TOGOOOOOOOO


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Togo's flag
Africa » Togo » Lome
September 12th 2009
Published: September 12th 2009
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Togo


Auch wenn ich inzwischen schon wieder zurueck in Ghana bin - hier ein Ueberblick ueber meine eineinhalb Wochen, wo ich bis Anfang der Woche war.
Eigentlich wollte ich nur gut eine Woche in Togo bleiben und Freitag vor gut einer Woche aufbrechen, aber dann hat mir irgendeine fiese Krankheit einen Strich durch die Rechnung gemacht und anstatt am Strand in Ghana habe ich stattdessen ein paar Tage in Bett in Togo verbracht. Was genau es war ist unklar, wahrscheinlich aber eine Malaria, die wegen meiner Prophylaxe relativ harmlos verlaufen ist. Sonntag war ich wieder weitestgehend auf den Beinen, Montag morgen in Ghana an der Grenze und montag abend wieder zurueck in Busua am Strand, drei Tage spaeter als eigentlich geplant.
Aber zurueck nach Togo: Ich habe wie vor zwei Jahren auch in einem Vorort der Hauptstadt gewohnt, auch wenn in einer ganz anderen Ecke als damals namens Agoe. Dort habe ich mit einer Togolesin und ihrem Sohn, der ungefaehr genau so alt ist wie ich, gewohnt. Und mit einer minderjaehrigen Haushaltshilfe, die hier in Afrika in sehr vielen Familien einfach dazugehoert. Es war gut, nochmal mit Afrikanern zusammenzuwohnen, auch wenn einem dann wieder so richtig auffaellt, wie unterschiedlich die Lebensweisen sind, auch wenn meine Gastfamilie relativ 'fortschrittlich' war und eine Unmenge an Verwandten in Europa und den USA hat. Fliessendes Wasser gab es nicht, ein Waschbecken auch nicht, und gekocht wurde auf Holzfeuer - afrikanischer Standard! Es gab natuerlich auch lecker afrikanisches Essen, auch wenn zum Glueck auf meinen europaeischen und persoenlichen Geschmack Ruecksicht genommen wurde - Maispampe mit ekliger Sauce die Faeden zieht wie Eiweiss ist leider nicht so ganz meins....Was mir waehrend der letzten Monate schon oft aufgefallen ist hat auch auf meine Gastfamilie zugetroffen: der Fernseher ist ein essenzieller Bestandteil des afrikanischen Sozial-lebens. Es ist oft das erste was gemacht wird, wenn man Besuch bekommt: der Fernseher wird angemacht und alle starren ihn andaechtig an. Je groesser er ist und je lauter desto besser ist es natuerlich. Dort kommt dann entweder irgendein europaeischer Mist, togolesische Nachrichten oder nigerianische Blockbuster. Leider konnte ich mit keinem davon auf die Dauer was anfangen, wobei es natuerlich auch nicht geholfen hat dass alles auf franzoesisch war!
Ansonsten wurden mir jeden Tag mindestens fuenf neue Leute vorgestellt, von denen natuerlich alle erwarten dass ich beim naechsten Mal noch weiss wie sie heissen und wo ich sie getroffen habe, was aber auf die Dauer leider nicht ganz geklappt hat. Vor allem weil vorstellen wirklich nicht mehr heisst als Bonjour und au revoir; und dazwischen ein paar Minuten daneben stehen, waehrend die anderen sich auf Ewe, ihrer lokalen Sprache, unterhalten. Bzw so ungefaehr jedes zweite Mal kommt dann noch 'il parle l'allemand', da in Togo fast jeder ein oder zwei Jahre Deutsch in der Schule hatte. Man muss dann immer sehr ueberrascht und erfreut tun, obwohl man spaetestens beim dritten Mal genau weiss, dass nicht mehr als 'Guten Tag' auf Deutsch kommen wird.
Am Sonntag waren wir in dem Dorf von meiner Gastmutter, ungefaehr eine halbe Stunde mit dem Buschtaxi entfernt. Dorf wurde eine grosse neue katholische Kirche (ein)geweiht, und alle katholischen togolesischen Wuerdentraeger waren vorhanden. Wie man vielleicht ahnen kann war das ganze eine sehr religioese Veranstaltung, und noch dazu weitestgehend auf Ewe oder einem genuschelten Franzoesisch abgehalten, sodass ich leider von Anfang bis Ende Bahnhof verstanden habe. Obwohl das so auch nicht stimmt, da ich nicht die ganze Zeit dageblieben bin....Der ganze Akt hat insgesamt ca. 5 Stunden gedauert, und da wir zum Glueck direkt an der Tuer sassen, konnte man ab und zu mal nach draussen, ohne dass dies jemand gestoert haette. Ansonsten war der ganze Gottesdienst so wie Afrika sonst auch: bunt, laut, chaotisch und improvisiert. Und es war gut zu sehen dass ich nicht der einzige war, der dem Gottesdienst nicht die ganze Zeit gefolgt ist; man hat eigentlich immer ein paar Leute gesehen die den kopf auf die Bank vor ihnen gelegt und eine Runde gepennt haben. (Ist das in Europa eigentlich auch so?). Als der Gottesdienst dann endlich vorbei war, wurde ich der ganzen erweiterten Familie vorgestellt, und bei dem Wiedererkennen kam da noch erschwerend dazu, dass alle Hemden bzw Kleider mit demselben Muster hatten!! Die Familie scheint in dem Ort relativ gross und wohlhabend zu sein, und besitzt etwas, was man in Europa wohl am besten mit einem Partykeller vergleichen laesst. In Togo war das ganze ein grosser Garten mit einer grossen ueberdachten Terasse mit vielen Stuehlen und Tischen. Wie in Afrika so ueblich, waren schon nachmittags als wir kamen die meisten (Schnaps)Flaschen geleert, aber es gab anscheinend unendliche Vorraete an Wein, Bier und Softdrinks. Dazu kam dann natuerlich noch starke togolesische Musik, die nirgendwo fehlen darf. Wir sind leider nicht lange geblieben, da wir wieder mit dem Buschtaxi zurueck nach Lome mussten. Trotzdem ein toller Tag!
Dieses Mal in Togo habe ich auch endlich geschafft, wo ich letzes Mal nicht dran gedacht habe: ich habe mir endlich ein schickes afrikanisches Hemd schneidern lassen! Fotos folgen! auch wenn ich die Hoffnung darauf hier in Westafrika inzwischen fast aufgegeben habe, d.h. das mit den Fotos wird wohl noch zwei Wochen bis Suedafrika warten, wo ich dann wieder meinen Laptop habe.
Einen Vormittag war ich bei der Organisation wo ich 2007 fuer drei Monate gewohnt und gearbeitet habe (PDH). War irgendwie ein bisschen seltsam. Wo es vor zwei Jahren noch bis zu 10 Freiwillige zur selben Zeit hab, war als ich da war kein einziger Freiwilliger da, und es gibt wohl nicht oft mehr als einen zur selben Zeit..was der Praesident von PDH natuerlich nicht so toll findet, da die Freiwilligen fuer die Organisation und ihn gutes Geld bedeuten (auch wenn er das natuerlich nicht so offen gesagt hat). Ueberhaupt schien rueckblickend 2007 fuer die meisten Leute mit denen ich und die anderen Freiwilligen zu tun hatten ein ziemlicher Hoehepunkt gewesen zu sein, nicht nur fuer die Orga wo wir waren, sondern auch in der Bar wo wir fast jeden Tag mit vielen Leuten hingekommen sind, und auch fuer die Togolesen, mit denen wir privat zu tun hatten.
Insofern war es gut zu sehen, dass Noel, mit dem ich die letzten zwei Jahre in Kontakt stand, erfolgreich seine kleine NGO (RADS) ans Laufen bekommen hat. Als ich vor zwei Jahren da war, war er noch bei PDH, war aber kurz davor sich mit einem eigenen kleinen Sozialzentrum 'selbststaendig' zu machen, was dann auch geschehen ist. Die beiden 'progressivsten' Mitarbeiter von PDH sind mit der Zeit zu ihm gekommen (eine von ihnen die Frau bei der ich gewohnt habe!), sodass bei RADS eine wirklich angenehme Athmosphaere herrscht. Und man versucht alle Fehler zu vermeiden, die man vorher bei anderen Organisationen gesehen hat - sehr spannend das ganze, und ich fuehle mich schon fast ein bisschen 'schulgig' dass ich nicht schon eher fuer RADS aktiv geworden bin, weil dies wirklich eine super Sache ist und von Leuten geleitet wird, denen ich zu 100%!v(MISSING)ertraue. Einen Nachmittag war Kindernachmittag, wobei ich so ziemlich die Hauptattraktion fuer die Kinder war - es verirren sich nicht zu viele Weisse in dieses Viertel und erst recht nicht zu RADS. Ich hatte meinen Spass, und die Kinder sowieso, alles in allem schon sehr lustig. Auch wenn ich glaube ich auf die Dauer nicht wirklich als Kinder-Animateur taugen wuerde....
Jetzt gerade sitze ich in Kumasi, im Zentrum von Ghana und koennte noch einiges mehr ueber meine letzte Woche hier in Ghana schreiben, aber da es draussen so langsam dunkel wird, werde ich mich mal zurueck ins Hostel machen. Fortsetzung kommt die naechsten Tage!

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