Segeln in der Südsee - Weihnachten unter Palmen


Advertisement
French Polynesia's flag
Oceania » French Polynesia
November 16th 2018
Published: February 27th 2019
Edit Blog Post

Ein Traum von Vanuatu über Neukaledonien und Rarotonga bis nach Tahiti und Bora Bora

Endlich finde ich Ruhe und Zeit, um über einen der schönsten Teile meiner Reise zu berichten, der Südsee.

Nein, die Südsee besteht nicht nur aus türkisblauem Wasser, weißem Sandstrand und Palmen im Wind, sondern ist weitaus vielfältiger. Und es kommt darauf an, für welche Insel man sich entscheidet. Nach längerer Recherche im Internet habe ich schließlich Mitsegelgelegenheiten in Vanuatu und Tahiti gefunden. Und zum ersten Mal reiste ich zu zweit, da mich Fabian für diesen Teil der Reise sowie in Neuseeland und Australien begleitete. Auch wenn sich die Planungen kurz vorher noch etwas verändert haben, bin ich Mitte November direkt von Malaysia erst nach Brisbane geflogen, um dann zu zweit weiter nach Vanuatu zu reisen.

Halo Vanuatu...
Vanuatu ist ein souveräner Inselstaat im Südpazifik mit über 80 Inseln und ungefähr in der Nähe von Fiji gelegen. Dort auf der Hauptinsel Efate befinden sich das wirtschaftliche Zentrum und die Hauptstadt Port Vila. Hier verbrachten wir die ersten schönen Tage in der Sonne und Wärme des Pazifiks. Und ja, da war es, das türkisblaue Meer, der weiße Sandstrand und die Palmen im Wind. Aber es gab auch Lagunen und tropische Regenwälder, welche man auf einer Rundfahrt über die Insel eindrucksvoll erleben konnte. Da Vanuatu noch nicht so touristisch ist, wie z.B. Fiji, erlebt man die Menschen noch viel ursprünglicher in ihrem täglichen Leben. Kokosnüsse werden gepflückt und am Straßenrand verkauft, einfache Holzhütten mit Wellblechdächern säumen den Weg und strahlen Ruhe und Gelassenheit aus, man geht mit der Machete in den Regenwald und Kinder baden im Fluss oder den Lagunen. Man erlebt das ursprüngliche Inselleben der Locals sehr authentisch, und spürt den Einfluss westlicher Staaten nur gering.
Während wir fast durchgehend strahlende Sonne und wunderbares Wetter hatten, erlebten wir auch einmal auf einer Inselrundfahrt richtig heftige Regengüsse. Und im Nachhinein betrachtet, war das ein wunderbares Erlebnis, den Regenwald im wahrsten Sinne des Wortes, zu erleben. Auch die Unterwasserwelt ist sehr sehenswert, die man durch eine Paddel- und Schnorcheltour sehr eindrucksvoll erleben kann. Allein schon beim Schnorcheln vom Strand aus sind große Seesterne ganz nah zu sehen, und man muss schon richtig vorsichtig sein, nicht drauf zu treten.
Während der gesamten Reise habe ich schon immer viele deutsche Reisende getroffen. Und so war es auch in Vanuatu, als wir bereits am ersten Abend in unserer Unterkunft den Trainer der Beachvolleyball-Mannschaft von Vanuatu kennengelernt haben, der aus Hamburg kommt und schon einige Monate auf der Insel verbracht hat… die Deutschen sind wirklich überall ;-)
Leider ist es kaum möglich, alle Inseln solcher Inselstaaten zu besuchen. So wird man immer nur einen kleinen subjektiven Eindruck erhalten. Und so soll z.B. die Insel Espiritu Santo den schönsten Sandstrand Vanuatus haben oder sind auf der Insel Pentecost die berühmten Lianenspringer zuhause, welche indirekt die Erfinder des modernen Bungee Jumpings gelten. Doch das ausführliche Inselprogramm sollten wir später noch auf der Segeltour von Tahiti nach Bora-Bora erleben.
Mit der obligatorischen Feuershow in einer Beachbar am Strand verabschiedeten wir uns von Vanuatu und segelten schließlich die nächsten Tage erst einmal mit Simon, einem Neuseeländer und seiner Familie auf einem großen Katamaran in Richtung Neukaledonien weiter.

Tata Vanuatu!

Neukaledonien – Willkommen in Frankreich
Bonjour Neukaledonien…
Hier waren wir nicht schlecht erstaunt, als wir plötzlich wie in einer anderen Welt landeten und uns fast wie in Frankreich fühlten. Dabei muss ich zugeben, noch nie etwas bewusst von dieser Inselgruppe vorher gehört zu haben (schaut mal selbst auf Google-Maps nach, wo das liegt;-)
Neukalednonien ist ein zu Frankreich gehörender Inselstaat, mit ca. 280.000 Einwohnern. Alles wirkte hier auf einmal sehr aufgeräumt, ordentlich und strukturiert, wie in Europa. Auf der Hauptinsel Grande Terre verbrachten wir die nächsten Tage vor allem in der Hauptstadt Noumea. Ein kleiner, aufgeräumter und gemütlicher Ort mit französischem Charme direkt am Meer. So hatten wir hier den Strand direkt vor unserem Hotel und unternahmen Spaziergänge über die Insel und kauften frisches Obst auf den Märkten. Dazu muss man sagen, dass grundsätzlich das Leben auf den südpazifischen Inseln sehr teuer ist. Nicht nur internationale Produkte können extrem überteuert sein (da kann das Glas Nutella schon mal bis zu 8 Euro kosten), auch einheimische Früchte und Produkte sind nicht so günstig, wie man es vielleicht erwartet.
Auch auf Neukaledonien gibt es wunderschöne Inseln mit tropischer Natur und weißen Sandstränden. So führte uns ein wirklich schöner Ausflug mit einem Taxiboot auf die berühmte Leuchtturm-Insel Amedee. Vom oberen Aussichtsdeck des Leuchtturms hat man einen fantastischen Blick auf die Insel und die vorgelagerten Riffe. Und auch hier gab es wieder wunderbares türkisfarbenes Wasser, welches zum Schnorcheln einlädt. Dabei konnten wir u.a. eine Riesenschildkröte, einen Hai und eine Seeschlange entdecken. Aber nicht nur Seeschlagen, auch giftige Schlangen an Land gab es auf dieser Insel, welche sich ganz offensichtlich zwischen den Palmen hindurch schlängelten, so dass man aufpassen musste, nicht drauf zu treten. Und als Besucher wird man gewarnt, vor der Rückfahrt nochmal die Taschen zu kontrollieren, um keinen ungebetenen Gast darin zu finden… ;-)

Au revoir Neukaledonien!

Cook-Inseln – Rarotonga – Wo der Bus Clockwise und Anticlockwise fährt

Kia Orana…
Unser Weg führte uns mit einem nochmaligen Zwischenstopp in Vanuatu dann weiter zu den Cook-Inseln, wo wir im Dezember ca. eine Woche auf Rarotonga verbrachten. Und wenn man mit Blumenketten gleich am Flughafen begrüßt wird, fühlt man sich schon sehr in der Südsee willkommen.
Rarotonga ist die größte der 15 Cookinseln im Südpazifik und so etwas wie die Urlaubsinsel der Neuseeländer. Die Cook-Inseln sind zwar politisch selbständig, wirtschaftlich aber an Neuseeland angeschlossen. Die Inseln haben eine eigene Währung, den Cook-Dollar, der 1:1 an den Neuseeland-Dollar gekoppelt ist. Geldtauschen ist also eigentlich nicht nötig, macht aber Spaß, da z.B. die 2$-Münze eine Dreiecks-Form hat. Es ist damit das einzige dreieckige Geldstück, dass ich weltweit kenne… ;-)
Während das Landesinnere von Vulkangipfeln, Bergrücken und Regenwäldern geprägt ist, befinden sich die meisten der kleinen Häuser, Resorts, Restaurants und Shops an der Küstenstraße. Die fast kreisrunde Insel hat man in ca. 40-50 min mit dem Motorroller umrundet. Auf diesem Rundkurs fährt auch der einzige öffentliche Bus in zwei entgegengesetzten Richtungen: Clockwise und Anticlockwise… und genauso steht die Richtung auch draußen am Bus dran. Sehr logisch gemacht ;-)
Das Türkisblau des Wassers hat hier nochmal eine viel stärkere Intensität und es ist traumhaft, einfach an jedem Strand ins Wasser zu springen, ohne dass die Strände überlaufen sind. Und das Wasser ist wie fast überall im Südpazifik… klar und angenehm warm…
Eine Paddeltour, die ich zum Außenriff unternommen habe, führte mich genau über dieses türkisfarbene Wasser an weißen Traumstränden, wie z.B. dem Muri Beach vorbei. Dabei muss auf allen südpazifischen Inseln immer auf die Gezeiten aufgepasst werden. Ein besonderes Highlight für mich war schließlich noch eine Yoga-Stunde direkt am Strand. Es gibt kaum etwas Schöneres als Yoga mit Blick auf die Wellen und Entspannen mit Meeresrauschen…
Rarotonga war für mich eine wunderschöne, kleine relaxte Südsee-Insel… mein kleiner Favorit auf den Cook-Inseln ;-)

Aere ra Rarotonga!

Tahiti – Bora-Bora – Angekommen im Paradies

Ia orana Tahiti…
Nie hätte ich geglaubt, dass sich die wunderbare Wasserfarbe von den Cook-Inseln noch übertreffen ließe. Doch das tat sie schließlich in Bora-Bora. So flogen wir schließlich von Rarotonga nach Papeete auf Tahiti, der größten Insel Französisch-Polynesiens. Und wie der Name schon sagt: Alles ist französisch, die Straßenschilder, der Carrefour-Supermarkt und die Bäckereien, die Baguette verkaufen.
Nach unserer Ankunft in Papeete und der Fahrt vom Flughafen zur Marina, wurden wir von Pierre, einem waschechten Franzosen (was sonst ;-) gleich in seinem Dinghi (kleines Schlauchboot) abgeholt. Der Kontakt zu Pierre entstand tatsächlich im Internet, da er sein Boot als Mitsegelgelegenheit auf AirB&B angeboten hatte… ;-) Und so segelten wir in der Vorweihnachtszeit von Tahiti vorbei an Moorea, machten Halt auf Huahine, Raiatea und Tahaa, bis wir schließlich kurz vor Weihnachten Bora-Bora erreichten. (Schaut Euch das mal auf Google Maps in der Satelliten-Ansicht an – Sieht schon da wahnsinnig schön aus :-) )

Ich hatte erwartet, dass wir Teil einer Crew sein werden und aktiv auf dem Boot mithelfen werden. Aber tatsächlich waren wir zwei die einzigen Gäste auf seinem Boot, der Stardust I, das zwar schon ziemlich in die Jahre gekommen und etwas reparaturbedürftig war, aber dafür war Pierre umso bemühter um uns. Er hat uns quasi jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Frisches Obst zum Frühstück, frisch, gesund und lecker gekochtes Mittag- und Abendessen und bloß nicht in der Küche helfen, das machte er lieber allein.

Er war sehr entspannt und konnte uns auch viel über die Inseln, die Geschichte, das Leben der Einheimischen sowie die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe erzählen, da er bereits vor über 15 Jahren aus Frankreich ausgewandert ist, ein bewegtes Leben hinter sich hat und seit seiner eigenen Weltumsegelung schon viele Jahre auf Tahiti lebt. An Bord durften wir natürlich mitsegeln und z.B. das Dinghi, das Stand-up Paddle oder die Schnorchelausrüstung ganz selbstverständlich nutzen. Er zeigte uns die schönsten Ecken der Inseln, die Gebetsplätze der Einheimischen, die weißesten Strände, die besten Plätze zum Schnorcheln und die schönsten Sonnenuntergänge. Ein Glücksgriff und ein sehr persönliches Rund-um-sorglos-Paket, das so schnell kein 5-Sterne-Hotel bieten kann ;-).

Schließlich kam mein Geburtstag und ich wurde ich mit selbstgebackenem Kuchen von Pierre überrascht. Tagsüber gingen wir auf der Insel Tahaa zum Schnorcheln im Coral Garden. Dort konnte man sich mit leichter Strömung wie durch einen Kanal treiben lassen, und die farbenprächtige Unterwasserwelt zieht an einem einfach so vorbei… da gibt es kaum etwas Schöneres  Als dann abends noch auf einer kleinen vorgelagerten Insel ein riesiges Feuerwerk stattfand, endete der Tag perfekt :-)

Jedes Atoll, also jede Insel ist von einem Außenriff, dem sog. Moto, umgeben. Dieses bildet einen natürlichen Schutz für das Atoll. Und meist ist zwischen diesem Riff und dem Atoll die Wasserfarbe so atemberaubend. So kamen wir in Bora-Bora an und mich hat die Weite und die Intensität des Türkis-Blau so überwältigt, dass man den Eindruck hat, man segelt in einem überdimensionalen Swimmingpool. Klares, blaues, warmes Wasser… unglaublich. Es übertrifft alles bisher Gesehene. Pierre zeigte uns mittlerweile die verschiedenen Arten von türkies-farbenem Wasser und segelte mit uns ganz speziell sehr nah an den 4-5-Sterne-Resorts des Außenriffs entlang. Eine besondere, sehr individuelle Tour.
Ein besonderes Highlight war das Schwimmen mit großen wilden Stachel-Rochen und Schwarz-Spitzen-Riffhaien im seichten Wasser im offenen Meer. Wir fuhren mit dem Dinghi zu diesem Spot und konnten mit frischem Fisch die 20-30 Rochen und Haie auch füttern, aber nicht übermäßig. Ein unglaubliches Gefühl, diesen Tieren so nah zu sein, von den Rochen berührt zu werden und mitten drin zu stehen oder direkt an ihnen entlang schwimmen. Wahnsinn!!!
Es ging stark auf Weihnachten zu und diese letzten Tage verbrachten wir im Mai-Tai-Resort auf Bora-Bora. Die Insel war anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Nicht so luxuriös, schicki-micki und edel, sondern eine einfache Hafenfront und eher einfache Häuser, Hütten und kleine Shops der Einheimischen. Das macht es aber auch viel sympathischer, denn den außergewöhnlichen Luxus findet man in den 4-5-Sterne Resorts, die sich auf dem Außenriff befinden, z.T. bis zu 5.000 € pro Nacht kosten können und zu denen man nur mit privaten Shuttle-Booten gelangt.
So machten wir mit einem Motorrad eine Rundtour um die Insel und erlebten in unserem Resort eine tropische Weihnachtsshow. Vermutlich werde ich nicht mehr so schnell mal wieder so schön sonnengebräunt im Bikini vor dem Weihnachtsbaum sitzen…

Aber das sind die sog. „First-world-problems“. :-)

Beeindruckend, besonders und unglaublich schön… Mauruuru und nana Bora-Bora…


Additional photos below
Photos: 51, Displayed: 30


Advertisement



Tot: 0.066s; Tpl: 0.023s; cc: 12; qc: 19; dbt: 0.009s; 1; m:saturn w:www (104.131.125.221); sld: 1; ; mem: 1.2mb