In luftigen Hoehen rund um den Titicacasee


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Published: August 9th 2008
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Nachdem ein Hermano aus beruflichen Gruenden die Reisegruppe in Cusco verlassen musste, haben wir uns mit Chris, Steffi und Sandra getroffen, mit denen wir gemeinsame per Bus nach Puno am Titicacasee aufgebrochen sind. Waehrend der Busfahrt stiegen viele Verkaeuferinnen aus und ein. Eine dieser Peruanerinnen wandelte dabei den Mittelgang unseres Buses voruebergehend in eine rollende Metzgerei um, als sie ein halbes gegrilltes Lamm in mundgerechte Stuecke zerhackte und an die Mitreisenden verkaufte.

Am Titicacasee angekommen war der erste Programmpunkt eine Sightseeingtour per Boot, bei der wir verschiedene Inseln besuchten, unter anderem die frei schwimmende und aus Schilff gebaute Insel Isla Flotante. Obwohl dieser Ausflug fuer uns sehr interessant und spannend war, empfanden wir die "Zur-Schaustellung" der Inselbewohner und Ihrer Lebensweise in den Schilffhuetten sehr kommerziell und teils voyeuristisch.

Aufgrund seiner enormen Groesse kam uns der Titicacasee als hoechster schiffbarer See der Welt (4000m ueber NN) nicht wie ein See, sondern eher wie ein kleines Meer vor. Entsprechend dauerte es einige Stunden, um per Bus von der peruanische Seite des Sees entlang der Kueste auf die bolivianische Seeseite zu fahren. Weil waehrend unseres Grenzuebertritts der peruanische Grenzbeamte aufgrund eines Telefonats verhindert war, sprang kurzfristig ein 9jaehriger Schuhputzer ein und erteilte uns unsere Ausreisestempel.

Den Unterschied zwischen Peru und Bolivien bemerkten wir relativ schnell, weil bereits das Stadtbild von Copacabana - die erste bolivianische Stadt am Titicacasee, die wir besuchten - einen wesentlich aermeren Eindruck machte. Auch das Preisniveau war noch mal wesentlich niedriger als im bereits relativ preiswerten Peru: So konnten wir ein 4-Gaenge-Menue fuer umgerechnet ca. 2 Euro geniessen. Von Copacabana brachen wir am naechsten Tag zu einer 5 stuendigen Wanderung entlang der Kueste auf und setzten am Ende des Tages per Boot zur Isla del Sol ueber - der groessten Insel im Titicacasee. Die kommenden 2 Naechte verbrachten wir in einer abgelegenen Lodge mit einem grandiosen 360-Grad-Blick. Den Tag nutzten wir fuer Ausfluege auf der Insel und entspanntes Lesen auf der Sonnenterrasse. Dass bolivianische Hostals nicht ueber den deutschen Jugendherbergsstandard verfuegen, mussten wir beim Zubett-gehen bemerken. So mussten wir die Tuer zu unserer schlecht isolierten Habitacion mithilfe eines unserer Betten verschliessen. Die Tatsache, dass Waesche auf der Isla del Sol auf der Erde ausgebreitet getrocknet wird, konnten wir daran feststellen, dass eines der Kopfkissen mit Vogelmist dekoriert war.

Nach der naturbelassenen Zeit am Titicacasee fuehrte uns unsere Reise fuer 2 Tage in die hoechstgelegenste Grossstadt der Welt - La Paz. Die Zeit dort genossen wir in vollen Zuegen mit Sightseeing, erstklassigem Essen sowie Feiern in den angesagtesten Clubs der Stadt.

Nach einer langen Partynacht und nur 90 Minuten Schlaf brachen wir am naechsten Morgen sehr frueh mit dem Bus nach Arica am chilenischen Pazifik auf. Waehrend dieser Fahrt fuhren wir vom aermsten in das reichste Land Suedamerikas. Nicht zuletzt aufgrund des sichtbaren Wohlstands erinnerte uns das Stadtbild der chilenische Stadt Arica sehr an eine nordamerikanische Stadt.

Die anderthalb Tage in Arica verbrachten wir damit, mit der Unterstuetzung unseres neuseelaendischen Hostelvaters Ross unsere weitere Reise in den Parque Nacional de Lauca zu planen. Am naechsten Tag fuhren wir von Arica, welches sich auf Meereshoehe befindet, 3h mit dem Bus in das auf 3500m gelegene Putre. Von Putre aus brachen wir anschliessend zu einem 2taegigen Ausflug in den nahegelegenen Nationalpark Lauca auf. Dort wanderten wir durch malerische Lagunen und sahen unzaehlige Lamas, Alpacas, Vicunas, Flamingos, Blasshuehner und hasenaehnliche Vizcachas. Unser Hostal fuer die Nacht befand sich im 10 Einwohner grossen Dorf Parinacota, gelegen in der kaeltesten Region Chiles, wo die Temperaturen nachts auf bis -20°C sinken.

Da es in diesem Dorf nach Einbruch der Dunkelheit rein gar nichts mehr zu tun gab und wir bereits um 18:30h zu Abend gegessen hatten, lagen wir bereits um 19:30h in voller Montur mit unseren Jacken, Muetzen und Handschuhen im Bett .

Leicht unterkuehlt aber hoch motiviert starteten wir am naechsten Morgen in einen Tag der Superlative. Die duenne Luft und der beissenden Wind konnten uns am Vormittag nicht davon abhalten den ersten 5100 Meter hohen Berg unseres Lebens zu erklimmen.

Den Tag liessen wir nachmittags waehrend drei sehr entspannter Stunden in einem Thermalbad in mehr als 45 Grad warmem Wasser und Schlammpackungen ausklingen.

Heute Abend werden wir von Arica nach San Pedro de Atacama fahren - in die trockenste Wueste der Welt.

Beste Gruesse aus Chile,
Los Hermanos alemanes.






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Parque Nacional de LaucaParque Nacional de Lauca
Parque Nacional de Lauca

Los Hermanos vor dem 5100 Meter hohen Berg Guane-Guane
Parque Nacional de LaucaParque Nacional de Lauca
Parque Nacional de Lauca

...und wenig spaeter auf dem Guane-Guane
Parque Nacional de LaucaParque Nacional de Lauca
Parque Nacional de Lauca

...entspannen im Schlamm in den Banos Thermales


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