Willkommen in der Touristenhölle!


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South America » Brazil » Ceará » Beberibe
September 19th 2012
Published: September 20th 2012
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Ja, so ungefähr hab ich sie mir vorgestellt, die Hölle für Pauschaltouristen. Sie sieht aus wie eine Tagestour entlang der Ostküste von Ceará.

Das haben wir nämlich heute gemacht, klang so von außen ganz nett: eine Fahrt nach Canoa Quebrada (was ein sehr toller Strand ist mit noch tolleren roten Sandsteinklippen), mit Zwischenhalt an einem anderen Strand, wo der Sand beeindruckend viele Farben hat. Entpuppt hat es sich wie bereits erwähnt als wahre Pauschalhöllentour. Mit einem Kleinbus ging die Fahrt Richtung Osten. Der erste Stopp war, wer hätte es gedacht: an einem Souvenirladen mit völlig überteuerten „traditionellen“ Produkten. Das erste Mal gestöhnt.

Der zweite Stopp war immerhin in Beberibe, wo es die Steilküsten mit dem bunten Sand geben sollte. Doch plötzlich hieß es, wenn wir die sehen wollen und auch einen der Süßwasserseen inmitten der Dünen, müssen wir einen Buggy nehmen, der natürlich extra kostet. Das zweite Mal gestöhnt. Bzw. hatten wir da eigentlich schon keinen Bock mehr. Denn eigentlich hatten wir dafür gar nicht genug Geld mit, weil netterweise am Vorabend der Geldautomat nur 100 Reais ausspucken wollte (das sind ca. 40€ und zu wenig für den ganzen Kram, den die wollten…).

Dann hat uns aber die „Reiseleiterin“ das Geld vorgestreckt, weil wir sonst die einzigen gewesen wären, die die Buggytour nicht mitgemacht hätten. Das war letztendlich auch irgendwie das einzig Lustige am ganzen Tag, so mit dem Buggy durch die Dünen heizen und dann durch diese unglaublich schönen bunt gefärbten Felsen zu wandern. Nur tat sich bei jedem Halt mit dem Buggy schon wieder das nächste Problem auf: ca. 25 weitere Buggys mit je 4 nervigen Touristen. Alles war völlig überfüllt, man konnte keinen Ort so richtig genießen, man hat sich gefühlt wie in einer Massenabfertigung. Die restlichen Details spare ich mir hier, sagen wir es kurz: es wurde nicht besser.

So haben wir also Feldforschung betrieben – man muss ja auch mal was fürs Studium tun^^ - und durften am eigenen Leib erfahren, was es heißt Pauschaltourist in einem völlig überlaufenen Urlaubsgebiet zu sein. Es ist definitiv boykottwürdig, in jeglichem Sinne.

Gerettet haben wir unseren Tag indem wir Pizza für Ronaldo und uns gebacken haben, die zum Glück sogar ziemlich gut gelungen ist. Er ist einfach ein klasse Gastgeber und ich schätze, wir werden ihn vermissen, wenn uns unser Weg morgen weiter nach Recife führt. Aber auch dort erwartet uns schon ein freundliches Gesicht. Nämlich Rivaldo, mein ehemaliger Aquafitness-Trainer, der mich in Bremen über ein Jahr durchs Wasser gescheucht hat. Ich freu mich schon sehr auf das Wiedersehen!


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Labirinto das FalésiasLabirinto das Falésias
Labirinto das Falésias

kein echtes Labyrinth, aber ein netter Weg durch die bunten Sandsteinfelsen
frisch gefangene Rochenfrisch gefangene Rochen
frisch gefangene Rochen

mit mehr als 1m Spannweite...


9th October 2012

Canoa
Hallo Annemarie, diese "Touristentouren" kenne ich auch. Damals (1990er Jahre) war ich mit unserer Uni in Fortaleza. Da gab's von solchen Besichtigungstouren jede Menge :o( ... und immer diese völlig übertrieben klimatisierten Busse ... was haben wir gefroren! Später, als ich ein halbes Jahr dort gearbeitet habe, war ich über Silvester eine Woche mit meinem Freund, der mich damals besucht hat, in Canoa Quebrada. Wir hatten eine Superzeit dort. Auch dort war es über Silvester ziemlich voll, aber ab dem 2. Januar wurde es schlagartig sehr beschaulich dort (und auch wieder günstiger) ... Liebe Grüße, Doro

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