[Tripreport] Nordspanien (FMM-GRO-FMM) mit Ryanair


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May 5th 2009
Published: July 5th 2010
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Für das verlängerte Mai Wochenende war eigentlich relaxtes Biergartenvergnügen in München angesagt, aber es sollte anders kommen. Durch Aktionen von Ryanair angelockt haben wir uns entschieden, die drei freien Tage im Norden von Spanien zu verbringen. Also investierte ich die 3 Maß Bier und das knusprige Händl in einen Return-Flug mit Ryanair. Genauer gesagt, sollte es am 1. Mai von Memmingen in Richtung Girona und am 3. Mai wieder zurück gehen.
Da ich erst vor einem Jahr Barcelona besichtigte, suchten wir für diese Kurzreise was neues und da Girona nah an den Pyrenäen liegt, war das Reisegebiet schnell gefunden. Aber dazu später mehr.



Abflug in Memmingen war mit 14:50 Uhr vorgesehen, von München sind es zwar nur gute 100km Richtung Westen, aber wir rechneten mal mit einer Gesamtfahrzeit von ungefähr 2h + Puffer. Und so kam es dann auch, kurz vor Memmingen, an der noch immer währenden Baustelle, standen auch wir ein paar Minuten in der Sonne. Durch ortskundige Begleitung und noch genügend Zeit bis zum Abflug bot sich ein Abstecher zum Subway in Memmingen an. Gestärkt ging es anschließend innerhalb von nur wenigen Minuten auf den Memmingerberg, die Ausschilderung ist nicht zu übersehen und auch der Parkplatz war recht schnell gefunden. Der Langzeitparkplatz war gut gefüllt, aber bot uns trotzdem noch reichlich Platz ohne länger suchen zu müssen. (Das dieser Parkplatz scheinbar doch nicht groß genug ist, konnte man bereits im Memmingen Post nachlesen.) Der Fußweg von ca. 10 Minuten zum Terminal ist hinnehmbar, viel weiter ist es in München, wenn man in einem der riesigen Parkhäuser parkt auch nicht, dafür besticht hier der Tagesparkpreis von 3,5 Euro.

So konnte das Abenteuer Kurzurlaub mit Ryanair für uns beginnen. Für mich war es nebenbei der erste Flug in einem richtigen Low Cost Carrier und ich war auf einiges vorbereitet (Ich wurde nicht enttäuscht). Das fing gleich bei der Sicherheitskontrolle mit dem Wiegen des Gepäckstückes an, dass auch keiner mehr als 10 kg mitnimmt. Dafür war ich erstaunt, welche Mühe man sich mit den ausgedruckten Online Boarding Karten gegeben hat. Die wurden nicht einfach in der Mitte zerrissen, nein hier wurde mit einer Schere das Blatt Papier in Zwei annähernd gleich große Teile zerteilt und dann mittels Klammer wieder verbunden. Auch wurde bemängelt, dass meine transparente Tüte, welche die Flüssigkeiten beinhaltet, sich nicht schließen lässt. Ich glaube ich habe so laut gestöhnt das ich hier großzügigerweise keine neue Tüte kaufen musste. Penibel wurde auch darauf geachtet, dass sich alles in einem Gepäckstück befindet, so mussten teilweise die extra Jacken noch im Rucksack verstaut werden.


Das Terminal in Memmingen kann man als klein aber fein beschreiben. Nach dem Sicherheitscheck findet man 3 etwa gleichgroße Gatebereiche, davon einer abgetrennt mit der Möglichkeit zur Passkontrolle. Der größte Vorteil dieses Flughafens, ist die direkte Nähe zum Rollfeld, das Flugzeug sollte nur wenige Meter vom uns entfernt parken. Ein Traum für jeden Flugfreund, auch wenn es sich hierbei nur um eine 737-800 von Ryanair handelt. Da am 01. Mai mit einer der ersten Ryanairflug überhaupt starten sollte, war die Anspannung beim Personal doch leicht zu spüren. Der Flughafenchef war bemüht den Ryanairverantwortlichen (ich nenn ihn einfach mal so) zu umsorgen. Nur die automatisch nach Uhrzeit eingestellte Anzeigetafel sollten bei Gelegenheit wieder durch manuellen Betrieb bedient werden: So führte die Anzeige bereits das Boarding durch obwohl noch kein Flugzeug zu sehen war. (Das es hier am Terminal eng werden kann, haben andere Bereits hier beschrieben, davon haben wir "vorn" am Gate nichts mitbekommen.)

Mit etwas Verspätung landete unsere Machine, die uns nach Girona bringen sollte dann in Memmingen und wurde direkt vor das Terminal geführt. Ich habe die aussteigenden Passagiere nicht gezählt, aber ca. 130+ zahlende Ryanairgäste waren es bestimmt. Nachdem das Personal dann auch noch ein Hinweisschildchen Priority-Boarind links und der Rest rechts aufgestellt hatte konnte es losgehen.


Nächste Erfahrung die ich wiedererlernte: "Drängeln hilft". Ich muss gestehen, dass ich es mir abgewöhnt habe gleich beim ersten Aufruf auf den Ausgang zu stürmen, ich habe ja eh meinen Sitzplatz. Hier ist das leider etwas anders, also rein ins Getümmel, denn die ca. 10 Priority Gäste waren schnell abgearbeitet: Nach dem Abreisen des mühsam zusammengeklammerten Online Boardingpasses stand man auch schon auf dem Rollfeld und konnte sich nun den Eingang aussuchen. Über den Hintereingang ging es dann auf direkt auf Reihe 27. Erstaunlicherweise wollte der Zustrom der Mitflieger nicht enden, dabei war der Gatebereich nicht so übermäßig befüllt. So kam es dann auch, dass der Flieger fast bis auf den letzten Platz gefüllt war. Ein Platz, nämlich der zwischen unserem Gang und Fensterplatz bliebe frei, aber ich glaube das war der einzige auf diesem Flug.

Ryanair nach London:

Zaungäste beim Abflug:

Flug über Genf:

Anflug über die Spanische Mittelmeerküste:


Die 747 von British Airways ist in der Economy schon recht eng, aber Ryanair ist hier noch besser, was das ausnutzen von Platz angeht. Mit meinen 1,75m Körpergröße ist das gerade noch zu ertragen, aber ich möchte wirklich nicht größer sein. Auch der freie Mittelplatz sorgte für ein wenig mehr Platzfreiheit. Mit der kostenlosen Zeitung aus dem Terminal und dem freien Ryanair Werbe Bordmagazin konnte man die 1,5h Flugzeit gut überbrücken.

Trotz des leicht verspäteten Starts waren wir pünktlich in Girona. Nach einer interessanten Landung, welche durch böigen Wind verursacht wurde ging es übers Flugfeld ins Terminal und 5 Minuten später waren wir schon am Mietwagenschalter.

Impressionen von Girona:


Eine weitere halbe Stunde später befanden wir uns mit einem nagelneuen VW Polo auf den Weg nach Ribes de Freser, dem ersten Etappenziel in den Pyrenäen. Geplantes Highlight für den nächsten Tag, war die fahrt in das Nuria Tal mit dem darauf beheimateten Sanktuarium.

Der fahrbare Untersatz:


Fahrt in die Pyrenäen:




Wer einen Vergleich sucht, kann dies hier mit der Zugspitze vergleichen, vielleicht alles eine Nummer kleiner, ausgenommen die Anzahl der Touristen. Wir entschieden uns, Aufgrund der wenigen verfügbaren Zeit gleich auf die erste Bergfahrt um 09:20 Uhr zu setzen. (Kleiner Tipp am Rande, Hotels in der Gegend verkaufen die Tageskarten mit einem Rabatt von 10% was immerhin 2 Euro weniger pro Person bedeutet). Ein Unterschied zur Zugspitze ist auch die Geschwindigkeit der Zahnradtriebwagen beim Ersteigen des Berges. Rein Gefühlsmäßig geht das viel zügiger von Statten, so erreicht man nach 40 Minuten die Bergstation. Im Tagespreis ist auch die "Telecabina" inbegriffen, die noch mal 300m höher auf den Berg führt, welcher dann einen beeindruckenden Blick auf das Tal freigibt. Das dieser Berg ein Touristenmagnet ist, sieht man spätestens ab 11 Uhr, wenn 4 vollbesetzte Triebwagen die Touristen auf den Berg befördern. Beim Runterfahren sollte man daher vorher den Lokführer fragen, ob er denn auch komplett ins Tal fährt oder nicht schon eher abbiegt. Alles in allem eine wunderschöne Landschaft, auch wenn es mit 4 Grad Celsius vielleicht nicht gerade Sommerlich anmutet:

Nuria Tal:






Etappenziel für den heutigen Tag war ein Hotel in der Nähe von Montserrat, mit einem kleinen Umweg über Andorra. Da wir uns eh gerade in den Pyrenäen befanden wählten wir den direkten Weg über die Passstrasse. Eine geniale Landschaft zeichnet sich hier ab dazu eine super ausgebaute Passstrasse und kaum Touristen. Leider fehlten an der Strecke Parkplätze wo man eine Pause einlegen konnte, wir entschieden uns dann für eine Pause vorm Passhotel.

Nach passieren der hochgesicherten Polizeisperre stand Andorra auch nichts mehr im Weg. Zu Andorra gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, ist halt eine Kleinstadt die Ihren besonderen Scharm hat, ob der nun gut oder schlecht ist, lass ich mal dahingestellt.

Andorra:







Über weiterhin gut ausgebaute Landstrassen erreichten wir dann am Abend unser Hotel kurz vor Barcelona mit einem Blick auf den Montserrat.


Nach dem abendlichen Wein auf der Terrasse des Hotels war dann ein sehensreicher Tag vorbei. Ähnlich wie am Vortrag entschieden wir uns auch beim Besuch des Montserrat recht früh das ganze zu erreichen, was sich im Nachhinein als Goldrichtig herausstellte, zumindest für all die Besucher welche mit dem KFZ anreisen. Denn die Parkplätze, direkt bei Montserrat sind begrenzt und waren bei unserem erreichen gg. 10 Uhr schon zu 75% gefüllt. Sollte man zu einem Späteren Zeitpunkt diese sehr imposante Einrichtung besuchen wollen, ist die 2003 wiedereröffnete Zahnradbahn welche direkt in das Zentrum von Montserrat fährt unschlagbar.










Nach einem Besuch des großen M ging es zurück zum Ausgangspunkt. Auch die Tankstellensuche wurde mit dem Navigationssystem erfolgreich absolviert. (Das war komplizierter als erwartet!) Sicherheitskontrolle im Terminal war überhaupt kein Problem, über die Qualität lasse ich mich jetzt hier mal nicht aus.

Der Traum von Ryanair:



Durch die großen Panoramafenster im Terminal hat man einen guten Blick auf das Flugfeld und kann sich das Treiben der Ryanair Basis recht gut anschauen. Pünktlich ging es dann mit dem Boarden los und alles Stürmte, wie bereits in Memmingen gelernt, auf das Gate zu. Da hier keine Priority Gäste vertreten waren ging es auch direkt mit den "normalen" Passagieren los. Online Ticket zerreisen (hier keine Schere im Einsatz), Treppe runter, aus dem Terminal raus und nach 50 Metern wieder ins Flugzeug rein. Meiner Ansicht nach, ist das einer der wenigen Vorteile eines Regionalflughafens, wenn man sich als Vergleich in München den Transfer vom Gate zu einem der Außenparkplatz anschaut. Natürlich hebt sich das wieder auf, wenn die Maschine am Finger steht ;-) Die Reisenden an Bord waren überwiegend am Freitag mit uns schon mit nach Girona geflogen, nur war jetzt mehr teilweise mehr Platz an Bord.

An Bord gab es dann noch eine lustige Szene, als eine ältere Mitreisende der Stewardess erklären wollte, dass das Spaltmaß des Overhead-Lockers zu groß sei. Recht lustig mit anzusehen ;-)

Nach 1h 35 Minuten Flugzeug (übrigens genau, wie vom Piloten vorm Start Prophezeit) waren wir dann in Memmingen gelandet. Die Stewardessen, hatten leider noch etwas Probleme bei der Aussprache des deutschen Namens Memmingen, aber mit ein bisschen Übung wird das in Zukunft noch besser ;-) Am Boden standen schon 2 TuiFly Maschinen, hier ebenfalls eine Maschine an der Außenposition, so dass unser Flieger wieder direkt ans Terminal fahren durfte.

Tuifly ist bereits vor Ort:


Der Rest ist Formsache: Raus aus dem Flieger, 10,50 Euro für 3 Tage Parken bezahlt und ca. 1,5h nach München gefahren.

Kommen wir zu meinem kleinen Fazit:

Flughafen Memmingen:
Wie bereits beschrieben ein kleiner und feiner Regionalflughafen, der sich für mich aber nur lohnt, wenn der Flugpreis wirklich günstig ist. Bei 3 parallel abgefertigten Flügen ist der Platz wirklich eng bemessen, liegt aber gerade noch im Bereich des Machbaren. Die kostenlosen regionalen Zeitungen sind ein nettes Gimmick.

Ryanair:
Fast alle vorbereiteten Ereignisse sind eingetreten, also war ich weder positiv noch negativ überrascht. Sollte es sich umgehen lassen, werde ich wohl auf diese Fluggesellschaft verzichten, aber wenn ich mal in die Prärie fliegen will und der Preis stimmt, dann wird es wohl wieder Ryanair werden.

Nordspanien:
Hat mich persönlich sehr überrascht, nicht nur was die Landschaft angeht sondern auch in Sachen Infrastruktur. Super ausgebaute Strassen, gepflegte öffentliche Toiletten fast überall und nette Spanier fast überall, nur mit den English hackt es ab und zu, aber mein Spanish ist ja auch nicht vorhanden. Die Entscheidung Größtenteils auf Autobahnen zu verzichten, hat sich als richtig herausgestellt. Geht (fast) genauso schnell nur ist die Fahrt dabei um ein vielfaches Entspannter.


Hoffe der kleine Tripreport hat gefallen und dient ggf. als Anregung für einen Trip nach Nordspanien.
Vielen Dank an Crowd für die Organisation der Reise und für einige der hier verwendeten Bilder.

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