Huayhuash Trek - los geht's


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South America » Peru » Ancash » Cordillera Huayhuash
June 12th 2015
Published: June 27th 2015
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Um trotz der Vorgeschichte endlich noch auf den Huayhuash-Trek zu kommen, andererseits aber nicht arm davon zu werden und eigenen Organisationsaufwand einzusparen haben wir bei einigen Agenturen angefragt. Der Trek wird mit Guide (auf den wir eigentlich verzichten wollten), Koch und Packeseln plus Treiber in 8 bis 12 Tagen mit leichten Unterschieden in der Streckenführung angeboten, bei Buchung als Privattour aus dem Ausland werden dafür 2000 bis 2500 US$ pro Person aufgerufen. Eine Gruppentour sollte deutlich günstiger sein, passend zu unseren recht genauen Vorstellungen zur Route bei 11 Wandertagen gab es dafür aber nirgends ein Angebot. Die öfters empfohlene Agentur “Huascarán Peru“ hat uns dann aber doch ein anderes deutsches Paar vermitteln können, mit dem wir uns auf eine Variante einigen konnten, bei der die beiden einen Tag früher “aussteigen“ konnten.

Am 10. Juni konnte es dann losgehen.
Die übliche erste Etappe von Llamac nach Matacancha wollten wir auslassen, da sie nur entlang eines Fahrwegs ein Tal hinein führt - ein echter Hatsch also. Entsprechend verlängerte sich unsere Anreise nach zwei Stunden Straße bis Chiquián und zwei Stunden Holperpiste bis Llamac um eine weitere Stunde noch holprigere Pistenschaukelei über enge und steile Bergstraßen. Der Anblick einiger Wanderer auf den letzten Teilstück gab uns schon völlig recht.

Angekommen in Matacancha bzw. Cuartelhuain wurden nur noch die Zelte aufgebaut. Der auf der Alpenvereinskarte eingezeichnete Fleck bezeichnet eigentlich nur eine einzelne Hütte, bei der die als Zeltplatz ausgewiesene Wiese liegt. Seit Einführung der an jede Gemeinde auf den Weg zu entrichtenden Wegegebühren darf nur noch auf den bezeichneten Plätzen gezeltet werden, dafür gibt es dort nun auch mehr oder weniger erträgliche Toiletten.

Vom Zeltplatz auf 4200m Höhe ist bereits direkt der Anstieg auf den ersten Pass zu sehen. Kurz vor diesem (Cacanan Punta mit 4690m) holen wir die größere, vor uns gestartete israelische Gruppe ein. Bei den Militärabgängern aus dem Heiligen Land, die dann durch Südamerika ziehen, ist die Huayhuash-Runde sehr bekannt und beliebt und wird im 8-Tage-Hauruck-Verfahren zum Low Cost-Preis durchgezogen. Wir kommen mit der Höhe bis auf etwas Kurzatmigkeit ganz gut klar, die Akklimatisation hat wohl trotz Krankheit funktioniert. Kurz nach dem Pass setzen wir uns von der lauten Gruppe ab, da wir uns mit dem Guide für die alpinere, teils weglose Variante zum Etappenziel Laguna Mitucocha entscheiden. Wir sind ganz allein unterwegs und werden zum Mittagessen auch noch mit einem schönen Aussichtspunkt auf die Lagune mit Jirishanca & Co dahinter belohnt.

Der Tagesablauf sieht fortan so aus: gegen 5:30 erstes fröstelndes Erwachen mit der Frage: vor oder nach den ersten Tee auf's Klo? 6:00 Weckdienst mit einem Becher heißem Coca-Tee ans Zelt. Blick auf's Thermometer: irgendwo um die 0°C. Tee ausschlürfen und anziehen, gleich anfangen zusammen zu packen, damit der Arriero während wir frühstücken schon das Zelt abbauen kann. 6:30 an den Frühstückstisch im Esszelt. Oft gibt es etwas Warmes, Rührei, Omelette oder landestypisch Hafer- oder Quinoa-Schleim, über den die Meinungen weit auseinander gehen. Gegen 7:30 Abmarsch, Bewegung hilft zum warm werden! Praktisch dauert das ein oder andere meist etwas länger, so dass wir etwas vor oder nach 8 starten. Der Arriero (Eseltreiber) baut mit dem Koch dann noch das Ess- und Kochzelt fertig ab und belädt die Esel. Der Arriero reitet dann, die Esel vor sich her treibend, zum nächsten Zeltplatz, um schon vor unserer Ankunft die Zelte wieder aufzubauen. Der Koch folgt mit dem Mittagessen und Tee für alle zu Fuß und holt uns meist noch locker ein Liedchen pfeifend an einem der Aufstiege ein, die wir im Schneckentempo hochkeuchen. An einem schönen Aussichtspunkt gibt's dann die von ihm vorbereiteten Leckereien. So lernen wir nebenbei auch noch die peruanische Küche kennen. Nicht gerade kohlenhydratarm, da fast immer Reis oder/und(!) Kartoffeln dabei sind, aber oft mit Limettensaft, Chili und Kräutern lecker angemacht. Am nächsten Camp angekommen (der Koch ist schon wieder voraus geeilt) kriegen wir dann bald ein Schüsselchen heiß Wasser, so dass wir zum Tee gegen halb vier halbwegs frisch erscheinen können, bereit für die nächste Magenfüllung mit Popcorn, Crackern mit Käse oder Guacamole oder gar einer handtellergroßen Pizza. Die verspätete Siesta danach erfolgt oft schon teilweise im Schlafsack, denn sobald die Sonne verschwindet, und sei es nur hinter ein paar Wochen, wird es empfindlich kalt. Wenn das Abendessen gegen 19h absolviert ist geht's auch ganz schnell dorthin zurück!


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