Xilitla 3


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September 13th 2015
Published: September 13th 2015
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Samstag war das, was Diana als día tequilero bezeichnet, als einen Tag, an dem man am besten garnichts macht und sich ansonsten dem Konsum von Tequila hingibt. Geschlafen bis halb 10, gefruehstueckt unter wolkenschwerem Himmel, und kurz vor dem Aufstehen vom Tisch fing es an zu regnen, leicht und fein. Wir sind ins Dorf gegangen, um die bereits erwaehnte Waesche abzuholen, und um ein paar Einkaeufe zu machen. Wir hatten die Wahl, bei geschlossenem Regenschirm langsam nass zu werden, oder mit geoeffnetem Schirm staendig an irgendwelchen Pflanzen, Draehten, Autos, Dachvorspruengen oder Leuten haengen zu bleiben. Diana hat bei einer alten Frau, die am Hauptplatz, dem Zócalo, auf dem Boden ihr bescheidenes Sortiment ausgebreitet hatte, ein paar winzige Roeschen mit Wurzelballen eingekauft, die sie spaeter Dalila schenkte. Die Bluemchen waren kleiner als Gaensebluemchen und wurden zum Transport nicht etwa in eine der allgegenwaertigen Plastiktueten, sondern in ein Bananenblatt eingewickelt. Dann sind wir zurueck ins Hotel, haben einen Kaffee getrunken und den Blog zum Vortag getippt. Dann kam Alejandro mit dem Vorschlag, uns seine Kaffeeplantage und das neue Hotel zu zeigen. Zusammen mit Fausto, dem Factotum von Hotel und Plantage, mit Alejandro und Dalila haben wir uns in seinen Pickup mit Doppelkabine gequetscht, und Neu, der weisse Labrador, kam auf die Pritsche. Neu heisst auf katalanisch Schnee und wird Ne-u ausgesprochen. Auf der 10-minuetigen Fahrt kamen wir an 2 Autounfaellen vorbei, die Strasse war durch den Nieselregen rutschig geworden. Alejandro fuhr nicht schneller als 40. Die Plantage erstreckt sich ueber 2 Hektar, er hat in der Naehe noch eine weitere. Unterhalb von zwei Kompostbergen und einer Huette geht es steil den Hang hinab. Es gibt viele Baeume, Bananenstauden, Orangen, und zwischendrin die Kaffeestraeucher. Viele Setzlinge sind knie- bis huefthoch. Idealerweise sollten sie brusthoch sein, dann tragen sie am meisten. Die Kaffeekirschen sind noch gruen, bald werden sie rot sein und erntereif. Kaffee sollte im Halbschatten stehen, daher die anderen Baeume. Bestimmte Bodenpflanzen duengen den Boden, verhindern die Ausbreitung von Unkraut und beugen Schaedlingen vor. So kommt Alejandro ohne Chemie aus. Einige wenige Kaffeekirschen waren schon rot. Sie schmecken suess, haben aber nur wenig Fruchtfleisch, und dann bleiben 2 Kaffeebohnen uebrig, die in eine schleimige Schicht eingehuellt sind. Wir haben uns ein paar Bohnen mitgenommen, mal sehen, ob in Baden der Kaffee gedeiht.
Etwa 1 km weiter bauen Alejandro und Dalila (sie sind bereits um die 70!) gerade ein neues Hotel. 4 Zimmer sind kurz vor der Fertigstellung, 8 Zimmer sollen es einmal werden. Es wendet sich an Gaeste, die die unberuehrte Natur suchen und z.B. Voegel beobachten wollen. Man hat einen zauberhaften Blick ueber das gruen ueberwucherte Bergland. Es gibt einen Dschungelgarten zum Lustwandeln zwischen loechrigen Felsbrocken, fuer die chinesische Mandarine ein Vermoegen gezahlt haetten. Wenn alles klappt, soll es im Dezember eroeffnet werden. Dalila hat jedenfalls schon einmal Dianas Roeschen eingepflanzt, sie sollen sich vermehren und ausbreiten.
Nach der Rueckfahrt sind wir zum Essen ins Dorf gegangen. Ein Restaurant mit ueberdachter Terrasse, es nieselt leicht. Gegen das wolkenverhangene Abendlicht gibt es nur noch hell, dunkel und gruen. Danach haben wir erfolgreich die Waesche abgeholt, ein kg 12 Pesos = 60 Cent.
Am Abend haben wir uns einen Videofilm ueber Edward James aus Alejandros Archiv angesehen. Dazu Chips und Bier.
Ins Bett, gelesen, einen Whisky.

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