anna karoline II


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Brazil's flag
South America » Brazil » Amazonas
August 4th 2014
Published: August 5th 2014
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es ist noch nicht acht uhr, wir gehen vom hauptplatz zum hafen und unten angekommen tropft der schweiß nur so. mit all unserer habe bepackt kommt man hier schnell ins schwitzen. salzwasser perlt von meinen haaren als wir die “anna katarina II” finden und erfolgreich boarden. das erste deck ist bereits drei stunden vor der abfahrt mit hängematten dermaßen überfüllt, dass an ein dazwischendrängen gar nicht zu denken ist. ein brasilianer erbarmt sich unserer verdrossenen blicke und zeigt uns das zweite deck. hier schaut es zwar nicht viel besser aus, aber schließlich finden wir doch ein plätzchen für unsere zwei hammocks, weit weg von den toiletten und am ende der reihen, an der wand. das oberdeck ist luftiger. trotzallem geht es auch hier eher kuschelig zu. über die gesamte länge hängen die stoffenen schlafgelegenheiten, in allen farben, an den metallenen deckenstangen. drei matten hintereinander und so knapp zur nächsten zu jeder seite, dass ständiger körperkontakt obligatorisch ist. einer durchsage zu folge haben auf dem schiff 530 menschen platz. es ist aber offensichtlich, dass das limit weit überschreitbar ist. gefühltes flüchtlingsschiff. immerhin weht der wind durch das weithin offene deck, die menschen um uns sind zufrieden und freundlich, an der bar am anderen ende wird brasilianische dance hall musik aus den riesigen boxen geplärrt. wir denken an gewisse unserer familienmitglieder, die sich hier besonders wohl fühlen würden… ;-).
nach einer weile vergeht der erste schreck des massenlagers. es ist fast gemütlich. nachdem sonst auf so einem schiff nicht viel zu tun ist, komme ich endlich dazu, mein buch auszulesen. in unseren hängenden plätzen sehen wir direkt ans ufer des amazonas. wir fahren flussabwärts nach santarém, das schiff ist schnell, die aussicht spannend und die menschen um uns geduscht. nach unserer indischen zugfahrt ist das aber doch mit abstand unser spannendstes transporterlebnis. sehr, sehr brasilianisch. von den mindestens 530 passagieren (aber wahrscheinlich eher mehr!) sind 13 offensichtlich weiße touristen. die restlichen (groß) familien, teenager und handelsreisenden stehen mit uns gemeinsam in der schlange für abendessen in fertig abgefüllten aluminiumschalen. brasilien, das land der “tussys” (kommt nicht von mir - hat uns eine touristenführerin erklärt!) enttäuscht uns auch inmitten des amazonas auf einem rostenden schiff nicht. neben uns wird fleißig neues make-up aufgelegt, lidstriche erneuert. immerhin sind auch einige junge männer an bord und die mädchen neben uns, mit zirka fünfzehn jahren, ohnehin schon überreif bezüglich familiengründung!
die toiletten, mit metallenen dixi-klos zu vergleichen, kann man sich bei den beschriebenen menschenmassen wohl ganz gut vorstellen und trotzdem komme ich nicht umhin, nach der morgendlichen schwitzerei, in einer der einladenden kabinchen zu duschen. eh nur mit amazonas-wasser. womit sonst?!


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