Parque nacional Torres del Paine


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South America
January 25th 2006
Published: February 10th 2006
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Hallo all ihr treuen Leser unseres blogs!

Nachdem wir nun endlich nach einer ewig langen Reise wieder eine brauchbare und bezahlbare Internetverbindung gefunden haben, koennen wir euch ueber die letzten Wochen berichten.
Achja - momentan sind wir in Esquel - ca. 300 km suedlich von San Carlos de Bariloche und damit wieder in unserem uns ans Herz gewachsenen Argentinien. Auch wenn wir einige sehr nette Chilenen kennengelernt haben, die Pinguine auf Isla Magdalena uns tatasaechlich verzaubert haben (wir haben es nicht uebers Herz gebracht einen von dort mitzunehmen...) und der Torres del Paine tatsaechlich das Praedikat "einzigartige Landschaften & eine grossartige Natur" verdient hat, so haben wir Argentinien und seine Bewohner doch schmerzlich vermisst - und das nicht nur (allerdings auch) wegen der wesentlich geringeren Lebenshaltungskosten hier.... Unsere 2-Tage und 2-Naechte Busfahrt mit so einigen Aufenthalten hat uns insgesamt fast 1500 Strassenkilometer quer durch den Sueden Chiles und Argentiniens gebracht. Esquel hat uns dann gestern morgen mit dem schoensten Sommerwetter empfangen und bis heute hat sich daran nichts geaendert - nach all den Wochen im doch immer wieder empfindlich kalten Sueden eine willkommene Abwechslung! Bevor wir nun unseren naechsten, wenn auch kuerzeren Trek starten (im Nationalpark Los Alerces - zum Lago Krueger), hier ein Bericht von unseren Tagen im Torres del Paine:

Tag 1: Start war am 10.01. von Puerto Natales aus - von dort gibt es taeglich Transfers in den ca. 3 Stunden entfernten Park. Eben ein solcher Minibus hat uns dann so gegen 11.00 Uhr im Park abgesetzt. Nachdem der Paso John Garner, den man fuer den Circuito ueberqueren muss, zum Zeitpunkt unserer Abreise noch immer wegen eines Erdrutsches gesperrt war, hatten wir bereits im Vorfeld beschlossen kein Risiko einzugehen und lieber das "W" zu erwandern. Allerdings in umgekehrter Richtung, also von West nach Ost. Daher haben wir uns an die Anlegestelle des Katamarans bringen lassen und dann gegen 12.30 Uhr den Katamaran ueber den Lago Pehoe genommen. Gegen Mittag hatten wir dann uns erstes Ziel, das Campamento Paine Grande erreicht und haben blitzschnell unser Zelt aufgeschlagen - schliesslich mussten wir auch noch eine siesta halten. Geweckt wurden wir dann von erstaunlich bekannt klingenden Toenen (stellte sich dann bald als schwaebisch heraus) - Yvonne und Heiko aus Waldenbuch hatten neben uns ihr Lager aufgeschlagen - ach wie klein doch die grosse, weite Welt sein kann. (Ganz nebenbei viele liebe Gruesse an euch Beide - wir hoffen ihr hattet noch eine schoene Reise!!! Und nochmals muchissima gracias fuer die tolle Einladung zum Nutellafruehstueck- mhhhhh). Auf jeden Fall haben wir an diesem Tag ausser einen Erkundung der Umgebung nicht mehr viel gemacht. Aber dann gings los:

Tag 2: Nach einem leckeren Fruehstueck haben wir die erste Etappe in Angriff genommen: 3 Stunden bergauf, bergab, bergauf und wieder bergab haben uns zum Glaciar Grey gefuehrt, wo wir mutterseelenallein bei einer kleinen merienda die tollen Ausblicke auf den Gletscher geniessen konnten - vergesst Calafate und den Perito Moreno: Der Glaciar Grey ohne all die Menschenmassen die sich am Perito Moreno gegenseitig auf die Fuesse treten ist ein viel schoeneres Erlebnis!!! Die Einzigen die wir am Gletscher selbst noch getroffen haben, waren dann auch wieder unsere Zeltnachbarn - aber mit denen haben wir natuerlich gerne den Grey geteilt ;-)
Spaeter sind wir dann noch auf eine kleine Landzunge geklettert und Raphael hat Eisberge aus Buchten gerettet (vor was eigentlich?) und wieder auf den Lago Grey zurueckgestossen.
Nach dem ebenfalls 3 stuendigen Rueckweg waren wir dann auch richtig schoen muede und haben guuuut und schnell geschlafen.

Tag 3: Nachdem die Sonne den ganzen Vormittag uns ganz schoen auf die Koepfe geknallt hatte und wir traege in eben dieser gefaulenzt haben, haben wir eine kleine Wanderung am Ufer des Lago Pehoe entlang zu einem kleinen Strand gemacht. Dort wurde es dann aber ziemlich schnell ziemlich dunkel. Und dunkler, dunkler und noch dunkler. Schnell sind wir zurueckgespurtet und kamen gerade noch vor dem Regen am Camp an. Tja, und dann begann der grosse Regen. Es regnete, regnete und hat einfach nicht mehr aufgehoert :-(

Tag 4: Pling - Plong - Platsch: Beim Aufwachen war der Regen immer noch da.... und er hat uns den ganzen Tag auch treu begleitet. Wir haben dann eine der vielen Regenpausen am Nachmittag genutzt um unser Zelt abzubauen und uns trotzdem auf den Weg zum naechsten Camp zu machen: und siehe da: Es hat tatsaechlich nicht wieder angefangen zu regnen :-) So haben wir dann unsere erste Etappe mit dem kompletten Gepaeck auch gut ueberstanden und sind am Abend im Campamento Italiano angekommen. Dort haben wir noch einen ganz guten Stellplatz gefunden, unser Zelt aufgestellt, gekocht - Campingalltag eben - und sind schliesslich ins Bett gekrochen.

Tag 5: Vom Campamento Iataliano aus starteten wir am Vormittag eine Tageswanderung ins sogenannte Valle Frances: Ein schoener Weg vorbei am Glaciar Frances wo immer wieder grosse Stuecke abbrachen und unter lautem Getoese als Lawinen ins Tal fielen & durch einen schoenen Suedbuchenwald. Zu unserer grossen Freude begleitete uns den ganzen Tag ueber kein Regen, sondern Sonnenschein und blauer Himmel: So schoen kann Patagonien sein!!! Am mirador kamen wir nach ca. 3 Stunden an und haben lange den Blick auf das Paine Grande Massiv & die Cuernos genossen.
Das Ganze ging dann natuerlich auch wieder zurueck & es folgte der schon erwaehnte Campingalltag.

Tag 6: Vom Campamento Italiano gings am Vormittag mit unserem Gepaeck weiter zum Campamento Los Cuernos. Die meisten Trekker laufen von dort gleich weiter zum naechsten campamento und so ist dieser Platz schoen klein, ruhig und liegt atemberaubend schoen direkt unter den sogenannten Los Cuernos - den Hoernern des Paines. Der perfekte Platz zum Ausruhen nach einer nicht allzu schweren Etappe. Da wir schon recht frueh dort ankamen hatten wir endlich auch mal wieder Zeit um die Sonne richtig zu geniessen, zu lesen und Postkarten zu schreiben.

Tag 7: Nach einem netten Fruehstueck mit einigen freakigen Kalifornieren die irgendwo auf dem Weg ihren Freund verloren hatten (tztztztztz, also was manach Leute so hinkriegen ist schon erstaunlich) haben auch wir zusammengepackt und uns auf den Weg gemacht. Auch heute durften wir Sonne & blauen Himmel geniessen und diese hat die doch recht anstrengende Etappe, die aber wunderschoen am Ufer des Lago Nordenskjoeld entlangfuehrt, recht ertraeglich gemacht. Am Nachmittag haben wir dann voellig durchgeschwitzt das Campamento Hosteria Torres erreicht - und haben selbst die kalte Dusche genossen (Raphael hat sich anscheinend fast verbrannt - also ich hatte damit zu kaempfen keinen Gefrierbrand abzubekommen.... also entweder sind Maenner und Frauen doch komplett verschieden oder Raphael hat die Gasflasche komplett aufgebracht - ich glaube ja eher zweiteres, daher: arme, arme Silke!) Am Abend hatten wir dann einen gigantischen Sonnenuntergang mit super Blick auf die Torres (die sieht man uebrigens nur vom Camping aus, nicht aber von der Hosteria aus die 10 min entfernt liegt und schlappe 200 US Dollar im DZ kostet..... - hihihihi)
Am fruehen, fruehen Morgen hat Raphael mich dann geweckt und als ich so vorsichtig mal geblinzelt habe, war das ganze Zelt mit roten Farbtoenen ueberschwemmt. Wir haben dann rausgeschaut und einen unglaublichen Sonnenaufgang miterlebt - also in Sachen Sonnenauf- und -untergaengen kann man dem Sueden hier kaum etwas vormachen.

Tag 8: Unsere letzte Etappe erwartete uns bei durchwachsenem Wetter. Waehrend es zuerst noch ganz gut war, hat es puenktlich nach dem Erreichen der Base de las Torres (ca. 4 Stunden Wegstrecke, davon sind die letzten 45 min aber eine reine Kletterei ueber eine Moraene - mir wurde jetzt das goldenen Bergziegendiplom verliehen....) angefangen zu regnen. Wir hatten zwar das Gleuck alle drei Torres komplett zu sehen, aber um uns herum war alles bedeckt und der Wind hat den ganzen Regen zu uns getragen. Daher hat unser Besuch an dieser schoenen tuerkisfarbenene Lagune zu Fusse der drei Torres auch nicht allzu lange gedauert und wir haben uns an den Abstieg gemacht. Der Regen hoerte dann auch wieder auf und wir sind am Abend wieder im Camp eingetroffen. We've done it - das "W" war geschafft!!! Um das Ganze auch angemessen zu feiern gab es sogar einen leckeren Rotwein, den Raphael die ganze Strecke ueber als Ueberraschung mitgeschleppt hatte :-)

Tag 9: Zur Belohnung haben wir noch einen Extratag im Camp eingelegt - urspruenglich wollten wir noch den Lago Pingo Trek machen, aber nachdem wir mit einem Ranger gesprochen haben und der uns sagte, dass dieser Trak v.a. durch und entlang des Suedbuchenwaldes geht, haben wir den Plan verworfen. Was wir noch sehen wollten waren keine Suedbuchen, sondern unsere Freunde, die Guanakos. Daher haben wir uns am Mittag auf den Weg zum sogenannten "Sendero Fauna" gemacht - es regnete zwar die ganze Zeit, aber das hat die Guanakos die uns dort zahlreich neugierig umringt haben nicht gestoert und uns auch nicht. Wie gerne wuerde ich wissen, was die gedacht haben als wir uns immer naeher an sie herangepirscht haben um Fotos zu schiessen..... Angst hatten sie auf jeden Fall keine, sie schienen eher etwas amuesiert ueber uns. Extrem coole Tiere!

Tag 10: Abreise - zum letzten Mal hiess es Zelt abbauen & alles irgendwie in unsere Rucksaecke verstauen - zum Abschluss hat sich der Torres del Paine nochmals von seiner extrem windigen Seite gezeigt und so hatten wir allerhand damit zu tun, das Zelt am Wegfliegen zu hindern. Und dann ging auch schon unser Transfer und nach weiteren 2 1/2 Stunden hatte uns Puerto Natales wieder. Bill, der Hostelbesitzer, hatte dann Mitleid mit uns (das Hostel war voll und wir hatten keine Reservierung) und hat irgendeine alte Reservierung einfach von seiner Liste weggestrichen und uns ein Bett gegeben - zum Glueck sind die Leute tatsaechlich nicht aufgetaucht, sonst haette ich schon ein schlechtes Gewissen gehabt. Somit endete unser Torres Abenteuer da wo es 10 Tage zuvor begonnen hatte: An Bills Kuechentisch im Erratic Rock, in Puerto Natales, irgendwo am Ende der Welt......!

Wir hoffen durch die Fotos habt ihr eine ungefaehre Vorstellung von den schoenen Plaetzen die an jeder Ecke lauern bekommen. Trotz 10 Tage Porridge und Griessbrei zum Fruehstueck, Muesliriegel zum Mittagessen und Pasta oder Reis mit Tomatensosse zum Abendessen, nur begrenzten bzw. gar keinen Moeglichkeiten zum Duschen und ca. 20 kg Essen, Zelt & Co auf dem Ruecken sind wir froh und gluecklich das "W" gemacht zu haben :-)

Fuehlt euch umarmt & bis bald,
tengan suerte,

Silke & Raphael



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