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November 5th 2016
Published: November 8th 2016
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Basilica di Sant'Ambrogio
Tag 87 - Regen in Milano!

Bea hatte eigentlich um acht aufstehen wollen, doch nachdem sie ihren Wecker bestimmt zehnmal ausgestellt hatte, weil sie so müde war, wurde es dann doch später. War jedoch auch nicht so schlimm, denn es regnete. Hahaha, und am Vortag hatte ich noch vorgeschlagen, mal nach der Wettervorhersage zu schauen, doch Bea hatte erwidert, es hätte den ganzen Sommer nur zweimal geregnet und wenn es dann mal der Fall war, würden alle schon Tage vorher davon reden…
Als wir schließlich um zehn frühstücken wollten, wurde gerade die Küche geputzt, und so aßen wir im Zimmer. Beas Zimmernachbarin (die übrigens aus Emilia-Romanga stammte und Villa Minozzo kannte) war nun auch da; sie war in der Nacht zurückgekommen, aber wir hatten sie beiden nicht gehört. Nun frühstückten wir alle zusammen, und ich kam dann doch noch ein bisschen zum Italienisch reden, wobei die Zimmernachbarin dann auch viel Englisch redete, weil Bea immer (vermutlich auch automatisch) wechselte. Wir tranken Tee, ich aß Müsli und Bea ein paar Zwieback mit Marmelade.

Dann machten wir uns auf den Weg. Wir fuhren wieder ein Stück Richtung Innenstadt und liefen ein bisschen; ich hatte ja meinen Regenschirm dabei und sie hatte sich den von ihrer Zimmernachbarin geliehen. Dann zeigte mir Bea die Basilica di Sant’Ambrogio im romanischen Stil. Es gab mehrere Altare darin, einer davon aus purem Gold und mit Edelsteinen besetzt sowie Schreine von Heiligen - da wusste sie auch eine Menge zu berichten.
Auf unserem Weg ins Zentrum kamen wir außerdem an einer Kirche vorbei, die sie gerade restauriert und jetzt erst wieder eröffnet hatten – hierbei handelte es sich um die Chiesa di San Maurizio. . Überall an den Wänden und an der Decke waren Bilder, die die Bibelgeschichten darstellten. Da erkannte ich dann auch einige wieder, endlich, denn ich hatte meist keine Ahnung, wenn Bea mir von den ganzen Heiligen und Festen erzählte – aber ich war ja auch nicht katholisch. Sie war total begeistert von der Kirche, denn sie kannte viele der Gemälde und ihre Maler – in Sachen Kunst kannte sie sich wirklich gut aus!

Anschließend gingen wir uns im Zentrum etwas zu Essen holen. Bea brachte mich zu einem Take-Away-Laden, der wohl die Snackbar in Milano war, wo alle hingingen. Hier gab es nämlich Panzerotti –wie eine Art Calzone, nur frittiert – die wir mit Tomate-Mozzarella gefüllt aßen. Danach holten wir uns noch ein Eis nebenan.

Dann war es auch schon wieder Zeit – nachdem wir noch einen letzten Blick auf den Dom geworfen hatten - zurück zum Studentenwohnheim zu fahren. Wir holten nur kurz meine Sachen und mussten dann auch sofort den Zug zur Station Porta Garibaldi nehmen, von der um 14.40 Uhr mein Zug fuhr. Dort hatten wir noch genug Zeit, eine Karte zu kaufen (das war nämlich das Souvenir, das ich mir aus einigen Städten mitgenommen hatte) und das richtige Gleis zu finden. Der Zug war bereits da und Bea half mir noch, meine Reisetasche zu verstauen. Dann mussten wir uns auch schon wieder verabschieden – aber wir würden in Kontakt bleiben!

Im Zug hatte ich dann genug Zeit, meinen Blog zu schreiben. Ich musste nur einmal in Chambery-Challes umsteigen. Dort hatte ich eine halbe Stunde Aufenthalt. Als ich das Bahnhofsgebäude betrat, fiel mein Blick als erstes auf ein Klavier, das direkt am Eingang stand. „À vous de jouer“ stand daneben. Fühlte ich mich dadurch jetzt angesprochen?
Neben mir bestaunte gerade eine ältere Dame ebenfalls das Klavier. Sie machte einen Kommentar, von wegen, dass das ja eine schöne Idee sei, und so kamen wir ins Gespräch und unterhielten uns bestimmt zehn Minuten lang. So konnte ich mein Gehirn gleich ein bisschen ans Französische gewöhnen. Die häufigsten Wörter wie „sì“ statt „oui“, „perché“ statt „parce que“ und „così“ statt „comme ca“ rutschten mir jedoch immer wieder dazwischen. War jedoch nicht so schlimm, denn die Dame war zwar Französin, doch lebte nun seit ein paar Jahren in Italien und war auf dem Weg, ihre Familie zu besuchen.
Nachdem wir uns verabschiedet hatten, konnte ich der Versuchung dann doch nicht wiederstehen und setzte mich ans Klavier. Ich hatte mich erst nicht getraut, ich meine, da waren ja Leute und ich konnte ja eigentlich noch gar nicht wirklich spielen. Doch dann dachte ich mir, hier kennt mich ja eh keiner, und begann mit „Le Onde“.
Als ich danach noch „Nuvole Bianche“ gespielt hatte, sprach mich ein Mann an, der mir anscheinend die ganze Zeit über zugehört hatte Er kannte das Stück und sprach den Namen allerdings französisch aus. 😉 Ich fragte, ob er auch spielen wolle, und dann spielte er den Titelsong aus der „Fabelhaften Welt der Amélie“ von Yann Tiersen.
Richtig schön, das war irgendwie ein ganz besonderer Moment und ich konnte gar nicht aufhören zu lächeln, als ich kurz darauf in den Zug nach Annecy stieg.


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Chiesa di San Maurizio
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Letzte Woche noch im Meer geschwommen und schon liegt Schnee - wo ist der Herbst geblieben? ;)
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Das klingt nach einer Ermunterung :)


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