Von Mauern, Palästen und Märkten


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China's flag
Asia » China » Beijing » Great Wall of China
March 8th 2013
Published: March 8th 2013
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Um 06.00 Uhr stehen wir fix und fertig -in jeder denkbaren Weise- vor unserem Hostel und werden prompt von einem Kleinbus abgeholt, der uns zur großen Mauer bringen soll. Zu unserer großen Überraschung besteht das mitgebuchte Frühstück aus einem , inzwischen lauwarmen, Burger und einem Kaffee von McDonalds! Aber beides ist erträglicher als gedacht und so gondeln wir zufrieden noch ca. eine Stunde durch das morgendliche Beijing, bis wir alle Gäste unserer Tour zusammen haben ( es sind 15 Personen) und danach noch 3 Stunden durch das Umland bis wir in Jinshanlin an der großen Mauer ankommen. Wir haben diesen Mauerabschnitt ausgesucht, da es dort noch sehr ursprünglich und wenig besucht sein soll. Vermutlich liegt das an der langen Anfahrt aus Beijing und/oder dem Fehlen von, aus chinesischer Sicht wohl essentiellen, Vergnügungsbeigaben wie Rutschen oder Ziplines von der Mauer herunter und Seilbahnen hinauf.

Tatsächlich ist der große Busparkplatz am Fuße der Mauer als wir gegen 10 Uhr dort eintreffen komplett leer. Und nach einem etwa 20-minütigem Aufstieg stehen wir kurz darauf tatsächlich ganz alleine auf der Chinesischen Mauer!! Es ist sonnig, aber etwas kalt und leider auch etwas diesig. Die Aussicht auf bis zu 7 Wachtürme die sich in jede Richtung von unserem Standpunkt aus an der Mauer entlang auf die Berggipfel verteilen ist atemberaubend. Langsam verteilt sich die Gruppe und jeder geht in seinem Tempo. Für die nächsten drei Stunden geht es auf und ab über unzählige Stufen (es sollen auf diesem Weg 1600 sein und das glaube ich gerne) und Absätze, bis wir am Ende den höchsten Punkt und letzten Wachturm in der Sektion Jinshanlin erreicht haben.

Immer wieder bieten sich neue tolle Ausblicke und ich kann mich überhaupt nicht satt sehen an diesem Meisterwerk der Baukunst. Am Ende müssen wir aber doch ein wenig auf die Tube drücken und den Rückweg etwas beschleunigt antreten, damit wir noch rechtzeitig zum Mittagessen kommen. Jetzt begegnen uns auf dem Weg zum Parkplatz noch mindestens vier andere Reisegruppen und wir sind froh, dass wir so früh da waren und die Mauer ganz für uns alleine hatten. Insbesonders weil jetzt solche Art von Touristen kommen, die laut spanische Lieder singen und alle gleiche Pandabärkäppies tragen!!!

Noch ein paar Fakten zur chinesischen Mauer gibts hinterher und dann nur noch Bilder, die für sich sprechen sollten!! Baubeginn: 7. Jhd. v.C., dann immer wieder Erweiterungen und Verstärkungen, Länge: 21.196 km, die "Hauptmauer" ist 2.400 km lang. Besucherzahl: ca. 3 Mio jährlich!! Seit 1987 ist sie Unesco-Weltkulturerbe und nein, die chinesiche Mauer ist mit bloßem Auge nicht aus dem Weltall zu sehen, da sie zu schmal ist!!

Abends gehen wir noch in die sogenannte Wangfujing Snack Street, eine kleine Straße mit allerlei Snackständen im Zentrum Beijings. Hier gibt es alles Essbare was man sich vorstellen kann: von gegrillten Skorpionen und anderen Insekten, Gegrillten Fleischspiessen und Sepia, frisch gemachten Dumplings und Baozi, Frühlingsrollen und allerlei frittiertem Unbekannten bis zu einer Art frisch geklopften Müsliriegeln mit Nüssen, Pfannkuchen und kandierten Fruchtspießen. Wir snacken uns ein bisschen durch und ich probiere auch noch ein leckeres Joghurt-Honiggetränk, drücke mich dann aber doch vor den Skorpionspießen, als ich merke, dass die sich noch am Spieß bewegen. Letztendlich treffen wir uns noch um 23 Uhr mit einem Couchsurfer auf einen Mitternachtssnack in einem koreanischen Restaurant etwas ausserhalb. Er ist Polizist und musste wegen eines innerchinesischen Parteigipfels heute länger arbeiten, denn eigentlich wollten wir uns schon früher zum Abendessen treffen. Trotzdem ist es sehr nett mit ihm und er zeigt uns stolz seine Polizeistation und vorallem die dort benutzten vorwiegend deutscher Streifenwagen. Das Glanzstück der Flotte ist übrigens ein VW-Passat, den jedoch nur der Chef fahren darf ;-) Wir müssen wieder mit dem Taxi heim fahren, da die U-bahn schon wieder stillsteht, als wir um 01.00 Uhr aus dem Lokal kommen und fallen dann totmüde ins Bett. Am Mittwoch ist zum ersten Mal das Wetter schlecht, es ist kalt, bedeckt und völlig zugezogen, der berühmt-berüchtigte Beijinger Smog ist zum ersten Mal optisch greifbar. Trotzdem machen wir uns morgens mit einem (wieder anderen) Couchsurfer auf zum Sommerpalast der Kaiserinnenwitwe Xixi, der etwas ausserhalb des Zentrums liegt. Eigentlich wollte uns Jin den zeigen, er betont nämlich immer wieder, dass er ein local ist, allerdings ist es im Endeffekt eher so, dass wir ihm alles zeigen :-) Sowohl, wie man zur Metro kommt, die Metro benutzt, als auch wie man zum Sommerpalast kommt und sich dort orientiert ;-) Aus Höflichkeit hören wir beim ersten Mal auf ihn und steigen prompt zwei Stationen zu früh aus der Metro aus...und das obwohl die Station, bei der wir eigentlich aussteigen müssen auf chinesisch "Nordtor zum Palast" heißt, wie uns Jin danach fröhlich übersetzt... Na wer da mal nicht eins und eins zusammengezählt hat...Allerdings führt uns Jin danach noch in ein wirklich tolles Restaurant und wir sind wieder etwas mit ihm versöhnt. Hier bestellen wir, wie in China eigentlich üblich, wenn man mit mehreren Personen Essen geht, viele verschiedene kleinere Speisen und teilen uns diese. Es schmeckt köstlich und ist auf garkeinen Fall mit dem "China-Fraß" zu vergleichen, den man in Deutschland kriegt!! Nach dem Essen verabschieden wir uns und gehen noch ein bisschen auf den Silk Market, eines der größten Einkaufszentren für allerlei "echte Designerware" zu Dumpingpreisen. Hier wird es mir allerdings nach 2 Minuten zuviel und da ich eh nicht vorhabe, etwas zu kaufen schicke ich Christian alleine los und gönne mir solange eine Fußmassage. Nach 45 Minuten bin ich tiefenentspannt und Christian um eine Krawatte, eine Outdoorjacke und zwei Jogginghosen reicher.Und weil es schon wieder dunkel ist, als wir aus dem Market herauskommen fahren wir dann noch mal zum Olympic Parc, um das erleuchtete Stadium zu bewundern. Es hat sich gelohnt finde ich. Unser letztes Abendessen gibt es wieder in dem selben Restaurant wie mittags, weil es einfach sooo lecker war und diesmal schaffen wir gerade so die letzte Metro!!


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9th March 2013

Toller Bericht, super Fotos - beeindruckend und schön - man möchte dabei sein (Fine käme wahrscheinlich nach, wenn ihr noch dort wärt) LG und weitere solche Erlebnisse und Berichte!

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