Immer noch Tiere und Pflanzen...


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Published: July 3rd 2017
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25.6.

Wir fahren heute nach Quepos, weiter im Süden. Die Strasse führt durch Felder und Wälder, über Hügel und durch Dörfer und schliesslich wieder der Küste entlang, die Fahrt dauert rund fünf Stunden. Die Strasse ist meistens in tadellosem Zustand, Verkehrsregeln werden von den Einheimischen allerdings meist nur als Empfehlungen angesehen, was uns bisweilen entweder zu einer Verkehrsbehinderung macht oder in Gewissenskonflikte bringt... Vor Polizeikontrollen - die erstaunlich regelmässig am Strassenrand stehen - werden wir von entgegenkommenden Autos jedoch zuverlässig mittels Lichthupen gewarnt. An die Bodenwellen, die zu Entschleunigungszwecken vor Ortschaften eingebaut sind, haben wir uns bereits gewöhnt. Sie haben uns auf der ganzen Reise durch Mittelamerika immer wieder genervt (in dichter besiedelten Gegenden führten sie zu einem unangenehmen steten Gasgeben und Abbremsen unserer Busse) und unterhalten (oft bieten dort Strassenhändler ihre Ware an - wenn man sowieso abbremsen muss kann man ja auch gerade eine Melone, einen Mörser oder ein WC-Bürsteli besorgen...).

Wir treffen am frühen Nachmittag im Hotel ein und machen es uns am Pool mit Blick auf den Regenwald gemütlich, bevor wir den glühendroten Sonnenuntergang am Strand bewundern. Eigentlich wollten wir morgen in den Nationalpark Manuel Antonio, doch der ist montags geschlossen…

26.6.

…also fahren wir direkt weiter nach Sierpe, wo wir das Schnellboot auf dem Rio Sierpe zur Drake Bay nehmen. Dort empfängt uns Anja aus Deutschland (wir machen das imfall nicht extra – oft sind einfach die ansprechendsten Angebote europäisch oder amerikanisch geführt, wie wir meist erst bei Ankunft bemerken) am Strand und führt uns in unser Bungalow. Das hat zwar nicht Meerblick, ist dafür bezahlbar und hat eine gemütliche gedeckte Aufenthaltsterrasse mit Kochecke, Tischen und Hängematten und liegt direkt am Rand des Regenwaldes. Wir sitzen denn auch noch nicht lange, als bereits Affen, ein Nasenbär, ein Agouti (eine Art Riesen-Meerschwein) und ein Kolibri vorbeischauen.

Nach Einbruch der Dunkelheit machen wir wiederum eine geführte Nachttour. Auch diesmal ein Hit: mit Gummistiefeln und Lampen ausgerüstet waten wir durch den Sumpf und entdecken jede Menge Frösche (die übrigens einen Riesenlärm veranstalten, auch wenn sie teilweise winzig klein sind), Echsen, Spinnen und ein Opossum. Eva erspäht einen wunderschönen Schmetterling, transparent mit rosa Rändern und einem violetten Auge - unser Guide gerät ganz aus dem Häuschen, einen solchen habe er noch nie gesehen! Er nennt ihn «mariposa linda» (hübschen Schmetterling) – was Eva freut, da Linda ja ihr zweiter Vorname ist. Auf seinem Tablet versucht er sofort ihn zu identifizieren, mit Erfolg: es ist ein «pink tipped satyr», auf Deutsch «Rosa Glasflügel».

27. 6.

Wir werden am Morgen früh vom Boot der «Pirate Cove Divers» abgeholt und fahren zur Isla del Caño, unterwegs sehen wir springende Delfine und Weissbauchtölpel - grosse Wasservögel mit Spannweite 150cm, die auf Treibholz sitzen und uns anglotzen. Auf unseren zwei Tauchgängen sehen wir Riffhaie, Schildkröten, Muränen und einige grosse Fischschwärme. Die Sicht ist allerdings nicht so toll, es hat in der Nacht stark geregnet. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb uns die Sandflöhe beim Mittagshalt am malerischen Strand beinahe bei lebendigem Leib auffressen, sie lieben nämlich den mit Süsswasser getränkten Sand.

Nachmittags spazieren wir rund ums Dorf, Anja hat uns erzählt, dass eigentlich ein Bauverbot herrscht vom Strand bis 200 Meter inland – davon ist allerdings nichts zu bemerken, nebst vielen Wohnhäusern und Gästebungalows stehen auch die Schule, das Spital und das Polizeigebäude direkt am Strand...

28.6.

Wir besteigen wiederum frühmorgens ein Boot, diesmal zum Corcovado-Nationalpark. Dort spazieren wir rund vier Stunden bei feuchter Hitze durch den Regenwald und betrachten durch das Teleskop, das unser Guide dabeihat, allerlei Insekten und Vögel, beobachten Totenkopfaffen bei der Kletterschule ihrer Jungen und Nasenbären auf Termitensuche, essen selbst ein paar Termiten (sie schmecken ganz ausgeprägt nach Rüebli) und erhaschen einen Blick auf einen Tapir, der im Dickicht ruht. Später sehen wir sogar eine dreiköpfige Tapirfamilie, die wenige Meter neben dem Weg durch den Schlamm spaziert. Welch wundersame Tiere!

Auf der Rückfahrt beginnt es zu regnen, was uns ein gutes Exgüsé liefert für einen faulen Nachmittag auf der Terrasse.

29.6.

Wir fahren mit dem Boot zurück nach Sierpe, dort steht unser Auto unbeschadet auf dem bewachten Parkplatz – wir sind erleichtert, obwohl wir bisher ja nie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Da wir unseren Besuch im Manuel Antonio Nationalpark nachholen wollen fahren wie die gleiche Strecke der Küste entlang zurück nach Quepos. Dort verbringen wir nochmals einen Nachmittag mit Schule und Pool.

30.6.

Wir verbringen sechs erstaunliche Stunden im Manuel Antonio Nationalpark. Wir wurden gewarnt: dies sei mehr Zoo als Nationalpark, die Tiere würden angefüttert, damit sie sich in der Nähe der Wege aufhielten und es gäbe einen Badestrand, der für viele Besuchenden wichtiger sei als die Tierwelt. Dies trifft zwar wohl alles zu, aber was wir an Tieren in nächster Nähe zu sehen bekommen ist fabelhaft: Kapuziner- und Brüllaffen, eine Schlange, etliche Zwei- und Dreizehen-Faultiere, Waschbären, Echsen und zu guter Letzt noch drei Hirsche!

Danach sind wir zwar alle komplett verschwitzt, verschlammt und groggy, fahren aber noch drei Stunden, in die Nähe des Poas-National Parks, in der bergigen Umgebung der Hauptstadt San José. Der Vulkan dort gilt als eine der Hauptattraktionen des Landes, sein Bild prangt zuvorderst auf allen Katalogen und Reiseführern.

1.7.

Wir fahren früh los, da es etwas bewölkt ist und wir unsere Wanderung zum Vulkan Poas gerne regenfrei geniessen möchten. Doch soweit kommt es nicht: kurz vor dem Eingang zum Park steht eine Strassensperre und ein Polizist erklärt uns freundlich, der Park sei wegen einer Eruption gesperrt! Was tun? Der Reiseführer empfiehlt einen «Wasserfall-Garten» in der Nähe, doch dort müssten wir US$ 110.- Eintritt bezahlen, das erscheint uns übermässig viel und wir verzichten. So fahren wir etwas früher als geplant nach San José, geben unser Auto ab, suchen eine Lavanderia – wir haben nach all den verschwitzen Wanderungen im Schlamm kaum noch sozialverträgliche Kleider - und machen ein paar Besorgungen. Als wir einen Kaffee trinken möchten informiert uns das nette Fräulein, dass ein landesweiter Stromausfall herrsche, ihr Kollege aber gerade ein Verlängerungskabel besorge, das sie beim benachbarten Supermarkt, der ein Notstromaggregat habe, einstecken könnten. Nach einiger Wartezeit erhalten wir denn tatsächlich unseren Kaffee. Gegen Abend gibt es wieder Strom und wir können mit etwas Verspätung auch unsere Wäsche wieder abholen.

Morgen fahren wir in den Tortuguero-Nationalpark an der Karibikküste.


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