Unter Goldgräbern und andere Geschichten


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March 8th 2019
Published: March 14th 2019
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Ich mache diese Reise, um zu erkennen was ich (jetzt) schon bin







Heya Ihr Lieben – es hat ein bissl gedauert aber nun ist es endlich soweit. Es gibt wieder etwas zu lesen für Euch und ich hoffe es geht Euch gut und es ist alles in Ordnung oder zumindest so, dass es sich gut damit leben lässt. Ansonsten schicke ich Euch mal eine extra Portion positive New Zealand Power. Das hilft immer – glaubt mir ich weiß genau wovon ich spreche.

Zwar läuft auch hier manchmal etwas aus dem Ruder, aber das ist eben Leben, dass heißt eben Leben. Wie mit diesen Herzschlaggeräten im Krankenhaus…, wenn die Linie auf einem Level bleibt ist man einfach nur tot und wenn man lebt dann schlägt das Ding mehr oder weniger regelmäßig aus. Es sind Höhen und Tiefen auf dem Monitor zu erkennen. Und genauso ist es im Leben, mal haben wir einen super tollen Tag und mal läuft es eher Bescheiden oder sogar richtig mies. Aber es geht vorbei und wir können davon lernen.

So auch ich als ich am Mittwoch vor 2 Wochen bei John gewesen bin und Ihm ein bisschen beim heimwerkeln zu helfen. Das mache ich gerne und wir haben eine Menge Spaß zusammen.

So kam es auch, dass ich Ihm in einem Moment half ein Stück Metall von der Dachrinne abzuflexen. Und das hat auch prima hingehauen und im Gegensatz zu dem Heimgewerkel mit meinem Opa in Deutschland vor gut 25 Jahren habe ich diesmal auch vorschriftsmäßig Ohrenschützer und Schutzbrille getragen. War aber ein schwieriger Winkel und ich habe mich etliche Mal verbiegen müssen, denn die Rinne war schon angeschraubt.

Aber alles lief gut und wir haben dann die getane Arbeit bei einem kühlen Bier ausklingen lassen und uns für den nächsten Tag verabredet nach Auckland zu fahren, um ein wenig Heimwerker Bastelkram zu kaufen. Und so geschah es dann auch.

In Auckland hat dann zwar Johns Bus die Weiterfahrt verweigert, aber nachdem wir 9 Liter Öl nachgekippt hatten und Starterspray in den Luftfilter gegeben haben startete die Kiste wenigstens wieder und mein Job war es dann nach jedem halt…den Startersprayer in den Luftfilter zu geben, während John dem Bus gut zuredete und ihn immer wieder startete.

So ist zwar aus der Sightseeing-Tour in Auckland nichts geworden, aber immerhin habe ich eine bestimmte Straße in Auckland beim 5-mal hin und her laufen bestens kennen gelernt und der Autoteile Shop REPCO kennt mich dort nun auch mit Vornamen. Drum gibt es leider nicht viel zu Auckland zu sagen, aber wir waren ja auch ganz woanders stehen geblieben.

Wir sind dann also nachmittags wieder aufgebrochen, um zurück nach Paeroa zu fahren als ich etwa 20 Minuten vor Ankunft feststellte das mein linkes Auge etwas zwickt.

Wieder Staub drin dachte ich noch und als es nicht besser wurde, dachte ich noch….

„Ach, ich wasch das mal aus, wenn wir gleich da sind“

Gesagt getan wir fahren in John´s Einfahrt und entladen die Einkäufe, als er auch schon ein bissl Werkzeug zusammensucht, damit wir wieder ein bisschen basteln können.

Ich schaute währenddessen mal in den Außenspiegel des Busses und stellte fest, dass mein linkes Auge feuerrot ist und bei genauerem Hinsehen, entdeckte ich rechts neben dem Iris Rand auch einen schwarzen Punkt.

Ok dachte ich, auf zum Waschbecken und durchspülen…fertig. Gesagt getan ordentlich durchgespült wieder zum Spiegel gedackelt und…waaah immer noch der schwarze Punkt. Nun wurde ich doch ein bisschen unruhig und nach 3-mal zum Waschbecken rennen voll power durchspülen ohne Ergebnis, dachte ich dann. Ok ich frage doch mal John was er davon hält. Mittlerweile war mein Auge dunkelrot und erweckte den Anschein meine linke Körperhälfte hätte sämtliche Joints in Berlin Kreuzberg konsumiert.

Nun ja, John schaute sich das an und legte dann doch erstmal das Werkzeug zur Seite. Normalerweise ist er eher der Typ, ach das geht schon wieder weg und wart erst mal ab. Und genau eben dieses kleine Detail beunruhigte mich dann doch etwas mehr. Das zur Seite legen des Werkzeugs und das ich Ihm mal ins Haus folgen sollte. Dort schnappte er sich ein Handtuch und versuchte den schwarzen Punkt weg zu reiben. Der Punkt blieb, aber mein Auge war nun noch rote rund fühlte sich ein bissl so an als hätte es wer auf ner Käsereibe tanzen lassen.

Seine 17jährige Tochter Skye kam zum Glück und die meinte dann doch es wäre vielleicht besser das Handtuch wegzulassen…sie möchte mal Ärztin werden und hat schon ein bissl Erfahrung mit Operationen anschauen und Medizinpraktika…kurz gesagt für diesen Hinweis an John bin ich Ihr doch sehr dankbar.

Daraufhin kam mir der überaus brillante Einfall es mit einem Magneten zu versuchen. Denn wir vermuteten, dass es einfach nur ein Metallspan sein kann vom Dachrinne ab flexen gestern. Schutzbrille hin oder her …entweder kann ich zaubern oder ich habe den 6er in der Metallsplitterlotterie gewonnen.

Ich fand lediglich verwunderlich, dass dieses Theater quasi erst 24 Stunden nach dem heimwerkeln begonnen hat. Egal wir suchten derweil einen Magneten und überlegten Kurz eine der Lautsprecherboxen aufzuschrauben.

Aber dann fiel John etwas ein und meinte er ist gleich wieder da…fuhr mit Skyes Auto weg und kam 5 Minuten später mit einem Kühlschrankmagneten wieder.

Ich setze mich auf die Armlehne des Sessels…John zielte und drückte mir dann einfach den Magneten ins Auge. Ich rechnete einen kurzen Moment mit ein „Klack“ und dass ich den Magneten dann wie eine Augenklappe vor mir hertragen kann. Aber nichts der gleichen und der schwarze Punkt im Auge war immer noch da verdammte nochmal.

Ok der nächste Vorschlag von John war dann…ich sollte am nächsten Tag ins Medical Center gehen, weil es heuet schon zu hatte. Aber nach kurzer Überlegung fragte ich dann, ob es nicht doch noch eine andere Möglichkeit gäbe und kurz darauf sagte John. Ja, ok komm lass uns nach Thames ins Krankenhaus fahren. Vorher zeigte er mir auf der Fahrt dahin, aber noch die Kiwi-Frucht Farm, die er vor 30 Jahren hier mal aufgebaut hat. Das ist schon etwas Besonderes, da hier eigentlich nicht das typische Kiwi Frucht Gebiet ist.

Ich war zwar nur halb bei der Sache, weil ich schon Kopfkino am laufen hatte…warten in der Notaufnahme…Ärzte die mir Betäubungsspritzen in Auge rammen und mit Miniaturlötkolben und Meißel erhitztes Metall aus dem Augen schaben.

Ja ich weiß, wie kommt ein Mensch nur auf solche Gedanken, aber ich schöre Euch das geht.

Im Hospital angekommen darf ich erstmal 2 Formulare ausfüllen, dann geht zum zweiten Fenster, wo ein Pfleger nochmal kurz den Puls checkt und am 3ten Fenster werden dann meine Daten in den Computer gehackt. Ich habe nun eine offiziellen Patientennummer hier in Neuseeland, die ich auch ein Leben behalten werde. Dann noch ein Armbändchen mit allen Daten ums Handgelenk und ab in den Wartebereich. Dort verbringe ich auch die nächsten 3 Stunden bis ich dran komme. Vor mir wartet eine Mutter mit plärrendem Kind, etwas später kommen noch 2 weitere plärrende Notfälle hinzu, aber am anstrengendsten ist doch das Lesbenpärchen, was andauert rumgickelt und sich an die Wäsche geht. Gut, ich hätte wahrscheinlich nichts dagegen gehabt und gerne noch 3 Stunden gewartet, wenn es mein Typ gewesen wäre. Aber für mich persönlich war es nix fürs Auge bzw. war eins meiner Augen eh schon ausreichend bedient.

Nun ja nach 3 Stunden rief mich dann ein junger Arzt auf und ins Behandlungszimmer…und wollte mit einem Mikroskop erstmal sehen was los ist. Also Augenbetäubungstropfen rein…Färbemittel rein…Licht aus…Gerät einschalt und NICHTS. Ging nicht…Also Licht wieder an Kabeln wackeln. Geht nicht.

Aber zum Glück hat er ja einen fabelhaften halbakademischen Deutschen IT-Systemelektroniker da.

Ich schaue kurz unter den Tisch auf dem das Gerät steht und fudel den Kaltgerätestecker zurück ins Gerät und „Bing“ es ward Licht.

Zumindest habe ich so, dass Patienten Arzt Verhältnis schonmal extrem aufgelockert und nun geht bestimmt alles ganz einfach und glimpflich ab.

OK Licht wieder aus Gerät an und…schweigen.

Nach einer Weile sagt er ja sieht aus wie ein kleiner Metallsplitter im Auge und drumherum ein kleiner Rostring.

Na großartig und jetzt?! Er sagt das er nun eine Nadel hole und das dann aus dem Auge kratze. Ich muss etwas bleich geworden sein und nebenbei wurde mir auch klar warum manche Frau von Mann denkt, dass sie nur mit Ihrem Geschlechtsteil fühlen. Mein Herz ist nämlich in dem Moment mindestens auf Hodentiefe gesackt…weiter gings dann nicht.

Etwas um Fassung ringend fragte ich, ob das denn vernünftig wäre mit einer Nadel im Auge rumzukratzen und er meinet jaja, er macht sie ja vorher etwas stumpf. Ich spüre das Käsereibegefühl schon wieder den Rücken emporsteigen. Aber Dr. Rory Miller sieht sympathisch aus und eine große Wahl habe ich ja eh nicht.

Gesagt getan Nadel ausgepackt, Nadel stumpf gemacht und er tätschelt mir die Wange (zum Glück zittert der Mann nicht) und ritschel ratschel schabt er mir im Auge rum.

Nach etwa 40 Sekunden ist aber schon alles vorbei und ich so verkrampft, dass ich heute noch nach meiner Rückkehr einen Freiwilligen für eine Nacken- Schulter-Massage brauche.

Mein Auge zwickt aber wenigstens nicht mehr und er sagt alles gut jetzt und er holt nun noch Medizin die ich da für 5 Tage reinmachen soll, damit der Rost auch noch weggeht.

Ich bekomme eine antibiotische Augensalbe und wir verabschieden uns. Insgesamt eine tolle Erfahrung, die ich hier gemacht habe. Durchweg freundliche Menschen und ein Arzt, dem ich gesagt habe, dass ich Ihn hoffentlich nie wiedersehen, außer wir treffen uns im Pub auf ein Bier.

Er schmunzelte und sagte, ich soll in 2 Tagen zum Optiker gehen der soll das checken, ob es gut ist. Wenn der Optiker Geld verlangt soll ich wieder ins Krankenhaus kommen. Dieser Vorfall ist nämlich vom Neuseeländischen Gesundheitssystem gedeckt und kostet mich keinen Cent. Ich bekomme noch 2 grüne Zettel, die ich immer vorzeigen soll falls eine weitere Behandlung nötig ist und dann darf ich nach Hause. Und so geschieht es dann auch und zunächst scheint alles besser doch nach 2 Tagen ist zwar das Auge nicht mehr Feuerrot, sondern nur noch an der Einschlagstelle weiterhin ein roter Fleck. Und manchmal tränt es auch noch.

Also beschließe ich dann doch lieber noch mal ins Paeroa medical center zu gehen und es von einem richtigen Arzt checken zu lassen.

Langer Rede kurzer Sinn, es ist immer noch ein bissl Rost drin und er möchte nochmal drin rumkratzen…och nö denke ich mir noch aber hilft ja nix. Also selbe Prozedur nochmal wie in Thames im Krankenhaus. Nur das ich diesmal doch etwas mehr Kratzerei gespürt habe und er auch ein wenig zitterte…aber es hat es hingekriegt und mir für eine Nacht auch ne Augenklappe verpasst, damit es besser und schneller verheilen kann. Diese Behandlung hat dann zwar 11 Dollar 50 gekostet, weil das Medical Center privat betrieben wird und die Kosten zwischen dem neuseeländischen System und dem Pateinten aufgeteilt werden. Aber ich bitte Euch, wo bitte bezahlt werde anteilig ein bisschen mehr als 5 Euro und bekommt kompetente ärztliche Hilfe und trotz Zittern. Ein super Arzt und der recheck am nächsten Tag hat gar nichts gekostet, weil er einer jungen asiatischen Ärztin an mir gezeigt hat, wie sie das Gerät benutzten muss und wie man in so einem Fall vorgeht.

Und weil ich so ein attraktiver, toller und sympathischer junger Deutscher bin…wer kann da noch Rechnungen schreiben hrhr.

Zu 99,9 % meinte ist es nun gut und ich soll die Augensalbe noch ein paar Tage nehmen.

Im Übrigen ist es sogar typisch, dass man in den ersten 24 Stunden nach so einem Vorfall noch nichts von dem Fremdkörper mitbekommt bevor es anfängt zu stören und zu jucken.

Die beiden Sehtests habe ich mit Bravour bestanden und ich sehe immer noch wie ein Adler, allerdings ist es auch in Neuseeland übliche die Ziffern einzeln vorzulesen und nicht als ganze Zahl.

Auch hier mussten sie schmunzeln als ich anfing 9 Milliarden 324 tausend 256

Ja und das war also der Grund warum ich doch eine Weile etwas anderweitig beschäftig war und es weniger von mir zu hören gab.

Aber nachdem ich dann wieder voll einsatzfähig gewesen bin, habe ich mich dann gleich auf den Weg gemacht, um wie versprochen den Wanderweg auf den Spuren der Goldgräber zu verfolgen.

Dafür bin ich extra früh morgens in die Gorge, um nicht wie vormals am Wochenende lauter Touristen vorzufinden, die mir im Bild sitzen oder ich alle 100 Meter strahlen und guten Morgen sagen brauche.

Das hat zuerst auch ganz gut funktioniert. Erik setzte mich am Parkplatz ab und da stand bloß ein Camper Van und zwei Autos. Perfekt, dann kann ich ja nun auch das Tunnel Experiment machen dachte ich…erinnert Ihr Euch das im Dunkeln durch den Tunnel laufen und keine Angst haben Experiment.

Aber zuerst wollte ich dann doch den Windows Walk machen. Dabei geht man quasi in ein kleines altes Goldgräber Stollen System und ab und an ist dann ein Fenster in den Felsen nach außen geschlagen und man kann in die Gorge schauen. Deshalb Windows Walk, allerdings war mir abhandengekommen, dass es doch über weiter Strecken stockdunkel ist, aber zum Glück hat mein tolles Smartphone ja eine LED Lampe eingebaut, die ich dann auch begeistert benutzt habe. Natürlich erst nachdem ich in eine tiefe Pfütze getapst bin, weil ich dachte ich kann ja auch her schonmal für den Tunnel üben und, weil die Stollen so klein und eng sind wollte ich es halt mal mit Tasten versuchen.

Im Nachhinein halte ich mich ja für sehr mutig, denn ich fand es einfach lustig in den Gängen wie Indiana Jones umherzuwandern und im Geiste nach Schätzen und Artefakten Ausschau zu halten.

Rückblicken beim Schreiben nun wundere ich mich gar ein bisschen, dass ich mich nicht einen Augenblick gefürchtet habe und an Stephen Kings Clown aus ES gedacht habe oder an den Film „The Descent“. Was aber nur umso mehr ein letzter Beweis dafür ist, dass alles nur unser Kopf macht und dass es für uns persönlich am zuträglichsten ist uns auf schöne Dinge zu fokussieren. Das Bedarf zwar ein wenig der Übung, um die üblichen gelernten Muster zu durchbrechen, aber es lohnt sich. Unser Geist ist ein Mächtiger Schöpfer und da viele Menschen das ja erst Glauben, wenn sie einen Beweis haben. Probierts aus…

Ich bin also eine gute Stunde durch die Dunkelheit geirrt und bin dankbar für das LED Licht am Smartphone, das hat zwar bei weitem nicht hell gemacht, aber so sind meine Füße weitestgehend doch trocken geblieben. Und wenn man es genau nimmt hat Dr. Jones sogar doch noch etwas gefunden…eine Wandmalerei in Form einer Sonne. Nur alt ist es halt nicht gewesen, aber ich war doch sehr überrascht als ich es im Blitzlicht wahrgenommen hab.

Ansonsten habe ich für Euch eine Menge rostiger Goldgräber Hinterlassenschaften fotografiert und Info Tafel noch dazu. Das kann sich dann jeder anschauen, der sich dafür interessiert und ich habe auch noch ein paar Bilder von der Waikino Goldgräber Verarbeitungszentrale hinzugefügt. Die Bilder hatte ich Wochenends zuvor am Abend aufgenommen, als ich mit Mel und John im Pub den Fischburger essen war und wir danach noch einen Abstecher zu den alten Industrieanlagen gegenüber gemacht hatte. Deshalb sind diese Bilder etwas dunkler wegen der Dämmerung, aber sie gehören im Prinzip voll dazu. War schon einiges los hier damals. Aber Nuggets findet man in der Gorge nicht, da das Gold eher in kleinen Partikeln im Stein steckt und es etwas aufwendiger ist es da rauszukriegen. Deshalb ja auch das Theater wieder heutzutage mit der australischen Schürffirma, die mit modernen Technologien, hier alles rauskriegen möchte auf Kosten der Natur und des Reservats. Aber deshalb wird ja auch fleißig protestiert, wie ich zuvor schon berichtet hatte beim letzten Mal.

Nach meinem Windows Walk bin ich dann nochmal den gleichen Wanderweg weitergegangen, um diesmal Bilder vom Wasserfall zu machen, ohne dass da Wochenendbesucher sitzen und herumschwimmen. Und das hat auch prima hingehauen. Nur das wegen der Tageszeit das tolle Licht und die Sonne noch nicht zur rechten Stelle waren. Aber das ist nun wirklich jammern auf hohem Niveau.

Ich mag diesen Wasserfall einfach super gerne, weil er durch den Felsen geht. Ich vermute mal das ist auch ein Goldgräber Durchbruch, aber ich weiß es nicht genau. Es erscheint mit jedoch unwahrscheinlich, dass sich das Wasser den Weg über die Zeit selber da hindurch gebahnt hat, wo doch hintendran der natürliche Fluss Verlauf entlangführt.

Und bis dato bin ich auf genau 2 Personen gestoßen. Nachdem ich mein Wasserfall Bild im Telefon hatte (lustige früher hat man im Kasten gesagt und meinte eine richtige Kamera) bin ich den gleichen Weg zurückgeeilt, um mein Eisenbahntunnel-Projekt anzugehen. Da war es etwa10 Uhr 30 und als ich dann um 11 Uhr in den Tunneleingang blicke…sehe ich von Weitem schon 6 Personen mit Lampen herumfuchteln und auf dem Parkplatz stehen nicht mehr nur 3 Fahrzeuge, nein es sind 20.

Das gibst doch nicht es ist mitten in der Woche und die Ferien sind auch rum…vor 10 Jahren hätte ich, um die Zeit mit Hasen auf der Parkplatzwiese kuscheln können.

Nun ja seitdem sie die alte Eisenbahnlinie in einen Weg umgewandelt haben, den man bis nach Waihi bewandern und befahren kann…da hat sich das aufkommen an Menschen doch um einiges vervielvielfacht. Ich habe dann meine Expedition dann hier abgebrochen und bin dann zu Fuß nach Paeroa aufgebrochen…auf dem alten Railway Track. Und was soll ich sagen während dieser 2 Stunden und den 7 Kilometern sind etwa 50 Fahrräder an mir vorbei und es war wie zuvor ein stetiges „good day“, „hello“ and „how are you doin'?“ Waaah da kann ich einfach nicht…in meine Träumer/Entdecker Trance gehen.

Hrhr andererseits schon lustig, wie sich hier ein Tourist über Touristen beklagt, aber ich bin ja eigentlich kein Tourist mehr. OK, ich bin Deutscher aber ich habe schon längst den Status Kiwi by the heart und gelte hier als voll akzeptiertes und integriertes Mitglied der Stadtgemeinschaft und das ist großartig. Es gibt nicht schöneres für mich, wenn ich morgens als erstes ins Courtyard Café gehe und dort freundlich und herzlich begrüßt werde und gar nicht mehr extra bestellen muss, weil es halt das übliche ist und wir lieber kurz darüber plaudern, wie unser Wochenende gewesen ist.

Und danach schlendere ich die Hauptstraße entlang und schaue, was Vicky die Friseurin so macht, oder ich schaue beim Skatecenter vorbei und sehe nach Mel oder plausche mit dem Mädel aus dem Bunnings-Baumakrt was zufällig gerade die Straße entlangkommt.

Es ist einfach so als wäre ich schon immer hier und man kennt sich ewig – ich mag das sehr, denn es ist in der Regel herzlich und freundlich und genau das brauche ich und genau dann kann ich auch strahlen.

Und dann ist Arbeit auch keine Arbeit mehr, sondern einfach ein Vergnügen…an manchen Tagen läuft es natürlich mal besser und an anderen Tagen gibt’s auch mal einen Tag mit schlechter Laune, aber das geht doch schneller vorbei und bleibt gar nicht erst lange haften.

Seitdem weiß ich auch, dass ich richtig bin wie ich bin und das es einfach nur unterschiedliche Menschen gibt, die unterschiedliche Energien brauchen oder Bedürfnisse haben, und wenn es passt dann können sie sich auch voll entfalten und ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft sein.

Und anderenorts gilt der gleiche Mensch als Träge oder komisch bis hin zur Ausgrenzung.

Das dürfen wir uns doch gerne mal bewusst machen…das Leben besteht aus mehr als aus der Schablone Kindergarten, Schule, Studium….erfolgreicher Job aber 9 to 5…ein Haus, ein Auto 2 Kinder und auf zur Rente…das mag ein vermeintlich sicheres Gefühl geben, aber Leben ist etwas völlig anderes und auch ich habe immer wieder die Herausforderung, mich daran zu erinnern und darauf einzulassen und dem Leben zu vertrauen, weil das macht „man“ ja so nicht, denn das ist ja komisch.

Aber wer legt das denn fest…nur weil es die meisten machen und für viele so richtig ist? Warum werden denn immer mehr krank und depressiv…

Das hat bestimmt einen großen Anteil daran, neben den natürlich vielfältig anderen vorhandenen Gründen, aber für mich ist das was wir als Freiheit preisen nicht wirklich Freiheit. Hier gibt es auch pflichten, aber ich erfülle sie gerne, denn der Ton macht die Musik und wie ich mit Menschen umgehe, dass ich sie überhaupt mal als Mensch wahrnehme und auch so behandle.

Das dürfte von meiner Warte her gerne mehr sein bei mir zu Hause – es gibt es natürlich und ist auch nicht überall und für alle so, aber so in meinem Gefühlsempfinden ist es hier weitaus angenehmer und ich hoffe ich kann ein großes Stück Gelassenheit mitnehmen und integrieren.

Es gibt den Spruch: „Das Gras ist grüner auf der anderen Seite“ und klar weiß ich was es bedeutet, aber ich für mich kann anfügen ja manchmal ist das wirklich so…da ist das Gras wirklich Grüner auf der anderen Seite.

Aber das Leben hat einen Plan, das Universum weiß schon was es tut und drum bin ich einfach für die Zeit hier dankbar und sehe den neuen Herausforderungen wo auch immer voller Zuversicht entgegen oder zumindest bemühe ich mich. Wohin auch immer die Reise geht.

Aber was plaudere ich wieder hier vor mich hin ist doch sowieso für jeden ein bisschen anders. Und bevor ich nun wieder zu einer längeren Ausführung übergehe gibt nun mal für zwischendurch ein paar kleinere zusammengefasste Begebenheiten und Kuriositäten.

Da wäre zum einen der Kindertag den Mel Sonntags im Carehouse veranstaltet hat und zu dem alle Eltern mit Ihren Kindern kommen dürften, um gemeinsam mit Ihnen etwas zu malen oder zu basteln oder einfach mit anderen Eltern bei Kaffee und Plätzchen zusammensitzen, um mal über dies und jenes zu plaudern während die Kinder ganz sorglos mit den anderen spielen können. Und das wurde auch gerne angenommen und das Carehouse war in den 3 Stunden an diesem Sonntag gut besucht und der Hotdog Stand oder der Kaffee Wagen gut besucht. Dieses Carehouse ist einfach ein toller Platz für Kinder, um Neues auszuprobieren oder etwas über miteinander und soziales Verhalten zu lernen, sofern es zu Hause vielleicht nicht so optimal zugeht oder aber auch einfach zu wenig Zeit da ist. Und auch wenn es manchmal viel Energie kostet ist es einfach nur bewundernswert, mit welchem Herzblut und Energie Mel und John dies schon seit Jahren betreiben. Stets dem Motto getreu alles was ein Kind braucht ist Liebe und ein gutes Vorbild. Und wenn ich mir deren Kinder so anschaue, die nun schon erwachsen sind und selber schon 13 Enkel hervorgebracht haben, dann ist Ihnen das auch weitestgehend gelungen. Aus Mels voriger Ehe in jungen Jahren gibt’s 2 Sorgenkinder, aber das hat wohl auch ein gutes Stück mit dem Vater zu tun bei dem sie lieber aufwachsen wollten und irgendwo gibt es dann manchmal auch Grenzen. Aber das Gespann Mel und John ist einfach unschlagbar und nicht umsonst verbringe ich dort so gerne meine freie Zeit…was ich dort schon alles gelernt habe und wenn es bloß war wozu man ein Handtuch alles benutzen kann oder Magneten.

Und auch mich haben die Kinder schnell ins Herz geschlossen, immer wenn ich dort aufkreuze, um hallo zu sagen stürmen gleich 2, 3 auf mich los um mich zu umarmen und zu fragen, ob ich noch ein bisschen dableibe bevor ich wieder in den Flieger steige. Das ging mir neulich sogar im Supermarkt so und hat mich doch ein wenig in Verlegenheit gebracht, bin ich es doch gar nicht gewohnt das Kinder mich so sehr ins Herz schließen. Aber Mel sagt immer die spüren einfach die guten Energien und ich habe eine tolle Aura. Da trag ich schon extra oft rote T-Shirts und trotzdem fällts dann noch auf, wenn ich ob solcher Komplimente rot werde, aber es ist eigentlich das Schönste was man gesagt bekommen kann und so gewöhne ich mich nach und nach immer ein bisschen mehr daran.

Und da mir Trubel und Kinder doch immer viel Energie abverlangt bin ich dann irgendwann mit John zum basteln gegangen und trotzdem war es ein schönes Erlebnis.

Nach der Arbeit habe ich dann bei Mel und John in der Küche eine Gottesanbeterin entdeckt, die gibt es hier zu Hauf in allen Größen und irgendwie finde ich die sehr lustig, die bewegen sich so witzig, aber es gibt auch so viele gerade von denen, dass es manchmal schon ein bisschen in Arbeit ausartet, sie nach draußen zu befördern.

Dann ist da noch das Radler Bier zu erwähnen, welches in Deutschland ja gerne mal getrunken wird, wenn man noch ein Stück fahren muss, aber trotzdem ein bisschen was bierähnliches haben mag…nur hier ist davon doch mehr als abzuraten…ein Radler hat hier 5% Alkohol und ist somit noch stärker als unser deutsche Standard Bier mit 4,8 % Alkohol und ich habe keine Ahnung wieso das so ist, aber ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen. So nach dem Motto: „Hicks, halluu Schschschaaahtz, ich hab ganz artig auffm Jeburtschtach nur ein paar Radler g´truuunkn *hicks* Bin aba doch lieba glaufen…*hihihi* Isch habsch´lieb!

Und anderntags auf dem Weg zu Eriks Baustelle, die Zombie-Enten im Kanal, die sich über einen toten Fisch hergemacht haben…von wegen Vögel und Pflanzenfresser und so. Ich habe echt nicht schlecht gestaunt als da 3 Enten auf den Fisch einhackten und nicht etwa, um Ihn wieder zum Leben zu erwecken, sondern um Ihn zu verspeisen. Es ist zwar Sommer hier und das Gras derzeit eher braun als grün, aber es ist noch lange nicht so schlimm, dass man anfangen muss als Ente tote Fische zu vertilgen. Seitdem gehe ich im Dunkeln nicht mehr gerne an dem Kanal lang…ich spüre jedes Mal kleine stechende rote Entenaugen in meinem Rücken und einen franseligen, gelben Schnabel der ruckartig auf und zuklappend mit dem torkligen, stolpernden Gang der zerzausten Ente hinter mir immer näher kommt und ruft: „Komm her Fischi, komm nur her *qwaak qwak* Fischi, Fischi ..Fisch

Hrhr so schlimm ist es natürlich nicht, aber es ist wirklich unglaublich und das war mein erster Gedanke…Zombie-Enten. Und wer es nicht glaub der siehts auf dem Foto.

Ansonsten habe ich dann noch ein paar Bilder von Paeroa und den Häusern hier eingestellt, da mich doch die Frage ereilt hat, ob denn hier alles nur aus Holz gebaut ist oder es auch Steinhäuser wie bei uns gibt. Und ja die meisten sind aus Holz, aber solche Industriegebäude oder Lagerhäuser sind zuweilen auch aus Steingebaut. In den großen Städten natürlich eher als aufm Land.

Aber generell gilt – aus Holz und wenn es hier einen Neubau hat, sieht man als ersten ein Gerippe aus Holz, das dann eingekleidet wird und auch die Zwischenwände sind aus Holz und her gar nicht gedämmt. Drum sollte man durchaus zweimal darüber nachdenken was man tut oder sagt, weil man wie in einem Zelt wirklich alles mitbekommen kann. Man kann es natürlich auch ein wenig isolieren, aber das wäre ja extra Aufwand und teurer. Was da der neuseeländische Standard ist im Schnitt weiß ich nicht, aber die Häuser in denen ich bisher geschlafen habe, da braucht man gar nicht erst lauschen, da hat man gar keine Chance zu hören oder gehört zu werden. Und mir fällt natürlich dann mitten in der Nacht wie bestellt eine Flasche um oder meine Maus fällt vom Bett, weil ich mich in Ihr verheddert habe. Hausbau ist hier zwar fast genauso teuer, aber das Ergebnis ist doch deutschlich anders als bei uns in europäischen Gefilden.

Dafür ist aber die Miete hier genauso wie bei uns ziemlich angezogen und es gibt einige, die sich das nicht mehr so wirklich leisten können – wie mein Freund Regan und seine Freundin Sally. Mit Regan habe ich vor 10 Jahren in der Station Road zusammengewohnt und Ihn hier durch Zufall vorm Supermarkt wieder getroffen, weil mir einer sagen konnte wo er steckt. Ja und wo steckt er…er hat 17 Monate mitten im Busch in einem Zelt gelebt mit seiner Freundin…so wie Bear Grylls. Mit Possums jagen fürs Fell, um es für ein paar Dollar zu verkaufen und mit Feuerstelle und kleinen Palisaden rund ums Camp. Da hatte er auch einen Gandalf Bart und war halt recht wild unterwegs. Bis der Landbesitzer aus Auckland kam um mal nach seinem Neuerwerb zu schauen und Ihn dann verwiesen hat. Das hat Regan dann auch gemacht und bis genau heute hat er hier mit seiner Sally im Gestrüpp vor Paeroa gelebt und ist dann 2-mal die Woche in die Bibliothek, um das Notebook und das Smartphone aufzuladen und das Internet zu benutzen. Die anderen Tage geht er dann mal im Haus der Mutter duschen oder schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Das ist mir zwar eine Spur zu hart, aber er ist damit glücklich. Es ist nicht viel was er hat, aber dafür behelligt Ihn hier auch keiner.

Ich akzeptiere seine Entscheidung, aber vielleicht ändert er ja doch eines Tages seine Einstellung ein kleines bisschen. Das wünsche ich Ihm zumindest, aber ein netter Kerl ist er immer noch.

Und für den Winter haben sie nun ab heute ein Zimmer in einer WG hier in Paeroa gemietet, denn sonst wird es doch etwas kühl des nachts und zusammen kriegen sie das wohl auch irgendwie bezahlt. Keine Ahnung, aber das sind auch Dinge die gehen mich nicht an. Auf jeden Fall soll ich Ihn dann die Tage auf ein Bier und auf einen Plausch besuchen kommen, damit er mir auch mal Sally vorstellen kann. Ich bin ja mal gespannt, was mich da noch für Überraschungen erwarten.

Tja, ansonsten war Erik wieder fischen mit seinem Bruder…ich war diesmal aber nicht mit und hab mal einen Pause Tag eingelegt, aber dafür habe ich diesmal ein paar Bilder vom Räuchervorgang machen können, denn letzte Mal habe ich das verpasst. Schmeckt jedenfalls sehr lecker, auch wenn ich den ersten Fisch, von den 7 die er diesmal gefangen hab, roh als Sashimi verspeist habe…ich steh einfach auf rohen Fisch. Und hier kann man einfach mit seiner Angel aufs Meer fahren und sofern man was fängt, etwas räuchern oder roh auf den Teller zaubern und ich liebe doch Seafood über alles. Ein Traum also…gut ein Bott braucht man und eine Angel, aber mein Gott auf lange Sicht zahlt sich das einfach doch aus.

Und dann habe ich Euch noch ein paar Bilder von Sabinas Gartengemacht, und ein bisschen was von dem abgelichtet, was sie dort so anpflanzt. Im Prinzip muss sie kaum einkaufen gehen, weil sie von Tomaten, Gurken, Karotten, Kohlrabi, Paprika, Chili, Kürbis Apfelsinen, Kaki, Zitronen, Brombeeren, Blaubeeren, Äpfeln, Zwetschen und Pflaumen, sowie Bohnen alles dahat und eine Menge davon auch einmacht und übers Jahr nutzt. Ich selber steh nicht so auf den eingemachten Kram, aber sie hat gesagt es gibt eigentlich das ganze Jahr über immer irgendwas zu ernten und wenn man also nicht zu anspruchsvoll ist, dann kann man die Lebenshaltungskosten auch so etwas reduzieren. Aber die beiden sind da schon etwas extremer und mir zu alternativ. Erik macht sogar die Butter selber mit der Milch von den Freunden und irgendwas ist in dieser Milch noch nicht gefiltert oder abgeschöpft, auf jeden Fall riecht diese Butter sehr seltsam und ich krieg davon keinen Bissen runter und mach eher wie bei Apfelessig drei Schritte rückwärts. Und sie nutzen auch ausschließlich Regenwasser. Für einfach Alles…Waschen, putzen, duschen und trinken und gerade bei der Wäsche nervt selbst mich das ein wenig, da egal was für ein Waschmittel ich nutze die Klamotten einfach etwas seltsam erdig riechen. Ich kann das zwar händeln im Gegensatz zur Butter, aber drauf stehen tu ich weiß Gott nicht. Aber ich habe John gefragt in der Regel hat jede Kiwi eine Wasserleitung wie wir sie haben und er hat schon ein bissl geschmunzelt als er gehört hat, dass sie das Regenwasser sogar trinken.

„Sind wohl etwas extrem alternativ hat er zwinkert gesagt“

Seitdem weiß ich, dass ich so ein bissl Zivilisation schon brauche, weil ich sonst schlicht nicht überlebe, es sei denn ich fange jeden Tag einen Fisch, ein Eichhörnchen oder Hasen…Fleisch halt.

Aber auf jeden Fall immer ohne selbstgemachte Butter hrhr.

So in der Theorie ist im Kopf oft vieles so schön rosarot, aber in echt sieht es doch etwas anders aus, aber das ist auch ok und normal, wenn man es lernt zu akzeptieren, weile s das echt Leben ist und nicht das Leben was wir aus Film, Fernsehen und anderen Idealen kennen gelernt haben.

Und das ist mir hie rund da auch bewusst geworden, wie zum Beispiel in einer Hütte schlafen im Wald heißt Ungeziefer und vielleicht auch Spinnen, da kann man nicht vorher noch mit dem Feudel und Staubsauger durchgehen und die Hütte sieht auch nicht so schön sauber und reinlich aus wie am ersten Tag. Wäre schön ist aber nicht so. Und von diesen Kleinigkeiten gibt es viele, aber es gibt genauso viel Kleinigkeiten, die das wieder wett machen und ausgleichen und mir zumindest mit die schönsten Stunden hier beschert haben.

Ich wollte es nur mal erwähnen, weil ich mich ja gerne als Abenteurer sehe, aber dann doch einen halben Herzinfarkt bekomme, wenn des Nachts plötzlich ein Dachs aus dem Dickicht schlüpft und mir ein Schreckschrei spontan aus der Kehle entweicht und das war noch nicht mal in Neuseeland ,sondern in Fell bei meinen Eltern auf dem kleinen „Renterweg“ 300 Meter vom Haus weg.

Nun ja, aber ich werde ja jeden Tag mutiger und ich habe mich damals auch nicht alleine erschreckt, das war sozusagen ein 2 Personen Massenphänomen was bloß ansteckend auf mich übergesprungen ist…ich selber hätte mich doch niemals…hrhr.



Jaja Ihr wisst was ich meine…und wo wir dann doch wieder bei Schrecken sind. Der hat mich dann doch gleich mehrmals in der letzten Woche ereilt. Zum einen in Eriks Haus das er renoviert. In der einen Hälfte lebt immer noch wer. Erik kennt Ihn schon seit 15 Jahren und da er sonst nicht wusste wo er hinsoll, durfte er in einem Teil des Hauses immer noch weiter wohnen, aber nun ist Erik schon soweit vorangeschritten, dass im Moment halt dann eben doch auch im bewohnten Teil ein wenig die Renovierung begonnen hat. Und zwar haben wir die Küche abgerissen und dabei habe ich dann gesehen, wie dieser Bewohner dann dort lebt und ich bin ja einiges gewohnt, aber ich habe diese Woche nicht einen Moment ohne Handschuhe da drin verbracht und es sind nicht bloß die Rattennester oder die Spinnen und Spinnenweben, sondern allein der unglaubliche Schmutz in völliger Abwesenheit von regelmäßigem, sagen wir wenigstens mal durchkehren und das schon seit 15 Jahren. Ich denke in diesem Fall kann man durchaus von einem Messie (Horder) sprechen und davon gibt es hier gar nicht mal so wenige. Aber selbst bei Mr. Fletcher im Warehouse, wo ich vor 10 Jahren die ersten 3 Monate gelebt habe, war es weniger schmutzig. Gut vielleicht genauso viel Sperrmüll und es war amüsant und erschreckend zugleich wie Mr. Fletcher damals bald täglich einen Schweinskopf ausgekocht hat, weil er das Fett in Fässern gesammelt hat, weil er damit sein Auto betanken und fahren wollte. Er nennt sich selbst einen Erfinde und es ist wirklich ein höchst interessanter Mensch, aber eben auch genauso kurios. Und doch hat es mir da ungleich weniger ausgemacht zu leben, als hier diese Woche den Flur und die Küche zu zerlegen.

Und der Bewohner hat auch 2 Hunde und das macht die Sache nicht besser…mir stellen sich da wirklich alle Nackenhaare hoch und ich liebe seitdem meine Handschuhe. Erik möchte dieses Jahr noch das Haus fertig renoviert haben und dann verkaufen, aber ich hab keine Ahnung wie das gehen, denn der Bewohner macht noch keinerlei Anstalten etwas Ordnung zu schaffen oder überhaupt seinen Kram zu packen, der auch draußen in Form von Fässern, Autos und Kühlschränken und Dosen überall herumliegt. Alleine dafür bräuchte der schon ein halbes Jahr. Aber Erik ist ja ein bissl selber so, wenn ich an die Garage denke, die wir nun angefangen haben zu renovieren. Denn der Kram da drin ist nur von Ihm…als er damals Sabina kennengelernt hat, hat er quasi eine Tasche gepackt und alles beim damaligen/jetzigen Mitbewohner gelassen und ich musste schon ein paarmal schmunzeln, wenn er etwas fand und meinte: „Ach da ist das…Mensch das habe ich schon 15 Jahre gesucht.“

Und auch wenn es nun rostig oder verbogen ist, egal das kann man ja wieder machen…das geht schon. Wann?! Keine Ahnung aber das kann ich nochmal hinkriegen.



Genauso wie sein Lieblingsauto, dieser verrostete Schrotthaufen auf den Bildern, ein Ford Mark3 Zephyr. Er leibte dieses Auto und hat den Motor ausgebaut und in dieser Garage da untergestellt, um den Rest von einem Fachmann nebenbei überholen zu lassen. Der hat in einem Jahr aber nix hingekriegt und Erik hat sein Auto wieder zurückgeholt, es aber nur vor die Garage gestellt und nicht abgedeckt oder eingemottet. Gut die Rückbänke und Armaturen, Stoßstangen hat er entfernt und in der Garage untergestellt, aber Regen und Ratten haben den Rest erledigt und die Karosserie stand dann einfach so davor und sieht heute so aus. Aber ich dürfte nicht einfach mit Hammer und Flex alles zappzarapp zerlegen, weil das kriegt man ja nochmal hin. Ahahahahahaha, da stellt man einen Fuß in den Innenraum und das Blech ist so von Rost zerfressen das man gleich mit dem Fuß auf der Wiese steht, aber das kriegt man ja nochmal hin ahahahahahahaha. Das Auto ist eigentlich ein rostzerfressendes Etwas mit ein bissl Metall dran, aber heutzutage kann man das alles wieder machen. Ich würde ja gerne mal die Meinung von meinem Schwager oder seinem Kumpel hören, die Mechaniker gelernt bzw. heute noch an alten Autos rumbasteln und sie wieder in Schuss bringen. Krieg man das wirklich wieder hin und wenn ja wie geht das…das interessiert mich persönlich schon. Und mir fällt keine andere Möglichkeit ein, als jedes Teil einzeln nachzukaufen und zu ersetzen und das wären hier bis auf die Stoßstangen und Zierleisten eigentlich alles. Aber mit diesem Zuversichtlichen Blick in Eriks Gesicht und seinem unerschütterlichen Glauben…es muss wohl möglich sein zumindest hier in Neuseeland, dass mit einer Drahtbürste und etwas Spachtelmasse wieder hinzukriegen. Ehrlich ich lache Erik nicht aus, es ist einfach so abstrakt abstrus, dass ich einfach immer wieder laut herauslachen muss und so ein bisschen vor mich hingickele, wenn ich an diesen Morgen und dieses Gespräch zurückdenke. Er hat seinen Wagen zwar ziemlich vernachlässigt und hat auch ein schlechtes Gewissen, aber in gewisser Weise schwärmt er immer noch von dem Wagen. Der hatte vorne wie hinten komplett durchgehende Sitzbänke drin und es war viel Platz…oh ja dann leuchten seine Augen auf und auf meine Frage, ob ich irgendwo noch alte BHs oder Höschen finde könnte…knipst er sein Auge etwas zu grinst mich an und meint nur: „Hmmm, vielleicht…das war ein tolles Auto und wirklich viel Platz drin“

Und ich würde wirklich zu gerne sehen, wie das wer wieder hinkriegt – alleine schon, um herauszufinden, ob die Sitzbänke wirklich so viel Platz bieten 😉

Nun ja, und nun sind wir damit schon fast am Ende des heutigen Berichts angelangt, aber nur eben nur fast. Denn eines habe ich noch. Meinen Tag am Strand mit John, seiner Tochter Skye und Ihrem (angehenden) Freund Kyan.

Dieser Strandtag kam auch ganz unverhofft, denn eigentlich wollte John mit mir wieder etwas rumwerkeln…aber das kam so.

An diesem Sonntag bin ich im Hause Budge aufgewacht, weil wir am Samstagabend zusammen mit seiner Frau Mel ein wenig gefeiert und geklönt haben und John meinet er fährt jetzt nimma und ich könnte bei Ihnen schlafen. Gut kein Problem passt schon und so haben wir bei einem schönen kühlen schottischen Whisky Mels Gesängen gelauscht oder bei YouTube das Woodstock Konzert laufen lassen. Aber alles im Rahmen, denn Mel musste am nächsten Tag zu einem Meeting frühs um 8 Uhr nach Auckland fahren und also zeitig aufstehen.

Ich habe auch wunderbar geschlafen und John und ich haben dann um 9 Uhr auch einen Kaffee zusammengetrunken und überlegt was wir heute da so werkeln. Sonntag gibt’s bei denen nicht wirklich und jeder bastelt werkelt herum wie es ihm gerade einfällt. Sogar der Baummarkt hat sonntags auf und da sind wir auch hingefahren um beim ersten Mal zunächst ein neues Sägeblatt zu kaufen und dann eine Viertelstunde später eine neue Handkreissäge. (An dieser Stelle merke: Bei nassem Holz und einer schwer drehenden Säge nichts überstürzen und pausen machen, sonst machts irgendwann ganz schnell komische Geräusche und es qualmt und danach tut sich gar nichts mehr)

Nach einer weiteren halben Stunde war dann der Regalboden fertig und ich hatte Ihn auch in seinen Werkzeugschrank draußen eingebaut.

Und dann beschlossen, in die Stadt zu gehen um mir einen tollen Kaffee im Courtyard Café zu gönnen.

Ich mache mich also auf die Socken und biege bei der Tankstelle Ortseingangs um die Ecke und da läuft doch dieser Kerl entlang kurz nach der Tankstelle auf höhe des Autohauses mit den Sportwagen. Er schlendert dort gemütlich vor sich hin und plötzlich bleibt er unvermittelt wie angewurzelt stehen schielt langsam auf seine rechte Schulter und fängt dann urplötzlich an zu kreischen wie ein kleines Mädchen und an zu zappeln als wäre er auf ein 220 Volt Kable getreten. Das geht gute und endlos lange 10 Sekunden so und dann reißt er sich panisch das offene Hemd vom Körper und schüttelt und wedelt es in der Luft herum. Blass ist er auch noch geworden und dann starrt er auf den Boden als suche er irgendwas. Da es Ortseingang auf der Hauptstraße ist schauen mittlerweile auch schon belustigt die Leute zu was denn da so vor sich geht. Danach zieht er verstohlen um sich blickend sein Hemd wieder an, schielt nochmal auf den Boden und geht hastig weiter in der Hoffnung das dieses Theater keiner mitbekommen hat. Denn natürlich ist jeder Mensch in solchen Situationen total unsichtbar und alle Menschen drumherum sind auch taub. Aber eins ist sicher, wenn er zukünftig mal wieder die Hauptstraße lang gehen sollte, dann wird es bestimmt den ein oder anderen Bewohner in Paeroa geben der anfängt bemüht unbemerkt in sich reinzulachen.

Und auch ich habe an diesem Sonntag überhaupt nicht damit gerechnet und ich wusste auch nicht so recht geschieht und ja es ist mir auch immer noch peinlich, denn diese Person…ja diese Person war ICH.

Was war geschehen!? Ich schlendere also in der Sonne die Straße entlang schaue noch interessiert welche Autos da so an der tanke anstehen und was für Boote da auf dem Anhänger dabei sind, biege um die Ecke und bin auf Höhe des Autohauses, als ich peripher eine kurze Bewegung und einen kleinen Schatten bemerke. Ich drehe meinen Kopf um zu schauen und da läuft auch schon eine schwarze Whitetailed Spider über meine Brust und ich wischel panisch und schnell mit der Hand über meine Brust…ich möchte das Ding natürlich nicht berühren…eine Spinne…eine schwarze schnelle noch dazu, aber auf mir rumrennen ist noch schlimmer. Also wischel ich da panisch hin und her fange an zu quiecksen und zu schreien und umher zu tanzen als würde Billy the Kid einen „Revolvertanz“ mit mir veranstalten und reiße mir bei nächster Gelegenheit das Hemd vom Leibe, was gottseidank auch nur wie eine Jacke offen von mir getragen wurde und schüttele alles…mich, das Hemd panisch aus und von mir. Als ich die Spinne vor mir auf dem Boden entdecke ist zwar das gezappelt schlagartig vorbei, aber ich bin so schockiert und gelähmt, dass ich es noch nicht mal hingekriegt sie zu töten und lieber schnell weitergehen. Verlegen um mich schielend, wie viele Menschen das nun wieder mitbekommen haben; hinter mir ist ja schließlich die Tankstelle und viel Betrieb und vor mir einige Menschen auf dem Bürgersteig setze ich meinen Weg sichtlich schnellen Schrittes und peinlich berührt fort. Ich habe sogar Tränen in den Augen und hab doch so einen kleinen Schock. Dieses Szenario gehört nämlich wirklich zu meinen schlimmsten Alpträumen und der ist nun wahr geworden. Ich habe ernsthaft 2 Minuten überlegt gegenüber in den Schnapsladen und mir einen Brandy zu kaufen. Aber hab dann gedacht: „Was ne nicht so früh…ne ne ne“ und bin dann in den Supermarkt und habt mir 2 Fleischpasteten und ne Cola gekauft, denn das Courtyard Kaffee hat sonntags zu.

Und ich muss wirklich schlimm und sehr blass ausgesehen haben, denn Skye hat mich gesehen und gleich gefragt was mir passiert wäre ich sähe ja schlimm aus und auch John der kurz später ins Zimmer kam war sehr irritiert und die lauschten dann meinem Bericht und haben erstmal gelacht. Vor allem, weil ich mich nicht mehr setzen wollte. Denn bevor ich von draußen reinkam und dann beschlossen habe zum Kaffee zu gehen saß ich bestimmt noch 10 Minuten bei Mel und John im bequemen Fernsehsessel und sie haben mir glaubhaft versichert, dass die Spinne dort bestimmt nicht herkam. Das heißt ich habe sie beim Einbau des Regalbodens kassiert und diese ganze Zeit an mir gehabt. Waaaaaah.

Wer sich das nicht vorstellen kann, wie das in etwa abgegangen ist der schaue bitte den Film „Nix zu verlieren“ mit Tim Robbins von 1997 oder Folge dem link hier zum Ausschnitt auf YouTube.

(https:// www.youtube.c om/watch?v=V1_cKGWyDAY) Das Leerzeichen vor dem WWW muss entfernt werden.

Genauso hat es wohl bei mir ausgesehen nur das ich nicht im Auto saß und eben mein Hemd noch vom Körper gerissen habe)

Nun ja da ich wohl so blass und extrem schockiert war hat John dann spontan beschlossen das wir zum Strand fahren und seien Tochter rund Ihr (angehender) Freund Kyan kam mit und das war auch gut so, denn John hat sich bloß auf den Strand gepackt und geschlafen, während Skye, Kyan und ich dann doch losgestiefelt sind ein bisschen die Gegend zu erkunden. Erst am Whiritoa Beach und dann später, weil hier die Strömung so stark ist und der Strand gleich sehr Steil ins Wasser geht und dann später in Whangamata (gesprochen Fangamata) zum Schwimmen. Und da haben mir die beiden Youngsters etwas gezeigt, was ich in meinem Leben noch nicht gemacht habe und ich auch nie draufgekommen wäre, dass es toll ist. Nämlich in anrollende Wellen zu springen oder mit Ihnen hochzuhüpfen oder eben von Ihnen in Richtung Strand getragen zu werden, sofern man den richtigen Moment erwischt hat. Und der Strand von Whangamata ist toll…da kann man locker 100 Meter ins Wasser reinwaten, ohne das es so tief wird das man nicht mehr stehen kann. Echt Klasse!

Ich hatte Spaß wie ein 5jähriger und die beiden haben sich köstlich amüsiert und konnten gar nicht verstehen das ich das noch nie gemacht habe. Sie hat mich auch gefragt wie alt ich denn bin und ich meinte etwas knirschend 42, woraufhin sie aber meinte sie dachte ich wäre 34 …na ist das nicht ein tolles Kompliment. Und das war nicht gestellt…also was habe ich mich gut gehalten. Also Mädels nun mal nicht so schüchtern hrhr. Es reicht, wenn ich das bin.

Somit wurde aus dem schlimmsten Alptraum der mir passieren kann doch noch ein wunderbarer Tag und zwar am Ort wo ich mit am liebsten bin und zwar am Meer und dann noch mit so lieben, tollen Menschen.

Und darauf kommt es an…jeden Tag mit Menschen zu verbringen oder wenigstens einen Teil, die man mag und mit denen man gerne Moment, Erlebnisse und Geschichten teilt.

Und selbst Skye wo ich noch dachte, na ja die bedankt sich aber, dass ich nun mit denen da rumdackel, wo sie doch lieber mit Ihren Freund Händchen halten und turteln möchte. Ne die hat gemeint für mein Alter wäre ich echt cool drauf und lustig und es wäre ein Geschenk mich dabei zu haben. Also ein schöneres Kompliment gibt’s doch gar nicht und auch Kyan hat sich gefreut, dass ich so einen Spaß da draußen habe, weil es für die einfach was Normales ist. Und sie haben sich glaube ich schon ein bissl weggeeimert, wenn ich Blätter angeknabbert habe oder Fotos von vorne, hinten und oben in 80facher Ausführung gemacht habe.

Einfach grandios.



Also meine Lieben, seht zu das Ihr Euch unvergessliche Momente schafft und sollte es gerade etwas schwer bei Euch sein. Seid Euch versichert es wird auch wieder bessere Zeiten geben und wenn Ihr Unterstützung braucht und wenn es bloß ein offenes Ohr ist, dann dürft Ihr Euch gerne melden.

Das hilft manchmal schon ein bissl.

Also passt auf Euch auf und es war mir eine Freude. Bis bald mal wieder und ich freue mich von Euch zu hören.



Liebste Grüße Chris


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