Siem Reap - Ausflug zu den schwimmenden Dörfern


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June 10th 2018
Published: July 1st 2018
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In Siem Reap angekommen und sogleich beim Immigration Amt den Kanadier Sammy kennengelernt. Scheint als hätte ich bereits einen Travelbuddy für die nächsten Tage gefunden. Weibliche Begleitung wäre natürlich erwünscht gewesen, aber man kann ja nicht alles haben. Unsere Guesthouses waren nicht weit voneinander, so dass wir uns auch gut treffen und die Touren und alles planen konnten. Mein erster Tag in Kambodscha erinnerte mich irgendwie wieder an die Philippinen. Die Strassen sind nur gerade in der Stadt selber asphaltiert, bereits meine Strasse zum Hotel, stand wenn es kurz und heftig regnete wieder 10cm unter Wasser. Aber man trägt ja eh den ganzen Tag nur Flip Flops, so werden die teuren Nike Schuhe auch gar nie nass. Die Sonne brennt, die Luftfeuchtigkeit ist hoch, Lärm hier und da, ausserdem gelten hier auch wieder andere Strassenregeln als im besinnlichen Chiang Mai in Thailand. Die Leute sehen anders aus, dunkler und haben markantere Gesichtszüge. Auch wird man hier wieder direkter angesprochen, vor allem von den unzähligen Tuk Tuk Fahrern die es in Siem Reap gibt. Es gib Street Food, und auch hipste Restaurants und die Pub Street mitten in der Stadt. Dort verbrachten wir dann auch einige Abende, weil ja auch die WM begonnen hat und wie bei uns in jeder Bar die Spiele übertragen wurden. Zu bestaunen gab es bei einem ersten Spaziergang durch die Strassen der Kolonialstadt Siem Reaps, unter anderem das französische Viertel, wo man wirklich das Gefühl hat man Sei in einer, kleinen verträumten Strasse Paris. Kurz nach dem Verweilen in einem Kaffee wurden wir abgeholt und fuhren Richtung des grössten Sees in Südostasiens, des Tonle Sap. 30 Minuten später waren wir abseits von Strassen und der Stadt auf einem Landweg durch den Wald. Die Strasse wurde erst vor wenigen Wochen fertiggestellt. Sie befand sich in dieser Ebene, auf einem ca. 5 Meter hohen Erhebung. Die ist nötig, weil in der Regenzeit, welche nun langsam beginnt, die Strasse fast komplett verschwindet. Nun sehe ich auch die Boote, die da irgendwie im Sand neben der Strassenerhebung liegen. Die gesamte Ebene steht dann Metertief im Wasser und mit einem Auto kommt man hier dann nicht mehr vorwärts. Kann man sich gar nicht richtig vorstellen. Wir fahren weiter, und werden in ein Boot verfrachtet, dieses fährt mit uns auf dem Fluss Richtung Kampong Phluk, eines von unzähligen Schwimmenden Dörfern. Als wir die ersten Häuser sahen, die auf meterhohen Pfählen gebaut wurden, damit Sie in der Regenzeit nicht weggespült werden, meinte Sammy, man sehe solche Bilder sonst nur in National Geographic Dokumentationen. Wirklich ein fremder Anblick, wir gingen durch die Strasse, links und rechts waren diese Häuser, komplett aus Holz/Bambus und Wellblechen gebaut. So abseits im Nirgendwo und während der Regenzeit steht das Wasser teils 5-6 Meter höher. Um diesen See leben 1,6 Millionen Menschen, davon so wurde uns erzählt sind gegen 95% der Leute hier Fischer. Man lebt was der See hergibt. Das Dorf lebt, überall Kinder und Frauen die unter den Häusern, die Fischernetze wieder zusammenflicken, währen die Männer die Boote repariere oder etwa am fischen sind. Es gibt eine Schule und sogar einen Polizeiposten. Unser Guide klärte uns auch über die Religion in Kambodscha auf, was den hier nun vorherrscht. So wie ich dies verstanden habe, wechselte sich der Buddhismus in den letzten paar hundert Jahren mal mit dem Hinduismus ab. Sicher ist das der Theravada Buddhismus bis zur Zeit vor der Rothen Khmer über längere Zeit sehr verbreitet war. Heute kann jeder glauben was er will, und man mischt sogar einige Sachen. Dies tönte für mich irgendwie recht tolerant. Nach der Besichtigung des Dorfes ging es weiter Richtung See, wir kamen an kleinen Käfigen vorbei, in denen Krokodile gezüchtet werden, heutzutage in Kambodscha eigentlich illegal, trotzdem wird es noch gemacht. Wir erreichen den Riesensee. Könnte auch das Meer sein, denn auf alle Seiten sehen wir bis zum Horizont nur Wasser. Das Wasser ist jedoch trüb und auch nicht besonders tief. Währen der Regenzeit erreicht der See gut das 5 fache seiner jetzigen Grösse, dies ist auf ein Naturphänomen zurückzuführen. Der Tonle Sap Fluss mündet eigentlich im Süden Kambodschas im Mekong Delta, der Mekong Fluss selber führt in diesen Monaten aber auch enorm viel Wasser, welches aus dem Himalaya Gebirge angeschwommen kommt, dieses viele Wasser verursacht nun das die Richtung des Tonle Sap’s umgekehrt wird und das Wasser zurück in den See geleitet wird. Damit ist der eigentliche Abfluss des Sees plötzlich ein gewaltiger Zufluss. Ganze Landstriche stehen dann komplett unter Wasser. Zum Schluss essen wir dann auf einem schwimmenden Restaurant und bestaunen auf dem Dach, das rege Treiben auf dem See und den Sonnenuntergang. Eine kleine Reise in eine andere Welt, man kann sich teils gar nicht so vorstellen, wie einfach diese Leute leben und doch nicht unglücklich aussehen und gerade in Kambodscha mit dieser Vergangenheit und bitteren Jahren des Leidens.

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