Heilig Abend mit Maschinengewehren


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December 24th 2011
Published: June 20th 2017
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24.12. - Das Fest der Liebe, der heilige Abend. Wie es ist, wenn man an diesem Tag ganz woanders als mit Familie daheim ist, sollten wir heute erfahren - und eines nehme ich vorweg: Wir werden diesen Heilig Abend NIE vergessen...
Aber von Vorne: Zum Frühstück beschlossen wir es uns gut gehen zu lassen und uns einmal ein europäisches Frühstück zu gönnen. Gesagt, getan. So stapften wir in den einzigen Supermarkt eines Ausmaßes, dass man sich zu Hause fühlen könnte und plünderten das Butter/Käse/Joghurt Regal. Die Suche nach einem Baguette sollte sich ein wenig schwieriger gestalten, aber irgendwann schaffte es Claudi und so aßen wir ein Frühstück ganz nach unserem Geschmack an der Promenade des Mekong.
In der Folge ließen wir den Tag ruhig angehen und machten nichts besonderes - um 18:00 Uhr wollten wir dann Essen gehen - dieses mal ein bisschen netter bei demFranzosen, der der LonelyPlanet Tipp war. Als es dort aber natürlich keine Plätze mehr gab, gingen wir stattdessen zum nächsten Franzosen. Claudi bestellte (gute) Muscheln, Biggi und Netti Pizza (ja sehr Weihnachtlich, aber zumindest lecker) und ich ein Steak (na, ja). Dann war Bescherung seitens Claudi: Netti und ich bekamen jeweils Becher und "Untertasse" eines Würfelbechers, Biggi einen Gutschein für einmal Augenbrauenzupfen... Schön! Noch ein paar Runden laut gekniffelt und dann ging es heim.
Netti und ich riefen zu Hause an um ein Frohes Fest zu wünschen und Claudi bereitete derweil das "Highlight" des Abends vor: Mit Tauchsieder, einer Flasche Rotwein und den entsprechenden Gewürzen bewaffnet, machte sie sich daran uns Glühwein (!!!) zu kochen. Mit Keksen, Chips und dem Glühwein unter'm Arm (unsere Hotelangestellten konnten einfach nicht verstehen, wie wir den Wein in der Flasche erhitzt haben und fragen sich wohl noch immer, ob wir die anderen 364 Tage im Jahr abwechselnd an der Flasche reiben) ging es dann gegen 22:00 Uhr runter an den Mekong.
Eine weile saßen wir vergnügt da und tranken und aßen, als auf einmal erst 3 und dann noch 2 junge Männer die Treppen zu uns hinunter stiegen. Weit und breit niemand außer uns vier Mädels und den fünf Typen in Mümmelmansbergmäßigem Halbstarken-Outfit. Netti sah sie als erstes und konnte nur ein murmelndes "ohoh" rauspressen - in Zangenformation stelltendie Männer sich um ums herum - wir hatten kein so richtig gutes Gefühl und konnten die Situation nicht wirklich greifen... Erst als sie uns fragten "Lao? Thai?" sah ich, dass 2 der Männer schwer bewaffnet waren... Was folgte, war eine Drogen-Razzia vom Feinsten: Kekse, Chips, Nüsse und was wir sonst noch hatten wurde "Probe-Verspeist", an allen Zigaretten wurde geschnuppert, die Pässe genauestens kontrolliert und unser Rucksack bis ins Detail untersucht. Meine gelben Ohrstöpsel weckten dabei reges Interesse - die konnten wir aber mit Händen und Füßen noch erklären. Als der Soldat dann aber das nächste verdächtige Objekt in der Hand hatte, wurde es schon schwieriger mit den Gesten: Es war ein Tampon - und die kennt man hier nicht. Der Mann dreht also das "Geschoss" in der Hand, riecht dran und sieht sich fragend um.... "Ähhhm - for woman only" sagen wir dann leicht beschämt... Als er versteht, lässt er den Tampon los wie eine heiße Kartoffel...
Als nächstes findet er im Rucksack unseren Geldbeutel - alle Dollar, Travelerschecks, ein paar Euro und ein paar Pfund. Alles weg, denken wir noch... Aber ihn interessiert scheinbar eine Quittung für eine Übernachtung viel mehr und so wandert nach genauer Inspektion auch der Geldbeutel wieder in den Rucksack und es gibt nur noch die Hürde "Salzstreuer" zu überstehen - tja, wieso hat man soetwas wohl dabei?
Die Geschichte mit den Drogen war somit dann wohl durch - nichts gefunden. ABER: Es war nach 23:00Uhr und ab 23:00Uhr ist Ausgangssperre... Claudi wuselte sich geschickt durch den (aufgeschriebenen) Fragenkatalog der Soldaten und zu guter Letzt konnten wir auch die Zeitübertretung erklären: "It's Christmas today for us." "Ahh, yes - Merry Christmas".

Eiligen Schrittes und mit weichen Knien ging's zurück zum Guesthouse um dort noch mal völlig cool und abgeklärt alles Revue passieren zu lassen. 😊

Friede sei mit Euch!




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27th December 2011

Krasser Scheiss Mädels...!

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