Das verhinderte Abenteuer


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South America » Bolivia » Beni Department » Trinidad
June 11th 2012
Published: June 20th 2017
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So, heute ist Montag und somit ein Werktag, und somit ein neuer Tag um zu versuchen die Touristeninformation zu finden.Wir machen uns also nach dem Frühstück auf den Weg und finden die Touristeninformation wieder nicht auf Anhieb. Wir engen den Eingang aber durch permanentes Nachfragen zumindest ein: laufen wir 20 Meter in die eine Richtung, werden wir in die Richtung aus der wir kommen zurückgeschickt, drehen wir dann wieder um, geht das Gleiche Spiel von Vorne los. Irgendwann erbarmt sich eine Frau unserer und führt uns zum Eingang. Es ist weit und breit kein Schild zu sehen, welches darauf hingedeutet hätte, dass es eine Touristeninformation in dem Gebäude gibt und da man sich am Eingang mit Pass registrieren lassen musste, war es auch der letzte Ort in dem wir gefragt hätten.

Nun gut – wir haben es ja am Ende geschafft. Wir wollen heute eine Tour auf dem Wasser unternehmen, die vom Lonely Planet angeprisen wird. Bevor wir uns überhaupt an den Schalter getraut haben, kommen wir ins gespräch mit einem älteren Herren, der zumindest etwas Englisch spricht. Er empfiehlt uns gleich einen Touranbieter für Rurrenabaque, denn er arbeitet zufällig für einen, den er dann auch gleich anruft und bittet uns am Folgetag einen guten Preis zu machen.

Weiter erzählt er dann, dass eine Bootsfahrt auf den Wasserkanälen rund um Trinidad eine tolle Sache sei und er bespricht sich mit den Tanten vom Informationstresen, wo er uns hinschicken soll. Die Aussagen sind präzise und vertrauenswürdig und so suchen wir uns kurz später 2 Motorradtaxis, die uns nach Lumo Suarez bringen sollen – zum Bootsanleger.

Wie gesagt, so getan. Nach erst einmal großen Augen, wie man denn ein Motorradtaxi erkennt und bekommt und einem Fehlversuch finden wir 2 vertrauenswürdige Motorradtaxis. Wir fahren über Stock und Stein in die Pampa und ich frage mich schon, wie das gehen soll, dass man die Strecke per Kanu in anderthalb Stunden schafft.

Aber es sollte eh ganz anders kommen: in Lomo Suarez am Bootssteg angekommen heißt es nur hier gäbe es keine Bootstouren nach Trinidad und die hätte es auch nie gegeben. Einige Kilometer in eine andere Richtung könne es aber Touristenboote geben – vielleicht.

Wir sind also heilfroh, dass unsere Taxifahrer noch nicht abgedüst waren und steigen wieder auf. Es folgt eine Fahrt ins dicke Grün und irgendwann ist die Straße so sumpfig, dass auch zwischenzeitliches Absteigen nichts mehr bring. Wir kehren also um.

Nun haben die beiden Taxifahrer noch eine Idee, wo es vielleicht ein Boot geben könnte aber Netti und ich lehnen ab. Wir wollen jetzt erst einmal ein Bier in Trinidad haben.

Man, man, man – wenn man sich mal zur Touristeninformation durchgeschlagen hat, kommen dann solche Touren dabei raus. Zugegeben: es war nett. Der (warme!!!) Wind um die Ohren und die vielen Raubvögel die kreisten und zuletzt ja auch ein kleines Abenteuer das gut gegangen ist.

Wir machen also nicht mehr viel, trinken nur ein Bier, schauen Fußball und lesen noch etwas.

Zum Abendessen geht es dann noch einmal vor die Tür. So recht finden tun wir zuerst wieder nichts und Netti hat nach einem Sandwich zwischendurch nicht einmal wirklich Hunger. Wir landen in einer kleinen Klitsche direkt an einer Kreuzung und bereuen es in der Folge nicht.Das Essen ist solide und das Schauspiel besser als Kino. Die jungen Leute in Trinidad haben nämlich genau eine Freizeitbeschäftigung: mit dem Motorroller Runden drehen! Wir kennen nach 10 Minuten schon fast alle, die hier ihre Runden drehen. Gerade Adriano mit seinem Basketball-Trikot hat es uns angetan. Er hängt alle 10 Minuten an einer anderen Horde Mädchen und flirtet auf Teufel komm 'raus.Zudem gibt es noch die 3 Mädels auf einem viel zu kleinen Roller; den Typen, der es liebt wenn die Brüste seiner Freundin beim Bremsen an seinen Rücken schlagen; den Angeber, der nicht gut aussieht aber ein Teures Motorrad hat welches er immer auf dem Hinterrad fahrend zur Schau stellt; und, und, und...
Tja. Und sicher denken die alle ein wenig das Gleiche über die 2 komischen Tussen aus dem Restaurant an der Ecke....
Nett war es – so richtig Kleinstadt in Südamerika.

Morgen geht es nun also in die Pampa nach Rurrenabaque – mit dem Flugzeug....

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