Tanz auf dem Vulkan


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Asia » Indonesia » Sumatra » Berastagi
August 4th 2014
Published: September 1st 2014
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Blick auf den Sibayak, im Vordergrund Berastagi.
Die meisten aktiven Vulkane dieser Welt liegen in Indonesien. Zwei
davon, Gunung Sinabung und Gunung Sibayak liegen in der unmittelbaren
Umgebung der Kleinstadt Berastagi. Der mächtigere Gunung Sinabung
brach zuletzt 2010 aus und ist laut Aussage anderer Traveler derzeit
für Besuche gesperrt. Der Sibayak hingegen kann bestiegen werden.
Einen Guide benötigt man hierzu nicht unbedingt. Jedoch sollte man den
Aufstieg nicht alleine wagen, da es doch einige unsichere Stellen
gibt. Ich tat mich also der Einfachheit halber mit den Leuten
zusammen, die mit mir im Minibus hierher gefahren waren, einer
Schottin und einem französisch-polnischen Pärchen. Wir fuhren mit dem
Minibus zum Ende der Straße, danach ging es zunächst auf asphaltiertem
Weg, dann aber mitten durch die Botanik hinauf zum Krater. Wenn man
erstere hinter sich gelassen hat, kommt man sich.vor, sie auf einem
anderen Planeten. Überall zischt es und Dampf schießt aus allen
Löchern. Gelber Schwefel klebt an den Felsen und es stinkt
unerträglich nach faulen Eiern. Der Anblick ist aber atemberaubend.
Nachdem wir am Kraterrand entlang gegangen waren, machten wir uns auf
der anderen Seite an den Abstieg. Dieser erwies sich als schwieriger
als der Hinweg. Es war teilweise recht steil und rutschig. Zum Glück
war aber gutes Wetter. Nachdem wir die Baumgrenze überschritten
hatten, verloren wir das Pärchen oder besser gesagt, es lief uns
davon. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass die Polin
Arachnophobikerin war und überall im Gebüsch Spinnen vermutete.
Dadurch rannten die beiden im Rekordtempo den Berg. Wir Verbliebenen
waren ein wenig verwundert und dachten schon fast, sie hatten den
falschen Weg genommen. Plötzlich versperrte uns ein großer Haufen
Bambus den Weg. Scheinbar waren wir es, die falsch waren. Ein wenig
ratlos, gingen wir wieder zurück bis wir auf eine Gruppe indonesischer
Touristen und ihren Guide stießen. Es stellte sich heraus, dass unser
Weg der richtige war und wir lediglich um den Bambus hätten herum
laufen müssen. Schließlich kamen wir in einem Dorf im Nachbartal an.
Der letzte Abschnitt des Abenteuers war dann die Fahrt in einem
vollbesetzten schrottreifen Minibus zurück nach Berastagi. Er gehörte
wohl einem Bauern, der in der Stadt seinen Ertrag verkaufte und zur
Einkommensaufbesserung Passagiere mit nahm. Dafür hielt er an jeder
Ecke und nahm nach dem asiatischen Motto des Nahverkehrs ("einer mehr
passt immer rein.") Passagiere in den Wagen und Waren aufs Dach. Nach
einer weiteren Stunde kamen wir schließlich in unserem Gästehaus an,
wo uns unsere Begleiter fröhlich Willkommen hießen.

...

Es kann durchaus auch kälter werden in Indonesien. Dann nämlich, wenn
man sich auf 1000 Meter Höhe befindet. Wenn es im Gästehaus dann noch
lediglich eine kalte Dusche gibt, wird das leicht unangenehm. Zum
Glück gibt es im Gästehaus Wisma Sibayak eine große Auswahl
unterschiedlicher Tees und Kaffees und auch die Freundlichkeit der
Gastgeber tut ihres Tür Atmosphäre bei. Einer der Mitarbeiter ist ein
schon etwas älterer Transvestit, der als indonesische Olivia Jones
durchgehen würde, wenn seine Outfits nicht ein wenig einfacher
gehalten wären. Bei der Chefin des Hauses, die als einzige sehr gut
englisch spricht, gibt es viele Informationen über die
Sehenswürdigkeiten der Umgebung, während ihre Schwester für das gute
Essen zuständig ist. Dennoch habe ich nicht immer im Gästehaus
gegessen, da Berastagi auch eine sehr gute Auswahl von Straßenküchen
hat. Lange blieb ich aber nicht. Es warteten noch die "Waldmenschen".


Additional photos below
Photos: 45, Displayed: 24


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Wie alle vulkanischen Böden ist auch die Gegend um Berastagi sehr fruchtbar. Berastagi heißt nicht umsonst übersetzt "Reiskammer".
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Gunung Sinabung
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An jeder Ecke wurde ich gefragt, ob man ein Foto mit mir machen könnte. Alle auf dem Bild wollten Ihr eigenes Foto mit dem Ausländer.


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