In den Norden – über Dong Hoi und Ninh Binh nach Hanoi


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January 15th 2013
Published: January 15th 2013
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In den Norden – über Dong Hoi und Ninh Binh nach Hanoi




Der Weg von Hoi An in Richtung Hauptstadt ist lang und die Gegenden bis dorthin sind nicht gerade von vielen Attraktionen überschüttet. Trotzdem haben wir uns entschlossen noch zwei kurze Zwischenstopps einzulegen. Unser nächster Stopp ist also Dong Hoi. Für den Weg dahin haben wir uns spontan für den Zug entschieden. Definitiv ist Zug fahren das wohl sicherste Fortbewegungsmittel in Vietnam. In irgend einem Reiseführer habe ich mal gelesen, dass Vietnam in der Weltrangliste der Verkehrstoten ganz weit vorne rangiert. Wenn man wie wir schon ein paar mal am Straßenverkehr teilgenommen hat, wundert einem das irgendwie auch nicht mehr. Nicht nur, dass die vielen Mopeds hier wie wild herum kurven. Die Busfahrer sind scheinbar von genau dem selben Stamm. Sie fahren als ob sie an einer Rallye teilnehmen. Derjenige, der die Etappe am schnellsten schafft, hat scheinbar einen Pokal gewonnen. Erst wird ganz dicht aufgefahren – in Deutschland würde man sagen: gedrängelt – und dann wird wie verrückt gehupt. So, als ob sich dadurch der vor einem herfahrende plötzlich in Luft auflösen könnte.

Deshalb also mal eine Nerven schonende Zugfahrt. Zug fahren ist überraschend angenehm. Die „Weichsitzplätze“, welche schon im Voraus reserviert werden müssen, sind angenehm bequem zum sitzen. Die Hubkonzerte von der Straße werden zwar mitunter eingetauscht in laute Schmatzgeräusche der vor- oder hinter einem sitzenden Einheimischen. Aber wenigsten gibt es hier sogar was zu Essen und zu Trinken. Und auf die Toilette kann man auch mal gehen, wenn einem danach ist. Für uns wird damit Zug fahren auf die erste Wahl der Reisemöglichkeiten in Vietnam gekürt.

Dong Hoi

Als wir in Dong Hoi ankommen ist es schon dunkel. Das von uns anvisierte Hotel ist, wie wir aufgrund der guten Kritiken im Internet schon vermutet hatten ausgebucht. Aber trotzdem bietet das Nam Long Hotel einen guten Service. Es vermittelt uns, ein für eine Nacht adäquates Hotel um die Ecke und scheinbar ist es auch das einzige Hotel hier, welches Touren in die 50km entfernten Phong Nha Höhle und die Paradies Höhle anbietet. Perfekt. Da es in der Ortschaft wirklich nichts zu sehen gibt, außer eine Ruine (oder vielmehr ein Stück einer Ruine) einer alten katholischen Kirche, buchen wir die Tour für den folgenden Tag und könnten dann am Abend schon wieder weiter gen Norden ziehen.

Am nächsten Morgen halb 9 geht es los. Mit dem Kleinbus geht es in den Ke Bang Nationalpark und zunächst in die Nähe der Phong Nha Cave. Von dort steigen wir um in kleine Boote. Über einen Fluß fahren wir durch eine Spalte im Fels, dem sogenannte Drachenloch, ins Innere des Berges. Durch einen hohen Felsendom folgt der Weg dem Lauf des Gewässers, vorbei an bunt angestrahlten Stalagmiten- und Stalaktiten Gruppen. Ein sandiges Ufer in der Höhle dient als Anlegestelle und Ausgangspunkt für eine kurze Expedition durch eine große Grotte mit unzähligen bunten Lampen und durch eine Märchenwelt aus Felsen. Alles sehr spannend und eindrucksvoll inszeniert, nichtsahnend, dass das was uns später in der Paradise Cave erwartet, das eben Gesehene um ein Vielfaches übertreffen könnte.

Nach einem super leckeren vietnamesischen Mittagessen geht es gut gestärkt mit dem Bus weiter zu den Paradise Caves. Das gute Mittagessen braucht man dann auch. Denn um zu den Höhlen zu gelangen muss man erst mal 524 Stufen auf den Weg nach oben zum Eingang bezwingen. Das Höhlensystem ist über 30km lang. Davon kann man ca. 1km ganz bequem auf Holzstegen besichtigen. Weitere 7 km könnte man, mit entsprechend Kleingeld bestückt, auf unbefestigten Wegen und mit Taschenlampen besichtigen. Schon wenn man die Höhle betritt, ist man erstaunt über die riesige Dimension der Höhle. Auch wenn wir beide schon einige Höhlen gesehen haben, ist das mit Abstand die größte und beeindruckendste Höhle, die wir je gesehen haben. Auf einer breiten Holztreppe führt ein Weg in die perfekt ausgestrahlte Höhle nach unten. Überall wo man hinschaut, entdeckt man neue Formation der Tropfsteingebilde. Eine perfekte Welt für Märchen und Legenden, in der man seiner Phantasie freien Lauf lassen kann. Wir kommen aus dem umher Schauen und Staunen gar nicht mehr raus uns sind immer die letzten unserer kleinen Besichtigungsgruppe.

Auch wenn das kleine verschlafene Städtchen Dong Hoi den Touristen sonst wirklich absolut nicht zu bieten hat, so ist der Ort aber dennoch als Zwischenstopp für den Besuch der Höhlen ganz gut geeignet. Und so sind wir froh, dass wir am selben Abend noch im Zug nach Ninh Binh sitzen und träumen noch ein bisschen von den Höhlen und den Märchen.

Ninh Binh

Als wir in Ninh Binh aus dem Zug steigen ist es kalt. Das war es zwar die letzten Tage auch schon, aber hier ist es schon so kalt, dass es anfängt einen zu nerven. Der erste Weg ist also erst mal auf den Markt und ein paar Handschuhe kaufen. Irgendwann bleiben wir dann in einem Cafe hängen, in dem wir Manne und Elly treffen. Zwei nette deutsche Traveler mit dem selben Etappenziel. Stunden später, nach angeregten Gesprächen und etwas durch gefroren sind wir wieder zurück im Hotel und freuen uns darauf, dass unsere Klimaanlage eine Heizfunktion hat. Im Gegensatz zum Hotel von Manne und Elly, die unter Umständen vielleicht sogar die folgende Nacht erfroren sind, weil es in deren Hotel keine Heizung gibt.

Am nächsten Morgen sind wir also wieder wohl auf und haben uns bei einem guten Frühstück gestärkt, um die in 15 km Entfernung gelegene trockenen Ha Long Bucht zu erkunden. Unser Hotel bietet für wenig Geld Fahrräder an. Eines davon sieht sogar aus wie ein Mountainbike mit Gangschaltung. Kurz nachdem wir losgefahren sind, merkten wir dann, dass eigentlich nur der erste Gang funktioniert. Gut - dann dauert es eben etwas länger. Aber wenigstens kommen wir jeden Berg damit hoch. Das Fahrrad ist voll gefedert und während Heike damit vorne raus fährt sieht dass ständig wippende flummihafte auf und ab ihres Sattels von hinten zum tot lachen aus. Die Fahrräder waren auch auf andere Art und Weiße nicht gerade sorgfältig ausgewählt, wie sich dann später herausstellte. Jedenfalls nach fast einer Stunde mit dem Rad kommen wir dann dank der Google Map App in Tam Coc an. Tam Coc bezeichnet die drei Höhlen, die alle nur auf dem Wasserweg zu erreichen sind. Auf der 1,5 stündigen Bootsfahrt, die sich durch grüne Reisfelder und vorbei an den steil aufragenden Karstfelsen schlängelt, hat man fantastische Ausblicke in die umgebende Landschaft. Allerdings entpuppen sich die angepriesenen Höhlen hier schnell als kurze Grotten, durch die sich der Fluß zwängt. Und so lassen wir uns die 1,5 Stunden durch die Kälte schippern, immer wieder fragend, wie das die Einheimischen mit ihrer seltsam anmutenden Fußrudertechnik auch barfuß aushalten, während wir mehr als die Hälfte der Klamotten am Körper tragen, die unser Rucksack so hergibt. Wieder an Land angekommen freuen wir uns darauf, dass wir uns jetzt beim Radfahren endlich wieder bewegen können und uns vielleicht wieder wärmer wird. Nicht weit von hier gibt es oben auf einem Berg noch eine schöne Pagode, die wir schon vom Boot aus gesehen haben. Nach weniger als 10 Minuten auf dem Rad platzt mein Traum von Schweißtropfen auf der Stirn ganz abrupt. Fahrradkette gerissen. Wahrscheinlich hatte eine von den vielen wirklich aufdringlichen Souvenir Verkäuferinnen hier einen schlechten Fluch hinterher geschickt, als wir mal wieder nichts gekauft haben. Mitten im Nirgendwo hat man dann auch schlechte Chancen irgend woher ein Kettenschloss zu bekommen. Also beschließen wir um zudrehen und die Pagode nicht mehr zu besuchen. Schließlich fährt am selben Nachmittag noch unser nächster Bus nach Hanoi. Das Gute an der ganzen Sache war, dass immerhin kein Reifen geplatzt ist und am Straßenrand wie überall hier, jede Menge Unrat umher liegt. Also schnell nach Mc Gyver Manier ein paar Stricke zusammen geknotet und das Fahrrad in Schlepptau genommen. Jetzt darf eben nur noch einer schwitzen. Während ich also vorne um Vorwärts kommen bemüht war, war Heike hinten eher darum bemüht mal wieder nicht zu erfrieren. Noch rechtzeitig im Hotel angekommen bleibt sogar noch Zeit für eine extra heiße Pho (Standard Reisnudelsuppe, welche die Vietnamesen 3x am Tag essen) – super lecker.

Kurz darauf bringt uns dann der Hotelbesitzer persönlich mit seinem Moped zum Busbahnhof. Die Hauptstadt von Vietnam ist fast schon die letzte Station auf unserer Reise. Wir freuen uns ganz besonders darauf. Vor allem, weil es die nächsten Tag endlich mal wieder Temperaturen um die 20°C geben soll.


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17th January 2013

saludos
Bellisimo su viaje, Impresionante otro mundo. Gracias por la postal. cariños a ambos y sigan disfrutando urquía

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