Still Alive - Tag 71 - Tauchen in Capurgana


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South America » Colombia » Antioquia
November 25th 2019
Published: December 8th 2019
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Ein Pfeilgiftfrosch
Heute stand ich morgens auf und frühstückte, um dann um 7:30 in Richtung Capurgana zu gehen - um 8:30 sollte ich dort in der Tauchbasis sein. Ich fotografierte unterwegs Eichhörnchen und kam so auf die Minute pünktlich in Capurgana an. Wir waren nur zu dritt - ich, der Guide und eine weitere Taucherin. Das Wetter sah nicht besonders gut aus, aber auch nicht so schlimm, dass man nicht tauchen gehen könnte. Nachdem wir unsere Ausrüstung zusammengesucht hatten gingen wir mit zwei Helfern zum nur 50m entfernten Hafen, dort stiegen wir in ein kleines Boot und fuhren ein Stückchen das Meer raus, in die Nähe einer kleinen Insel. Es regnete ein bisschen und gab relativ große Wellen, was leicht unangenehm war.

Ich glaube, dass wir nicht genau da ins Wasser gegangen waren wo der Guide es geplant hatte, zumindest hatten wir am Anfang des Tauchganges einen längeren Abschnitt, der in relativ flachem Wasser bei nur ca. 6m Tiefe war (in der Besprechung hatte ich von dem nichts gehört, vielleicht erinnerte ich mich jedoch auch nur nicht). Das blöde war, dass man in 6m Tiefe die großen Wellen immer noch spürte - alle paar Sekunden wurden wir jeweils zwei Meter vor- oder zurückgespült, was das Schwimmen ein bisschen unangenehm machte. Nach einer Weile kamen wir jedoch endlich in tieferes Wasser (~20m), dort war es ruhig. Wir sahen viele Fische und Korallen, unter anderem etwas das ich Zweihorn nenne (ein kleiner Fisch mit zwei kleinen "Hörnern"), eine riesige Languste (mit Schwanz und Antennen sicher mindestens 70cm groß) und ein paar Feuerfische, sowie anderes cooles Zeug bei dem ich den Namen nicht weiß.

Mir wurde jedoch im laufe des Tauchgangs zunehmend kalt, womit ich nach einer knappen Stunde auch etwas froh war, als wir wieder aufstiegen. Das in-das-Boot-klettern war noch etwas spannend, weil das kleine Boot keine Leiter hatte - das Prinzip war stattdessen, dass wenn sich zwei oder mehr Taucher an der gleichen Seite an das Boot hängen Dieses hinreichend schräg im Wasser liegt, als dass man leicht reinklettern könnte. Die Wellen helfen mit. Wir kamen gerade noch rechtzeitig zur Basis zurück, dann kam das Ungewitter.

Es schüttete heftig, selbst wenn wir nicht gerade aus dem Wasser gekommen wären wären wir jetzt nass. Schließlich blitzte es auch noch (was nicht gut ist, wenn man tauchen will). Ich hatte ziemlich kalt, der Guide suchte mir einen langen Neopren und Neoprenschuhe und brachte mir einen Tee. Glücklicherweise war nach zwei Stunden (zwischen zwei Tauchgängen muss man aus Medizinischen Gründen immer zwei Stunden Pause machen) wieder alles gut - mir war nur mehr ein kleines bisschen kalt, und es regnete auch nur noch ein kleines bisschen. So stiegen wir wieder ins Dingi und fuhren an eine andere Stelle, unweit der ersten Tauchstelle entfernt.

Unterwegs bekam ich zweifel, ob ich überhaupt nochmal reinwollte - mir war sehr kalt. Jedoch meinte der Guide, im Wasser wäre es wärmer als außerhalb, was reichte um mich zu überzeugen. Tatsächlich hatte er recht, und so konnte ich auch den zweiten Tauchgang genießen. Diesmal gingen wir gleich in größere Tiefe, wodurch die Wellen kein Problem darstellten. Wir schwammen um ein paar Felsen und an einem Riff entlang, sahen wieder viele Fische und komische Dinge, deren Namen ich nicht weiß, einen besonders coolen Fisch, dessen Namen ich auch nicht weiß, er sah ähnlich wie sogenannte Skalare aus, hieß jedoch nicht Vektor. Außerdem sahen wir wieder eine Riesenlanguste, einen großen Krebs, eine Qualle und noch mehr komische Dinge.

Insgesamt muss ich sagen, dass Tauchen sehr komisch ist. Was aussieht wie Steine sind Tiere, andere Fische schauen wieder wie Pflanzen aus. Zum Bewegen hat man eine Dimension mehr zur Verfügung, atmet man ein fliegt man nach oben. Man sieht die ganze Zeit komische Wesen, bei denen man nicht weiß, was es ist, komische Fische mit Flossen oben, unten, links, rechts, vorne oder hinten, irgendwelchen Hörnern, Segeln, Schwänzen oder anderen komischen Körperteilen. Manche haben klassische Fischform, manche schauen aus wie ein langer Stab, weitere sind rund oder flach. Ab und zu schwimmt etwas transparentes namens Qualle vorbei, das beweist, dass man kein Hirn braucht um zu überleben. Alles ist sehr verwirrend.

Nach einer weiteren dreiviertelstunde Intensivverwirrung tauchten wir schließlich wieder auf. Ich freute mich vergeblich darauf, endlich wieder trocken zu werden - anscheinend gab es dank dem Regen oberhalb der Wasseroberfläche nicht viel weniger Wasser als darunter. Wir kraxelten wieder in unsere Dinghy und fuhren zurück zur Basis, dort zog ich mich trocken um, ließ mir einen Stempel für meinen Tauchlog geben und ging schließlich zurück in Richtung hostel. Unterwegs sah ich nocheinmal ein paar Pfeilgiftfrösche, dann verbrachte ich den Rest des Tages wieder beim Hostel.


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Ein Eichhörnchen, profesionell gegen das Licht fotografiert (zu meiner Verteidigung, ich konnte weder das Eichhörnchen noch die Sonne dazu überreden kurz auf die andere Seite zu gehen)


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