Paraty


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South America » Brazil » Rio de Janeiro » Paraty
August 19th 2014
Published: August 20th 2014
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wir verlassen die insel. die insel, die früher einmal ein gefängnis war. ein lazarett war. und auch eine quarantene-station für cholera und lepra. die insel, auf der es nur drei autos gibt: für die müllabfuhr, die feuerwehr und die rettung. wir verlassen also ilha grande (“gransch” ausgesprochen) und überqueren heute ein ruhiges meer mit aussicht auf die wunderbaren, an hawaii erinnernden, nebel-berge, fahren mit dem bus, weiter als gedacht, nach paraty.
paraty ist eine kolonial bebaute stadt am meer, die im 19. jahrhundert durch nahegelegene goldminen reich wurde. heute ist sie ein beliebtes touristen-ziel ob der schönen architektur, der breiten, völlig auto-befreiten, grob gepflasterten gassen. blau-weiße häuser mit rundbögen, hölzernen fensterläden und einer irren auswahl schönen kunsthandwerks, schmiegen sich ins abendlich beleuchtete straßenbild. piano-musik, kirchenchöre und erwachende bars mischen ihre klänge über das holprige kopfsteinpflaster. viel afrikanische kunst, auch afrikanische musik, findet sich hier. romantische restaurants beherrschen das historische zentrum und wir wandern, stolpern, durch diese wunderbare kulisse. das mui-ne, das dubrovnik von brasilien.
müsste nur noch morgen zur abwechslung mal wieder die sonne scheinen und das städtlein am rande zahlreicher schöner strände, wäre perfekt.
im moment ist es aber immer noch diesig und wir schimmeln förmlich vor uns hin. unsere kleine habe ist feucht und stinkig, modrig, abgestanden. nichts wird eben wirklich trocken. und heute, an dem tag, an dem wir unser letztes hotel der reise buchen, kommt mein letzter kleiner reisemüdigkeits-zusammenbruch. kein schlimmer. aber der moder reicht mir heute sowas von! ich will auch mal wieder nach frisch gewaschener wäsche riechen!!! natürlich sind die tage ohnehin schon gezählt und vielleicht ist das auch gut so. meine letzte kleine verzweiflung, meine ich. ich bin reif fürs nachhause-kommen. möglich auch, dass so eine innere uhr in mir abgelaufen ist. eine uhr, die eben auf sechs monate eingestellt war und die jetzt langsam zu klingeln beginnt. möglich auch, dass man sie auch auf 12 oder 18 monate programmieren hätte können. so, wie es jetzt aber ist, freue ich mich täglich mehr auf zu hause. auch, wenn mich dann doch mitunter ein bisschen die panik überkommt. alltag, arbeit. das ist dann auch mal wieder abenteuer. fürs erste.
wie dem auch sei, dank meiner kleinen moder-phobie haben wir ein, vergleichsweise, schickes hotel für foz do iguazu gebucht. unsere letzte buchung! leute, bald habt ihr uns wieder. und ich hoffe wirklich sehr, wir behalten uns dann die dankbarkeit sehr lange. für moder-freiheit, frische wäsche, saubere betten, warme duschen, funktionierende toiletten, vegetarisches essen, nur zugelassene haustiere, schwarzbrot, käse, kürbiskernöl, reinling, mutti und co!



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