Mui Ne - Klein Odessa (Одеса) in Vietnam


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December 31st 2012
Published: December 31st 2012
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Mui Ne

An einem sonnigen und entspannten 1. Weihnachtsfeiertag geht es wieder zurück ins rastlose und im Vergleich zu Phu Quoc Island eher chaotisch wirkende Saigon. In Saigon angekommen und 2 Stunden später sitzen wir in einem Sleepy Open Tour Bus mit Ziel Mui Ne. Bevor man in so einen Schlafbus einsteigt heißt es allerdings erstmal Schuhe aus. Dementsprechend muffelt es dann auch etwas nach Bärenhöhle. Das Ambiente mit den rot blauen Lichtern und dem milden Raumklima im Bus helfen dann wahrscheinlich ein großes Stück mit, um entsprechend schnell einzuschlafen. Das Konzept der Schlafbusse ist allerdings großartig: hintereinander angereihte Liegesitze, in denen man recht komfortabel und bequem reisen und schlafen kann.

Morgens um 1 Uhr kommen wir dann in Mui Ne an. Das kleine Fischerdorf Mui Ne ist eigentlich bekannt für seine kilometerlangen Sandstrände und das türkis blaue Meer, beliebt bei den Kitesurfern wegen einer guten Brise und optimalen Wellengang und geschätzt von den Fotografen wegen seiner roten und weißen Sanddünen, die einen ein wenig an die Sahara erinnern. Als wir mitten in der Nacht dort aussteigen, denken wir ganz spontan der Busfahrer hat uns in Klein Odessa ausgesetzt. Sämtliche Beschilderungen sind hier auf kyrillisch geschrieben. Vielleicht hätte ich bei Russisch in der Schule mal doch besser aufpassen sollen...

Nachdem wir uns am nächsten Vormittag einen kleinen Überblick über die Ausflugsmöglichkeiten verschafft haben, entscheiden wir uns für eine Tour zum Ta Ku Berg und dem liegenden Buddha für den selben Nachmittag. Auf dem Gipfel des Ta Ku Berges befindet sich das Grab des Mönches Ta Hun Duc, der der Legende nach dort in trauter Zweisamkeit mit einem (vegetarischen) weißen Tiger gelebt hat. Erinnert zwar ein wenig an Siegfried & Roy, allerdings ging diese Geschichte hier nicht so tragisch aus. Da sieht man mal wieder, dass Vegetarier einfach länger leben. Jedenfalls ist die Geschichte insofern interessant, als dass sich in der Urlaubslektüre von Heike ein Buch befindet, in dem es unter anderem um den besagten Mönch geht.

Einmal am Ta Ku Berg angekommen geht es dann mit der Seilbahn (made in Austria + Swizerland) nach oben auf den Gipfel. Zu sehen gibt es neben einer weitläufigen Aussicht auf die umliegenden Gebiete viele Gebetstempel, Pagoden und natürlich den 49m langen und 19m hohen liegenden Buddha. Die schattigen Pfade um die Pilgerstätte sind links und rechts vom Weg gesäumt mit an Bäumen und Sträuchern verknoteten Stoffresten, die symbolisieren, dass die Pilger damit ihre Probleme und Sorgen zurück lassen. Also nur keine Knoten lösen, sonst nimmt man noch deren Probleme mit...

Der nächste Morgen zwingt uns wieder sehr früh aus dem Bett. Um 4 Uhr klingelt der Wecker. Wir wollen den Sonnenaufgang in den Sanddünen von Mui Ne erleben. Das ist allerdings weniger spektakulär oder romantisch, als dass es sich anfangs anhört. Früh halb 5 werden wir in einem offenen Jeep - nur leicht bekleidet, weil ist ja generell sehr warm hier – abgeholt. Nach den 50min Fahrt zu den Sanddünen sehen wir dann beide aus, wie frisch gerupfte Suppenhühner- so groß war die Gänsehaut vor lauter Kälte. Tagsüber hat es übrigens immerhin Temperaturen von über 30°C. Noch im Dunkeln stapfen wir dann zusammen mit 50 anderen romantischen Früh-Ins-Bett-Gehern im weißen Sand auf die nicht all zu hohen Anhöhen der Dünen. Der Sonnenaufgang hinter einer Dunstwolke war dann genauso unspektakulär, wie das bei uns nicht aufkommen wollende Gefühl von Romantik.

Die anschließende Fahrt zum Fischerhafen von Mui Ne war wieder wesentlich interessanter. Den Fischern und Händlern beim Einbringen des nächtlichen Fanges und dem Sortieren und Vertreiben der Fische, Krebse und Muscheln zu zuschauen war wesentlich aufregender und spannender als im Sand zu sitzen und zu hoffen, dass die Sonne bitte bald kommt und uns endlich wieder warm wird. Der Abschluss der Tour war ein Spaziergang entlang, oder viel mehr durch ein kleines Flussbett mit landschaftlich reizvollen Ausblicken auf weiße Karstgesteine, welche von rotem Sand auf der einen Seite und einer Dschungellandschaft auf der anderen Seite umspielt werden. Für ein klein wenig Action sorgte dann noch ein wilder Ritt auf einem Strauß, den ein Farmer dort für die vielen Touris bereit hält. Die lustigen Tierchen sind nicht nur witzig anzuschauen, sondern auch noch hervorragend als Fortbewegungsmittel oder wenigsten als kleine Spaßeinlage geeignet.

Nachmittags geht’s dann wieder weiter in die Berge zu unserem nächsten Stopp. Und damit sagen wir mal ganz kurz Tschüß zu Meer und Strand und Hallo zu dem schönen und kühleren Hinterland von Vietnam...


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