Ushuaia


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December 19th 2005
Published: March 14th 2006
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Hallo ihr Lieben in der grossen weiten Welt, sicherlich liegt ihr gerade in Euren Betten und schlaft tief und fest. Wir wuerden es auch am liebsten so machen, aber unser Bus faehrt hier um 03:00 ab und da lohnt es sich nichtins Bett zu gehen. Stattdessen habe ich beschlossen Euch ein bisschen ueber Ushuaia und auch ein bisschen ueber Patagonien zu berichten.Ushuaia wurde vor ca. 450 Jahren gegruendet. Damit ist es eine der aeltesten Staedte auf dem Kontinent. Gegruendet wurde es von schwaebischen Einwanderern die eine bessere Heimat suchten. Das ist eine lange und aufregende Geschichte die ich euch jetzt erzaehlen werde:1519 kam ein spanischer Matrose der mit einem Herr Columbus unterwegs gewesen war auf einem seiner Streifzuege durch Europa in einem kleinen Dorfam Rande der Alb vorbei und weil es schon daemmerte bat er einen Bauern um einen Platz zum uebernachten. Wie sie so in der Stube sassen und versuchten sich zu verstaendigen, wurden die Augen des Bauern immer groesser. Er verstand zwar nicht viel, aber was er verstand das fesselte ihn. Er hoerte von einem Fluss aus Silber und einem grossen, weiten Land in dem jeder frei und nach eigenen Vorstellungen leben konnte. Ausserdem kam keinSteuereintreiber vorbei und dass war etwas was ihm besonders gut gefiel, war er doch als guter Schwabe ganz besonders von dem Gedanke Geld zu sparen angetan.Nachdem er von dem Matrosen erfahren hatte wo dieses Wunderland lag, versammelte er am naechsten Morgen alle Bewohner des Dorfes um sich und rief sie dazu auf ihm zu folgen. Zuerst machten sie sich auf die Suche nach einemKapitaen und einem Schiff. Da sie Jemanden brauchten der Erfahrung auf dem Meer hatte, zogen sie zurerst nach Sueden, bis sie an das Ufer ihres Meeres kamen und dort fanden sie auch sehr schnell einen Seefahrer der sich ihnen anschloss.Nachdem sein Boot sicher um den Rheinfall herum getragen war, ging die Reise los. Alle Maenner, Frauen, Kinder, Schafe, Schweine, Krauthobel und Spaetzlesbretter wurden verstaut und los ging die Fahrt. Zuerst den Rhein hinunter, dann in die Nordsee, an England vorbei und mitten hinein in den weiten, endlosen Atlantischen Ozean. Immer in Richtung Suedwest. Eigentlich wollten sie in der fruchtbaren Pampa an Land gehen, dort wo heute Buenos Aires die Luft verschmutzt und wo der Rio de la Plata ins Meer fliest. Aber da der Atlantische Ozean doch nicht ganz so leicht zuueberqueren ist wie das Meer der Schwaben, kamen sie erst viel weiter im Sueden wieder an festes Land. Es war viel Zeit vergangen seit sie aufgebrochen waren, das Jahr naeherte sich seinem Ende und +nbsp;alle waren froh wieder festen Boden unter den Fuessen zu haben. Auch das Wetter war wie Zuhause Weihnachten lag vor der Tuer, der Schnee fiel vom Himmel und ein eisiger Wind wehte. "Ha des is ja a sumaessig scheees Pletzle" hoerte man immer wieder und so wurde dort aus den Holzplanken des Schiffes eine Ansammlung von Haeusern gebaut. Das erste Haus war das Buergerhaus in dem all das besprochen und veroeffentlicht wurde was fuer die Gemeinschaft wichtig war. Es wird berichtet, dass die ersteVeroeffentlichung der Kehrwochenplan fuer die naechsten Wochen war.Weizen fuer Spaetzle und Spitzkraut fuer Sauerkraut wollten zwar nicht so gut wachsen, aber die Schafe fuehlten sich auch nach Jahren noch so wohl wie die Siedler am Tag ihrer Ankunft. Bei Vielen von ihnen liess die Begeisterung nach einigen Monaten deutlich nach, als sie feststellten dass nach dem vermeintlichen Winter eine noch kaeltere Jahreszeit anbrach. Aber da das Schiff mittlerweile verarbeitet worden war, war an eine Rueckfahrt nicht mehr zu denken. So kam es also das im tiefsten Sueden der neuen Welt ein kleines, schwaebisches Dorf weiterbestand und auch immer ein bisschen wuchs. Die Freude war gross als nach einem Jahr noch immer kein Steuereintreiber erschienen war und sich die Schafherden vervielfachthatten. Da es aber keinen Weizen gab, machten sie die Not zur Tugend und assen fortan Lamm vom Spiess ohne Spaetzle und Brot. So kam es uebrigens zu dem noch immer bekannten und traditionellen patagonischen Lammbraten.Wie ihr euch sicher denken koennt, wurde in dem Dorf weiterhin schwaebisch gesprochen. Die Bewohner des Ortes waren gross gewachsen und huellten sichvon Kopf bis Fuss in Schaffelle um sich vor der Kaelte zu schuetzen. So kam dann auch Patagonien zu seinem Namen. Die Seefahrer die an der Kuestevorbeikamen, sahen "Riesen" mit unglaublich grossen Fuessen und so wurde aus Pata guazu (grosser Fuss) mit der Zeit Patagonien.Ushuaia, das Dorf am Ende der Welt, wurde lange Zeit nicht entdeckt, bis dann an einem Sommerabend eine Expedition vorbeikam. Wie ihr sicher wisst, sind die Sommertage so weit im Sueden unglaublich lang aber die Kindermuessen, so wie sonst auch um 19:30 Uhr ins Bett. Natuerlich gehen sie nicht gerne ins Bett und schon gar nicht wenn es noch genau so hell ist wie am Mittag. Deshalb rannten die Muetter und Vaeter den Kindern hinterher und riefen "Husch, husch, ab in die Heia". Das war das Erste was diese Expeditionsteilnehmer hoerten. Durch den Wind der heulte verstanden sie nur einige Wortfetzen und so wurde aus dem Zubettgehruf der Stadtname Ushuaia.Dort werden wir morgen nach 20 Stunden Fahrt ankommen und hoffen uns selbst auf die Spuren der ersten Siedler machen zu koennen. Wir werden Euch ueber unsere Forschungen auf dem laufenden haltenBis bald,Raphae

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