Im und ums Wasser


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Published: May 3rd 2017
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28.4.

Unsere Zeit im Mahekal ist abgelaufen. Es war zwar alles wunderbar hier, aber irgendwie fühlten wir uns in der luxuriösen Umgebung nicht recht wohl, und so sind wir ganz froh, dass wir nun ins kleine aber feine Acuario wechseln können. Die Gebäude sind in fröhlich leuchtenden Gelb- und Orangetönen bemalt und um einen Innenhof gruppiert, in dem ein türkisfarbener Pool, Hängematten-behangene Palmen und niedliche Schildkröten Ferienstimmung verbreiten. Noch haben wir keine Zeit uns hier aufzuhalten, wir ziehen sogleich los um ein Auto zu mieten und stürzen uns tapfer in das Einbahn-Gewimmel von Playa del Carmen. Ohne grosse Umwege finden wir die Strasse Richtung Süden und nach rund stündiger Fahrt unser erstes Tagesziel, die Cenoten Dos Ojos. Cenoten sind die in dieser Gegend weit verbreiteten wassergefüllten Kalksteinhöhlen und -löcher, eine der grossen Attraktionen hier. Wir mieten Wetsuits, Schnorchelausrüstung und einen Führer und tauchen ab in die Finsternis. Stalagmiten unter - und Stalagtiten über uns, schwimmen wir vorsichtig von Grotte zu Grotte. Über uns scheuchen wir mit unseren Lampen öfters Fledermäuse auf, unter Wasser höchstens ein paar wenige graue Fische.

An einem schattigen Picknick-Platz mit den obligaten Hängematten ruhen wir uns aus und wärmen uns auf, als sich eine mittelalterliche mexikanische Masseurin / Zöpfchenflechterin / Souvenirverkäuferin zu uns gesellt, uns kurz ihre Dienste anbietet und uns danach in ein Gespräch verwickelt. In unserem noch recht spärlichen aber offenbar bereits für primitive Kommunikation ausreichenden Spanisch folgen wir ihren Ausführungen über Iguanas (die gruseligen grossen Echsen, die wir bereits überall gesehen haben und die uns hier belagern) und die Unsitte einiger Mexikaner, diese doch so niedlichen Tierchen (??) zu verspeisen, die hohen Preise in Playa del Carmen, diverse Sehenswürdigkeiten sowie Heidi und Alpöhi.

Am Nachmittag fahren wir zu der Maya-Stätte Tulum, einzige direkt am Meer liegende solche Anlage und überaus eindrücklich. Noch ein kurzer Abstecher an einen Strand, den uns unsere neue mexikanische Freundin empfohlen hat, der aber wegen des starken Windes und des hohen Wellengangs heute knietief mit Seegras bedeckt ist, danach ist unsere Abenteuerlust für heute gestillt und wir fahren zurück nach Playa del Carmen.

29.4.

Marco zieht frühmorgens los, er fährt heute mit der Fähre zur Insel Cozumel zum Tauchen. Das Riff dort ist nach dem Great Barrier Reef das zweitgrösste der Erde. Für Eva ist es dort jedoch zu tief, wir beiden haben deshalb einen Tauchgang beim Riff hier vor Playa gebucht. Als wir jedoch im DiveMex eintreffen berichtet man uns, der Bootshafen sei wegen des Wellengangs geschlossen, man könne frühstens am Montag wieder rausfahren. Was nun? Wir überlegen nicht lange, installieren uns am Acuario-Pool und lesen, lesen, lesen. Wie wir den faulen Tag geniessen! Eva bleibt auch noch etwas Zeit für Hausaufgaben, und sie spielt ein paar Abba-Songs auf der Querflöte. Diese hat sie im letzten Moment noch eingepackt, um in den drei Monaten den Ansatz nicht komplett zu verlieren.

Abends holen wir Marco im DiveMex ab, er hatte einen spannenden Tag, allerdings hat sich die raue See auch auf die Tauchbedingungen negativ ausgewirkt, die Sicht war eingeschränkt und die Strömung unangenehm stark. Wir essen in der Hauptgasse Znacht und beobachten die unterschiedlichen Interaktionen zwischen Touristen und Einheimischen. Da kann man manchmal nur staunen.

30.4.

Wir nehmen ein Collectivo, (einen der Minibusse, die auf vorgegebenen Strecken hin und her fahren, und die man einfach irgendwo vom Strassenrand aus besteigen kann) nach Xel-Ha, einem Aquapark, der «Action and Fun and all you can eat and drink» verspricht. Marco und ich sind etwas skeptisch und erwarten einen Rummelplatz für amerikanische Sauftouristen, werden aber angenehm überrascht. Der Park scheint ein beliebtes Ausflugsziel für Mexikaner zu sein, alles ist sehr gut organisiert und läuft gesittet ab. Die ganze Anlage ist um eine natürliche Lagune herum gebaut, einzig durch ein Netz vom offenen Meer abgetrennt. Man kann allerlei Aktivitäten im und ums Wasser herum betreiben, Delfine und Manatis (Seekühe) beobachten, sich auf Spielplätzen austoben und natürlich das riesige gastronomische Angebot ausnutzen.

Abends werden wir auf dem Weg zum Hotel von Frankie angesprochen, einem Angestellten des Acuarios. Er lädt uns in sein neu eröffnetes italienisches Restaurant auf ein Bier ein und bestellt ein Tiramisu für Eva. Er erklärt uns ausführlich, wie er die italienischen Köche organisiert hat, die den Kellner mitgebracht hätten, den er aber nicht mag weil der ihn zu wenig respektiere, obwohl er doch ein sehr, sehr reicher Mann sei und sechs Bodyguards habe und so weiter und so fort. Als er eine Flasche teuren Wein bestellen will lehnen wir entschieden ab, akzeptieren aber noch ein Bier. Er wiederholt und widerspricht sich je länger je mehr und wir beginnen an seiner Geschichte zu zweifeln. Als man uns schliesslich die Rechnung für zwei Runden Bier und ein Tiramisu vorlegt sind wir nicht erstaunt… Immerhin konnten wir etwas spanisch üben.


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14th May 2017

Es ist wieder super spannend euren Blog zu lesen, danke für die Mühe. Ich musste schmunzeln, dass ihr nach so vielen Reisen immer noch auf jemanden wie Frankie reinfällt! Aber man muss es mit Humor nehmen und das Positive sehen, practicar el espanol!

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