My Eurovision: Workaway in Europa - Step 7: Paris


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November 29th 2016
Published: November 30th 2016
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Tag 111 – Passage Jouffroy (9e Arrondissement)

Heute standen wir schon etwas früher auf und fuhren mit dem Rad ein paar Straßen weiter zu einem Wohnkomplex, von dem Françoise Vermieterin war. Sie warnte mich extra, das Fahrrad sei sehr speziell, wenn man rückwärts trete, halte es an - na, umso besser! Im Stadtverkehr war es doch schon hilfreich, wenn mein Bremsreflex auch eine Bremsung herbeiführte. Anscheinend waren die hier keine Fahrräder mit Nabenschaltung gewöhnt… 😉
Während sie ein Gespräch hatte, fegte ich die gesamte Garage und die Auffahrt. Es war so minus ein Grad heute, aber ich hatte mich zum Glück warm genug angezogen. Eigentlich wollte Françoise hinterher noch schnell mit mir ein paar Unkräuter zwischen den Steinen entfernen, aber ihr war es sogar durch die Arbeitshandschuhe zu kalt, ich hatte gar keine an, da ich nur meine normalen mithatte, und so blies sie zum Aufbruch.
Zuhause polierte ich dann das ganze restliche Tafelsilber fertig.
Danach bügelte ich noch eine Handvoll Sachen, und hatte um zwölf frei.

Nach dem Mittagessen fuhr ich mit dem Zug und der M12 bis zur Station Pidalle. Von dort aus machte ich einen Spaziergang durchs 9. Arrondissement, den ich in einem
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Garage fegen
Reiseführer von Françoise gefunden hatte. Der Reiseführer hatte es irgendwie vor allem auf Häuser mit den schönen Fassaden beziehungsweise auf den historischen Hintergrund zu den verschiedenen Nummern abgesehen. Ich hatte das Buch aber gar nicht mitgenommen, war ja etwas unpraktisch, und mir stattdessen nur den Plan abfotografiert. Da ich die automatische Bildschirmdrehfunktion ausgestellt hatte, konnte ich mein Handy wie eine kompakte Karte benutzen, und fand auch alles ohne Probleme. War einfacher als mit Maps.me, weil da manchmal nicht ganz klar war, ob man jetzt nach links oder nach rechts abbiegen musste - die Karte richtete sich nämlich nicht in die richtige Richtung aus.
Ich kam an der Moulin Rouge vorbei, wo auf Monitoren Angebote für Show-Dinners zu einem Preis für über zweihundert Euro angeboten wurden.
Der Reiseführer schickte mich immer wieder in kleine Seitenstraßen, um dort irgendwas zusehen (was ich mir dann selbst ausrechnen musste, ohne Buch) und dann wieder zurückzugehen.
In der Rue Ballu entdeckte ich die „Maison des auteurs“. Was war das denn? Laut den Öffnungszeiten war offen, also ging ich hinein. Ich wurde gleich angesprochen, ob man mir helfen könne. Als ich meinte, ich wisse gar nicht, was genau das hier sei, meine ein Herr, er würde gleich wiederkommen. Schließlich erklärte man mir dann, dass dies ein Arbeitsplatz für Autoren sei, also nicht für die Allgemeinheit zugänglich. Sie gaben mir dann aber einen Flyer, wo Lesungen und Diskusionen aufgeführt waren, die man für um die zweihundert Euro besuchen konnte. Merkwürdig, warum hatten sie denn dann die Öffnungszeiten hingeschrieben? Die Leute, die hier arbeiteten, brauchten die ja wohl nicht...
Nun, ging ich also weiter. Ich kam an einem kleinen Privatpark vorbei, war aber nicht berauschend, und kurz darauf zum „Musée de la vie romantique“. Das hatte ich auch in dem Buch gelesen, und nachdem ich mich versichert hatte, dass der Eintritt kostenlos war, schaute ich es mir an.
Waren dann Gemälde, ich nehme jetzt mal stark an aus der Romantik. Viele Porträts von Adligen, Aktszenen und auch ein bisschen Natur. Ich lief einmal durch, ohne groß zu verweilen.
Mache Besucher schienen total fasziniert, eine Frau machte sich Notizen und ein Herr betrachtete ein Gemälde mit einer Lupe.
Ich konnte die Begeisterung mancher Menschen für solche Kunst nicht so nachvollziehen, aber jeder hat eben andere Interessen. Vereinzelte Bilder gefielen mir ganz gut; das waren dann die eher naturrealistischen, die Landschaft abbildeten.
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Moulin Rouge

Nach dem Museum kam ich noch an mehreren Schulen vorbei; meistens war „Pour les filles“ und „Pour les garcons“ über zwei separaten Eingängen eingemeißelt. Würde jetzt aber mal davon ausgehen, dass das heute nicht mehr so getrennt wird. An einer Mauer war eine Gedenktafel angebracht – von dieser Schule wurden während des Nationalsozialismus 300 Schüler mitgenommen.
Zum Schluss schaute ich noch in einen Edelsteinladen und erreichte dann die Kirche Notre Dame de Lorette, die ich auch noch besichtigte - in einem Teil waren Gerüste aufgestellt und sie waren gerade dabei, die Wandmalerei zu restaurieren. Hier endete dann der geführte Spaziergang.

Nun war Maps.me an die Reihe, mich zur Passage Jouffroy zu navigieren. Auf dem Weg kam ich an einem Süßwarenladen vorbei, in dem wir im Sommerurlaub auch gewesen waren – jetzt war er aber natürlich total weihnachtlich dekoriert – und dann lief ich auch noch durch eine andere Passage, bevor ich dort hinkam.
Es hatte mir hier sehr gefallen, und außerdem gab es einen tollen Laden, „Pain d’epices“, wo ich mir eigentlich endlich den süßen Knuddelaffen kaufen wollte. Hatten sie aber leider nicht mehr, die Giraffe auch nicht. Dafür gab es jedoch eine Menge anderer verrückter Kreaturen.

Etwas enttäuscht beschloss ich daraufhin, mir eine kleine Nascherei im Café nebenan zu gönnen. Die nahmen hier überall selbst für die Backwaren einen Aufschlag, wenn man sich hinsetzen wollte, unglaublich, wie in Italien. Also ich finde das mit dem Trinkgeldgeben in Deutschland glaub ich besser, dann freuen die sich wenigstens und man hat da auch noch mitzureden, wie viel man geben möchte. Jetzt im Winter muss man sich ja zwingend immer reinsetzen, draußen ist es ja viel zu kalt.
Nun, jedenfalls suchte ich mir einen Platz und bestellte Milch und eine Art Schoko-Nuss-Törtchen, nachdem der Herr am Tisch neben mir die letzte Tarte Tartin weggeschnappt hatte. Musste ich wohl noch mal irgendwo anders probieren.
Dann begann ich zu zeichnen; bei dem Aufschlag beschloss ich, diesmal kein schlechtes Gewissen zu haben. Es waren ja auch noch Tische frei und außerdem glaube ich, dass die meisten Menschen in ein Café gehen, um sich dort aufzuhalten, und nicht vorrangig, um etwas zu essen.

Als ich Stück für Stück mein Törtchen aufgegessen und meine Zeichnung fertig hatte, war es schon bald sechs Uhr. Da war die Zeit aber verflogen! Sollte ich mich wohl mal auf den Heimweg machen!
Ich
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Da ist wohl eine Lampe kaputtgegangen
verließ die Galerie und entdeckte auf Maps.me nur wenige Meter entfernt eine Metro-Station - nahm ich die doch gleich. Mithilfe meiner neuen App, „Next Stop Paris“, hatte ich auch im Handumdrehen die Station und Colombes eingegeben und die schnellste Verbindung rausgefunden. Noch eine Viertelstunde zu Fuß, und dann war ich um halb sieben zuhause.
Heute war wieder etwas im Theater los – Françoise hatte ein Abonnement, und sie gingen bestimmt zweimal die Woche hin – aber ich hatte beschlossen, zuhause zu bleiben. Das Ticket kostete wohl 12 €, und die wollte ich lieber anders ausgeben, und außerdem konnte ich so in Ruhe skypen, ohne zu stören. 😊


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Theater für Gehörlose
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Musée de la vie romantique
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Hab ich im Schaufenster entdeckt :)
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Église Notre Dame de Lorette
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Passage Jouffroy


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