My Eurovision: Workaway in Europa - Step 2: Døstrup


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August 26th 2016
Published: August 26th 2016
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Tag 28 – Tønder


Ich verbrachte den ganzen Vormittag damit, Himbeeren zu pflücken.
Es war mal wieder sehr heiß. Doch als wir gegen zwei nach Tønder fuhren, kam etwas Wind auf und es kühlte ab.

zu Beginn zeigte ich Marco die Kirche. Danach liefen wir die ganze Fußgängerzone ab. Auf dem Platz war Live-Musik, vor allem Country, und auch an manchen anderen Stellen und in manchen Restaurants wurde gespielt.
Ein Laden, der besonders hervorstach und den Bodil mir auch empfohlen hatte, war Den Gamle Apotek. Es war ein Laden mit allem von Dekokram und Schildern über Marmelade, Bonbons und Präsentkörbe zu Kerzen, Kissen und Badezusätzen. Der Laden erstreckte sich über bestimmt zehn verschiedene Räume und war wirklich urig. Man konnte sogar hinaus in den Garten gehen.

Während wir die Straße entlang schlenderten, trafen wir zweimal auf einen Mann in alter Tracht. Schließlich sah ich ein Schild – tur kl.14 og kl.16, dansk. Als wir alle Läden gesehen hatten, war es kurz vor vier. Spontan beschloss ich, an der Führung teilzunehmen. Konnte ja ganz interessant sein, mal etwas mehr über den Ort zu lernen und sozusagen hinter die Kulissen von Tønder zu blicken.
So gingen wir um vier zum Treffpunkt beim Denkmal auf dem Platz. Ich erklärte, dass Marco Italiener war und kein einziges Wort Dänisch verstand und fragte, ob er umsonst mitkommen könne. Der Mann willigte ein und so bezahlte nur ich die 40 DKK für die Führung.
Weit und breit waren keine weiteren Interessenten zu sehen, und so begannen wir mit der Führung.

Der Guide stellte sich selbst als Polizist der alten Zeit vor. Hier am Denkmal hatte er die Lügner und Räuber mit Peitschenhieben bestraft, als Unterhaltung für die Bevölkerung, die zuschauten wie wir heute bei x-Factor, wie er lachend sagte.
Fünf Minuten später stieß dann doch noch ein dänisches Ehepaar zu uns.
Der Mann führte uns eineinhalb Stunden durchs Zentrum der Stadt. Da erzählte er so manche witzige Geschichte.
Wenn wir dann von einer sehenswerten Stelle zur nächsten gingen, versuchte ich, kurz das Wissenswerte auf Englisch zusammenzufassen. Das war jedoch kaum möglich, da meistens weniger als eine Minute blieb.
So waren im ehemaligen Rathaus früher zwei Restaurants und ein Gefängnis gewesen. Wenn die Politiker nach einem Meeting ein paar Bier zu viel hatten, legten sie sich auf die Liegen im Gefängnis, um auszunüchtern. Am nächsten Morgen taten sie dann so, als hätten sie die ganze durchdiskutiert…
Wir standen in einem netten Innenhof, als er uns eröffnete, dass hunderte Leichen unter uns begraben waren. Tønder war oft überschwemmt worden, und die Pest war über die Stadt hinein gebrochen. So mussten viele Leichen schnellstmöglich aus dem Weg geschafft werden, und wurden kurzerhand hier her geworfen. Später wurde dann Erde über der Fläche verteilt. Irgendwann kamen dann neue Leichen dazu, und daraufhin wieder eine Schicht Erde…
Jedes Haus in der Stadt hatte eine andere Tür. So konnten die Menschen im Dunkeln ihre Tür ertasten und wussten, wenn sie zu Hause waren.
Neben der Kirche war ein Denkmal von einem Bürgermeister mit dem Vornamen Adolf. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden alle Geschäfte, die er besaß, gemieden, auch wenn er selbst überhaupt nichts mit Adolph Hitler zu tun hatte. Manchmal waren die Menschen doch echt komisch, nur wegen einem Namen!
Später führte der Guide uns in einen Teil der Stadt, der bis zur Angliederung in 1940 eine Art Freistaat gewesen war. Wurde man von einem Polizisten verfolgt, konnte man einfach in diese Straße laufen und war vor ihm sicher.
Ursprünglich hatte die Regierung Einwohner anlocken wollen, und deshalb Grundstücke verschenkt, Starthilfe für Geschäfte gegeben sowie keine Steuern verlangt.
Die Stadt war hier lange Zeit rechtlich geteilt gewesen, auf der einen Seite herrschte das dänische Recht, und auf der anderen Seite das deutsche. So durfte man auf der einen Straßenseite keine Dannebrog, also dänische Flagge hissen.

Am Ende der Führung machten Marco und ich dann noch ein Erinnerungsfoto mit dem Führer.
Danach kauften wir uns ein Eis –jeder zwei Kugeln mit dem typisch dänischen Guf sowie Syltetøj, also Marmelade.
Anschließend gingen wir zurück zum Auto. Marco wollte allerdings noch nicht nach Hause, und so nahmen wir einfach nur kurz unsere Jacken und machten uns dann noch ein bisschen auf eigene Faust auf Entdeckungstour. Ich führte ihn kreuz und quer durch die Stadt; er selbst hatte nämlich keinerlei Orientierungssinn, wie er sagte. So fanden wir schließlich auch noch die riesige Wiese mit den Zelten vom Folkfestival. Gegen sieben fuhren wir dann zurück.

Da Bodil und Kristian irgendwo zum Essen eingeladen waren, machte ich mich gleich ans Kochen – German Pasta, also Nudeln mit unserem Tomatensaucenrezept und Käse oben drauf.
Wenig später kamen die beiden nach Hause und ich fragte, ob ich wohl noch reiten könne. Es wurde bald dunkel, und so musste ich mich beeilen. Kristian lockte Bruna nach drinnen und ich machte sie rasch fertig.
Marco begleitete mich mit dem Fahrrad. Er hatte allerdings wie es schien eine riesige Angst vor Pferden, denn er blieb die ganze Zeit über hundert Meter hinter mir und traute sich auch nicht, an mir vorbei zu fahren.
Als wir wieder da waren, mussten wir noch die Küche fertig aufräumen. Dann gab es „Dessert“ – Marco war am Vortag mit dem Rad in Skærbæk gewesen und hatte zwei Bountys mitgebracht. Dazu machte er noch Tee. So hatte ich gute Nervennahrung beim Schreiben. 😉


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