Uman


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August 25th 2021
Published: August 25th 2021
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Uman entwickelte sich seit dem 18. Jahrhundert bis zum Holocaust zu einem bedeutenden jüdischen Zentrum. Aus ökonomischen Gründen siedelten sich viele Juden aus dem heutigen Polen und Litauen an. So waren um 1900 rund 60 %!d(MISSING)er Einwohner Juden.
Während der deutschen Besatzungszeit wurden über 14.000 Juden aus Uman deportiert.
Im Jahr 1963 erreichte der in New York lebende Rabbiner Gedaliah Fleer auf der Suche nach dem Grab des Rabbi Nachman die eigentlich gesperrte Stadt Uman, nachdem er im Jahr zuvor kurz vor Uman festgenommen worden war. Dieser Erfolg sprach sich schnell herum. Danach folgten zunächst weitere illegale Reisen; in der späteren Sowjetzeit gab es einzelne Uman-Reisen, die von der offiziellen Agentur Intourist organisiert wurden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion entwickelte sich die Stadt zu einer jüdischen Pilgerstätte, mittlerweile kommen allein an Rosch ha-Schanaetwa 30.000 Pilger. So weit die unersetzliche Wikipedia.

Schon bei der Einfahrt in den Ort fielen die Juden auf, die alle im Gebiet des Grabes von Nachman zu wohnen scheinen. Unübersehbar die Kippa, Schläfenlocken, und irgendwelche Schals und Schnüre. Ich finde es prima, dass auch Mal Männer sehen, wie mühsam es ist, mit Lockenwickler zu schlafen - die Korkenzieher Locken müssen sicher sorgfältig gepflegt werden und von selbst entstehen sie keinesfalls. Ich war zwar ganz in der Nähe des Grabes von dem Rabbi, hatte aber keine Lust, mich dahin durchzukampfen und dann doch nicht eingelassen zu werden, weil ungläubig.

Dann suchte ich das Museum, das ein fröhliches Versteckspiel mit mir veranstaltete. Nie war es da, wo ich war. Endlich kamen wir zusammen, vor mir wurden die Lichter angeschaltet, nach mir gelöscht. Von den vier Damen, die hier ihre Zeit verbringen, ging eine mit mir und stellte sicher, dass ich nicht mit einem ausgestopften Vogel in der Hosentasche abhaue. Ein Raum war dem 2. Weltkrieg gewidmet, 1941 nahmen die Deutschen die Stadt, 1944 würde sie zurück erobert. Dann kam die Sowjetzeit und vor 30 Jahren die Unabhängigkeit. Junge Leute aus der Stadt sind in Afghanistan gefallen, als die Sowjetunion da ihr Glück versuchte.

Beim heimfahren fand ich dann noch den jüdischen Friedhof. Der größte Teil ist völlig überwuchert, wie die Siedlungen in der Sperrzone.


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27th August 2021

Armer Hund…
Aber sonst eine interessante Stadt!

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