faultier suche im amazonas


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South America » Brazil » Amazonas » Manaus
August 3rd 2014
Published: August 5th 2014
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faultier gesucht. richard will uns ein faultier finden und fangen. man muss aber leider sagen, dass weder er, noch unser bootsmann begnadete späher sind und so tuckern wir durchs unterholz ohne große erfolgsaussichten. weder am rand noch inmitten des dichten geästs lassen sich die langfingrigen kletterer ausmachen. angeblich kommen sie zu lichteren stellen des waldes, wenn es regnet. nur, dass am weiten horizont keine einzige wolke sichtbar ist.
ein letzter versuch. mit vollgas ins gestrüpp und dann: kein faultier. aber: eine dicke, fette schlange. cobra, sagen sie, aber “cobra” heißt auch einfach nur “schlange”. jedenfalls ist sie braun mit punkten und etwa so lange, wie ich groß bin. unsere guides wollen sie fangen! aus einem schuhband und einem ast wird kurzerhand eine schlangen-strick-falle gebaut und nach dem ersten versuch hängt das arme reptil in den händen unseres bootsmannes. etwas skeptisch wird der glatte, kühle amazonas-bewohner beäugt, dann gestreichelt und viel fotographiert. mit dem schreck seines lebens erfolgt schlussendlich seine befreiung ins dunkle wasser. das ist schon was! schlangen zu finden, und dann auch noch so nahe, das ist selten! anschließend besuchen wir noch eine der direkt auf dem amazonas lebenden familien. maniok-farm, hühner und kräutergarten inklusive. in zwei bescheidenen hütten ist neben elektrizität auch ein flatscreen-tv, ein pc und eine riesige musik-anlage zu finden. fließendes wasser oder toilette sind dann wieder abgängig, dafür stehen ein nagelneuer kühlschrank und eine kühltruhe, in die ein ganzes kalb passen würde, in der küche. mitten im wohnzimmer liegt einer dieser “urfische”, die bis zu drei meter lang werden können. riesig und frisch gefangen. während nebenan, auf der “terasse”, das morgendliche bad im trüben nass zelebriert wird.
glücklich verlassen wir also unsere lodge und machen uns auf den “heimweg” nach manaus. wieder entlang der straße aus afrika-roter erde, vorbei an bunten häusern auf stelzen oder eben nur an wellblechernen dächern, weil der rest vom amazonas verschluckt wurde.
manaus empfängt uns mit fast erträglichen temperaturen und großstadtflair. ich schreibe jetzt hier ganz ehrlich: drei tage dschungel ist genug für mich! mosquito-freiheit und klimaanlagen sind toll und ich muss so schnell nicht mehr bangen, was so alles zu mir ins bett kommen könnte. allüren? vielleicht. aber das darf nur jemand behaupten, der es schon selbst probiert hat!
wunderbares vegetarisches essen am hauptplatz und in sauberen (unseren letzten!) kleidern. so geht ein langer tag zur neige. wir besitzen zur zeit kein einziges ungetragenes stück wäsche mehr, haben keine aussicht darauf, diese situation in den nächsten paar tagen zu ändern und stehen vor knapp zwei tagen auf einem brasilianischen schiff für einheimische, auf dem es gelegentlich zu kakerlaken-überfällen kommt. so gesehen wäre frische wäsche ohnehin reinste verschwendung…


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