My Eurovision: Workaway in Europa - Step 17: Samsø


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June 11th 2017
Published: June 15th 2017
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Sommer i by
Tag 277 – Sommer i By, Labyrinth & Fichtensirup

Der Sonntag war mein letzter Tag auf Samsø und gleichzeitig auch mein freier Tag für diese Woche; bisher hatte sich das nämlich irgendwie noch nicht ergeben gehabt. Ich packte schon mal meine Sachen zusammen und bekam nach zehn Versuchen auch endlich mein Zugticket für die Heimreise gebucht – irgendwie hatten sie da was auf der Seite umstrukturiert; jedenfalls hatte ich weder auf der Homepage noch mit der App die Buchung durchführen können.

Da ich allerdings nichts vorhatte und Philippine noch nicht wirklich eingearbeitet war, ging ich trotzdem für ein paar Stunden ins Café. Philippine und ich aßen zusammen, und dann gingen nach und nach ein paar Bestellungen ein. Ich zeigte ihr in Ruhe, wie es ging und ließ sie danach selbst die Zubereitung übernehmen, während ich in der Nähe blieb und ihr Tipps geben konnte. Dann brachten wir das Essen gemeinsam nach draußen. Zum Glück war es heute nicht so stressig, und wir konnten uns Zeit lassen. Da ich ja eigentlich frei hatte, hielt ich mich mehr im Hintergrund und half hier und da, und so wurde es ein entspannter letzter Arbeitstag.

Gegen halb drei scheuchte uns Stinne aus
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Tempel - Ziel im Labyrinth erreicht!
dem Café – heute war nämlich das traditionelle „Sommer i by“-Fest, und in wenigen Minuten würde die Parade beginnen. Das diesjährige Thema war „Landwirtschaft durch die Zeit“, und nach einer Eröffnungsrede beim Klokketårn kamen Reiter auf geschmückten Pferden die Hauptstraße entlang. Kurz darauf folgte ein Umzug zu Fuß - Bauern, Mägde und Kinder in den unterschiedlichsten Verkleidungen waren mit von der Partie. Als letztes kamen noch ein paar ältere Herren auf verschiedenen Traktormodellen angetuckert – einer von ihnen mit Strohhalm im Mund. Die Parade zog mehrfach an uns vorbei.

Schließlich machten Philippine und ich uns mit den Rädern auf den Weg zum Labyrinth, das gleich um die Ecke lag. Hier hatte ich die ganze Zeit hingewollt und nur auf Gesellschaft gewartet. Stinne hatte uns netterweise sogar das Eintrittsgeld spendiert. Es handelte sich um das weltgrößte Labyrinth, in dem man einen Quizbogen als Wegfinder mitbekam. Es standen eine Menge Kategorien zur Auswahl, und ich hätte ja am liebsten Astrid Lindgren genommen, aber die kannte Philippine nicht und nach langem hin und her nahmen wir dann das internationale englische Quiz. Hier kamen dann Fragen zum Allgemeinwissen, unter anderem über Geografie. An jeder T-Kreuzung stand eine Zahl, zu der man dann die
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Jetzt werden die Fichtenspitzen gekocht...
entsprechende Frage heraussuchen und beantworten musste. Je nach Antwort musste man dann rechts oder links abbiegen. Wenn man falsch antwortete, kam man früher oder später zu einer Zahl, zu der es keine Frage gab – also zurück marsch marsch, und wo war jetzt der Fehler? Anfangs gingen wir recht oft zurück und probierten verschiedene Antworten aus, doch schließlich hatten wir dann einen Lauf. Beziehungsweise überprüften wir zugegebenermaßen einige unserer Antworten im Internet. Etwa eine Stunde später erreichten wir dann das Ziel, den Tempel. Geschafft - hier machten wir mit Selbstauslöser ein Erinnerungsfoto. Und dann folgten wir den Anweisungen auf der Rückseite des Quizbogens und gelangten eine Viertelstunde später zurück zum Eingang.

Auf dem Heimweg hielten wir noch im Ort an, um ein Eis zu essen. Wir setzten uns auf eine Bank und wenig später kamen zwei Jungen in unserem Alter zu uns. Ganz treffend meinte der eine, wenn man sich in Kopenhagen begegnen würde, würden man wohl einfach aneinander vorbeilaufen, während man hier jeden ansprach, der jünger als dreißig war – so war das auf einer Insel. Wir unterhielten uns ein bisschen. Aaron (20, Halbamerikaner aus Randers) arbeitete wohl den Sommer über im Feinkostladen Smagen af Øen und seine
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Witches ^^
Großeltern hatten ein Ferienhaus in der Nähe. Eric war auch mal mit WWOOFing gereist; er war ziemlich spirituell und lebte nun seit fünf Jahren in der kleinen Hütte nah beim Strand. Sie schlugen vor, mal was zusammen zu machen, sie hatten wohl auch ein Boot, aber naja, ich war jetzt weg, aber dann hatte Philippine Gesellschaft. 😊 In wenigen Tagen würden nun auch die Japaner kommen. Ich würde mal sagen, ich war ein bisschen zum falschen Zeitpunkt hier gewesen – vor allem war es schade, dass Philippine und ich nicht mehr Zeit miteinander gehabt hatten. Aber naja, so war das eben mit dem Reisen und Weiterreisen.

Gegen sechs gingen wir nochmal zu Stinne ins Café. Wir halfen noch ein bisschen beim Aufräumen, und dann kochten wir nämlich Sirup zusammen. Als erstes stellten wir einen großen Kessel mit Gasbrenner in der Küche auf. Dort kam ein bisschen Wasser hinein, und dann kippten wir nach und nach 27 kg Rohrzucker dazu, der unter Rühren geschmolzen wurde. Daraufhin fügten wir die drei Säcke Fichtenspitzen dazu. Hex, hex, blubber blubber und nach dem das Ganze eine Weile gekocht hatte, konnten wir den Sirup abfüllen. Stinne füllte ihn mit einer Kanne in kleine Glasflaschen,
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Labyrinth - wo geht es lang???
und ich drehte die Deckel drauf. Philippine stand in der Mitte und reichte die Flaschen zwischen uns weiter beziehungsweise auch leere Flaschen an.
Außerdem machte Stinne den Brotteig für den nächsten Tag, und so konnte ich mir das Rezept dafür aufschreiben.
Schließlich war es Zeit, aufzuräumen, und ich kümmerte mich ums Abendessen und kochte Sauce und Nudeln. Dann aßen wir gemeinsam und wir unterhielten uns noch lange mit Stinne, vor allem über das dänische Schulsystem und die Friskole hier auf der Insel, die Stinnes Kinder besucht hatten. Philippine war besonders überrascht von der Tatsache, dass fast alle Jugendliche neben der Schule arbeiteten, sobald sie dreizehn, vierzehn Jahre alt wurden.


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Mit Claudio, Stinne und Philippine im Café
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27 kg Zucker...
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...und in Glasflaschen abgefüllt


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