Ankunft im Paradies


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Published: April 27th 2017
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23.4.

Aller Anfang ist schwer. Wir erreichen das Mahekal Beach Resort in Playa del Carmen am frühen Abend, ausgelaugt von der langen Reise, der feuchten Hitze und dem anstrengenden Fussmarsch (als echte "Mochileros" (spanisch für "Backpacker") wollten wir für die zwei Kilometer vom Busterminal zum Hotel kein Taxi nehmen, was wir nach kürzester Zeit bereuten, da uns auf Schritt und Tritt Massagen, Flechtfrisuren, Tours an alle erdenklichen Orte, Mahlzeiten und Souvenirs in Hülle und Fülle angepriesen wurden). Es benötigt noch etwas Verhandlung, bis wir auch tatsächlich ein Zimmer mit drei Betten erhalten - aber was für eines! Die Hotelanlage gleicht einem Dschungeldorf, mit Bungalows umgeben von üppigem Grün, Bächen und Pools, Echsen und bunten Vögeln. Wir gönnen uns ein paar Tage Luxus zum Auftakt der Reise - die nächsten Unterkünfte dürften dann wieder bescheidener ausfallen. Auf der Terrasse werden sogleich Hängematten montiert, welche wir aber vorerst zugunsten eines ausladenden Znacht-Buffets uneingeweiht lassen. Bereits am Flughafen trafen wir meine Schwester Anne-Cécile, welche zur Zeit in Los Angeles lebt, und die zwei Tage zu Besuch kommt. Gemeinsam verbringen wir einen gemütlichen Abend, bis uns die Müdigkeit - wir sind immerhin seit 23 Stunden unterwegs - in die Betten treibt.

24.4.

Um 9 Uhr sind wir im DiveMex verabredet (für den Spaziergang dorthin wählen wir diesmal wohlweislich eine Nebenstrasse). Dort treffen wir Daniel, einen sympathischen Polymech aus Dübendorf, der seit ein paar Jahren hier als Dive Instructor tätig ist. Er wird die nächsten Tage Eva und mich in die Mysterien des Tauchens einführen. Wir verbringen den Tag im Pool und lernen mit Atemregler, Tarierjacket und Bleigurt zu hantieren, die Maske auszublasen, mit Handzeichen zu kommunizieren und was sonst alles zum Überleben unter Wasser gehört. Daniel legt eine bewundernswerte Gründlichkeit und Geduld an den Tag, so dass es uns nicht schwer fällt, anfänglich eventuell vorhandene Bedenken abzulegen. Marco macht die Übungen ebenfalls mit und frischt so seine eingerosteten Kenntnisse auf. Nun sind wir sowas von bereit für das Tauchen im Meer morgen!

Wir lassen den Tag ausklingen bei einem gemütlichen Apéro am Strand, wo sich Anne-Cécile bereits den ganzen Tag über unter einem Strohschirm dem Dolce far niente gewidmet hat und nun allerlei Müsterchen über die Touristen aus aller Welt rundherum zu erzählen weiss.

25.4.

Nach dem Frühstück verbringen wir erst noch eine Weile am Pool mit Meersicht, bevor wir uns von Anne-Cécile verabschieden und uns zum DiveMex begeben. Nach einem ausführlichen Briefing zum Ablauf und dem Bereitstellen der Ausrüstung geht es endlich los. Wir fahren nur kurz mit dem Boot hinaus, denn hier liegt das Gute nah: vor der Küste von Playa del Carmen liegen unzählige Korallenriffe. Mit einer eleganten Rückwärtsrolle plumpsen wir ins Wasser und tauchen nun also zum ersten Mal hinab in die Tiefe des Ozeans. Oder immerhin auf 10 Meter, was mir persönlich vorerst völlig ausreicht. Wir sind zwar noch stark beschäftigt damit zu atmen, die Orientierung nicht zu verlieren, möglichst konstant auf der selben Höhe zu bleiben und Daniels Anweisungen zu befolgen, dennoch ist es ein überwältigendes Erlebnis so schwerelos dahinzuschweben, und die vielfältigen Korallen und farbenfrohen Fische aus nächster Nähe bestaunen zu können. Beim zweiten Tauchgang geht alles schon ein wenig einfacher, ausser bei der letzten Übung vor dem Ausstieg, nämlich das Tarierjacket von Mund aufzublasen: Der Bleigurt zieht mich gnadenlos in die Tiefe, und da ich in der Hektik vergesse beim Blasen auf das Ventil zu drücken, gelangt bei aller Prusterei keine Luft ins Jacket. Die Wellen prasseln auf mich ein, ich strample und schnaufe, schlucke eine Menge Wasser und gerate ziemlich ins Keuchen. Schliesslich erlöst mich Daniel und ich hieve mich mit letzter Kraft aufs rettende Boot.

Vor lauter Erschöpfung, und wohl auch weil wir ziemlich viel Luft geschluckt haben, haben Eva und ich kaum Appetit und können das wiederum prächtige Buffet kaum würdigen. Wir gehen so bald als möglich schlafen.

26.4.

Tauchgang 3 & 4 verlaufen ohne weitere Probleme und Eva und ich sind nun PADI-zertifizierte Taucherinnen! Nach dem Znacht möchten wir nun erstmals unsere Hängematten ausprobieren, allerdings helfen gegen die äusserst aufdringlichen Moskitos weder Spray noch Kleidung noch Mückenspirale und wir verziehen uns ins Bungalow.

27.4.

Wir gönnen uns einen Ruhetag zum Lesen am Pool, Blogschreiben, Organisieren der nächsten Tage und für Hausaufgaben. um 15Uhr (22Uhr MEZ) skypen wir mit den Jungs, Anna-Lea ist noch nicht zu Hause -aha, erwischt! Sie begrüssen uns mit "wir sind noch nicht verhungert, das Haus steht noch und die Katze lebt noch" - dann ist ja alles in Ordnung.


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