My Eurovision: Workaway in Europa - Visit 1 - Milano


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November 4th 2016
Published: November 8th 2016
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Tag 86 – Mit Bea durch Milano

Jetzt habe ich schon so viele nette Menschen im Laufe der ersten drei Monate meiner Reise getroffen, dadurch viele Kontakte geknüpft und auch euch von vielen Leuten erzählt. Die meisten werde ich vermutlich nicht wiedersehen und vielleicht irgendwann ihre Namen vergessen.
Doch manche werden für immer in meiner Erinnerung bleiben, denn das sind die, mit denen ich die Erinnerung wirklich teile, mit denen mich etwas verbindet.
Eine von diesen Personen ist Bea. Denn sie versteht. Wenn ich mit ihr über Drejø rede, dann ist unsere Zeit dort wie ein gemeinsamer Schatz, den wir in unserm Herzen tragen. Denn wir haben die Magie dieses besonderen Ortes gemeinsam erlebt.
Und nun hatte es sich doch tatsächlich ergeben, dass wir uns wiedersehen konnten. Sie studierte in Milano, und das lag genau auf der Strecke zu meinem nächsten Workaway-Platz in Frankreich. So hatte ich ihr geschrieben und sie hatte es dann tatsächlich möglich machen können, dass ich eine Nacht bei ihr im Studentenwohnheim bleiben konnte – perfekt!

Um 14.25 Uhr erreichte ich Milano Centrale. Wir hatten uns eigentlich am Ausgang verabredet, doch als ich ausstieg, entdeckte ich Bea schon am Anfang des Gleises – sie hatte gesehen, wo mein Zug ankam.
Nun nahmen wir zuerst die U-Bahn und dann noch für zehn Minuten einen Regionalzug, um zum Studentenwohnheim zu gelangen.
An der Rezeption musste ich meinen Personalausweis hinterlegen; es war wohl normalerweise auch gar nicht so einfach möglich, Besucher zu haben, und sie hatte mir eine Erlaubnis besorgt, weil ich mit ihr „lernen“ musste.
Wir stellten mein Gepäck im Zimmer ab und machten uns dann auf den Weg in die Stadt.

Dazu mussten wir dann wieder mit dem Zug und der U-Bahn fahren – echt kompliziert, bei der Station Porta Garibaldi hatten sie sogar mehrere Plattformen – und ich fütterte den Ticket-Automaten mit meinem ganzen Kleingeld.
In der Altstadt angekommen zeigte mir Bea dann das Schloss, denn Triumphbogen (sah fast so aus wie der Arc de Triomphe in Paris, auch mit einer großen Straße dahinter) und eine Kirche.

Außerdem gingen wir natürlich zum Duomo, dem großen Dom, der wohl eines der bekanntesten Wahrzeichen Milanos war. Er war im gotischen Stil gebaut (erinnert mich jetzt irgendwie an den Dom in Magdeburg beim Sprachwettbewerb – gothic style ^^).
Er war wirklich riesig und es gab einen Eingang für Touristen (mit Eintritt) sowie einen Seiteneingang, den man fürs Gebet betreten konnte und dann auch nur einen Teil der Kirche zu sehen bekam; Fotos waren auch verboten. Wir stellten uns dort an; ich wollte ja schließlich auch nur mal kurz reingucken. Wir mussten unsere Taschen öffnen und wurden von Männern in Armee-Uniformen abgetastet, bevor wir eintreten konnten. Bea meinte jedoch, dass heute irgendeine Einsetzungszeremonie oder so war, und die Sicherheitsmaßnahmen deshalb wohl verstärkt seien. Die Decke war ganz hoch und der Anblick war schon echt gewaltig. Wir setzten uns kurz hin und so konnten wir alles in Ruhe bestaunen.

Anschließend gingen wir durch eine große Passage mit Malerei auf dem Boden und einer großen Glaskuppel. Mittlerweile wurde es auch schon langsam dunkel und so war alles schön beleuchtet. Ich sah das Rathaus und das Teatro alla Scala (wohl weltberühmt) und Bea war wirklich besser als jeder Tourguide. Sie kannte sich so gut aus, was Architektur anging, da sie Kunstgeschichte in der Schule gehabt hatte. Sie wusste zu allen der wichtigen Gebäude eine Menge zu erzählen; ich war echt beeindruckt!
Daraufhin führte sie mich in ein nettes Kneipenviertel namens Brera, mit schmalen Gassen und unzähligen Restaurants. Es war schön, einfach überall herumzulaufen und sich alles anzusehen.

Milano ist übrigens die zweitgrößte Stadt Italiens, und die Kulturhauptstadt. Dementsprechend war sie auch ziemlich groß, und es gab ein riesiges Straßenbahn, U-Bahn und Zug-Nahverkehrsnetz. Und auch die Häuser waren riesig. In den Straßen, durch die wir gingen, konnte man auch überall die alten Hausfassaden bewundern.

Als nächstes gingen wir in die Neustadt. Wir gingen eine große Einkaufsstraße entlang, auf der sich eine Menge teurer Läden befanden, und gelangten nach einer Weile zur Porta Garibaldi.
Dort befand sich ein großer Platz, der umgeben war von riesigen Gebäuden, die wohl erst vor drei Jahren fertiggestellt wurden. Auf dem Platz gab es kleine Wasserspiele mit Musik und alles war illuminiert. Wir holten uns ein Eis und setzten und dort auf eine Mauer.
Dann gingen wir ein kleines Stück auf dem längsten Fußgängerweg der Stadt entlang – 2100 m – der wohl auch gerade erst fertig gestellt worden war. Wir sahen ein immenses Bürogebäude von Uni Credit – also ich als Dorfkind würde das ja schon als Skyscraper bezeichnen – und ein paar riesige Villen (waren allerdings alles einheitliche, dunkle Betonklötze) sowie das zugehörige Parkhaus. Bea erzählte mir, dass eine Bekannte von ihr wohl mal Essen gehen war und in der Eile ohne nachzudenken ihr Auto dort für zwei Stunden abgestellt hatte – 35 €, unglaublich!

Nun gingen wir zur Station Porta Garibaldi, um von dort aus die U-Bahn in ein anderes Viertel zu nehmen. Es war von Kanälen durchzogen und auch hier reihte sich ein Restaurant ans andere. Am Wochenende war hier wohl normalerweise der Bär los, aber heute war es recht ruhig.
Wir kamen an einem Wagen vorbei, wo sie umsonst Bruchette anboten –hierbei handelte es sich um Proben von Olivenöl auf einem Stückchen Baguette. Das musste man doch mitnehmen! Hinter uns in der Schlange stand eine Gruppe Jungen. „Hey guys, is this really for free?“, fragten sie. Wir versicherten ihnen, dass es umsonst war. Sie kamen aus Holland und wollten auch gleich noch von Bea wissen, wie man „wie geht’s“ auf Italienisch sagte.
Bea zeigte mir einen niedlichen Innenhof, wo sich einige Ateliers befanden. Dahinter war ein großes Wohnhaus, das wohl früher zum Beispiel Immigranten als Unterkunft gedient hatte – damals gab es eine Menge Apartments aber auf jeder Etage nur ein Badezimmer.
Danach gingen wir noch zu einem größeren Kanal, wo wir uns für eine Weile ans Ufer auf eine Bank setzten und uns unterhielten. Dauernd kam irgendjemand vorbei und wollte uns Rosen und Ähnliches verkaufen. Es war lustig, denn ich sagte automatisch „Non, grazie“, während Bea „No, thank you“ sagte – sie war gedanklich wohl so ins Englische vertieft. Wir hatten von Anfang an gleich Englisch gesprochen, weil wir das ja in Dänemark auch so gemacht hatten, und es war irgendwie auch ganz schön, weil das für mich mittlerweile wie Deutschreden war – einfach drauf los, ohne nachzudenken. Allerdings hätte ich schon ganz gerne auch Italienich gesprochen, war ja meine letzte Gelegenheit für die nächste Zeit.
Schließlich wurde es kühl und wir machten uns auf dem Rückweg zum Studentenwohnheim.

Mittlerweile war es auch schon nach neun und wir gingen in die Gemeinschaftsküche, um etwas zu Essen zu machen. Bea hatte Gnocchi und grünes Pesto gekauft; außerdem aßen wir Borro (Büffelkäse mit Hüttenkäse-artigem Kern)mit Olivenöl und machten einen Salat mit Tomaten und Zwiebeln.
Anschließend setzten wir uns aufs Bett und sie zeigte mir die Fotos von ihrem Workaway-Monat in Irland, die ich unbedingt sehen wollte. Wir aßen dann auch noch besondere Mandelkekse zum Nachtisch, die es wohl nur in der ersten Novemberwoche anlässlich eines bestimmten Festes zu kaufen gab.
Schließlich gingen wir schlafen. Sie hatte sich ein Lager auf dem Boden gebaut und mir ihr Bett überlassen – also das wäre aber wirklich nicht notwendig gewesen!


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Will irgendwer Klopapier kaufen? Ist im Sonderangebot... ;)


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