in Arusha


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Tanzania's flag
Africa » Tanzania » North
August 13th 2019
Published: August 15th 2019
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Arusha
Als erstes ging ich zum alten deutschen Fort, im Zentrum von Arusha. Es wurde 1900 fertig. Im Umfeld des Forts wurde ein rechtwinkliges Straßensystem angelegt und Steinhäuser erbaut. Manche werden sogar heute noch genutzt als Schule, Krankenhaus oder für Büros. So begannen die Orte Dar es Salam, Tanga, Arusha, Tabora und Mbeya und wurden regionale Zentren. Wirtschaftlich gesehen waren die deutschen Kolonien eher ein Fehlschlag. Man führte Sisal, Baumwolle, Gummibäume und Kaffe als cash crops ein, die das deutsche Reich versorgen sollten. Die Einheimischen wurden gezwungen auf diesen Plantagen zu arbeiten, was zur Folge hatte dass viele Menschen sich nicht mehr selbst mit Nahrungsmitteln versorgen konnten. Insgesamt war die Kolonialisierung von Tangayika finanziell ein riesiges Verlustgeschäft, 1914 betrug das Defizit (Investitionen minus eingenommene Steuern)122 Mio Reichsmark. Der Hauptgrund dafür lag darin, dass der Staat umfangreiche Investitionen vornahm, hauptsächlich in die Infrastruktur, während die Gewinne der Unternehmen in private Taschen flossen.
Heute ist im Fort ein Museum für Naturgeschichte. Ganz im Stil des frühen 20. Jahrhunderts.
Nach diesem Ausflug in die Geschichte ging ich zum Maasai Markt, etwa 100 kleine Geschäfte, die alle mehr oder weniger das Gleiche anbieten, in jedem Geschäft sitzt jemand, der aufspringt, mich anspricht, darauf besteht, dass ich mir seine Waren anschaue - und nichts davon ist besonders toll. Viele der Frauen, die da sitzen und warten, machen mit kleinen Glasperlen Halsschmuck oder sogar Körbe.
Letzte Station Cultural Center - aber da wurde ich richtig wütend. Ich hätte ja gerne eine Tasse Tee getrunken, aber hier waren alle Preise in US Dollar. Wutschnaubend verließ ich diese Touristenfalle. Das erste Mal, seit ich in Afrika bin, war ich hier inmitten Weißer...
Am Abend kam Bonifaz, mein Retter vom Vortag, zum Abendessen und wir hatten lange Gespräche über das Schulsystem - warum um alle Welt wird in der Sekundarstufe auf Englisch unterrichtet? Für viele Kinder ist das bereits die dritte Sprache (Stammessprache, Suaheli), noch nicht einmal die Lehrer sprechen gut Englisch!!! Und wie kann man es ändern, dass die gesamte Ausbildung auf Ausspucken von auswendig Gelerntem beruht? Probleme zu lösen kommt einfach nicht vor und selbst im Abitur werden so aufregende Fragen gestellt wie: "Wie nennt man das Kind vom Bruder deiner Mutter?" Ich kann mich gut erinnern, wie ich in Hagafilo lange Stammbäume an die Tafel gemalt habe. Aber wenn man ehrlich ist, ist das Wissen um solche Verwandtschaftsverhältnisse völlig unwichtig. Als Einzelkind weiß ich nicht einmal auf Deutsch so genau wie das alles heißt.....


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