf ein Hostelzimmer verzichteten und den Tag in der Stadt verbrachten. Wir schlugen Tapfer die Zeit tot und wurden am Ende doch bestraft; unser Anschluss hatte Stunden Verspaetung und wir wurden im Busbahnhof eingesperrt, da das Personal nach Hause wollte.

Gluecklicherweise verlief unser Grenzuebertritt relativ harmlos, obwohl wir die einzigen Gringos an Bord waren; wir wurden zwar von der Busbegleiterin (nennt man so eine Stewardess zu Lande?) begaunert, da sie uns einer Horde von Betruegern in die Arme trieb, welche sich als Beamte ausgaben und Geld wollten. Sie bekamen nichts, und wir "weissen Teufel" fluechteten in den Bus. Spaeter kamen wir mit zwei Hollaendern ins Gespraech, welche die Grenze im Taxi ueberqueren wollten, vom Fahrer aber in einen Slum chauffiert wurden und dort einen "Schutzzoll" von $100 berappen mussten. Ironischerweise wurde der Betrueger anschliessend von einem Polizisten kontrolliert, welcher das Geld als eigenen Nebenverdienst einzog. PS: Ecuador, Grenzposten - und Spanien ist Weltmeister.

Irgenwann in der Nacht erreichten wir die Hafenstadt Guayaquil. Die Stadt ist einer der dichtbesiedelsten und angeblich gefaehrlichsten Flecken Suedamerikas. Wir versuchten, ein sauberes Taxi zu finden, mussten uns aber damit begnuegen, dem Fahrer eines Piratentaxis klar zu machen, dass wir uns Nummernschild und Namen eingeblaeut hatten. Er brachte uns unbeschadet ins Hotel Sanders; zwar ein grauer Bunker, aber sicher. Mehr als die Kriminalitaet beschaeftigte uns in den folgenden Tagen aber das schlechte Essen: Entweder fritiert oder krank machend. Als verantwortungsvolle Reisende passten wir uns jedoch den lokalen Gepflogenheiten an und so verspiess Hindi innerhalb von 24 Stunden fuenf Hamburguesas.

Wenn Guayaquil nicht bedrohlich ist, ist die Stadt vor allem langweilig. Das empfohlene anthropologische Museum hatte konstant geschlossen, also nahem wir mit dem Miniaturmuseum vorlieb, welches sich als nicht "gender-class-race" konformes Diorama entpuppte. Dieses eigentlich positive Attribut wurde jedoch von einem so flachen Hurrapatriotismus uebertuencht, dass es grausig war. Vielleicht ist dieser ahistorische Historie durch die mangelnden Buchlaeden zu erklaeren; selbst in der Librería Scientifica gab es nur ein einziges englisches Buch zu kaufen, der Rest erinnerte schaebigerweise an Trujillo.

Um den Flug nach Galapagos und den dortigen Cruise bezahlen zu koennen, mussten wir einen zusaetzlichen verschwendeten Tag in Guayaquil verbringen - hierbei einen herzlichen Dank an unser Kartenlimit.


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Gnos und Ian, wir denken an euch!


1st August 2010

Hrrrr, I like the moustache!

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