Einmal Karangahake mountain und zurück


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Oceania » New Zealand » North Island
February 17th 2019
Published: February 25th 2019
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„Aber warum Trübsal blasen, wenn das ganze goldene Land vor einem liegt und alle möglichen ungeahnten Ereignisse auf einen warten, einen überraschen und glücklich machen wollen, weil man lebt und sie erleben kann.“

Jack Kerouac





Heya Guten Tag meine Lieben,



nun ist es endlich soweit – wie versprochen gibt es nun einen Bericht zu meinem Ausflug ins Grüne und weniger Alltäglichkeiten. Allerdings wird es diesmal wahrscheinlich auch nicht so viel Geschreibsel denke ich, denn wenn ich in der Natur rumstapfe, dann genieße ich vor allen Dingen und bin mehr oder weniger in mir selbst versunken und es ist auch keinem geholfen, wenn ich anfange jeden Baum und Strauch persönlich vorzustellen.

Aber schauen wir doch einfach mal was mir so in den Sinn kommt manchmal schweife ich ja auch gerne ab =)

Am vorletzten Samstag dachte ich mir also Rückenprobleme hin oder her ich möchte nach draußen in die Karangahake Gorge und den Gipfel erklimmen, um die herrliche Aussicht dort zu genießen. Das ist schon ein ganz schöner Weg und ich war mir nicht so sicher, ob ich das wirklich hinkriegen werde, aber wer nicht wagt, kann auch nicht gewinnen und da ich da sowieso ein bisschen Übung zu diesem Thema brauche bin ich also um 12:40 Uhr an diesem Samstag von Sabinas Haus aus losgestapft.

Es ist nicht weit bis zum Beginn der Wanderpfade der Gorge, aber die 500 Meter sind auch nicht die angenehmsten, denn ich muss ein 10-minütiges Stück am State Highway 2 entlanglaufen und das ist immer etwas abenteuerlich, da dort sehr viele Autos doch etwas fixer entlangfahren. Aber ich habe es sicher geschafft und ab da begann dann der angenehme Teil des Ausflugs.

Schon gleich zu Anfang konnte ich eine wesentliche Veränderung zu der Zeit von vor 10 Jahren hier feststellen. Seitdem der alte Railway Track ausgebaut und allgemein zugänglich gemacht wurde für Radfahrer und Wanderer hat sich die Besucherdichte dort mindestens verzehnfacht und ich war ein bisschen grmlig, weil ich es gerne einsam liebe und es weniger voll mit Menschen mag, allein schon deshalb, um meine geliebten Landschaftsfotos schießen zu können.

Aber hilft ja nichts, bin ja schließlich nicht der Einzige der es gerne schön und einzigartig um sich herum mag.

Dennoch ging mir eines ziemlich auf die Nüsse nach weiteren 10 Minuten und zwar, dass ich etwa alle 100 Meter spätestens irgendwelche netten Menschen traf, die man mindesten mit einem „Good day“ oder Hi, Hello begrüßen dürfte. Aber gut ich wusste, dass es irgendwann weniger werden wird, denn ich wollte ja auf den Gipfel hinauf und 97% der Touristen und Wochenendneuseeländer möchten bloß einen einfach Spaziergang machen oder im Fluss schwimmen gehen und nach etwa einer Stunde kommt dann die Wegabzweige, an der man sich entscheiden darf, ob man weiter den einfachen Rundweg läuft oder eben anfängt in Steigungen dem Gipfel langsam aber sicher näher zu kommen.

Ist also jammern auf hohem Niveau und auch nicht so ganz bierernst gemeint.

Ich selber bin eh sehr oft stehen geblieben, um hier ein Foto zu machen und da mit offenem Mund staunend stehen zu bleiben. Die Bilder geben das allenfalls in Bruchstücken wieder, denn in echt ist das alles mindestens noch 5-mal schöner. Und manchem mag es komisch vorkommen, dass ich so viele Grünzeug Bilder hier hochgeladen habe, aber für mich ist jedes wirklich besonders und einzigartig und wer sich die Zeit und Ruhe nimmt und die Bilder mal ein wenig länger betrachtet, sich in sei hinträumt oder einfach auf sich wirken lässt, der bekommt zumindest eine Ahnung davon, was genau ich da wohl meinen könnte.

Und dann sind es eben nicht mehr nur Bilder von dem immer gleichen Grünzeug. Anders betrachtet möchte ich hier dann auch gerne zugeben, dass ich wirklich ein ganz echter „Baumkuschler“ bin. Ich liebe Bäume einfach über alles und finde sie gehören zu den bemerkenswertesten Wundern dieser Welt. Drum ist jeder Spaziergang durch den Wald ein richtiges Abenteuer für mich und niemals nicht auch nur ansatzweise langweilig.

Den Duft in der Gorge kann ich leider nur beschreiben…jeder kennt bestimmt den frischen Duft eines Waldes oder von Natur und Wiesen und genau den findet man zum Großteil auch dort in der Gorge vor – nur an bestimmten Stellen hat es mir förmlich die Luft genommen. Ich weiß bis jetzt nicht genau welche Pflanze dafür verantwortlich gewesen ist und es kam auch nur an bestimmten Stellen vor, aber ich tippe ja nach wie vor darauf, dass es eine Sorte von Baldrianpflanze sein muss. Denn es riecht an diesen Stellen einfach wie alte Socken mit eingeschlafenen Füssen. Und woher kannte ich das, von meiner Heimat in Berlin, wo der Kater ab und an einen Tropfen Baldrian auf sein Spielzeug bekommen hat und dann förmlich durchgedreht ist. War immer witzig und schön anzusehen, aber der Geruch – argl und würgl und „motzmeckerzeterhochvier“

Ist schon interessant welche Mixtur an Gerüchen man in der Natur so begegnet und vor allem wozu man all diese Pflanzen auch verwenden kann, sofern man sich einmal damit beschäftigt und auch auf Entdeckunsgtour geht.

Also zu Beginn der Wanderung im überlaufenen Teil, finden sich eine ganze Menge an Überresten aus der Goldgräber Zeit. Angefangen bei Fundamenten von Industrie -und Goldverarbeitungsstätten bis hin zu unzähligen Minenöffnungen und übriggeblieben Metallbauteilen und Leitungen…die sich den Fluss entlang immer mal wieder am Wegesrand zeigen.

In der nächsten Zeit werde ich auch nochmal innerhalb der Woche den sogenannten „Windows Walkman“ machen, wenn weniger Menschen sich dort aufhalten und da gibt’s dann etwas mehr Goldgräberzeit Eindrücke zu sehen denke ich.

Heute belasse ich es eher bei der Erzählung und soviel Spektakuläres gabs auf diesem Stück auch nicht zu sehen, allenfalls Informationstafeln mit geschichtlichen Zusammenfassungen über diese Zeit. Das mag nur für wenige spannend sein. Und wenn doch dann lasst es mich wissen und ich liefere ausführlicher dazu nach.

Und wie gesagt, ich schiele außerdem eh immer mit beiden Augen eher nach tollen Bildern und unberührten Orten, als nach Spuren von Menschen.

Manchmal sind die Pfade durch die Gorge auch so schmal, dass ich einmal 5 Minuten hinter einer großen Gruppe von Wanderern hinterherschleichen musste bis eine geeignete Stelle zum Überholen kam.

Am Ende des ersten Wanderweges muss man auch zwingen durch einen gerade mal halb Mannshohen Tunnel von etwa 250 Metern kraxeln. Das ist sehr interessant, weil da drinnen ist es absolut stockdunkel und nur ein kleiner heller Punkt in der Ferne lässt den Ausgang erahnen.

Besonders interessant wird es bei Zuviel Verkehr im Dunklen, da darf man dann entweder Rückwärts gehen oder sich eine Stelle an der Seite suchen, die ein bisschen breiter ist, um umeinander rum zu kommen. Spannender wird das Ganze durch die Wasserpfützen, die sich an etlichen Stellen im Tunnel gesammelt haben, denn es tropft stetig von der Decke und der Boden ist nicht ein gerade Weg zu laufen, sondern genauso uneben wie die Decke und die Seitenwände.

Gut etwas einfacher wurde es durch die Mobiltelefone, die ja eine Taschenlampe besitzen, aber darauf bin ich dann doch erst nach dem Blitzfoto gekommen und dem ersten Gegenverkehr, wo plötzliche eine Frau vor mir Stand und mich wie aus dem Nichts anleuchtete.

Da sind dann auch wieder sämtlich Schockmomente aus allen bisher gesehenen Gruselfilmen zusammengekommen. Ich habe dann mit einem verzerrten Lächeln und ein wenig nach Fassung ringend gegrüßt während sie grinsend und feixend mit einem netten Lächeln und Hallo gegrüßt hat und weiter Ihres Weges ging. Sneakers mit Gummisohlen in Höhlen gehören verboten hehr.

Aber ich mag diese kleinen Abenteuer unheimlich gerne und bei meinem nächsten Gorge Besuch werde ich auch wie vor 10 Jahren den alten 1 Kilometer langen Eisenbahntunnel durchschreiten. Der dient nun als Fußgänger Verbindungsweg nach Paeroa, dem nächsten Ort hinter Mackytown (Sabina´s und Erik´s) Ort und der Gorge. Die Autos müssen in vielen Kurven und einigen Kilometern um die Gorge herumfahren, während wir als Wanderer einfach durch den Berg laufen.

Und da drin ist es so dunkel da sieht man noch nicht einmal das Ende des Tunnels, obwohl es immer nur gerade ausgeht und sogar ein bei Schummerlichter aufgehängt sind, die aber meistens kaputt sind.

Vor 10 Jahren bin ich gegen Abend mit aufgesetzter Sonnenbrille dadurch gelaufen, um mal zu testen wie ich denn mit meinem Kopfkino und absoluter Dunkelheit umgehen. Hrhr ich kann Euch sagen, es hängt wirklich einzig davon ab, an was ich gedacht habe als ich dadurch gelaufen bin. Anfangs dachte ich noch oh schön kühl und es ist ja immer noch Schummerlicht und schemenhaft etwas zu erkennen. Und dann wars plötzlich wirklich stockduster und ich dachte noch…alles easy doch mein Hirn erinnerte sich dann an meine Kindheit, wenn ich dort nämlich in den garten zum Spielen gehen wollte, musste ich durch den Keller im Haus gehen und da ich das Licht nicht den ganzen Mittag über brennen lassen sollte, ohne das sich wer wirklich im Keller aufhielt….hieß das für mich als 5 jährigen aufwärts ein kurzes Stück durch den dunklen Kellerflur zu gehen ist in die Waschküche hinein und dort schien dann wieder etwas Licht durch das Glas der Tür die von da hoch in den Garten führte.

Und ich erinnere mich noch genau – ich habe mich immer vor diesen 10, 15 Metern durch den Keller gefürchtet und komischerweise waren es immer Kopfkino Geschichten von Graf Zahl aus der Sesamstrasse der so laut und seltsam lacht beim Zählen, oder aber Oskar aus der Tonne und manchmal selbst Bert, mit den runtergezogenen Augenbrauen, wenn er sauer auf Ernie war. Später wurde das dann abgelöst von den Figuren aus Hallo Spender, die Stimmung in dieser Kindersendung empfinde ich auch heute noch als sehr seltsam und gruselig. Aber wir setzen uns jetzt nicht mit meinem Muppetfiguren Trauma auseinander, obwohl die Figuren der richtigen Muppet-Show hab ich immer sehr gerne gemocht ohne jedweden Anflug von Furcht allen voran natürlich der Hund mit den Schlappohren und der schwarz glänzenden Nase am Klavier oder meinem Lieblingschaoten Fotzzybär, der nicht einen Witz zustande kriegt als Komiker und vergeblich versucht lustig zu sein.

Ach Gott und der Koch erst…ich glaub Smörrebröd hat der immer gesungen und ich habe als kleiner Stöpsel immer Möhrenprömmprömm verstanden und dass mitgesungen und die Familie hat sich gewundert wie ich darauf denn kommen.

Das kennt aber denke ich jeder ein wenig, spätestens dann als es begann in unserem Leben sich für englische Rockmusik zu interessieren und das hörverstehen und mitsingen völlig andere Ergebnisse und Worte zustande brachte, als es in Wirklichkeit ist. Auch bei deutschen Sachen war das teilweise so bei mir…noch heute singe ich bei Falco – Der Kommissar „Da Diel Dumm – der Kommissar geht um“, und es ist noch kein Jahrzehnt her, als mich mal jemand freundlich aufgeklärt hat, dass da eigentlich „Drah Dich net um – der Kommissar geht um“ gesungen wird.

Ach Gott herrlich ich könnte da stunden drüber erzählen, aber halt nein wir sind ja heute zusammen in der Gorge unterwegs.

Und gerade in der Erinnerung zu meinem ersten Eisenbahntunnewalk, um die Fäden hier doch mal wieder zusammenzuziehen.

Sobald mir also meine Dunkelheitskindheitserlebnisse in den Kopf geschossen sind fing es an wirklich unheimlich zu werden und ab da sind mir natürlich alle möglichen unheimlichen Sachen in den Kopf geschossen. Vom Gruselfilm bis zur Spinnenphobie und einem leichten Anflug von Waaaaaah – Panik. Aber ich habe dann bewusst angefangen zu singen und lustige Gedanken aus der Erinnerung gekramt und da hat es dann auch wieder geklappt, aber lange nicht so locker, wie zu Beginn.

Und genau diesen „Versuch“ möchte ich nun nach 10 Jahren wiederholen. Wie habe ich mich verändert, haben die 6 Jahre Hypnose und Persönlichkeitsentwicklung und NLP etwas verändert oder reichen sie, um mich bei der Stange zu halten. Ich bin jedenfalls gespannt und werde berichten, wenn ich es wieder probiert habe.

Ich dachte jedenfalls früher immer – Erwachsene haben keine Angst, zumal sie an mancher Stelle und Situation auch schonmal gesagt haben, das ist nicht so schlimm und stell Dich nicht so an. Aus heutiger Sicht bin ich eher der Meinung Erwachsene sind die besseren Flunkerer und haben vor bestimmten Dingen immer noch genauso viel Angst wie früher – nur darf man das ja nicht mehr zeigen, weil man ja nun erwachsen ist.

Was für ein Quark natürlich – zumindest ich als ausgewachsener Kerl mach mir immer noch genauso ins Hemd bei bestimmten Sachen wie früher schon auch. Vielleicht nicht mehr gerade bei Oskar aus der Tonne im Keller, aber ja da gibt es immer noch genug Dinge. Wovor fürchtet Ihr Euch denn so oder habt Euch gefürchtet? Ich finde das ganz interessant mal zu erfahren und ein bissl Selbstreflexion ist auch noch gratis dabei.

Ich habe also meinen Weg durch diesen Wandertunnel erfolgreich gefunden und habe dann auf der anderen Seite auf Wegen wie zu meiner Wanderung fortgesetzt.

Eigentlich wollte ich den gleichen Weg gehen wie 10 Jahre zuvor, aber ich konnte mich nicht dran erinnern, denn meisten laufe ich nicht nach Schildern oder Wegweisern, sondern einfach intuitiv wo s mich gerade hinzieht oder was interessanter aussieht und so kam es auch schon oft vor, dass ich völlig woanders gelandet bin als vorgesehen. Das ich damals auf der Gipfelspitze gelandet bin war auch so ein Zufall, denn das hatte ich eigentlich gar nicht vor.

Der letzte Kilometer auf der Weg zur Spitze damals, war genauso eine Challange vor 10 Jahren, denn plötzlich hörten die Bäume auf und ich war schon so hoch im Berg das da nur eine lange Gräserwiese links und rechts vom Pfad war – ganz braun und ausgedörrt, weil so wenig Regen im Sommer fällt. Und der oder die ein oder andere kann sich vielleicht noch an den Blogeintrag von damals erinnern.

Als ich weit mittendrin in dieser Gräser wiese stand und ich dann auf einmal feststellte, dass da lauter Spinnennetzte in den Gräsern gesponnen sind und eben nicht mal nur hier und da, sondern wirklich ÜBERALL und über den Weg auch noch. Da ist mir dann damals ein kleiner Panikschrei entwichen und ich hätte mich am liebsten von einem Helikopter retten und ausfliegen lassen hehr. Aber ich habe mir dann ein langes Stöckchen gesucht und bin dann damit vor mir auf und ab wedelnd weiter gegangen und hab es tunlichst vermeiden zu genau nach links und rechts zu schauen, um keine Monsterspinne auf mich aufmerksam zu machen. Da hatte ich einen Puls und war aber hinterher so stolz da weiter durchgegangen zu sein. Ja und damals war ich 31. Diesen Weg wollte ich eigentlich nochmal testen, denn die Jahreszeit hat auch gepasst, aber ich hab’s nicht mehr gefunden oder aber in den letzten 10 Jahren ist da soviel Busch gewachsen, dass es eben nur noch Wald gewesen ist und keine Gräser Wiese in der Sonne, die von Spinnen so geliebt wird, dass gefühlt ALLE Spinnen Neuseelands genau dort Urlaub gemacht haben an dem Tag, an dem ich da lang gewandert bin.

Dieses Mal habe ich mich aber auch versucht an die Beschilderung zu halten, weil ich unbedingt auf den Gipfel wollte und möglichst ohne große Umwege dorthin finden wollte, weil ich nicht recht einschätzen konnte was mein Rücken/Hüfte dazu sagt. Aber es ging erstaunlich gut und hat glaube ich sogar geholfen, weil ich nicht in der typischen Schonhaltung gehen konnte. Nur bergab später, da habe ich dann arg das eine Knie gemerkt und ich glaube die Probleme kommen daher, denn seit gestern tut es nun da weh und die Hüfte/Rücken ist wie neu.

Nun ja ich klopfe auf Holz, dass es trotzdem wieder verschwindet und ich wieder fleißig umherwandeln kann. Denn sonst kann ich mir bald auch einen Bildband kaufen und das ist ja nun wirklich nicht dasselbe.

Nach etlichen Fotos und Begegnungen mit anderen Wanderern erreiche ich dann auch die Abzweige an der sich der einfache Rundwanderweg aufteilt und es nach recht unwegsam und steil den Gipfelweg entlang geht. Und genau das ist meiner und ab jetzt sollte es also wesentlich ruhige und entspannter zugehen. Neben dieser Abzweige steht dann auch eine der typischen Schuhreinigungsstationen. Die sind dort aufgestellt mit der bitte seien Schuhe damit einzusprühen und zu reinigen und zu desinfizieren, denn es gibt da ein Problem in Neuseeland mit den berühmten Kauri Bäumen, die es nicht mehr soviel gibt, weil sie in den Goldgräberzeiten sehr gerne abgeholzt und verarbeitet wurden. Die wachsen nämlich sehr sehr gerade und sind auch sehr robust. Auch im Schiffsbau lassen sich damit prima Kiele etc. bauen. Drum sind die heute also geschützt und man darf nur altes Kauri Holz kaufen, aber keine neuen mehr Fällen. Und dieser Kauri Baum wird von einem Algenorganismus bedroht der die Wurzeln des Kauri Baumes angreift und der dann stehenden Fußes einfach stirbt und dieser Organismus pappt sich beim Wandern und beim Durchqueren von Flüssen eben auch gerne mal an Schuhe und wird so weiterverbreitet. Und das gilt es möglichst effektiv aufzuhalten und zu bekämpfen. Drum stehen dann nun auch hier die Reinigungsstationen.

Einer der Wanderwege ist sogar komplett gesperrt, damit kein Mensch dort lang wandert, denn nicht jeder macht die Schuhe sauber.

Ich erinnere mich auch genau, wenn man mit der Fähre von der Südinsel auf die Nordinsel gefahren ist, dann ist ein Angestellter die wartende Autoschlange entlanggelaufen und hat die Autofahrer drum gebeten kurz deren Sohlen reinigen zu dürfen. Nichts anderes war sein Job und auf so eine Fähre passen eine Menge Autos.

Nun ja, der Gipfelweg ist zwar lang und durchaus auch mal steiler, aber im Endeffekt wird man sehr gemächlich und durch viele sich hin und her schlängelnde Wege nach oben zum Gipfel geführt. Aber in dem nun beginnenden Stück wurde es so richtig schön urweltlich und buschig eben und die nächsten 90 Minuten habe ich ganz besonders gemocht, da es dort sehr dicht bewachsen war und trotz der Hitze an diesem Tag von gut 30 Grad doch immer recht kühl und angenehm geblieben ist. Und an jeder Ecke hat es die interessantesten Wurzelgebilde, extravagante Baumstammformen und Gräser und Lianen, die teilweise mit anderen Pflanzen eine Gemeinschaft eingehen und dadurch der ganzen Kulisse etwas besonders märchenhaftes verleihen.

Ich habe zwar doch an der ein oder anderen Stelle innegehalten, weil ich doch mal wieder einen ruhigeren Puls brauchte, aber alles in allem bin ich immer noch bestens in Schuss gewesen was die Kondition angeht. Eine Flasche Wasser mit 1,5 Litern hatte ich eingepackt…eigentlich wollte ich 2 mitnehmen, aber ich wollte meinem Rücken nicht zu viel Last zumuten. Und anfangs war das auch völlig ausreichend und Ok und für den Hinweg habe ich bloß eine halbe Flasche Wasser verbraucht, aber mit jeder weiteren Stunde und auf dem Rückweg sowieso, wurde mein Wasserverbrauch größer und größer. Drum ist wirklich ein Minimum an 3 Litern Wasser zu empfehlen (besser noch 6 Liter), wenn eine 6 Stunden Wanderung ansteht, zudem noch bergauf und an einem heißen Tag.

Es ist schon beeindrucken was unser Körper so leistet, drum empfiehlt es sich wirklich darauf zu achten und auch wenn ich mich ein bissl kenne und das auch richtig eingeschätzt habe…war es doch nicht optimal und eine zusätzliche Belastung für den Körper.

Es gibt zwar durchaus Wasser unterwegs und manches fließt auch, aber es empfiehlt sich nicht unbedingt das unbedingt zu trinken, ohne den passenden Wasserfilter an Board zu haben. Ich habe zwar einen tollen, aber natürlich habe ich nicht dran gedacht, denn schon lange wollte ich den unbedingt mal ausprobieren und hab Ihn deshalb extra mit nach Neuseeland genommen. Aber das nächste Mal dieser Tage ist er mit Sicherheit dabei und ich hoffe er hält was er verspricht hehr

So bin ich dann weiter vor mich hingewandert und war schon recht weit oben, als sich auch zwischendurch zum ersten Mal die Gelegenheit ergab zwischen den Wipfeln hindurchsehen zu können und einen Blick in die Weite zu erhaschen. Ab da habe ich es dann kaum erwarten können endlich nach oben zu kommen, aber es sollte noch weiter 2 Stunden dauern bis ich wirklich auf dem Gipfel gestanden habe, aber die Pflanzen und Bäume wechseln da Abschnittsweise so oft, dass es keinen Meter langweilig war – Ungeduld hin oder her.

Ich habe auch immer wieder an Stellen an denen Gestein abgebrochen war, ob ich nicht doch mal ein Nugget oder mit Gold versetzten Stein entdecken kann und als reicher Mann nach Hause gehe, aber das hat sich dann leider doch nicht ergeben. Aber es gibt noch einiges an Gold im Karangahake Gebiet. Und da zeigen sich auch wieder die unschönen Seiten von Neuseeland. Zwar ist das Karangahake Gebiet voller Wanderwege und für den Tourismus erschlossen und zuletzt eben die alte Eisenbahnstrecke zum Wander- und Radweg ausgebaut worden, aber wegen alter und komischer Gesetze probiert gerade eine Mining Company da wieder mit der Goldsuche zu beginnen und mit moderner Technologie, all das Gold da rauszuholen was hier noch zu Hauf stecken soll.

Das geht natürlich auf Kosten von Natur und Tourismus und die lokalen Bewohner haben sich mit allen Mitteln dagegen gewehrt und Blockaden errichtet und sich den Minern in den Weg gestellt bis die Polizei, wie bei uns das ganze dann aktiv aufgelöst hat, da es rechtlich gesehen nicht ok ist. Aber derzeit tut sich da nichts und dieser Protest scheint ein wenig von Erfolg gekrönt gewesen zu sein.

Währenddessen hat die Anti-Mining Initiative auch eine Petition in Wellington eingereicht, um per Gesetz verbieten zu lassen, dass dort wieder geschürft werden darf. Es bleibt zu hoffen, dass dies wirklich von Erfolg gekrönt ist, aber es geht ja leider doch immer eine Menge Zeit ins Land, bis sich etwas bewegt. Da ist unsere Welt schon so unter Druck und pfeift aus dem letzten Loch und so ein Haufen Lobbyisten, Politiker und Industrie-Gierschlunde kapiert es einfach ums Verrecken nicht, dass man Geld nicht essen kann und dass es einfach notwendig ist unsere Lebensweise sehr einschneidend zu ändern, um hier noch länger Gast sein zu können auf der Erde.

Aber was reg ich mich auf, weiß ja eigentlich jeder und doch geht der Gedanken gerne mal in Richtung; „Warum denn ich, sollen doch erstmal die andern…“

Ich hoffe jedoch, dass den rund 100 Industriegiganten die 70% der großen Umweltverschmutzungen begehen, mal Einhalt geboten wird und an erster Stelle dieser Schmiergeldlobbyismus mal verboten und kaltgestellt wird. Aber ein Rabe hackt dem anderen ja kein Auge aus.

Aber die Welt zeigt sich ja eh gerade in einem schwierige Zeiten Gewand und an so mancher Stelle könnte man meinen, die Menschheit hat nichts kapiert aber auch rein gar nichts…

Aber lassen wir das, es wird sonst zu politisch und das ist nicht in meinem Sinne und möchte ich hier auch gar nicht haben. Da gibt es andere Plattformen zu und hier ist nun Ende damit.

Jedenfalls bringt auch hier der Geschäftssinn, eine wunderbare Naturlandschaft in Gefahr und es wäre wirklich Schade drum.

Ich bin jedenfalls gerade an einem Schild vorbeigekommen auf dem Stand, dass es noch etwa 40 Minuten bis zum Gipfel sind und ich bin nun doch schon gute 3 Stunden unterwegs, aber genau wie bei Microsoft Windows ist die Zeitangabe eher zwiespältig gesehen und 1 Windowsminute hat rein gar nichts mit einer echten Minute gemein und genauso sind die Wanderminuten eher auf den langsamsten Wanderer gemünzt, als auf mich oder den Durschnittswanderer. Und so bin ich doch ziemlich erstaunt als ich schon 20 Minuten später vor dem Gipfel stehe und mich nur noch rund 50 Meter mannshohes Gebüsch von dem Gipfel trennen.

Das geht natürlich besonders schnell, weil ich es kaum erwarten kann und das tolle ist – es ist wirklich keiner außer mir hier. Den ganzen Weg aber der Abzweigung habe ich gerade mal drei Menschen getroffen. Ein Ehepaar um die 60, welches mir mit Ihren Nordic Walking Stöcken entgegenkam und doch sehr flott unterwegs waren für Ihr Alter und ein junger Mann um die 28, der mir kurz vor Erreichen des Gipfels begegnete.

Drum konnte ich die Aussicht da oben voll und ganz für mich genießen und die Sicht war auch sehr gut an diesem Tag und man kann ja sogar das Meer von Waihi Beach in der Ferne erkennen.

Und was hab ich mich gefreut als ich da oben ankam, ich hab gleich mal meinen MP3 Player angeworfen und volles Rohr „Shine on you crazy diamond“ von Pink Floyd laufen lassen und noch den Song „Here on my own“ und im Anschluss hab ich dann wie im Film „Last Boy Scout“ mein Freuden-Tänzchen aufgeführt und einfach nur genossen und wirklich unglaublich viele Bilder geschossen und so kam es auch, dass ich das Glück hatte die Vögel da oben so passen vor die Linse zu bekommen. Das hat das Ganze wirklich perfekt abgerundet.

Eigentlich wollte ich mir ja eine Flasche von meinem absoluten Lieblingsbier Speights Summit mit heraufnehmen, aber die wäre nur brühwarm gewesen und wie gesagt es war auch so perfekt.

Danach hatte ich dann vorgehabt wenigstens auf dem Rückweg zu versuchen, den Weg von vor 10 Jahren wiederzufinden, aber das hat auch nicht geklappt und ich hab stattdessen, die wenige hundert Meter entfernte zweite Gipfelspitze zu erreichen, was mir vor 10 Jahren nicht gelungen ist, weil ich angenommen hatte, das ich dafür von unten ganz woanders anfangen muss. Ja ja, da habe ich mich gründlich geirrt und mich dann also gleich doppelt gefreut.

Nachdem ich auch hier etliche Aufnahmen gemacht habe. Bin ich dann einem kleinen wirklich vollkommen zugewachsenen und steilen Pfad nach unten gefolgt, in der Hoffnung viel zeit zu sparen und schneller wieder unten zu sein. Denn in meiner Wasserflasche war gerade mal noch ein Glas Wasser drin und ich mittlerweile sehr durstig und auch etwas „unterwässert“.

Das kann man sehr gut daran merken, dass man leichter stolpert und unkonzentrierter wird und somit eben auch unachtsamer. Das ist dann allerdings ein schon sehr deutlicher Hinweis und richtig eilig wird es dann, wenn man alles gegen die letzte Cola in der Wüste eintauschen würde. Nun gut soweit bin ich dann glücklicherweise nicht gewesen, aber ich habe schon sehr oft an ein eiskaltes Getränk aus dem Kühlschrank gedacht.

Ich bin dann etwa 40 Minuten lang eine steile Wasserinne heruntergestolpert und nur die ganzen Pflanzen die da quergewachsen sind haben verhindert das ich mich da langgelegt habe.

Über etwaiges Ungeziefer habe ich da gar nicht nachgedacht mich aber dann doch einige Male ziemlich erschreckt, denn derzeit gibt es so viele Zikaden in Neuseeland, dass mir etliche einfach mal ins Gesicht geklatscht sind oder haarscharf an Ohr oder Auge vorbei. Die können nämlich fliegen sind aber irgendwie nicht so geübt da drin Hindernissen auszuweichen.

Meistens hört man sie nur und sie sitzen oben in Büschen oder Bäumen und machen einen Heidenlärm, aber da im Berg sitzt alles voll und da ich mitten durch gelaufen waren zufällige Kollisionen einfach unvermeidbar.

Da hat mir auch das deutsche Rum-Gefluche nichts mehr genutzt, weil ich mich zum x-ten Mal wieder erschreckt habe.

Nach diesen 40 Minuten extrem Abstieg bin ich dann auf eine alte Goldgräber-Transportstrasse gestoßen und dieser dann bis nach unten gefolgt. Meine Knochen haben mir es gedankt denn bergab habe ich die nun doch deutlich gespürt und mir wann dann doch eher nach Beendigung dieser Wanderung zumute.

Ich habe zwar durch Zufall doch noch 2 kleine Schlenker gemacht, aber jeder davon hat sich gelohnt und war mir bis dato auch noch komplett unbekannt gewesen.

Eventuell starte ich mal anders herum, um mir diesen Teil noch einmal aufmerksamer anzusehen, denn mittlerweile war mein Hirn auf nur noch zu Hause ankommen programmiert, um dort den Kühlschrank zu überfallen hrhr.

Und angefangen zu entspannen habe ich nachdem ich dieses vermaledeite Stück State Highway Nummer 2 sprich an der Straße langlaufen hinter mich gebracht hatte und bloß noch eine viertel Stunde gemütliches wandern vom Zielpunkt entfernt gewesen bin.

Die Straße zu Erik´s und Sabina´s Heim ist zwar nochmal 10 Minuten bergauf wandern, aber ich habe mich selten so über einen Kühlschrank und dessen Inhalt gefreut wie da.

Zuerst habe ich eine halbe Flasche Wasser getrunken, dann eine eiskalte Cola mit Stevia gesüßt, dann einen ordentlichen Schluck Kokosnusswasser mit Melone und Limette gemischt und dann abschließend 2 eiskalte kleine Bier.

Ja, das geht auf einmal in einen ausgewachsenen Kerl rein, allerdings sollte dann auch jede Dame mit Anstand abwesend sein oder wenigstens keines falls vor einem stehen, weil sich in den nächsten 5 Minuten eine ordentliche Anzahl an 1a Rülpsern angesammelt hat, dass der stärkste Maurer blass geworden wäre.

Obwohl auch hier möchte ich noch anmerken, dass der beeindruckendste Rülpser, den ich in meinem Leben bislang gehört habe, von einer kleinen etwa 1,55m Großen, langhaarigen wunderschönen italienischen Studentin zu hören war, als ich damals in Heidelberg im Neuenheimer Feld Hausmeister Zivi gewesen bin und ich Abends mit Studenten in einem der Wohngemeinschaften ein Bier getrunken habe, wo eben auch besagte Italienerin anwesend war.

Ich habe keine Ahnung, wie es möglich so einen Rülpser aufs Parkett zu legen, wo schon allein der Resonanzkasten bei einer so kleinen zierlichen Person gar nicht vorhanden ist.

Drum so eklig das vielleicht auch mancher finden mag, Frauenkönnen es auch und zwar sehr gut und manchmal ist es einfach nur befreiend und auch ein toller Sport 😉

Den Sonntag am nächsten Tag, habe ich allerdings dazu nutzen müssen, die Knochen etwas zu schonen und vor allem den Muskelkater in den Beinen zu besänftigen, aber ich bin so froh und stolz das gemacht und geschafft zu haben…einfach wunderbar. Und ich hätte diese Wanderung mit einigen von Euch gerne zu zweit gemacht und es geteilt, aber das kann ja immer noch werden, denn Wunder geschehen ja immer wieder.

Die letzten Bilder nach dem leuchtenden Gras in der Sonne sind ein paar Bilder aus meiner letzten Woche in Paeroa und haben nichts mit meiner Karangahake Wanderung zu tun, aber es war mir irgendwie ein Bedürfnis sie mit anzuhängen und Euch zu zeigen.

Eigentlich könnte ich täglich etliche Seiten füllen, aber dann käme ich ja auch zu gar nichts mehr, aber es macht mir einen Heidenspass Euch von hier zu berichten und ich hoffe auch Euch ist es nach wie vor eine Freude von mir zu hören.

Vielleicht steht ja schon in einigen Tagen die nächste Überraschung ins Haus. Und ansonsten schaue ich natürlich wieder, dass ich etwas erlebe was ich mit Euch in Form des nächsten Blogs teilen kann. Mal sehen wann es wieder soweit ist. Ich wünsche Euch jedenfalls eine tolle Woche, viel Gesundheit und Glück und vor allem Liebe.

Passt auf Euch auf – Euer Chris


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