My Eurovision: Workaway in Europa - Step 19: Brixham


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July 16th 2017
Published: July 17th 2017
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Auf zum Picknickplatz
Tag 298 – Dartmoor Nationalpark & Pizza mit Hindernissen

Am Sonntag machten wir noch einen Familienausflug, zusammen mit Richards Eltern. Ich hatte Emily nach dem Dartmoor Nationalpark gefragt, und ob es dort Reittouren gab. Ursprünglich hatte ich am Mittwoch dorthin fahren wollen, doch mit den öffentlichen Transportmitteln war das wohl relativ schwierig, und so hatte Emily kurzerhand vorgeschlagen, dass wir gemeinsam dorthin fahren konnten. Diese Familie war echt klasse, sie wollten, dass ich so viel wie möglich sehen konnte und unternahmen sogar Ausflüge mit mir, um mir die Gegend zu zeigen. 😊

Zuerst einmal fuhren wir über eine Stunde durch die atemberaubende Landschaft. Überall um uns breiteten sich die Hügel des Hochmoores aus, manche gekrönt von Felsformationen. Überall liefen Schafe, Kühe und wilde Dartmoor-Ponys herum. Es hatte sich zugezogen und nieselte ab und zu ein bisschen, doch am Horizont leuchtete die Sonne etwas durch die Wolkenfront und man hatte trotzdem einen tollen Blick. Wir kamen durch ein paar kleine Ortschaften, überquerten Bäche und Flüsse über hübsche Brücken, die von Trockenmauern gesäumt waren, fuhren durch Alléen (auf Englisch gab es dafür wohl keinen entsprechenden Begriff, aber sie nannten sie „tunnels of trees“ und sahen eine Menge von Hecken gesäumte Weiden,
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Visitor Centre
die sich wie ein Flickenteppich vor uns ausbreiteten.
Schließlich hielten wir an einem Touristinformationscenter an, weil Daisy auf die Toilette musste, und so schauten wir uns das Center auch gleich an und ich konnte meine Andenken-Postkarte kaufen.
Daraufhin fuhren wir weiter, wieder höher in die Berge, und hielten bald darauf zum Picknicken an. Wir setzten uns auf Picknickdecken an den Fuß eines Berges. Morgens hatten wir Sandwiches mit Cheese&Onion (ein Gemisch aus geriebenem Cheddar, gehackten Zwiebeln und Mayonnaise auf Brötchen) und Egg&Mayo gemacht. Außerdem gab es Obst, Tomaten, Chips, Müsliriegel und Kekse. Es begann etwas zu nieseln, doch das machte nichts – Picknick im Regen, mitten im Dartmoor Nationalpark, ein besonderes Erlebnis.

Anschließend fuhren wir etwa eine Stunde, einen Teil der Strecke zurück, bis zum Reiterhof Cholwellridingstables. Ich hatte dort eine einstündige Reittour gebucht. Ich bat um ein kleines Pferd, am liebsten ein Dartmoor-Pony, und so bekam ich Tavy, während die meisten anderen Großpferde ritten. Er war echt niedlich, bloß verfressen. 😉
Leider hatte ich meine Reitsachen nicht mit, und musste in Leggins reiten (hinterher wusste ich dann auch, warum eine Reithose sinnvoll ist) doch ich konnte mir eine Reitkappe und sogar Chaps ausleihen.
Es
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Mit Daisy
war etwa ein Dutzend Leute zum Reiten gekommen, doch letztendlich ritt ich dann nur mit drei anderen in einer Gruppe. Die Leiterin hatte ihre Schwester dabei, und dann kam noch eine Dame mit, die die Tour gebucht hatte – eine gemütliche Runde also. Wir unterhielten uns ein bisschen und ich bekam mit, dass die Leiterin immer noch Spaß am Tourenreiten hatte; sie machte das wohl auch nur zweimal die Woche, aber war von klein auf hier geritten und hatte eine Zeit lang auch Vollzeit hier gearbeitet.
Nun ritten wir den Hügel hinauf und durch die Graslandschaft, die Pferde kraxelten über steinige Pfade und durch einen kleinen Bach. Schließlich erreichten wir eine Hochebene.
„Are you happy to trott and canter?“, fragte sie. „Ja, klar!“ Und so trabten wir erst ein Stück, und galoppierten dann den Hügel hoch. Nun war das Gelände deutlich offener und man konnte rings um uns herum Hügel sehen, am Horizont stach etwas Sonne durch die Wolkendecke. Zwischendurch nieselte es ein bisschen, aber das störte nicht weiter. Nun, wo wir auf Trampelpfaden über die mit Gras bewachsenen Hügel ritten, trabten und galoppierten wir immer wieder ein Stück. Anders als bei so manchen Touri-Ritten in großen Gruppen
qqq

Auf Tavy
kam das aber eher spontan, und es fühlte sich auch vielmehr wie ein gemeinsamer Ausritt als wie eine geführte Tour an. Hat sich definitiv gelohnt. 😊

Die anderen waren in der Zwischenzeit in einem Café gewesen und holten mich wieder ab. Gemeinsam fuhren wir wieder tiefer in den Nationalpark hinein bis zu einem Parkplatz mit Eiswagen oben auf einem Berg. Hier gab es dann Eis für alle, die Kinder tobten herum und wir setzten uns auf die Picknickdecken und genossen den tollen Blick – plötzlich riss der Himmel auf, und man sah ein Stückchen blau!

Schließlich blies Emily zum Aufbruch – unsere Gastschüler würden vermutlich bald nach Hause kommen und sollten ja nicht vor verschlossener Tür stehen.
Die Rückfahrt war dann etwas anstrengend für mich. Wir hatten heute schon mehrere Stunden im Auto verbracht, und die ganze Zeit waren die beiden Bildschirme gelaufen – Peppa Pig in Dauerschleife und dann Postman Pat. Ich konnte die Dauerbeschallung kaum mehr ertragen, war ja nicht gewohnt, dass den ganzen Tag der Fernseher lief. Dazu sang Daisy zeitweise direkt in mein Ohr und wollte irgendwelche Sachen haben oder drückte sie mir in die Hand. Noah quengelte alle paar Minuten, und ich drückte ihm Chips, Trinkflasche, Müsliriegel, Puppe und Stifte in die Hand, oder was auch immer ich gerade aus dem Fußraum fischen konnte. Dann wollte er ein Würstchen essen und spuckte den Rest über den ganzen Kindersitz - mehr Servietten bitte! - und zum Schluss fing er dauernd an zu weinen. Es war ja auch ein langer Tag gewesen…

Ich war jedenfalls froh, endlich aus dem Auto raus zu kommen. Doch noch war der Tag ja nicht vorbei. „Do you like pizza?“, hatte Richard mich gefragt. „Yes.“ „Do you want to make it, hahaha?“ “Well, I could do it…” “Then you’ve got the job.”
Sie suchten mir ein Teigrezept raus (erst später stellte sich heraus, dass der Teig eigentlich sechs Stunden gehen sollte) und ich musste es statt für vier für sechs Personen machen. Da sie keine Wage hatten, mussten wir die Maßangabe anschließend noch in Cups umrechnen. Außerdem wollte Daisy natürlich gerne mithelfen, und zu zweit versuchten wir, den Teig zu kneten, ohne das die ganze Küche mit Mehl bedeckt wurde. Schließlich war der Teig jedoch in Ordnung und ich baute eine Konstruktion vor dem vorheizenden Ofen, so dass der Teig an einem warmen Ort gehen konnte. Auf den Vorschlag hin, den Teig in den Ofen zu stellen, erwiderte ich, dass da schon mal jemand so eine geniale Idee gehabt hatte, und dabei leider die Schüssel angeschmolzen war. 😉
Nach einer halben Stunde wollten wir nicht mehr länger warten und ich legte den Teig auf drei kleinen Backblechen aus, bestrich ihn mit Tomatensauce und wir belegten ihn – ein Blech mit Fleisch, eins mit Pilzen und eins ohne. Das belegte ich mit Mozzarella-Scheiben, Reibekäse, Paprika, Mais, Zwiebeln und Kirschtomaten. Daisy hatte beim Ausrollen einen kleinen Klumpen zum Spielen abgezwackt bekommen, und nun wollte sie daraus gerne noch eine eigene Minipizza haben. Als die belegt war, kam alles in den Ofen. Wie lange brauchte die Pizza, zehn Minuten? Ne, so zwanzig, meinte ich. Der Backofen wurde allerdings dauernd geöffnet, um zu schauen, ob Daisys Pizza schon fertig war, und so ging natürlich die ganze Wärme verloren. Gegen halb neun konnten wir jedoch endlich essen, und es hatte sich gelohnt – die Pizza war widererwartend ziemlich aufgegangen, fast wie eine Panpizza, und schmeckte super. Ich aß das eine Blech fast alleine auf. Und dann hatte Emily auch noch Tiramisu zum Nachtisch gekauft. :p

Richard holte die neue französische Workawayerin vom Bahnhof ab – May (24) aus Paris. Wir unterhielten uns noch recht lange, sie war kreativ und hatte offenbar auch recht viele Interessen und wusste nicht so richtig, welcher Beruf für sie am besten war. Sie arbeitete momentan in einem Öko-Shop und war hier zum Urlaub machen.


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Durchs Autofenster sieht man Ponys neben der Straße
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Family-Picnic
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Rinding tour
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Cholwell Ridingstables
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Alle haben Eis gern
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Auf geht's


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