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Burkina Faso's flag
Africa » Burkina Faso
September 15th 2009
Published: September 15th 2009
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Auf in den Norden ! Das war das Motto der letzten drei Tage, vom Strand in Ghana ging es stetig in Richtunng Burkina Faso, und seit gestern nachmittag bin ich tatsaechlich in der Hauptstadt mit dem wahrscheinlich staerksten Namen der Welt, Ouagadougou (Kurz Ouaga)!
Am Strand in Ghana war es (wie das Mal davor auch..) sehr angenehm, auch wenn ich das mit dem Surfen nur halbherzig verfolgt habe, nachdem ich zweimal im tieferen Wasser war und dort leider eher in den Wellen umhergewirbelt wurde als dass ich oben drauf gewesen waere! Aber es war trotzdem schoen, nach den 10 Tagen Togo einfach nochmal eine Runde am Strand zu chillen. In dem Dorf herrscht echt eine relaxte Atmosphaere, wie ich sie sonst hier in Afrika sonst noch nirgendwo gesehen habe, und jeder scheint in irgendeiner Form davon zu profitieren, dass nun ein paar Touristen in das Dorf kommen.
Von dort auf bin ich dann in einem halben Tag nach Kumasi gefahren, der zweit-groessten Stadt Ghanas und in der Vergangenheit die Hauptstadt des Ashanti-Reiches. Die traditionelle Tracht besteht aus Maennern au seiner Art Toga, die locker ueber die eine Schulter geschwungen wird, das sieht schon eindrucksvoll aus. Verglichen mit anderen afrikanischen Grossstaedten ist Kumasi sehr ruhig, und wenn ich abends in der Daemmerung von dem Dach meines Hotels ueber die Stadt geschaut habe, haette das auch fast in Europa sein koennen. Aber wenn man dann in den Strassen unterwegs ist und die Holzfeuer und die fetten Ratten in den offenen Abwasser-Kanaelen entlangflitzen sieht, weiss man doch relative schnell wieder wo man eigentlich ist. Von Kumasi aus ging’s am naechsten morgen weiter nach Tamalem der groessten Stadt in Nordghana. Ein paar Wochen vorher hatte ich ein paar deutsche Freiwillige getroffen die fuer ein Jahr in Tamale sind und nicht wirklich begeistert von der Stadt waren, deswegen war ich gespannt darauf, was mich dort erwartet. Obwohl Tamale keine 400km von Kumasi entfernt ist, ist die Vegetation eine voellig andere, und man konnte auf der Fahrt sehen, wie die groesseren Dschungel-Baeume nach und nach kleineren Busch-Straeuchern Platz gemacht haben - willkommen zurueck in der Sahel! Tamale selbst war dann im Endeffekt relative unspektakulaer, auch wenn man doch stark gemerkt hat dass es im muslimischen Teil Ghanas liegt und dass gerade Ramadan ist. Es war mal ganz spannend das zu sehen, auch wenn ich mir gut vorstellen kann dass das Leben dort verglichen mit Sued-Ghana in manchen Aspekten teilweise doch ein bisschen eingeschraenkt zu geniessen ist…
Von Tamale aus war es nur noch ein paar Stunden Fahrt an die Grenze zu Burkina (Faso), wo ich gestern mittag angekommen bin. Die Grenze dort ist die bedeutenste Grenze zwischen Ghana und Burkina, da sie quasi an der Haupt-Verkehrsstrasse zwischen Accra und Ouagadougou liegt. Dementsprechend viel los war dort. Allerdings nicht so sehr Personen, sondern viel mehr LKW’s. Ueber diese Strasse kommt ein Grossteil aller Gueter von den Haefen Ghanas, die die ueber 1000km nach Burkina und Mali importiert werden. An der Grenze standen die LKW’s bestimmt fast einen Kilometer in der Warteschlange um durch den Zoll zu kommen, entweder beladen bis oben bin (bzw meistens noch viel hoeher) oder voll mit Containern. Wenn man ohne LKW dort war ging das ganze zum Glueck relative zuegig, und nachdem ich mein Visum von zwei freundlichen Burkinabe Grenzbeamten ausgestellt hatte sass ich kurze Zeit spaeter schon im Bus nach Ouaga. Ich war mir nicht sicher ob ich mich wirklich auf die Stadt freuen sollte, weil abgesehen davon dass Burkina eines der aermsten Laender der Welt ist Ouaga vor ca. zwei Wochen mit Ueberschwemmungen gross in den Nachrichten kam, die 150.000 Menschen obdachlos gemacht haben. Aber anders als man meinen koennte, geht das Leben hier in Burkina, und auch in Ouaga, weitestgehend seinen gewohnten Gangm und von den Ueberschwemmungen sieht man nicht mehr wirklich viel, bloss dass der viele Regen die ganzen Schotterpisten noch schlechter gemacht hat als sie sowieso schon sind. Gestern abend war ich mit Bernard, dem Togolesen wo ich zur Zeit wohne, einen Freund von ihm in den Aussenbezirken von Ouaga besuchen, und gegenueber von seinem Haus war eine Schule, die zur Zeit in eine Not-Unterkunft fuer diejenigen umgewandelt ist, die in der Ueberschwemmung ihre Haeuser verloren haben. Es gibt also wohl schon relativ drastische Auswirkungen von der Ueberschwemmung, aber diese sind alles andere als allgegenwaertig.
Bernard ist der Afrika-Vertreter fuer eine Schweitze Firma die Anti-Aging Produkte fuer Frauen herstellt. Er hat praktischerweise ein Motorrad, sodass wir nicht auf Taxis angewiesen sind. Deshalb waren wir gestern abend ein bisschen in der Stadt unterwegs und haben ein bisschen was getrunken. Drink and Driving ist hier in Afrika generell kein Problem. Das heisst nicht dass es generell keiner trinkt und danach faehrt, es wird einfach von keinem als Problem angesehen. Und es ist ganz normal, dass man entweder mit Auto oder Motorrad in die Kneipe faehrt und danach wieder zurueck. Ich habe bis jetzt noch keinen einzigen getroffen der sich darueber grossartig Gedanken machen wuerde, und Bernard hat gestern erzaehlt dass der Alkohol seinem Blut nichts anhaben wuerde und er selbst noch nach fuenf bier Motorrad fahren koennte, wobei eine Flasche Bier hier in Afrika generell mindestens 0,6 Liter hat. Gestern abend waren wir zum Glueck schon frueh wieder zu Hause, weshalb es bei zwei Flaschen pro Person geblieben ist… Heute abend wird es wohl etwas spaeter, geplant ist ein Djembe-Konzert im Zentrum von Ouaga, was sich relativ vielversprechend anhoert!
Bernard fliegt naechste Woche nach Europa, weshalb wir heute morgen wegen dem Visum bei der franzoesischen Botschaft waren. Schon seltsam was bei der Botschaft Leute rein und rauslaufen, da frag ich mich echt manchmal was die in Afrika verloren haben!


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