Alligatoren und Piranhas


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South America » Bolivia
June 15th 2012
Published: June 20th 2017
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Bruellaffen!Bruellaffen!Bruellaffen!

Unfassbar wie laut die Bruellen! Wir dachten es sind Jaguare oder Baeren die so laut kaempfen...
Geo: -14.1667, -66.8833

Wir werden im Morgengrauen von unfassbarem Lärm geweckt. Es klingt als würden Bären, oder Jaguare, oder was auch immer einen heftigen Streit austragen... Etwas beängstigt, aber eben auch neugierig, schälen wir uns aus dem Bett und setzen ganz vorsichtig einen Fuß vor den anderen in die Richtung aus der der Krach kommt. Als wir vorne am Steg angekommen sind realisieren wir, dass die Laute von oben kommen und schauen in die Baumkronen. Dort sitzt eine Horde Affen und brüllt sich die Seele aus dem Leib! Ich habe eine Menge Respekt vor den Tieren, denn sie sind beileibe die größten Affen, die wir bisher gesehen habe. Fasziniert und eben auch vorsichtig schauen wir uns das Schauspiel an. Als die Sonne wirklich durchkommt verstummen die Rufe und die Affen dösen in der Morgensonne. Was für ein Start in den Tag!

Am Frühstückstisch wirken außer uns alle sehr gerädert - binnen weniger Sekunden wissen wir auch wieso: wenigstens 10 Leute aus 2 Gruppen haben kein Auge zugetan da einer unserer polnischen Mitreisenden so laut geschnarcht hat wie eine Kettensäge. Jetzt wissen wir unser Einzelzimmer erst wirklich zu schätzen....

Trotzdem geschlossen guter Laune machen wir uns dann an die Gummistiefelauswahl. Es geht gleich Anakondas suchen
Bruellaffen (weibchen).Bruellaffen (weibchen).Bruellaffen (weibchen).

...die Maennchen sind schwarz...
– zu Fuß im Sumpf. Wieder so eine Sache, die ich nie im Leben zu tun geglaubt hatte. Wir stampfen allesamt Taz hinterher – erst recht nachdem er einmal in großen Sätzen zurückgelaufen kam: er hatte beim Auseinanderziehen des Schilfs ein Vespennest erwischt und da hieß es „nur noch weg". Ich hatte natürlich im ersten Moment an sonstetwas gedacht – eine 10m Anakonda zum Beispiel....

Wir waten also eine gute weile durch den Sumpf: das Wasser ist dabei zum Teil höher als unsere Gummistiefel und so läuft uns allen das Wasser in die Stiefel, welches das Gehen noch erschwert. Anfangs hatten noch alle versucht „vorsichtig zu gehen“, aber irgendwann waren wir alle dran und dann konnte man doch den ein oder anderen Schrei hören....

Es ist spannend aber auch anstrengend durch den Sumpf zu waten, denn es ist mittlerweile auch wirklich heiß und Schatten gibt es nicht. Wir sind schon auf dem Rückweg zum Boot, als uns der Guide einer anderen Gruppe entgegen kommt – mit einer Anakonda in den Armen.

Schlangen sind, so skeptisch ich ihnen auch gegenüber stehe, wirklich eine spannende Angelegenheit. Sie fassen sich toll an, bestehen fast nur aus Muskeln und sind einem bei aller Faszination nicht wirklich geheuer.

Wir
Bruellaffe beim Schlafen.Bruellaffe beim Schlafen.Bruellaffe beim Schlafen.

...endlich hat es sich ausgebruellt...
sind alle ein wenig skeptisch, wo die Schlange nun auf einmal her kam, haben wir doch alle auch von Agenturen gehört, die wohl eine Schlange irgendwo im Sack haben und sie dann herausholen, wenn gerade kein Tourist zur Stelle ist. Ich habe die Schlange dann ja zugegebener maßen auch einmal angefasst, aber schöner ist eigentlich das „nur gucken“ bei solchen Tieren, denn so wirklich Spaß hat die Schlange nicht gehabt. Bleibt zu hoffen, dass sie nicht aus dem Sack war, sondern wirklich „frisch gefunden“. Es gibt Dinge, die sprechen für letzteres, denn die Gruppen die Tage zuvor haben keine Anakonda zu sehen bekommen, aber dann muss man auch gestehen, dass wenn sie sie jeden Tag aus dem Sack holen, sich der Verdacht des Schummel natürlich auch festigt. Unsere Guides schienen allerdings wirklich hocherfreut über den Fund und so gehen wir mal vom Guten aus. Taz, unser Guide hat sich zumindest auf der Tour sehr gut verhalten was die Tiere angeht: es wurde nichts angefasst und als später an der Lodge ein Kaiman gefüttert wird um die Touris zu belustigen, sagt er sogar etwas und unterbindet den Spaß.

Nach dem Mittagessen, welches wie alles Essen wirklich okay ist, wird erst einmal Siesta gehalten ehe es zum Piranha-Angeln los gehen soll.

Wir machen es uns in den Hängematten gemütlich und genießen die Laute des Dschungels.

Als es wieder los geht finden wir erst einmal keine Delfine. Taz testet an einer Stelle ob es dort Piranhas gibt indem er für 5 Sekunden Fleisch ins Wasser hält. Die Tatsache, dass er nach 5 Sekunden sagt: hier sind keine Piranhas sagt ja eigentlich alles: wenn die einmal Fleisch wittern, sind sie binnen Sekunden da....

Der Grund für die Abwesenheit der Piranhas ist zu unserer Freude schnell gefunden: es tauchen ein paar Rosa-Flussdelfine auf und wie uns erklärt wurde, sind diese die wahren Herrscher der Flüsse und wo sie sich aufhalten sind keine Krokodile oder Piranhas zu finden, so lange sie da sind.

Wir werfen also die Angelpläne über den Haufen und mit Silvan zusammen bin ich es mal wieder, die sofort im Wasser ist. Ein bisschen komisch ist es dann schon, wenn man dort, wo man eigentlich Piranhas angeln sollte, auf einmal im Wasser planscht. Die Delfine wollen auch nicht wirklich etwas von uns wissen. Sie spielen einmal kurz mit einer Cola-Flasche die ihnen Taz zugeworfen hat, dann schwimmen sie aber immer ausser Reichweite.

Wir brechen also ab und machen uns an die Suche nach Piranhas. An der nächsten Stelle (unweit derer wo wir schwimmen waren) sieht es gut aus: Fleisch einmal ins Wasser gehalten und schon sind sie da....

Wir versuchen also mit unseren Riesenhaken und kleinen Stückchen Rindfleisch unser Glück – und haben erst einmal keines... Die Fische beißen zwar wie verrückt, hauen aber mit dem Fleisch wieder ab ohne am Haken zu landen. – Außer bei Taz – der holt am Anfang einen nach dem anderen heraus und hat bereits 4 gefangen ehe auch ich einen Piranha an Bord ziehe! Yippie – der Bann ist gebrochen und nun fangen auch Elisabeth und Silvan etwas. Die Polen haben schon lange aufgegeben und Netti will einfach kein Glück haben. Als JJ und ich dann aber irgendwann (wie Taz) auf Fisch statt Fleisch umstellen, klappt es auch bei ihr. Am Ende hat Taz 10 Piranhas geangelt, ich 4, JJ 2 und 4 kamen von den anderen. Dann ist schluss, denn Taz meint mehr essen wir nicht und sollten wir dann auch nicht angeln. Gut so!

Mit dem Fang des Tages geht es dann mit Umweg Fussballplatz wieder zur Lodge.

Der Fußball läuft heute deutlich besser: Frauen sind okay und Netti spielt sogar bei den Einheimischen mit – die dieses mal (aber ganz sicher nicht wegen Netti) gegen die Touris verlieren. Man, man, man – das geht an die Ehre... J

In der Lodge gibt es dann Abendessen inklusive der geangelten Piranhas. Wir haben uns wohl gut angestellt, denn die anderen Gruppen haben nichts gefangen, was sie hätten essen können.

Unsere Piranhas sind im Handumdrehen verspeist und Taz bekommt nicht einmal mehr etwas ab.

Viel dran ist nicht an den Piranhas, aber schmecken tun sie sehr lecker – gerade die roten, von denen wir allerdings weniger haben als von den weißen.

Nach dem Essen ist Freizeit, die wir mit Kartenspielen verbringen, welches ein schöner Abschluss des Tages ist. Dann geht es recht zeitig in die Federn: morgen ist Sonnenaufgang-schauen angesagt und außerdem wollen die anderen versuchen vor unserem Polen einzuschlafen....

Diese Nacht lausche ich einmal und höre ihn tatsächlich auch in unserem abgelegenen Hüttchen....


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JJ im Sumpf.JJ im Sumpf.
JJ im Sumpf.

...da war daas Wasser im Stiefel dann auch schon warm...
Krummschnabel.Krummschnabel.
Krummschnabel.

wer weiss, was es genau ist, gerne Info an mich! :)


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