New Zealand 16_3


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Oceania
January 11th 2009
Published: January 17th 2009
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Coromandel 3





Shine on you Crazy Diamond....



Nach dieser kurzen Verschnaufpause bin ich als den Rest nach oben gestapft und da tut sich plötzlich wieder diese Wiesenlandschaft vor mir auf und ich kann in ein riesiges Tal kucken, in dem ich in der Ferne ein einziges Farmhaus erkennen kann....schick wenn man so wohnt, aber es ist fraglich ob es da Internet gibt um bei Amazon Bücher zu bestellen oder das neuste EQ2 Addon...hrhr.

Jedenfalls beantwortet das auch meine Frage wer hier einfach Kühe auf einen Teil des Coromandel Walkways gestellt hat, was heißt Kühe diese Viecher sind irgendwie grösser und haben auch nicht so ein Dings na wie sagt man zur weiblichen Brust der Kuh....ja Euter dran.

In schmerzlicher Abwesenheit dessen was in unsere Sprache auch als "Eier" bezeichnet wird, müssen das also Stiere bzw. Ochsen sein und auch wenn die Ihrer Juwelen beraubt sind, können die dennoch manchmal noch ein bisschen Temperament an den Tag legen...zumindest meint das mein Verstand in den Augen dieser großen Tiere zu sehen....allerdings muss das ja anders sein, wenn ein offizieller Weg in ein solche "Wilde Kreaturen Gehege" geht und ich denke na ja dann mal auf und steige die zwei Stufen empor die über den Zaun führen damit diese netten Zeitgenossen sich nicht heimlich davonstehlen, um dem Dasein als leckeres Beef Schnitzel auf einem Teller zu entgehen.

Ja, und kaum habe ich meinen ersten Fuß auf den Boden gesetzt, merke ich wie um mich herum etwa 30 Köpfe schlagartig das grasen einstellen und mich mucksmäuschenstill anstarren...das ist in etwa so als wenn man in einem Schnellrestaurant steht sich ein Tablett nimmt und inständig innerlich darum bittet, dass einem doch diesmal um Gottes Willen bitte nu ja kein Missgeschick passieren mag, wenn man versucht Dinge auf seinem Plastiktablett anzuordnen, Besteck aus dem dafür vorgesehen Behälter nimmt oder gar nach bezahlen des Mahls das ganze versucht möglichst zügig zum nächsten freien Sitzplatz zu jonglieren und dann geht aber entgegen der Stoßgebete aber auch alles schief....beim Öffnen der Plastiktür zu den Salaten bleibt man mit dem Schüsselchen hängen und leert alles, aber auch wirklich alles halb auf die Schiebefläche der Tabletts und halb auf die "Türchen Schwelle" und man merkt wie sich hinter einem die Augen in die Schulter bohren oder ein anderer mit Kopfschütteln mal eben demonstrativ überholt und wenn man dann sich Besteck und Servierte nehmen will, ist der Besteckkasten nicht richtig in die Halterung eingestellt worden und Du bist der Trottel der das Messer ein bisschen Schwungvoll aus dem Ständer nimmt und sich alles krachend auf dem Boden verteilt....und ein weiter innerliches Homer-Simpson "Nein" ist in Deinem Kopf zu hören und man fand beim aufsammeln einen Boden noch niemals so attraktiv wie diesen im Moment und richtet seine Augen gar nicht mehr auf....jedes Lachen bohrt einem Löcher ins Herz, weil man ja genau zu wissen meint wem es gilt und von dem Weg Kasse - Tisch merkt man wie gespannt alle Blicke dem Menschen folgen, der in den letzten 5 Minuten einfach ein bisschen viel Pech gehabt hat und das lässt einen nicht unbedingt ruhiger werden und bei dem Versuch möglichst schnell und nun unauffällig in einem ruhigen Eckchen zu verschwinden, kommt ob der Hast doch wieder was auf dem schön geordneten Tablett ins Rutschen und ruft ein leichtes aber dennoch folgenschweres Ungleichgewicht auf selbigen hervor und just in dem Moment in dem der Becher Cola über den Rand kippt und sich auf den Boden entleert, der Kehle ein letzter Panik -und Entsetzenschrei entrissen wird bevor man endgültig alles verloren gibt und die Gleichgültigkeit sich breit machtweile s schlimmer gar nicht mehr kommen kann.....ja da passiert dann das Schlimmste....alle Personen im Saal wirklich alle verstummen und sehen Dich mitleidig an und dieses Schweigen ist die ärgste Waffe die eine "Gemeinschaft" ohne sich abzusprechen bieten kann....und man wird wahrscheinlich nie wieder eine Kantine betreten....

Ja und obgleich ich nicht einen Sack Stroh habe fallen lassen und mich irgendwer verdutzt fragen kann: Ja, warum liegt denn da Stroh? (hrhr)

Trotzdem fühlt es sich einen Moment lang an als habe ich diese Gemeinschaft der Wiederkäuer bei irgendetwas gestört und jedes der Tiere hält inne und starrt mich also einfach an.

Tja, was tut man da als dreiviertel Stadtkind und als Viertel Landkind? Klingt vielleicht seltsam aber ich habe einfach "Hi, ich will hier nur mal eben durchgehen" gesagt.

Macht keinen Sinn ich weiß, aber vielleicht wird dann dem ein oder andern doch mal bewusst was Zäune einem für ein Sicherheit geben können 😊

Diese Stiere waren in der Tat einfach harmlos und lediglich verdutzt das da mal wieder wer durch Ihr Frischgemüse trampelt und haben dann sogleich Ihr Mahl fortgesetzt...der ein oder andere hat mich zwar weiter angeglotzt als wäre ich vom Mars, aber keiner hat in mir wohl den "Eier Dieb" wieder erkannt und es insofern auch nicht für nötig befunden mir mal ein wenig Dampf zu machen.

Ja, man kann diese Tiere auch anfassen und Ihnen Namen geben und nebenbei habe ich dann doch noch ein paar Fotos gemacht...erst von weiter weg und dann auch von immer näher…ja und manchmal schreibt Horst mir auch eine Karte, wie lustig er das doch fand…so ein Touri mit Indy Hut...hrhr.

Jedenfalls ist es hier wohl recht normal und selbstverständlich das man da durchlaufen kann, wenn da ein Weg langführt, genauso selbstverständlich ist es wenn 2 mal am Tag Melkzeit ist und man auf einer Straße mal 5 Minuten stehenbleiben muss, weil eine Herde Kühe von der Weide zum Melkstand läuft....an allzu stark befahrenen Straßen wurde für die Kühe extra eine Brücke gebaut....ist schon kurios so manches hier...

Aber zurück zu meiner Coromandel Tour, denn langsam nähern wir uns meinem persönlichen Highlight, weil es irgendwie...ja keine Ahnung es war halt etwas ganz Besonderes für mich.

Ich habe den Hügel mit den Stieren also hinter mir gelassen und nähere mich langsam aber sicher dem letzten Stück meiner Tour, zumindest wenn man dem Schild glauben darf, das sagt Fletcher Bay 39 Minuten...die Bay an der Dennis und Regan mich dann wieder aufgabeln wollen und wir dann weiter fahren.

Jedenfalls liegt zu meiner rechten ein Strand, links von mir grüne Weideflächen und rechts ein Strand....gut ich habe schon recht viele Strände und Buchten und so gesehen und trotzdem dieser hat wieder was ganz Eigenes...ich würde sagen es ist gerade Ebbe und etliche Lavafelsen ragen aus dem Wasser, fast wie ein riesiger Steg oder Teppich und ich beschließe mal wieder vom Weg abzukommen und ein wenig in Wasser zu gehen...und so Hopse ich von einem Felsen zum anderen...hopsen weil es nicht ein Fläche ist und zwischendrin größere Wasserpfützen sind und so bewege ich mich doch gute dreihundert Meter ins "offene" Meer hinaus und ich bin auch hier ganz allein ...die 3, 5 Touris die mir entgegenkamen sind verschwunden und an diesem wunderbaren Ort gibt es zwar ein paar vereinzelte Spuren im Sand, aber trotzdem weit und breit ist niemand und nichts zu sehen....also umso besser.

Und so stehe ich also quasi dreihundert Meter im offenen Meer und kann wieder in die unendliche Weite blicken und in der ferne sehe ich wieder diesen Dampfer...zumindest sieht es aus als hätte es drei oder vier Schornsteine und ich habe von diesem Schiff zuvor schon mal Bilder gemacht...an dieser Land- Felsenzunge glaube ich, die für meinen Indy 4 Streifen 😊

Und irgendwie, da bin ich schon so ewig weit weg von dem Ort an dem ich geboren bin und bin an einem der schönsten Plätze dieser Erde und wie ich so aufs Meer schaue und diesen Dampfer blicke, überkommt mich auf einmal das Fernweh....ich möchte auf diesem Dampfer sein und mal ein wenig um die Insel schippern...Land mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten....mir schießen viele Gedanken, Wünsche und Ideen durch den Kopf und manchmal wünschte ich, ich hätte ein Diktiergerät dabei, denn wenn ich so umher wandere, denke ich auch über vieles nach...was ich hätte anders machen können dann und wann, wie ich mit Dingen umgehe die mir etwas im Nacken sitzen...und so ein Kram halt und wenn ich dann rumlaufe und alles so einfach Kreisen lassen kann, dann habe ich meisten einen weiteren objektiveren Blick zu den Dingen oder mir fallen gute Sachen ein und es sind wunderbare Gedanken, die ich gerne alle festhalten würde weil ich später genau weiß ich krieg sie einfach nicht mehr so zusammen und in diesem Moment hat sich in mein großes Mosaik des Lebens eben das Fernweh wieder ein neues Plätzchen gesucht.

Hmm, vielleicht sind das aber auch einfach die Momente in dem man die innere Stimme am besten hören kann und sie einem einfach nur von all den Dingen erzählt, die man sonst gerne in eine Schublade sperrt oder ignoriert oder eben einfach nicht hören kann, weil die innere Stimme niemand ist der sich aufdrängt...ich weiß es nicht aber ich mag diese Momente sehr und auf meinen Entdeckungstouren freue ich mich immer, wenn dieser Zustand einsetzt in dem ich in mich gekehrt bin und trotzdem hellwach und die Gedanken einfach nur anfangen zu fließen und alles so einfach und klar ist und man quasi die "Welt Formel" zum Greifen nah hat, sie in diesem Moment voll und ganz versteht, aber niemals nicht aufschreiben kann oder später gedanklich wieder so herbeirufen kann. Es ist ein seltsames Phänomen aber es ist einfach da, darauf kann ich mich verlassen.

Irgendwann habe ich dann mal einen Blick auf meine Uhr geworfen und 12 war zum Treffen ungefähr angesetzt und nun war es schon mehr als 13:30 Uhr.

Nun ja, ich hätte hier noch länger stehen, sitzen können und einfach nur immer und immer wieder "Shine On You Crazy Diamond....Shine on you Crazy Diamond..." hören können.

Aber andererseits soll man es ja auch gut sein lassen, wenn es am schönsten ist und somit bin ich wieder zurückgehüpft und die Wiese zurück auf den Weg geklettert.

Irgendwie auch ein perfektes Timing, denn nun machte sich dann doch mal einer der angekündigten Schauer bemerkbar, nicht wirklich schlimm, aber dennoch stetig und die Bewährungsprobe für die Dichtigkeit meines Hutes und es sieht schon verdammt cool aus, wenn von der Krempe das Wasser tropft 😊

Aber zu meinem Erstaunen bin ich auch keine 10 Minuten später auf dem Campingplatz angekommen, somit war also dieser Strand von vorhin wohl nur ein Ausläufer von der Fletcher Bay, wo unser Treffpunkt war.

Und ja da hinten in einem Eckchen, konnte ich auch schon den grünen Jeep ausmachen…Kaum die Tür geöffnet war das erste was mir wieder von den Lippen kam...awesome, no words can tell what I have seen and felt the last 4 hours...I need a beer guys!

Wie schon erwähnt haben sie dort nicht lange auf mich warten müssen, denn trotz schnellen Jeeps...ja die Jungs können sehr gut relaxen und trendeln 😊

Aber dann haben wir unseren Weg doch recht zügig fortgesetzt, denn am Abend wollten die beiden zu einem Drum & Base Konzert was eher in Richtung Anfang unserer Tour lag und somit mussten wir dann doch langsam mal los, weil es hier ja dreimal so lang dauert wie in Germany bis man von A nach B gelangt.

Und somit bekam ich nun mal den Eindruck, was für ein Fahrerlaubnis ich in den letzten 4 Stunden verpasst habe, denn diesmal waren es nicht mehr breite Schotterweg, sondern schmale und trotzdem keine Einbahnstraße...gut nicht unbedingt ein Problem, da nicht alle Minute ein Auto entgegen kommt, aber da es hier sehr bergig ist und es eigentlich nur enge Rechts- und Linkskurven gibt und das nach kurzer Zeit doch in ordentlichen Höhen...ein richtige Erlebnis....ich denke einige hätten das nicht so toll gefunden, aber mir hats Spaß gemacht und ich habe auch versucht ein Filmchen zu drehen, aber das kann ich hier leider nicht zeigen. Ist auch nichts so Besondres, da es in dem Jeep gewackelt hat wie blöd und ich auch noch hinten gesessen habe und trotzdem ein bisschen könnte man vielleicht von dem ganzen darin wiedererkennen.

Und so sind wir die nächsten drei Stunden durch die Lande gefahren, eigentlich wollten Dennis für mich einen schönen Strand ausmachen an dem ich dann ungestört übernachten konnte. Ich hatte keine Lust auf Konzert und fand die Idee, etwas von meiner "Löffel-Liste" abzuarbeiten wesentlich interessanter. Leider ist aus dem Plan dann doch nichts geworden, weil dann doch so viel getrendelt worden ist, dass er keine Zeit mehr für Strandsuche hatte und einen Ort im Wald angefahren hatte, nahe dieser Taverne. Ein bisschen grummelig war ich ja schon erst, denn auf übernachten am Strand habe ich mich gefreut wie ein Plätzchen, aber gut man muss manchmal die Dinge nehmen wie man kommt.

Während die beiden sich in andre Klamotten geworfen haben, bin ich schonmal ein Stückchen umher spaziert, um mal zu schauen durch was ich all die Pläne, die ich mir schon mit meinem Stranderlebnis im Kopf zurechtgelegt hatte, mit diesem Platz an einem kleinen Wasserlauf ersetzen konnte.

Und ja (brummel) so übel schien das hier dann doch auch gar nicht mal zu sein, aber Strand wäre trotzdem besser gewesen so... (mit dem Fuß auf dem Boden aufstampf, um das Ganze dann doch auch mal etwas kindgerecht aufzubereiten :O))

Nun ja, und eine halbe Stunde später war ich dann auch allein, die beiden von Bekannten aufgesammelt und also auf dem Weg zum Konzert und sie auf jeden fall nicht vor3 in der Nacht oder gar morgen früh zurück je nachdem wie die Verkehrslage es wohl zulässt...sind ja immerhin auf dem Lande, im Coromandel und irgendwie in der Pampa.

Tja, und dieser Bachlauf schien mir doch irgendwie ganz interessant zu sein, denn gleich um die Ecke war ein kleiner Wasserfall von Felsen umgeben, auf denen man wunderbar herumklettern konnte und wie sich dann weiter herausstellte waren auf der oberen Etage im ganzen Flussbett Steine auf denen man von einem zum anderen Hüpfen konnte und ruckzuck war in mir das Interesse geweckt doch einmal herauszufinden, wie weit man dieses Spiel wohl treiben könnte und wohin das Ganze auch führen könnte.

Nach 5 Minuten Stone-hopping stellte ich fest, dass man das auch weiter sehr gut betreiben kann und mein Plan für den Abend war gefunden…"Verfolgung des Flussbetts via Stone-Hopping bis es nicht mehr weitergeht...

Aber erstmal nochmal zurück zum Auto, den Rucksack mit ein, zwei Bier bestücken....so was kühles blondes am Wasser, ach wer kann da schon nein sagen...Ausgerüstet mit Hut, Rucksack und Bier bin ich dann los....zwar wurde es langsam schon wieder dämmrig, aber egal zur Not halt Stone-hopping abbrechen und die Abkürzung durchs Wasser nehmen.

Die erste Etappe war ja nun simpel, kannte ich ja schon und somit wusste ich genau wann ich wohin auf welchen Stein springen muss und es sah so aus als könnte ich das bis zum nächsten Tag machen ...nirgendwo wirklich eine Stelle zu entdecken wo es nicht irgendetwas gab, wo man doch wieder eine erst aussichtlose erscheinende Stelle überbrücken konnte.

Und toll sah das nun auch wieder alles um mich rum aus und so langsam war der eigentliche Plan bzw. der Groll, dass es mit dem Strand und dem Haken auf der Löffel-Liste heute nicht geklappt hat völlig vergessen.

und erneut die Sprache verschlagen hat es mir dann mal wieder, als ich einen kleinen Anstieg hinter mich bringen musste und dann plötzlich vor einem kleinen Becken stand in dem sich das Wasser wie in einer Lagune sammelte und dann erst langsam über einige Felsen nach unten plätscherte....

Da musste ich dann doch erstmal 5 Minuten verweilen und das ganzen auf mich wirken lassen und verdammte Axt was bin ich froh, dass ich die Füße nicht still halten kann, denn die beiden anderen hätten es vom Auto bis zu dem ersten Wasserfall gemacht ...es wahrscheinlich auch interessant und gut gefunden, wären aber nicht auf die Idee gekommen mal zu kucken was da noch so kommt oder da irgendwie herum zu klettern...

Jedenfalls war das hier wirklich ein bisschen so, dass die "Mutigen" bzw. diejenigen die ein wenig Mühe nicht scheuen hier augenblicklich fürstlich entlohnt werden und zwar durch das was man hier eben vorfinden kann...herrlich!

Ich glaube etwa eine Stunde habe ich mir so den Weg bahnen können, dann war Ende und keine Steine mehr da und der Wasserlauf wurde auch etwas schmaler, tiefer und ging wieder um eine Ecke....ja und wäre es nicht fortlaufen am Dämmern gewesen, dann hätte ich mal versucht am Ufer hochzuklettern und einen Pfad im Bush zu finden und mal um die Ecke zu lügen, aber es war einfach genug für den Tag und somit bin ich dann zurück zu der Stelle wo diese Lagune war und habe mich da schön an den Rand gesetzt und eine schöne kalte Flasche "Grolsch" aufgemacht.

Das war wieder mal eins der herrlichsten Biere meines Lebens....davon hat man nicht allzu viele...das letzte hatte ich in meiner WG in Gießen, als ich die Küche leerräumen musste für die Renovierung und wir zu zweit 2 Stunden alles durch die Gegend geschoben haben und gefegt und geputzt haben. Als Belohnung gab es damals ein schöner eiskalter Bitburger und ich glaube das war auch für meine damalige Mitbewohnerin eines der besten Biere...

Nun ja, und in diese Kategorie gehörte eben auch diese...und wie ich da so sitze und mein Bierchen trinke sehe ich plötzlich vor mir einen Aal der keine 20 cm von meinen Füßen seinen Kopf aus dem Wasser streckt....ich dachte noch: " Mein Gott, die sagen doch immer Fische sind Scheu, mögen keine Menschen und der hier der hüpft quasi mir gleich auf den Schoss...

Und als der da nach 30 Sekunden immer noch so anschaut, als wäre ich der "Fischer und seine Frau" kommt mir der Gedanke, dass ich Aal eigentlich sehr gerne mag und dieser ja auch keine anstalten macht s e i n e s Weges zu gehen und mich hier quasi "belästigt", denn wer wird schon gerne beim Bier trinken angeglotzt.

Ich stelle mein Bier vorsichtig auf die Seite und strecke meine Hand langsam nach dem Aal aus und just in dem Moment als meine Hand den Aal am Rücken berührt, erschreckt dieser sich ganz fürchterlich und zuckt heftigst im Wasser herum und rauscht von dannen und hinterlässt einen doch sehr nassen Chris...dem im gleichen Augenblick die Frage durch den Kopf geht, wie er denn überhaupt hat auch nur glauben können, das man einen Aal ungestraft mit der Hand fangen kann...ok, als richtiger Mann hat man schonmal ein Zebra mit der Hand gefangen, aber da ist man hinterher wenigsten nicht nass...hrhr

Egal, ich setze mich wieder an den Rand und beschäftige mich wieder mit meinem Bier und 20 Minuten bevor völlige Düsternis mir den Rückweg unmöglich machen kann mache ich mich auf zum Jeep und zu meinem Nachtlager.

Ich mache meinen MP3 Spiele klar und lege mich im Jeep schlafen…bin froh ein Dach über dem Kopf zu haben, denn für die Nacht ist Regen gemeldet und 2 kurze Schauer habe ich auch schon mitgekriegt...

Es dauert nicht lang und ich bin weggedöst und irgendwie kommt es mir ebenso wenig lang vor als ich auch schon wieder wachgedöst bin...ok es ist etwa 2 Uhr nachts und Dennis und Regan haben es doch tatsächlich geschafft noch, wenn zu finden, der sie von der Taverne zurück in die Pampa gebracht hat...na wunderbar feucht fröhlich sind sie auch noch....

Tja und so kam das also das ich unter dem Jeep aufgewacht bin...Regan hat vor dem Jeep in seinem wasserdichten Army-Schlafsack-Behältnis gepennt und Dennis hat es sich auch im Jeep bequem gemacht...allerdings war es in dieser Nacht so heiß und ich so durstig das ich gedacht habe ich muss da mal raus was trinken und ich will da eigentlich auch gar nicht wieder rein zurück, weil alles so eng (letzte Nacht war die Klappe offen und die Füße konnten rausgestreckt werden ,aber wegen dem Regen war die Klappe diesmal zu).

Ja und nach einer halben Stunde wälzen und überlegen bin ich dann zur Seitentür raus, eigentlich nur um was zu trinken, aber als sich dann feststellte "Oh, kein Regen mehr...", da hab ich gedacht ok schläfst Du auch draußen hier ist wenigstens angenehmer und bis morgens um 7 ging dieser nachtgeniale Gedankengang auch prima gut.

Nur wer rechnet den auch schon damit, dass es wirklich regnen könnte, wenn regen gemeldet ist und es ja auch schon zwischendurch mal ordentlich geschüttet hat?! Ich jedenfalls nicht :O)

Und als der erste heftigere Schauer mich dann draußen erwischt hat, habe ich mich dann so schnell als möglich unter den Jeep gebastelt und bin da wieder selig eingeschlafen mit schönen Träumen bis irgendetwas in mein Auge tropfte…und den Rest kennt Ihr ja!

Jedenfalls sind wir dann an diesem Morgen bzw. eher Mittag nass und dreckig mit all dem anderen Plunder ins Auto und haben die Heimreise angetreten, diesmal allerdings mit genügend Benzin und nicht mit unfreiwilligem Aufenthalt mitten im nirgendwo...mit trampen zur nächsten Tanke...habe ich wohl vergessen zu erwähnen. Hrhr ist aber auch unangenehm sowas...jedenfalls sind die Autos, die dann mal vorbeikommen sehr hilfsbereit und fragen fast alle wirklich ausnahmslos ob sie helfen können.

Tja, das mit der Tankpanne geschah an dem Nachmittag vor dem Konzert, wohl einer der Gründe warum es einfach nicht für einen Strand für mich gelangt hatte...aber auch eine witzige Erfahrung...es muss also nicht immer etwas kaputt sein bis ein Auto stehenbleibt 😊

So Freunde, das war also mein kleiner Coromandel Bericht...nun ist er vollständig.

Hat zwar etwas gedauert, aber er ist da!



Machts gut einen schönen Tag Euch und wie immer die liebsten Grüße von der Insel





Chris


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