Bootsfahrten auf dem Inle See, Sonnenaufgänge in Bagan und Jungletrekking in Hsipaw


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Asia » Burma
January 23rd 2019
Published: January 29th 2019
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Dienstag, den 8. Januar, kamen Iver, Thereza und ich mit dem Nachtbus von Hpa-An in Nyaung Shwe (Inle lake) an. Es war eine sehr lange Busfahrt gewesen (Abfahrt 19h, Ankunft 9h30), aber ich habe ganz gut geschlafen und war daher relativ gut ausgeruht - ganz im Gegensatz zu Iver und Thereza die sehr schlecht geschlafen hatten da die Straße sehr schlecht war und sie beide im Bus immer krank werden.

Nach den erlebnisreichen letzten Tagen/Wochen und der langen Busfahrt wollten wir alle an diesem ersten Tag nur chillen und nichts tun und das Wetter kam uns da ganz entgegen : es regnete den ganzen Tag in Strömen. Also blieben wir im Hostel, haben Wäsche gewaschen, am PC gearbeitet, Bilder sortiert und neue Leute kennengelernt, wie Bianca aus São Paulo. In Hpa-An war ich zufällig an einem Vivo Geschäft vorbeigekommen und hatte gesehen, dass diese Telefone hier ziemlich günstig sind und von meiner Freundin Denis wusste ich, dass Vivo richtig gute Telefone hat. Da ich ja den ganzen Nachmittag Zeit hatte bin ich dann hier in Nyaung Shwe zum Vivo Shop gegangen und habe mich näher zum neuen Vivo V11i informiert, denn ganz ehrlich, mein altes billiges Motorola ging mir langsam echt auf die Nerven ; in Uganda hatte ich ein neues Batteriesystem installieren lassen müssen und jetzt fing es schon wieder an nicht mehr laden zu wollen, die Qualität der Kamera war furchtbar und es hatte ständig irgendwelche Macken. Ich konnte das neue Vivo V11i (das erst im September überhaupt rausgekommen ist) dort ausprobieren und ich war vollends begeistert! Also dachte ich « was solls! » und habe es für nur 230€ gekauft. Leider nahmen sie keine Kreditkarten, also musste ich zurück zum Hostel, Bargeld holen, aber dann habe ich es gekauft und das Personal dort war so froh darüber - ich nehme mal an dass nicht oft Leute dort so eine (für hiesige Verhältnisse) teures Handy kaufen - dass sie mir jede Menge Kram gratis gaben : eine Glasschutzfolie, 2 Hüllen und eine super Powerbank! :-D

Ich habe den Rest des Nachmittags damit verbracht mein neues Handy zu entdecken und die tolle Kamera auszuprobieren. Dadurch habe ich dann auch einige Leute kennengelernt, denn jeder fragte : « Oh, hast du hier ein Handy gekauft?! Wie ist das neue Vivo? Kann ich mal sehen? » bla bla bla :-D So habe ich dann Martin aus Frankreich und Idan aus Israel kennengelernt. Idan hat auch ein Vivo Handy mit dem er sehr zufrieden ist und er hat mir verschiedene Sachen im Handy gezeigt.

Zum Abendessen sind wir im Hostel geblieben und wir haben ein paar Spiele gespielt bis Idan uns dann einlud mit ihm und seinen Freunden was trinken zu gehen. Iver und Thereza wollten früh ins Bett gehen und haben abgelehnt, aber ich war nicht wirklich müde und dachte, « ein Bier, komm warum nicht!? », und so sind Martin und ich mitgegangen. Naja, ihr wisst ja wie das läuft wenn man « einen trinken geht » : aus 1 Bier werden 2 und dann 3, usw... ^_^ Wir sind zu einer richtig coolen Bar gegangen und dort bestellten wir 2 große Krüge Bier für uns 7 : Martin aus Frankreich, Idan aus Israel, Lukas, Jule, Caroline und Paul aus Deutschland und ich. Das wäre okay so gewesen, aber Paul kannte 2 Australier die auch in der Bar waren und als die sich dann zu uns setzten fing die Party an : wir spielten ein Trinkspiel mit Karten und schlussendlich kam ein Bier aufs andere bis die Bar um 11h zu machte (wir bestellen dann nochmal ein paar Krüge) und wir um 1h morgens schlussendlich rausgeworfen wurden! ^_^ hahaha Die Burmesen sind genau wie alle anderen Asiaten : sie haben absolut keine Trinkkultur und 1h morgens war höchste Eisenbahn fürs Bett! ^_^

Wir haben dann versucht noch irgendwo einen offenen Laden zu finden der Bier verkauft, aber es war überall zu, also haben wir uns dann unserem Schicksal ergeben und sind ins Bett gegangen. Ich hatte einen richtig schönen Abend und es war schade, dass die anderen alle am nächsten Tag wegfahren wollten.



Es stellte sich dann am nächsten Morgen heraus, das doch nur Lukas fahren würde : Idan hatte Dengue und verbrachte die nächsten Tage im Bett und Paul hatte eine Lebensmittelvergiftung (esst niemals Indisch in Myanmar, davon scheint jeder krank zu werden!). ^_^

Ich war an diesem Morgen etwas genervt ; ich mag es nicht rumzugammeln und darauf zu warten das andere Leute in die Pötte kommen : entweder man plant von Anfang an einen gemütlichen Chill-Tag im Hostel oder man macht was, aber nicht so ein « Oh wir schauen gleich mal » Ding. Wir hatten beschlossen etwas zu unternehmen, aber Iver und Thereza kamen nicht richtig in die Gänge. Irgendwann beschlossen wir dann durch den Ort zu laufen und uns den Markt anzuschauen, aber als ich von der Toilette zurückkam waren sie auf einmal verschwunden und ohne mich los. Na danke! Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich morgens was anderes gemacht! Als sie dann endlich wieder zurückkamen wollten wir dann eine Boot-Tour auf dem See machen. Iver und Thereza trafen in unserem Zimmer dann noch 2 die mitkommen wollten : Jeff aus der Schweiz und Willem aus den Niederlanden. Ich hatte Iver und Thereza gesagt, sie könnten entscheiden, was wir an diesem Tag machen, denn ich hatte mehr Zeit als sie und hätte theoretisch einen Tag länger bleiben können um die Sachen zu machen die ich machen wollte. Leider haben sie beschlossen, alle Touristenfallen zu machen, die es am Inle See gibt : einen Silberschmidt besuchen, die Langhals-Frauen sehen, in einem Restaurant am Fluss essen, das « jumping cat monastery » (= « springende Katzen Kloster ») zu besichtigen und selbstverständlich 1000 Bilder von den « Anglern » auf dem See zu machen. Diese Angler sind eigentlich heute zum großen Teil keine Angler mehr : alles was sie machen ist für Touristen posieren und dann dafür Trinkgeld kassieren... Ganz ehrlich, ich fand den Tag total scheiße ; zum Glück war die Tour billig (4000K p.P. = +/- 3€). Ich hasse es diese mega touristischen Sachen zu machen wo man genau weiß das alles eine Show für die Touristen ist und nichts authentisch ist... Meine Stimmung war also nicht die beste an diesem Tag, aber ich sagte nicht viel, denn es war ja meine Schuld : ich hatte ihnen gesagt sie dürften den Tag planen.

Naja, es hätte schlimmer sein können, immerhin hatten wir es ganz gut zusammen und Willem und Jeff waren ganz nett.



In Myanmar ist es tagsüber gewöhnlich sehr warm, aber sobald die Sonne untergeht wird es sehr kalt, vor allem auf dem See ; so waren wir halb erfroren als wir endlich wieder im Hostel ankamen nachdem wir den Sonnenuntergang auf dem See angeschaut hatten. Wir freuten uns alle sehr auf eine gute warme Dusche (Hostels in Myanmar sind überraschenderweise sehr modern und haben warmes Wasser!). Nach meiner Dusche habe ich mich dann zu Jule, Idan und Lukas gesellt die unten saßen und gemeinsam auf Lukas’ Bus warteten ; er machte sich auf den Weg nach Bagan wo er Bianca treffen wollte und wo wir die beiden am nächsten Tag wiedersehen würden. Während wir warteten erzählte Jule mir, dass sie am nächsten Tag nach Bagan fahren würde und so haben wir dann beschlossen unsere Tickets zusammen zu kaufen (Iver und Thereza waren oben und stressten sich nicht Tickets zu kaufen obwohl sie wussten dass es fast keine Tickets mehr gibt ; ich hatte auch keine besondere Lust mehr mit ihnen weiter zu reisen denn ich fühlte mich immer wie das 3. Rad am Wagen...). Eigentlich hatte ich noch die 3-Tage-Wanderung von Kalaw nach Inle machen wollen, aber die Meinungen über diese Wanderung waren sehr geteilt, die meisten meinten die Wanderung an sich sei nicht so toll, nur die Leute die man trifft ; also habe ich beschlossen das fallen zu lassen.

An diesem Abend gab es auf der Dachterrasse des Hostels ein Barbecue und wir beschlossen hoch zu gehen und dort was zu essen und zu trinken. Später hat Paul sich dann noch zu uns gesellt, dem es mittlerweile wieder ein bisschen besser ging, und Nathalie aus Deutschland. Am nächsten Tag wollte ich unbedingt zu den Indein Pagodas gehen von denen Lukas erzählt hatte und Jule und Nathalie beschlossen sich mir anzuschließen, also verbrachten wir den Abend mit Planen. :-) Außerdem probierten wir ein paar coole Extras der Kamera meines neuen Handys und wir hatten es richtig gut, aber wir sind früh ins Bett gegangen denn wir waren alle müde von unserer Party am Abend vorher. :-)



Am nächsten Morgen haben wir um 8h gefrühstückt, denn ich wollte unbedingt spätestens um 9h los (ihr wisst ja wie das ist wenn man zu mehreren ist, dann sind immer 1, 2 Personen spät dran und man muss mit mindestens 20 Minuten Verspätung rechnen). Um 8h50 beschlossen Iver und Thereza dann plötzlich sich uns anschließen zu wollen - eigentlich wollten sie mit dem Fahrrad durch die Gegend fahren - und so mussten wir dann warten bis sie fertig waren und so war es dann schlussendlich 9h30 als wir endlich los kamen. Sobald wir aus dem Hostel raus kamen stand bereits der gleiche Typ dort, der uns auch am Tag vorher ein Boot vermietet hatte und er wollte uns auch diesmal wieder eins vermieten. Ich war da ganz klar und direkt : « Nein! ». Sein Boot war mega langsam gewesen und der Fahrer konnte absolut kein Englisch! Es stellte sich dann allerdings heraus das er der « big Boss » dort war und wir keine andere Wahl hatten als bei ihm ein Boot zu nehmen. Wir haben aber dann hart verhandelt (ich lass mich von so nem Typen nicht verarschen) : wir bekamen ein schnelles Boot for 5 Personen für 20.000K (= 4000K p.P. = +/- 3€) mit einem Fahrer der gut Englisch spricht. Als wir dann allerdings beim Boot ankamen hatte das Boot nur 3 Sitzplätze und der Typ wollte dass wir mehr zahlen für die 2 Zusatzstühle, das muss man sich mal vorstellen! So weit kommt es noch! Schlussendlich hat er uns dann die 2 Zusatzstühle gratis gegeben.

Da wir diesmal nirgendwo stoppten ging die Fahrt über den See wesentlich schneller! Wir brauchten genau 90 Minuten vom Hostel zu den Indein pagodas, einem Komplex von 1000 verlassenen Pagodas vom 11. und 12. Jahrhundert. Es gibt eine große, neuere (oder renovierte) Pagoda die im Zentrum von allem steht und rundherum stehen alle anderen Pagodas die kleiner sind. Muss muss etwas gehen bis man dort ist, aber dann kann man zwischen den verschiedenen Pagodas rum laufen bis man quasi wieder am Eingang ist. Die meisten Pagodas sind ziemlich verlassen und sehen genau so alt aus wie sie sind, aber verschiedene sind schon renoviert worden und andere werden gerade renoviert. Das ist wirklich schade, denn so verliert dieser Ort seinen ganzen Charme... Wenn es mal fertig renoviert ist wird es dann einfach ein anderer großer Pagoda-Komplex sein und kein historischer Ort mehr. Also muss man es jetzt besuchen! :-) Wir brauchten um die 2 Stunden um den Ort zu entdecken, aber wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wären wir sicher auch noch 1-2 Stunden länger dort geblieben. :-D Es ist so ein schöner und interessanter Ort, ganz anders als alles was ich bisher gesehen habe und, das Beste, es waren fast keine anderen Touristen dort! Wirklich ein verborgenes Juwel das Lukas da mit uns geteilt hat! :-D



Um 13h haben wir dann in einem Restaurant zu Mittag gegessen das Lukas uns empfohlen hat : das Smile Restaurant. Sie haben richtig gutes und sehr leckeres Essen (versucht die Shan Noodle Soup!). Als wir zurück zu unserem Boot kamen hat unser Fahrer uns dann vorgeschlagen zu den schwimmenden Gärten zu fahren. Wir waren ein wenig skeptisch, denn wir hatten diese Gärten am Tag vorher schon gesehen, aber er war sehr nett und so ließen wir uns darauf ein. Es stellte sich dann heraus, dass das eine sehr gute Entscheidung war : wir durften im Garten rumlaufen und das war richtig cool, denn man geht ständig im Wasser ein und das Ganze schwankt ganz schön wenn ein anderes Boot vorbei fährt, richtig lustig! :-D

Von dort aus sind wir dann zurück zum Hostel gefahren wo wir Fahrräder mieteten um uns denn Sonnenuntergang in einem Weingut anschauen zu gehen. Nathalie wollte da nicht mehr mitkommen sondern blieb im Hostel, also waren es nur Jule, Iver, Thereza und ich. Es war Iver’s Aufgabe uns dorthin zu leiten, aber irgendwo hat er sich im Weg vertan und wir haben uns verfahren. Wir mussten diesen riesigen Berg hochfahren und da unsere Fahrräder richtiger Müll waren mussten wir den halben Berg hoch laufen und wir waren total kaputt als wir oben ankamen. Da stellte es sich dann raus das wir an einem Pferde-Club angekommen waren und das Weingut auf der anderen Seit des Bergs war und wir wieder zurück mussten... Die Leute in diesem Pferdegut waren super nett und sie sagten wir sollen erst mal reinkommen ein Glas Wasser trinken, was wir dankend annahmen. Da haben wir dann entdeckt, dass auch sie eine schöne Terrasse hatten von wo aus man den Sonnenuntergang sehen kann und so sind wir dann da geblieben und haben uns einen Erdbeer-Shake gegönnt. Zusätzlich bekamen wir dann noch gratis 2 frische Avocado aus ihrem Garten, da gerade die Avodado-Saison begonnen hatte. Super nett! :-D

Nach einem letzten Sonnenuntergang am Inle lake sind wir dann zurück zum Hostel gefahren um uns auf unsere Fahrt nach Bagan vorzubereiten. Jule und ich hatten einen VIP-Minibus gebucht denn Iver und Thereza hatten die letzten Sitze im JJ Express bekommen, aber es stellte sich dann raus dass die im Hostel (oder im Bushof) sich irgendwie vertan haben und so endeten wir dann alle im selben großen Bus der weder ein VIP-Minibus noch der JJ Express war. ^_^



Zu Anfang hatte ich den Inle lake nicht besonders gemocht, denn es war mir dort einfach zu touristisch, aber wenn man mal in die weniger touristischen Gegenden geht, dann sieht man wie schön es dort ist und wie viele Sachen es zu entdecken gibt! :-D



Wir kamen gegen 4h morgens nach einer langen relativ unangenehmen Busfahrt (die Klimaanlage war zu kalt) mit nur 1-2 Stunden Schlaf endlich in Bagan an. Der Bushof war außerhalb von Bagan und auf einmal heiß es wir müssten noch 5000K (= +/- 3€) Taxi pro Person zahlen... das wussten wir nicht, aber so ist es halt. Als wir dann endlich im Hostel ankamen war es mittlerweile 4h30 und eigentlich die perfekte Uhrzeit um sofort den Sonnenaufgang schauen zu gehen ; ich meine, wenn man um diese Uhrzeit schon auf ist, dann kann man auch was aus der Situation machen, richtig?! :-) Lukas hatte Jule geschrieben dass er und Bianca auch den Sonnenaufgang schauen gehen wollen und so waren wir dann 6 Personen die um 5h E-Bikes (= elektrische Roller) mieten waren. Lukas versprach uns, dass er DEN Aussichtspunkt kennt um den Sonnenaufgang in Bagan zu sehen ; viele verschiedene Leute haben uns Tipps gegeben wo man den Sonnenaufgang schauen gehen soll und der Ort von Lukas war nicht auf der Liste, aber er meinte nur, dass eigentlich alle Punkte die Leute einem empfehlen entweder super touristisch sind oder geschlossen.

Das Ganze war ziemlich aufregend : wir mussten die Lichter unsere Roller ausschalten als wir kurz vor dem Tempel waren und im Dunkeln weiterfahren damit uns niemand sieht, wir mussten ganz ruhig sein und unsere Roller im Schutze der Mauer stellen (die Pagoda war von einer Steinmauer umgeben). Im Inneren der Pagoda führten dann Stufen hoch zur oberen Etage, aber das Tor war mit einem Schloss abgesperrt und wir mussten zwischen dem Tor und dem Dach (+/- 30cm Platz) durchklettern und uns dann oben im Schutze der Mauern verstecken, damit uns von unten niemand entdeckt, denn die Regierung in Myanmar hat das Klettern auf Pagodas verboten. Bianca ließ zu Anfang das Licht ihres Handys an um etwas zu sehen und sie machte viel Lärm und Lukas sagte ihr ständig sie soll doch endlich das Licht aus machen und ruhig sein! Alles total nervenaufreibend! ^_^ Für Iver und Thereza war das alles dann zuviel und sie sind kurz nachdem wir endlich oben waren wieder verschwunden. Wir anderen sind allerdings geblieben, denn Lukas war der festen Überzeugung, dass uns nichts passieren kann. Die Polizei und das Militär wissen genau, dass morgens überall Touristen auf Pagodas klettern um den berühmten Sonnenaufgang und die Heißluftballons zu sehen und würden sie die Touristen alle verscheuchen oder Strafgelder kassieren, dann würden keine Touristen mehr nach Bagan kommen. Das einzige worauf man achten muss sind die Locals die morgens rund fahren und Touristen einsammeln ; sie suchen Touristen die auf Pagodas klettern wollen, sagen ihnen das sei verboten, bla bla bla, aber sie könnten den Sonnenaufgang von « ihrer » Pagoda aus schauen. Den Locals ist es genauso verboten in geschlossene Pagodas zu gehen oder auf Pagodas zu klettern wie Touristen, aber sie brechen die dann für die Touristen auf und kassieren Eintrittsgelder! Alles eine große Touristenverarsche! Es ist ja auch nicht so als würden die Touristen etwas anstellen oder die Pagodas verunstalten ; sie klettern hoch, machen ein paar Bilder und verschwinden wieder, das weiß die Polizei natürlich auch. Unser Guide am nächsten Tag erzählte uns, dass Lukas damit vollkommen recht hat. Es war eine sehr gute Entscheidung zu bleiben, denn der Sonnenaufgang war atemberaubend! Von unserem Aussichtspunkt sahen wir jede Menge Pagodas und Tempel rund herum, alle halb verborgen im Nebel, die Sonne die rot im Hintergrund aufgeht und dann die Heißluftballons am HImmel. Definitiv eins meiner Highlights in Myanmar! :-D ‹3



Nach dem Sonnenaufgang sind wir dann zurück zum Hostel gefahren, haben gefrühstückt und geduscht bevor wir wieder losgezogen sind Bagan erkunden. Wir haben unsere Roller genommen und sind nach Altbagan gefahren und sind dort durch die Gegend gecruised. Lukas und Iver wollten unbedingt zum Fluss, aber das war nicht so einfach ; wir mussten durch enge Gassen und nicht betonnierte Straßen zwischen kleinen Häusern durchfahren. Es war ganz cool zu sehen wie die Leute in Bagan leben, aber es war nicht immer einfach dort zu fahren, vor allem da ich Jule hinten auf dem Roller drauf hatte und da Bianca vorher noch nie Roller gefahren ist... Es waren viele sandige und matschige Straßen mit dabei und Bianca ist ein paar Mal hingefallen ; irgendwann entschieden wir dann zuerst mal ne Pause zu machen und etwas essen zu gehen um neue Kraft zu schöpfen. :-) Wir sind zu einem sehr touristischen Restaurant gefahren von dem Lukas gehört hatte und die Burger dort waren echt klasse! :-D Ich habe mich nur am Ende des Essens ziemlich geärgert, denn als es zum Bezahlen kam habe ich eine 10.000K Note (= +/- 7€) auf den Tisch gelegt und während ich in meiner Tasche noch nach irgendwas anderem am kramen war, ist das Geld auf einmal verschwunden! Ich bin ziemlich sicher, dass Thereza das Geld aus versehen genommen hat und dachte es sei ihr Geld, aber sie sagte sie hätte es nicht genommen und stellte mich dar als hätte ich mich vertan und kein Geld auf den Tisch gelegt. Ich bin ja wohl nicht dumm! Darüber habe ich mich ziemlich geärgert und, müde wie wir alle waren, habe ich eine gute Zeit gebraucht um darüber hinweg zu kommen. Ich weiß, es ist nicht viel Geld, aber trotzdem.

Nach dem Mittagessen sind wir dann weiter durch die Gegend gefahren und haben uns ein paar Pagodas angeschaut. Iver ist voraus gefahren und hat uns geführt, aber er ist viel off road und durch sandige Wege gefahren, was ziemlich anstrengend und nervig war für jemanden der noch nicht oft Roller gefahren ist und jemanden hinten drauf hat... Nach einer guten Stunde ich dann die Nase voll und wollte eigentlich nur noch zurück zum Hostel. Jule hatte auch eigentlich keine Lust mehr und so haben wir ein bisschen rumgedrängelt endlich zurück zu fahren. Wir beschlossen dann irgendwann nur noch einen letzten Ort besichtigen zu gehen und dann zurück zu fahren, mit oder ohne die anderen. Dieser letzte Ort war aber dann noch ganz cool und wir sind auf verschiedene Pagodas geklettert um eine bessere Aussicht zu haben. Auf dem Weg zurück zu den Rollern kamen wir dann noch an einer Pagoda vorbei von der aus bereits ein paar andere Leute den Sonnenuntergang am schauen waren und so beschlossen wir dann auch noch kurz raufzuklettern und für den Sonnenuntergang zu bleiben. Der Sonnenuntergang war ganz schön, aber lange nicht so beeindruckend wie der Sonnenaufgang. Naja, wahrscheinlich wäre es besser gewesen wir wären nach dem Sonnenuntergang noch länger geblieben um die rot-orangen Farben zu sehen die später noch stärker wurden, aber wir waren alle k.o. und so sind wir kurz nach dem Sonnenuntergang zurück zum Hostel gefahren.

Als wir dort ankamen trafen wir wieder auf Pascal aus der Schweiz. Wir hatten ihn nachts im Restaurant getroffen an dem alle Busse vom Inle lake anhielten. Jule und ich hatten ein bisschen ein schlechtes Gewissen, denn wir hatten Pascal versprochen an der Bushaltestelle auf ihn zu warten um mit ihm ein Taxi zum Zentrum zu teil was wir dann aber nicht gemacht haben... Naja, wir hatten an der Bushaltestelle gefragt und niemand wusste wann sein Minibus ankommen würde und wir waren zu müde und uns war zu kalt um dort zu warten... Glücklicherweise stellte sich dann heraus, dass sein Freund Boris und seine Freundin, die mit dem JJ Express gekommen waren, gleichzeitig mit ihm in Bagan angekommen sind und sie sich dann ein Taxi ins Zentrum geteilt haben. Da waren wir ganz schön erleichtert! :-D

In unserem Zimmer haben Jule und ich dann Tom aus England kennengelernt der im Filmbusiness arbeitet und super nett ist. Den Rest des Abends haben wir dann mit Lukas, Bianca, Pascal und Boris und seiner Freundin verbracht (Thereza und Iver haben den Abend im Zimmer verbracht) ; wir haben Spiele gespiel die das Hostel organisiert hat und wir haben ein paar Bier/Cocktails getrunken ; es war ein richtig schöner Abend! :-D



Am nächsten Morgen wollte ich unbedingt die free tour durch Bagan machen die vom Hostel organisiert wurde, also bin ich nicht mit Lukas und Bianca zum Sonnenaufgang gefahren denn die Tour startete um 8h und ich wollte vorher noch frühstücken. Ich habe die Tour alleine gemacht, denn von meinen Freunden wollte anderes sie machen und Lukas und Bi hatten sie schon gemacht bevor wir ankamen. Bei dieser free Tour sind wir mit Rollern durch Bagan gefahren und haben die wichtigsten und schönsten Pagodas und Tempel besichtigt. Unser Guide war super ; er hat uns alles über Bagan, Myanmar und Buddhismus erzählt. Ich habe gelernt, dass die Monumente in die man reingehen kann Tempel sind, die die eine Öffnung haben mit einer Statue drin (in die man aber nicht rein kann) Pagodas und die ohne Öffnung Stupas. Ich habe auch erfahren dass diese historische Stadt mit all den tollen Tempeln und Pagodas vom 11. bis 13. Jahrhundert gebaut wurde. Ich war total begeistert von der Tour! Außerdem war unsere Gruppe richtig cool : ich traf Ellee aus Australien, Etty aus England, Manon aus Frankreich, Campbell aus der USA und Iris aus der deutschsprachigen Minderheit Ungarns. Sie waren super nett und nach der Tour haben wir noch weiter Zeit zusammen verbracht. Auf dem Weg zurück zum Hostel hat unser Guide uns dann an einem Lakiershop rausgelassen - Lakierarbeiten sind hier in Bagan super berühmt - und wir haben gelernt wie sie aus Bambus und Lack ganz tollen Schmuck und Dinge (Teller, Gläser, ...) herstellen. Könnt ihr euch das vorstellen, richtig schöne Weingläser die nicht kaputt gehen können wenn sie fallen!? Wieso gibts das bei uns nicht!? ^_^ Es war super interessant und ich habe sogar ein Armband aus lackiertem Bambus gekauft! :-)



Als ich zurück zum Hostel kam hab ich mich dann ein bisschen über meine Freunde geärgert. Jule hatte mir gesagt, dass sie irgendwo was trinken gehen, aber dass sie sicher vor mir wieder im Hostel wären. Als ich dann ankam war natürlich weit und breit niemand zu sehen und es antwortete auch keiner auf meine Nachrichten wo sie sind. Okay, nur Thereza und Iver haben Internet, aber ist es so schwer ne Nachricht zu schicken und mir zu sagen wo sie sind und was sie vorhaben? Ich habe dann beschlossen mit den Mädels von meiner Tour den Sonnenuntergang schauen zu gehen und schließlich haben Jeff, Tom, Pascal und Boris uns dann noch begleitet. Jeff aus der Schweiz war seit Inle lake mit uns unterwegs, aber er war die letzten Tage krank gewesen und war deshalb nicht mit den anderen unterwegs. Wir machten uns also zu 10, 15 Leuten auf den Weg einen guten Ort für den Sonnenuntergang zu suchen, aber als wir an der Pagoda ankamen von der unser Guide uns empfohlen hat ihn zu sehen, waren dort bereits irgendwie 50 andere Leute! Wir haben dann kurzerhand beschlossen zu einer anderen Pagoda zu fahren, nur ein paar Meter weiter. Die war total leer und die Sicht von dort war ebenso gut, nur haben uns wahrscheinlich alle anderen Leute verflucht, denn wir standen auf einmal genau in ihrer Sicht! ^_^ Wir hatten es auf jeden Fall richtig gut zusammen, wir waren eine lustige Truppe! :-D

Als wir dann irgendwann zurück im Hostel waren warteten dort meine anderen Freunde auf mich, aber ich hatte keine Lust den Abend mit ihnen zu verbringen (Jule sagte mir später Thereza hätte meine Nachrichten bekommen, aber « vergessen » mir zu antworten. Was!? Na danke!) also bin ich mit Ellee, Etty, Iris, Manon, Campbell, Tom und Jeff zu Abend essen gegangen und danach haben wir noch mit Pascal und Boris ein paar Bier im Hostel getrunken. Wir hatten viel Spaß den Abend und ich war sehr froh sie kennengelernt zu haben! :-D



Am nächsten Morgen bin ich um 5h aufgestanden um mit meinen neuen Freunden den Sonnenaufgang nochmal schauen zu gehen. Eigentlich hatte er unbedingt mitkommen wollen, aber schlussendlich haben einige verschlafen und im Endeffekt waren es nur Ellee, Tom, Jeff, Pascal, Boris und ich und wir haben dann noch Gin und ihrer Freundin mitgenommen die gerade erst angekommen waren und einen Typen aus Israel der mit Pascal im Zimmer war. Etty wäre gerne mit uns mitgekommen, aber sie hatte einen Flug um 8h30 und hatte deshalb leider keine Zeit mehr den Sonnenaufgang schauen zu gehen... Ursprünglich wollten wir zu einer Pagoda gehen zu der die Mädels die verschlafen haben gehen wollten, aber als wir dort ankamen sahen wir dass diese Pagoda voll beleuchtet ist und es war absolut unmöglich dort hochzugehen! Da die Pagoda in der wir den Sonnenaufgang mit Lukas gesehen hatten ziemlich nah war, habe ich die anderen dann dorthin geführt. Unterwegs zur Pagoda haben wir irgendwie Boris und Tom verloren (wir haben es nicht einmal geschafft alle gleichzeitig irgendwo anzukommen, jedes Mal haben wir irgendwen irgendwo verloren... ^_^) und dann folgte uns auf einmal eine riesige Gruppe Touristen die auf der Suche nach einem guten Spot für den Sonnenaufgang waren. Ich dachte nur : « Mist! So werden wir auf jeden Fall entdeckt! ». Glücklicherweise haben uns so dann aber Tom und Boris wieder gefunden! ^_^ Auf einmal war dann ein Local dort und hat die große Gruppe Touristen weggeführt und wir sind - mehr oder weniger - unentdeckt in die Pagoda verschwunden und übers Tor geklettert. Alles mal wieder sehr aufregend! :-D

Wir haben dann entdeckt, dass die Pagoda noch eine weitere Etage hat, die wir letztes Mal nicht entdeckt hatten und wir haben uns den Sonnenaufgang dann von dort aus angeschaut. 2 andere Touristen haben den Weg rauf gefunden, aber wir wurden von keinem Local und von keiner Polizei belästigt! Stattdessen hatten wir dann einen super schönen Morgen dort in toller Gesellschaft! :-D



Und das wars dann auch schon für meine Zeit in Bagan. Den Rest des morgens haben wir nicht mehr viel gemacht bevor Jule und ich dann den Bus um 13h nach Mandalay genommen haben (Lukas und Bianca waren schon am Vortag nach Mandalay gefahren denn Bianca hatte nur begrenzte Zeit in Myanmar und Iver, Thereza, Jeff und Tom hatten den Bus um 11h nach Mandalay genommen).

Bagan hat mir eigentlich sehr gut gefallen. Die Tempel und Pagodas überall waren sehr schön, ich habe 2 wunderschöne Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge gesehen und ich habe tolle Menschen kennengelernt! :-D



Da wir in der Nacht vorher lange auf waren und morgens wieder den Sonnenaufgang schauen waren, war ich total fertig als wir endlich in Mandalay ankamen und ich habe nicht mehr viel Zeit mit den anderen auf der Dachterrasse verbracht wo sie am feiern waren. Das war auch besser so, denn am nächsten Morgen mussten Bianca und ich früh aufstehen (3h) um den 4h Zug nach Hsipaw zu bekommen.

Bi hatte nur ein paar Tage bevor sie nach Thaïland fliegen musste ; sie hatte das Datum ihres Fluges schon einmal geändert, sie konnte es den Flug nicht nochmal verschieben... die anderen wollten noch einen Tag in Mandalay verbringen bevor sie nach Hsipaw kamen, aber da ich nach Hsipaw ja eh ein paar Tage in Mandaly verbringen wollte, war es mir egal sofort weiterzufahren und Bi in Hsipaw Gesellschaft zu leisten.

Die Zugfahrt ist etwas das jeder in Myanmar unbedingt mal gemacht haben möchte. Es ist tatsächlich eine ganz coole Erfahrung weil man so mitten im Leben der Menschen dieser Gegend ist ; es ist ein sehr langsamer Zug der überall hält, in dem man fast nur neben Locals sitzt und bei der man viel vom Land zu sehen bekommt. Aber ehrlich gesagt, so was besonderes ist der Zug an sich nun auch wieder nicht. Bi und ich haben uns morgens ein bisschen geärgert, denn wir konnten kein Ticket mehr für die obere Klasse bekommen - es gab nur noch ein einziges Ticket und da wir zu zweit waren haben wir dann normale Klasse genommen und Michael, den wir später kennenlernen würden, hat dann das letzte Ticket bekommen. Schlussendlich war das allerdings sehr gut, denn so hatten wir eine richtig « authentische » Erfahrung! Überall um uns rum waren Burmesen mit jeder Menge Tüten voller Gemüse und Pflanzen, Leute die entweder schliefen oder sich gegen die Kälte aneinander kuschelten oder jede Menge Alkohol tranken (und Zigarren rauchten) ; im Zug war es echt super kalt, denn es gab keine Fernstern und der Wind der so stetig rein bließ war eiskalt. Es war eine sehr interessante und lustige Erfahrung die uns auf jeden Fall viel näher gebracht hat! :-D Es gab an den Stopps auch nirgendwo ein Restaurant, also mussten wir das essen was es gab: jede Menge fritiertes Gemüse und gebratene Nudeln, heiß gekochter Maïs und ähnliches von irgendwelchen Frauen die es auf großen Tellern durch die Gegend trugen. Naja, wir hatten selbstverständlich die Wahl und hätten - wie unsere Freunde am nächsten Tag - einfach den ganzen Tag nichts essen können, aber « no risk no fun », richtig!? :-D Außerdem war das Essen richtig lecker! :-D Ich denke eh dass das lokale Straßenessen immer das beste ist ; gewöhnlich wird man nicht davon krank sondern von irgendwelchem europäischen (oder indischen) Essen.

Während dem Mittagsstopp - wir haben morgens eine halbe Stunde Pause gemacht um Frühstück zu kaufen und mittags eine halbe Stunde um Mittag zu machen - haben wir Michael aus den USA und Holly aus England kennengelernt die ganz nett schienen, aber sie fuhren in der oberen Klasse und so haben wir nur ganz kurz mit ihnen gesprochen.

Als wir endlich in Hsipaw ankamen war es dann 15h (12 Stunde Zugfahrt!!!) und wir waren froh, dass ein Mini-Van von unserem Gasthouse, Mr. Charles Gasthaus, auf uns wartete und uns dorthin fuhr. Wir waren zwar etwas müde, aber es war nicht so schlimm wie erwartet und da wir unterwegs viel gegessen hatten konnte auch das Essen noch etwas warten. Also haben wir geduscht und sind dann durch Hsipaw gelaufen den Ort erkunden ; es ist eine sehr kleine Stadt und es gibt weder viel zu tun noch viel zu sehen, aber es ist schön dort. Wir haben uns dann auch schonmal nach den verschiedenen Wandermöglichkeiten erkundigt. Eigentlich wollte Bi nur eine Tagestour machen, aber ich habe sie überzeugt bekommen ihre Pläne zu ändern und die 3 Tagestour mit mir zu machen! :-D Michael und Holly waren auch in unserem Gasthaus und sagten, dass die beste Tour wohl von Mr. Bike angeboten würde, denn dort kann man eine Nacht in einem Baumhaus schlafen, und so sind wir dann dort gelandet. Wir hatten Michael und Holly zwar schon im Zug kennengelernt, aber wir haben nicht viel Zeit mit ihnen verbracht, denn wir fanden Michael ein bisschen sehr intensiv ; er redet wie so ein richtig stereotypischer Amerikaner : er ist laut und redet ohne Punkt und Komma. Sie wollten eh den Trek am nächsten Tag machen und wir erst einen Tag später da wir auf unsere Freunde warteten, also alles gut! ^_^

Zum Abendessen sind wir dann zu Mr. Shake gegangen wo es sehr billiges und leckeres Essen gab! :-D



Am nächsten Morgen sind Bi und ich spät aufgestanden und haben ein sehr leckeres Frühstück in unserem Zimmer genossen bevor wir dann zum Nam Tuk Wasserfall, 1 1/2 Stunden zu Fuß, gewandert sind. Der erste Teil unserer Wanderung war nicht so toll, denn es ging nur über die viel befahrene Hauptstraße und dann mussten wir über eine Müllhalde wandern, aber danach wurde die Wanderung richtig schön! Wir kamen an ein paar kleinen Häusschen vorbei und wir haben diesen Teil der Wanderung sehr genossen! Der Wasserfall war ziemlich hoch und wunderschön und glücklicherweise waren wir die einzigen Leute dort! :-D Wir haben etwas die Gegend erkundet und uns dann am Fuße des Wasserfalls hingesetzt und dort gut 1 Stunde die Natur genossen, bevor wir wieder gingen weil so langsam mehr Leute kamen. Als wir zurück im Zentrum waren, war es dann auch schon Zeit fürs Mittagessen und nach ein bisschen rumlaufen sind wir dann doch wieder bei Mr. Shake gelandet. ^_^

Nach dem Mittagessen sind wir wieder zurück zu unserem Gasthaus gegangen um dort auf Jule, Lukas und Thereza zu warten. Es stellte sich dann heraus dass Iver seine Pläne geändert hat und spontan doch noch mitgekommen ist, allerdings nur 2 Tag bleiben konnte weil er am 18. einen Flug hatte. Die anderen hatten eigentlich alle die 3 Tageswanderung machen wollen und es war eigentlich Jule’s Idee gewesen die Tour mit dem Baumhaus zu machen, aber auf einmal wollten sie dann unbedingt dasselbe machen wie Iver und nicht mehr die 3 Tagestour. Gleichzeitig mit ihnen waren ziemlich viele andere Leute angekommen und wir hatten ein bisschen Angst, dass die Tour voll werden würde (max. 12 Leute) und wir keinen Platz mehr bekämen. Also haben Bi und ich die anderen dazu gedrängt sofort nach ihrem Check-In die Tour mit uns buchen zu kommen. Die hatten allerdings alle nichts essen wollen während der Zugfahrt und so hatten sie furchtbaren Hunger und bestanden darauf erstmal was essen zu gehen. Wir sagten ihnen es würde ja bloß ein paar Minuten dauern, aber sie wollten nicht mitkommen und so sind Bi und ich alleine losgezogen die Tour schonmal für uns buchen. Mr. Bike ist ein super netter Mann und er hat uns ein tolles Angebot gemacht : falls wir zu 6 sind würden wir in einer separaten Gruppe gehen (denn er hatte bereits 7 andere Leute), wir würden einen besonders guten Guide bekommen und einen Rabatt ! Das hörte sich toll an und wir riefen die anderen sofort an um ihnen davon zu erzählen. Auf einmal meinten die dann aber : « Oh, wir wissen noch nicht, wir wollen erstmal verschiedene Angebote einholen... ». Bescheuert! Wir hatten ja schon Infos gesammelt und Mr. Bike war zwar etwas teurer aber auch viel besser! Bi und ich waren ziemlich genervt und dachten uns nur sie sollen ruhig machen was immer sie auch wollen, wir buchen jetzt einfach und dann können sie mitkommen oder auch nicht. Bi hatte schließlich ein sehr enges Timing und ich wollte unbedingt mit ihr gehen und unbedingt die 3 Tage machen. Später habe ich Jule dann geschrieben um rauszufinden was sie entschieden haben und stellt euch vor, es war ihnen zu teuer (40€ für 2 Übernachtungen, 2 Abendessen, 2 Frühstücke, 3 Mittagessen, geführte 3-Tage-Wanderung, Tubing, Transport!!!) und sie würden einfach ohne Guide ein bisschen wandern gehen. Das ist natürlich eine total bescheuerte Idee, denn in dieser Gegend ist der Konflikt zwischen lokalen Separatistengruppen und dem Militär sehr stark und es ist definitiv nicht sicher alleine durch die Gegend zu wandern (wir haben auf unserer Wanderung viel Militär gesehen!), aber es war ihre Entscheidung und sie waren es die etwas verpassten, nicht wir. Wir hatten den Verdacht, dass die andern einfach nur Iver folgen wollten, was auch immer der entscheidet zu tun, aber wer weiß.



Dienstag Morgen, den 16. Januar, sind Bi und ich früh aufgestanden und haben gefrühstückt bevor wir unsere 3 Tage Jungle-Wanderung mit Mr. Bike um 8h morgens starteten. Wir waren 6 Leute die die 3 Tagewanderung machten und 5 Leute die nur eine 2 Tagewanderung machten ; beide Gruppen wanderten die ersten 1 1/2 Tage zusammen. In unserer Gruppe waren Bi und ich, Michael aus den USA, Holly und Toni aus England, Daniel und Sarie aus Spanien und Norman, Felix und 2 Mädels aus Deutschland. Ich muss sagen, am Anfang war ich ziemlich skeptisch was unsere Gruppe angeht, denn Michael und Norman redeten ohne Punkt und Komma und die 4 Deutschen wanderten die ganze Zeit weit vor dem Rest der Gruppe und unterhielten sich nur auf Deutsch. Es stellte sich dann aber später raus dass unsere Gruppe richtig cool war, vor allem Michael und Norman die noch richtig gute Freunde von uns werden würden! :-D Erste Eindrücke sind oft sehr falsch und selbst nach so vielen Reisen schätzt man die Menschen immer noch zu schnell ein. Hier im Falle von Michael habe ich mir definitiv zu schnell eine - falsche - Meinung gemacht und das ist tatsächlich etwas schämenswert. Naja, ich nehme mal an dass erste Eindrücke und das zu schnelle Einschätzen von Menschen zu unserer Natur gehört, aber ich denke auch, dass man als aufgeschlossener Backpacker schneller über solche Eindrück hinwegkommt und offener dafür ist seine Meinung zu ändern. :-) Norman ist ein total netter Typ, genau wie Michael und nachdem mir Michael einiges über sich erzählt muss ich sagen, ich bin sehr beeindruckt von ihm!



Der erste Tag war ziemlich intensiv was das Wandern angeht. Der erste Teil war ganz relaxed ; wir sind 1 1/2 Stunden vom Startpunkt aus zu einem Shan Dorf gewandert wo wir eine kleine Schule besucht haben (nur 1 Raum) die Mr. Bike für das Dorf gebaut hat. Das erste Jahr Unterricht dort hatte gerade begonnen und alle Kinder waren total begeistert. Es ist das erste Mal für viele von ihnen, dass sie die Möglichkeit haben zur Schule zu gehen ; bisher gingen die Kinder entweder nicht zur Schule oder sie wurden in Klöster in größeren Orten oder Städten geschickt um dort gratis Erziehung zu bekommen - was bedeutet sie werden Mönche -, denn viele Eltern können es sich finanziell nicht leisten ihre Kinder in private Schulen zu schicken. Ich finde es super toll, dass Mr. Bike hier eine Schule gegründet hat, sehr beeindruckend ; das macht mich richtig froh mein Geld in sein Unternehmen gesteckt zu haben! :-) Michael ist Lehrer und er ist sehr gut im Umgang mit Kindern ; er hat sie eine Zeit lang animiert, mit ihnen gesungen und gespielt und die Kinder hatten viel Spaß - wir natürlich auch während wir ihnen zu schauten. ^_^

Von dort aus sind wir nochmal eine halbe Stunde - hauptsächlich auf flachem Grund - bis zu unserer Mittagsrast gewandert die an einem kleinen Fluss gelegen war. Wir haben Reis mit verschiedenen Arten Gemüse gegessen, eine von ihnen sah aus wie Larven war aber ganz gut. :-) Es war sehr gut und es war ein wichtiger Moment für die Gemeinschaft unserer Gruppe ; wie Gaur Gopal Das sagt, zusammen essen ist eine relativ intime Angelegenheit und bringt Menschen näher. :-)

Nach dem Mittagessen startete dann die richtige Wanderung und es ging konstant bergauf ; es war ziemlich intensiv! Die Aussicht war nicht so besonders denn wir waren die ganze Zeit im Wald, hier geht es mehr um die Wanderung selbst. Wir brauchten um die 2 1/2 Stunden um zum Gipfel des Berges zu kommen und dann war es nochmal ungefähr eine halbe Stunde bis zum Baumhaus wo wir übernachten würden. Während der Wanderung haben Norman und Michael für jede Menge Unterhaltung gesorgt und wir hatten jede Menge Spaß! :-D das Baumhaus selbst war ziemlich cool, von dort aus hat man eine unglaubliche Aussicht über das Tal! Unsere Guides, Jack und Yan Le, erzählten uns, dass es in der Nähe einen kleinen Bach gibt in dem wir duschen können und Michael, Norman, Bi und ich wollten unbedingt hin. Was sie uns nicht gesagt hatten war, dass dieser Bach gut 10 Minuten den Berg runter war vom Baumhause aus - was bedeutet, dass es danach wieder 10 Minuten bergauf waren! Naja, was solls, das Wasser was schön kühl und erfrischend und wir haben uns gut amüsiert mit den Jungs die sich über das kalte Wasser beschwerten wie kleine Mädchen! ^_^

An diesem Abend haben wir Reiswein zu trinken bekommen, haben Karaoke gesungen und jede Menge Spaß gehabt! :-D



Am nächsten Morgen sind wir zum Sonnenaufgang um 6h aufgestanden und der war wirklich wunderschön! ‹3

Nach dem Frühstück (mal wieder Reis und Gemüse) sind wir dann weiter gewandert, diesmal hauptsächlich bergab oder gerade, aber jetzt im Jungle. Riesige Pflanzen, Bambus-Bäume, Schmetterlinge und komische Pflanzen die einem das Gefühl gaben in « Alice im Wunderland » zu sein und nicht in Myanmar! ^_^ Ich fand diese Wanderung wirklich toll und das war genau was ich brauchte nach so viel Zeit in super touristischen Orten wie Bagan und Inle. :-D

Kurz vor dem Mittagessen wurden unsere beiden Gruppen dann getrennt und dann waren es nur noch Bi und ich, Michael und Norman und Holly und Toni die mit Yan Le weiter wanderten. Es ging wieder ein bisschen bergauf, aber nicht mehr so schlimm wie am ersten Tag, und es ging viel bergab. Es ging nachmittags gut 2 Stunden lang den Fluss entlang bis wir endlich an den Bambushütten ankamen wo wir abends schlafen würden. Mr. Bike hat diese Hütten gebaut und stellt Leute aus dieser Gegend ein sich dort um alles zu kümmern und für die Wanderer zu kochen. Wir hatten wieder eine angenehm kühle Dusche in einem kleinen Bach der in den großen Fluss fließt - die Strömung im großen Fluss ist zu stark um dort rein zu gehen - und haben uns danach in der Sonne aufgewärmt bis diese schließlich hinter den Bergen verschwand. Genau wie am Abend zuvor wurde es sehr schnell kalt als die Sonne weg war und wir waren froh, dass es ein Lagerfeuer gab an dem wir uns aufwärmen konnten! :-D

Am nächsten Tag gab es leider keinen Sonnenaufgang zu sehen, denn wir lagen im Tal und waren zu tief, aber die Aussicht war auch ohne Sonnenaufgang spektakulär! :-) Dieser Ort erinnerte mich sehr an Ort wo ich in Ecuador gearbeitet habe, der Fluss, die Berge, kleine Hütten und keine Elektrizität. :-)

An unserem letzten Tag sind wir dann nur 1 1/2 Stunden gewandert, aber es war leider kein besonders schöner Weg, denn die dummen Chinesen zerstören die ganze Gegend rund um den Fluss um eine Straße zum Damm zu bauen... :-( Wir haben uns ziemlich darüber geärgert, aber wir sind der Überzeugung, dass die ganze Konstruktion die Regenzeit nicht überlebt ; die Chinesen hauen Stücke aus dem Felsen mit Dynamit raus und bauen eine Straße, aber die Erd- und Steinwand ist sehr steil und sieht absolut nicht stabil aus und sobald es regnet wir wahrscheinlich alles einstürzen! ^_^

Irgendwann waren wir dann am Ende unserer Wanderung und wir haben das Tubing gestartet (in Reifen den Fluss runter treiben). Die Strömung war an diesem Tag sehr langsam und wir haben gut 1 1/2 Stunden gebraucht wo es gewöhnlich nur 1 Stunde dauert. Es war aber egal, wir haben ein Bier getrunken, relaxed und jede Menge Spaß gehabt da wir einander immer anhielten und so alle 6 zusammen trieben (was sicher mit Schuld daran war dass wir so langsam waren ^_^). :-D

Unsere 3 Tage-Wanderung endete mit einer Shan Nudelsuppe zum Mittagessen in einem kleinen Dorf und einem Geschenk : wir bekamen jeder ein TShirt mit einem Bild von unserer Gruppe vor dem Baumhaus ; richtig cool! :-D ‹3



Als wir dann zurück in Hsipaw waren haben wir erstmal eine gute Dusche genommen und haben Bi dann zu Mr. Shake begleitet ; wir hatten zwar noch keinen Hunger aber Bi hatte einen Nachtbus nach Yangon den Abend und wollte vorher noch etwas essen. Es hat mir sehr leid getan mich von ihr zu verabschieden! Wir sind in diesen paar Tagen zusammen zu richtig guten Freundinnen geworden ; wir haben total viel gemeinsam : selber Name, geboren 1989, haben beide in São Paulo gelebt, beide gleichzeitig eine Weltreise begonnen (nur dass sie von Columbien nach Mexico gereist ist und ich von Mexico nach Columbien), wir haben beide Freiwilligendienst in Schulen in Kenya gemacht, etc. Wir waren quasi dazu bestimmt uns zu treffen und Freunde zu werden! ^_^ :-D Ich hoffe wirklich, dass wir uns irgendwann wiedersehen werden!

Am ende des Abends musste ich mich dann auch noch von Michael, Norman, Holly und Toni verabschieden, denn wir würden alle in verschiedene Richtungen weiterfahren und uns höchstwahrscheinlich so schnell nicht wiedersehen. Michael hatte mich zwar eingeladen mit ihm und Norman zum « Paradiese Beach » im Süden von Myanmar zu gehen, aber das passte leider absolut nicht in meinen Plan da ich nicht mehr sehr viel Zeit in Asien habe... Wir waren wirklich eine coole Gruppe und ich bin froh sie alle kennengelernt zu haben! Die 3 Tage Jungle Wanderung mit Mr. Bike war definitiv eins meiner Highlights in Myanmar! :-D ‹3



Und das war es dann auch schon fast für meine Zeit in Myanmar. Von Hsipaw habe ich morgens um 5h30 einen Bus nach Mandalay genommen wo ich dann ein paar Tage geblieben bin um ein bisschen zu relaxen und nichts zu tun. Ich war total anti-sozial, habe Serien und Filme geschaut, Bilder sortiert und an meinem Blog geschrieben. Das einzige was ich gemacht habe war Essen gehen, einen Tag zum Dee Dote Wasserfall fahren - wo ich dann noch ganz nette Leute kennengerlernt habe, Ludivine und Severine aus Frankreich z.B. - und einen Morgen mit Ludivine und Severine den Sonnenaufgang an der berühmten U-Bein Brücke schauen gehen. Das war eine Auszeit die ich nach 7 sehr intensiven Wochen nach meiner letzten relaxten Zeit in Sigiriya, Sri Lanka, wo ich meine Freundinnen Arielle, Denise, Hannah und Romi kennengelernt hatte, sehr nötig hatte. :-)



Insgesamt bin ich 3 Wochen in Myanmar gewesen und ich habe die Zeit dort sehr genossen. Myanmar ist ein wunderschönes Land, die Leute sind super nett und es ist im Vergleich zu anderen Ländern in Asien absolut nicht touristisch. Ich habe den Eindruck dass die Hauptaktivität in Myanmar Sonnenaufgänge und -untergänge schauen ist, aber wir sind auch tagsüber viel gewandert und haben viel entdeckt. Ich kann nur jedem empfehlen mal dorthin zu gehen, am besten in den nächsten 5 Jahren bevor es zu touristisch wird. :-)


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