Sabang und der Underground River


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February 25th 2009
Published: March 4th 2009
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SabangSabangSabang

Underground River Lagoon
Meine erste Station nördlich von Puerto war Sabang, das gleichzeitig mit einer der berühmtesten und populärsten Touristenattraktionen des Landes aufwarten konnte, dem Subterranean River National Park, mit dem weltweit längsten (oder zweitlängsten) befahrbaren unterirdischen Fluss.
Die Anfahrt nach Sabang, an der Westküste Palawans gelegen, ist nach der Abzweigung vom gut ausgebauten Highway langsam und beschwerlich. Die 80 km lange Fahrt dauerte fast drei Stunden auf einem schmalen, nur zu zweidritteln betonierten Sträßchen, dass sich durch den dichten Dschungel windet. Die Anfahrt auf Sabang ist allerdings auch landschaftlich grandios, eine tropische Karstlandschaft mit Reisfeldern, wie man sie nur in wenigen Gegenden Asiens findet, und der Ort selber ist ein freundliches, einfaches Fischerdorf an einer wunderschönen Bucht, eingerahmt von hohen Bergen. Östlich schließt sich dann der Nationalpark an, mit einsamen Sandstränden an zerklüfteter, grüner Küste. Der Strand in Sabang selber ist zwar malerisch, aber sehr seicht und aufgrund von Algen für einen längerfristigen Badeaufenthalt nur bedingt geeignet, obwohl gerade kräftig gebaut wird, um Sabang auch für Strandurlauber attraktiv zu machen. Ein Mittelklasseresort existiert bereits und ein zweites, das beinahe den halben Strand in Beschlag nehmen wird ist im Bau.
In Sabang angekommen, wurde ich zunächst einmal mit den negativen Auswirkungen des Backpacker Trails
Puerto PrincesaPuerto PrincesaPuerto Princesa

Jeepney to Sabang
konfrontiert. Während es in anderen Gebieten der Philippinen eigentlich nie vorkommt, dass von Ausländern mehr für öffentliche Verkehrsmittel verlangt wird, so scheint es in Palawan (wie auch die Reisführer bestätigen) Usus zu sein. Anstelle des einheimischen Preises von 100 Pesos, wollten sie von mir tatsächlich das Doppelte mit der Begründung, dass ich Ausländer sei und einen Rucksack hätte. Da man mir mit der Tasche geholfen hatte, wollte ich nicht so sein und gab ihnen 120 Pesos, was auch für alle Beteiligten in Ordnung zu sein schien. Es ist dennoch ärgerlich, da ein Grund dafür, dass die Philippinen so ein angenehmes Reiseland sind, eben auch darin besteht, dass Touristenabzocken hier eigentlich seltener vorkommen, als auf dem südostasiatischen Festland.
Ich nahm mir einen Bungalow im günstigsten Resort des Ortes, dem Blue Bamboo, am „falschen“, steinigen Ende des Strandes, westlich des Zentrums. Hier kostete eine einfache, sehr urige Hütte mit Veranda und Bad (Eimerdusche) preiswerte 300 Pesos, die Besitzerin war nett und das Essen sehr ordentlich (vor allem die Pasta). Elektrizität gab es von 17 bis 22 Uhr vom Generator.
Kulinarisch ist Sabang nicht gerade das Paradies, aber es gibt glücklicherweise überall frischen Fisch, gegrillt, roh oder von der heißen Platte, und da können dann selbst Filipinos nicht viel falsch machen. Etwas ungewöhnlich war die Tatsache, dass die Restaurants hier, zumindest das Blue Bamboo und das einzige echte Strandlokal der Stadt, das nette Tribal, Hauptgerichte nur für zwei Personen, d.h. in riesigen Portionen kredenzen und man als Einzelreisender dementsprechend um die 150 Pesos für ein Gericht zahlen und viel Appetit mitbringen muss. Das Preisleistungsverhältnis ist allerdings durchaus gut.
Den heutigen Tag verbrachte ich im Nationalpark. Dazu benötigte man zunächst einmal ein Permit von der Touristeninformation (200 P), welches allerdings sein Geld mehr als wert war, da es nicht nur den Parkeintritt, inklusive schön angelegter Wanderpfade beinhaltete, sondern auch die Ruderbootfahrt in die Höhle hinein.
Es gibt zwei Möglichkeiten zum Eingang des Underground Rivers zu gelangen.
Die einfache Methode, die 90% der überwiegend einheimischen, busladungsweise hergekarrten Touristen wählen, ist in Sabang für 700 Pesos ein Boot zu chartern.
Die wesentlich schönere, wenngleich anstrengendere Methode ist es eine Wanderung durch den Nationalpark zum gut 5 km entfernten Höhleneingang zu machen. Hierfür wurden zwei Wanderwege angelegt, so dass man nicht denselben Weg zurücklaufen muss. Beide Wege sind allerdings kein Spaziergang sondern schweisstreibende Wanderungen auf zum Teil steilen Dschungelpfaden. Der Unterschied zwischen dem einfacheren Monkey Trail, den
SabangSabangSabang

Underground River Lagoon
ich auf dem Hinweg folgte und dem anspruchsvolleren Jungle Trail, den ich für den Rückweg wählte, bestand in der Tatsache, dass der Monkey Trail mit Treppen, Geländern und Betonstufen ausgelegt ist und der Jugnle Trail naturbelassenen, holprigen und teils sehr steilen Pfaden folgt, die ich nach einem Regenguss nicht empfehlen würde. Beide Wege führen durch dichte Vegetation, der Monkey Trail in Küstennähe, wo man unterwegs eine sehr schöne einsame Bucht mit weißem Sand passiert, der Jungle Trail im Hinterland durch ein Meer von Lianen und Wurzeln.
Zunächst muss man jedoch erst einmal ca. zwei Kilometer am Strand entlang und über ein Kap zum Park Office laufen und sich registrieren, bevor sich die Wege gabeln.
Hinunter zum Höhleneingang führt schließlich ein steiler Treppenweg durch eindrucksvollen Karstwald.
Selbst wenn es den Underground River hier nicht geben würde, wäre die traumhafte Bucht mit dem weißen Sandstrand und der türkisblauen Lagune eine herrliche Sehenswürdigkeit und es wären vermutlich wesentlich weniger Touristen dort, so büßt dieses sagenhafte Naturspektakel doch ein wenig an Atmosphäre ein; Dutzende laute, wild Photos schießende Filipinos in knallbunten Schwimmwesten sind zwar ein amüsanter Anblick, aber passen nicht so ganz in die Szenerie. Andererseits bleiben sie trotz langer Wartezeiten fast alle an
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Monkey Trail
der Anlegestelle und am Strand hat man seine Ruhe. Das Konzept, dass jeweils nur wenige Ruderboote in Höhle fahren, so dass man den unterirdischen Fluss in Ruhe genießen kann, finde ich sehr gut. Es führt zwar zu langen Wartezeiten, aber die Gegend ist so schön, man kann hier gut und gerne ein paar Stunden verbringen und ich hatte es nicht eilig. Obwohl ich schon sehr früh dort war, früh genug, um den Ort vor dem großen Ansturm in Ruhe zu erkunden, wartete ich bis mittags , als es wieder ruhiger wurde, bevor ich ein Boot in die Höhle nahm.
Die Bootsfahrt, eine Strecke von 1,5 km, dauert ca. eine dreiviertel Stunde und ist definitv ein Highlight. Der Fluss ist teilweise überraschend breit und die Höhlendecke bis zu 65 m hoch, zahlreiche Fledermäuse und Gesteinsformationen sorgen für Abwechslung. Schade nur, dass man weder in der Höhle noch in der Lagune schwimmen darf, das wäre die Krönung gewesen.



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