3 Tage in Cuenca


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June 23rd 2018
Published: July 6th 2018
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Nach unserer Zugfahrt, haben Sanne, Soya und ich Alausi um halb 12 verlassen und sind gegen 16h in Cuenca angekommen. Dort haben wir uns dann von Soya verabschieded und wir waren beide nicht darauf versessen sie wiederzusehen. Sie war ziemlich nervig die letzte Nacht und morgens im Schlafsaal weil sie sehr viel lärm machte und jeden aufweckte und, ganz ehrlich, sie war ziemlich komisch.

Unser Hostel, das Bauhouse Hostel, war ok aber nicht das beste. Die Türen, Betten und Böden machten jede Menge krach, das Frühstück war nicht gut und viel zu teuer, es gab keine Steckdosen für die oberen Betten und das Hostel war sehr kalt (nicht nur die Temperatur sondern auch die Atmosphäre). Das Personal war super nett, aber die wussten nicht viel über die Stadt und die Aktivitäten in der Umgebung.



Unser erster Abend in Cuenc war ein ziemliches Abenteuer. Das Personal im Hostel erzählte uns, dass es 2 Straßen in Cuenca gibt, wo man Bars und Restaurants finden kann und, nach einer Weile, fanden wir dann auch eine nette Bar mit einer Terrasse. Wir tranken ein paar Bier dort und aßen Nachos, entschieden uns dann aber dafür, irgendwo anders zu Abend zu essen. Wir hatten es aber ganz gut dort und spielten « Woher kommt er/sie ? », ein Spiel bei dem man erraten muss, woher andere Leute in der Bar kommen. Bei einem Paar war ich mir sicher, sie kämen aus Australien, aber (als ich nachfragte) er kam aus Irland und sie aus den USA (was Sanne erraten hatte) und beim Kellner war ich mir sicher er sei ein Ausländer aufgrund seines Akzents, aber er kam aus Ecuador! ^_^ Naja, wir hatten unseren Spaß! :-D

Wir checkten Tripadvisor wegen einem Restaurant und fanden 2 Möglichkeiten : das Ale House oder The Pub. Das Ale House war viel näher, deshalb sind wir erst dorthin gegangen, aber es war komplett leer und sie hatten keine vegetarischen Gerichte für Sanne, so gingen wir wieder und nahmen ein Taxi zu The Pub. Leider kannte der Taxifahrer die Bar nicht und hat sich auf dem Weg dorthin ein bisschen verfahren... Als wir endlich dort ankamen mussten wir feststellen, dass es keine « richtige » Bar war : es ist einfach eine Theke mit ein paar Tischen und Stühlen im Garten eines Privathauses! Es war sehr klein und sah wenig vertrauenswürdig aus, aber da rundherum keine anderen Bars oder Restaurants gibt, sind wir dennoch rein gegangen (später erzählte und der Besitzer der Bar, dass wir ziemlich nervös und verunsichert aussahen, als wir reingingen). Es stellte sich heraus, dass es eine kleine, etwas komische Bar ist, mit richtig gutem Bier und fantastischen Fritten! Der Kellner hatte sehr schnell gesprochen und wir hatten beide keine Ahnung, was wir bestellt hatten ; es stellte sich dann heraus, dass wir 2 Mini-Ananasburger mit Fritten bestellt hatten (nicht meine Favoriten, aber ganz ok). Die Fritten waren so gut, dass wir sogar eine Portion nachbestellt haben!

Der Besitzer kam aus Hawai und ist vor einigen Jahren nach Ecuador gekommen. Mit einem Freund hat er es sich dem Bierbrauen gewidmet, und zwar Belgian Style, und sie haben eine eigene Bar eröffnet. Ihr Bier hat sogar schon ein paar Preise gewonnen, auch wenn es nicht ganz legal ist... Es ist nämlich nicht legal Malz (glaub ich, oder Hopfen?) nach Ecuador zu importieren, was sie aber tun. ^_^ Sie organisieren auch Themenabende mit unterschiedlichem Essen jeden Abend und die Hälfte ihrer Kunden sind Expats (Ausländer, wortwörtlich Ausgewanderte). In Cuenca scheint es eine ziemlich große Gruppe Expats zu geben, was komisch ist : es ist eine schöne Stadt, aber es ist viel teurer als in anderen Städten Ecuadors und Südamerikas...



Am nächsten Morgen trafen wir am Frühstückstisch wieder auf Moira und Sascha. Sie waren es, die uns dieses Hostel empfohlen hatten und wir wussten, dass sie kamen. Nach dem Frühstück sind wir 4 dann zusammen zur Free Walking Tour gegangen, aber schon nach kurzer Zeit ist Sanne wieder zurück ins Hostel gegangen : seit dem vorherigen Tag ging es ihr ziemlich schlecht und es wurde immer schlimmer ... Es würde sich herausstellen, als sie ein paar Tage später zum Arzt ging, dass sie eine bakterielle Magenentzündung hat und sie für eine ganze Woche in Cuenca bleiben muss um sich zu erholen...

Die Free Walking Tour führte uns komplett durch das (sehr kleine) Zentrum von Cuenca und der Guide war ganz gut, aber die Gruppe war riesig und er musste alles doppelt sagen, einmal auf Spanisch und einmal auf Englisch, und dadurch dauerte die Tour ewig. Gegen halb 1 haben Moira, Sascha und ich dann einfach die Tour verlassen und sind zur Markthalle gegangen um dort zu Mittag zu essen. Ich habe total gute « papas locas » gegessen, ein Mix aux Kartoffeln, Gemüse und Schweinefleisch mit Mote (einer Art Bohnen) für nur 1$ ; sehr lecker!



Nach dem Mittagessen bin ich zurück ins Hostel gegangen um meine Kreditkarte und meinen Pass zu nehmen und bin dann 20 Minuten bis zur Banco Internacional gegangen. Für den Freiwilligendienst den ich ein paar Tage später machen würde, musste ich dort 500$ überweisen, sonst würde ich nicht an dem Projekt teilnehmen können. Ich weiß, es scheint viel Geld zu sein, aber wenn ihr meinen Bericht dazu anschaut/lest, werdet ihr feststellen, dass es gar nicht so viel ist. :-) Es war auf jeden Fall ein netter Weg zur Bank, denn man muss dafür das Gelände der Universität durchqueren und der Campus ist echt schön (auch wenn ich mich inmitten der ganzen jungen Studenten wie eine Großmutter fühlte...). Danach bin einkaufen gegangen, auf der Suche nach den letzten Sachen die mir für meine Freiwilligendienst fehlten : Gummistiefel, Karabinerhaken, Arbeitshandschuhe, Sportkleider, Leggings. Leider war es ziemlich schwierig diese Dinge dort zu finden ; ich musste in 3-4 verschiedene Läden gehen, bevor ich endlich Stiefel und Handschuhe fand. Dann bin ich mit Moira und Sascha, die auch Karabinerhaken brauchten, auf die Suche danach gegangen. Wir brauchten über eine Stunde bis wir diese endlich fanden! Als wir sie endlich hatten, waren wir alle ziemlich erschöpft und, auch wenn mir immer noch Sachen fehlten, beschlossen wir aufzugeben und einen trinken zu gehen. Wir fanden eine richtig coole Bar und hatten schlussendlich jeder 2 ziemlich starke Cocktails. Sascha und ich hatten einen Cocktail aus Rotwein, Rum, Tequila, Orangen- und Zitronensaft und der war echt lecker! :-D Als wir wieder gingen mussten wir feststellen, dass wir ein bisschen angetrunken waren ; ok, lasst uns ehrlich sein, wir waren total betrunken ! ^_^ Nach einem kurzen Stopp im Hostel um nach unserer kranken Freundin Sanne zu schauen, sind wir dann zu Jodoco gegangen, einem belgischen Restaurant das ein paar belgische Freunde mir empfohlen hatten. Ich hatte mich seit langem darauf gefreut, denn meine Freunde hatten mir erzählt, dass der Besitzer Belgier ist und dass sie richtig typisches belgisches Essen haben. Leider war der Besitzer selbst nicht dort, das Bier war ok aber nicht so gut wie im The Pub und der Kellner war ziemlich langsam und vergaß die Hälfte unserer Bestellung... Ein Glück, dass ich betrunken war, sonst wäre ich ziemlich enttäuscht gewesen ! Mein Pastetchen war ziemlich gut, aber das - leckere - Stoofvlees das Moira und Sascha hatten machte sie am nächsten Tag ziemlich krank... Irgendwann erschien dann eine Gruppe Frauen auf dem Platz neben dem Restaurant und dort fand dann eine Zumba-Stunde statt. Mehr und mehr Frauen kamen dazu und irgendwann haben auch wir - betrunken wie wir waren - mitgemacht. ^_^ Es war sehr lustig und auf unserem Weg zurück zum Hostel stoppten wir auf dem Hauptplatz um einer Gruppe junger Leute beim Breakdancing zuzuschauen. Wir hatten es super gut und ich haben diesen Abend sehr genossen! :-D



Am nächsten Morgen blieben Sanne, Moira und Sascha alle krank im Hostel, während ich früh zum Terminal fuhr um einen Bus zum Las Cajas Nationalpark zu nehmen. Die Fahrt dauerte um die 45 Minuten und die Aussicht war grandios! Vom Haupteingang des Parkes gab es 8 verschieden Routen die man wandern konnte und, wie die meisten Leute, habe ich mich für Route Nr. 1 entschieden : 4,2km, 3 1/2 Stunden. Das Wetter war nicht berrauschend, es regnete ein bisschen und es war total bewölkt, aber das ist anscheinend normal für diese Gegend. Zusätzlich blies ein sehr kalter Wind und so war ich zu Anfang der Wanderung ziemlich durchgefroren. Die Wanderung war nicht besonders anstrengend, aber es war sehr rutschig, deshalb musste man gut aufpassen wohin man tritt. Die Aussicht war wunderschön und mein Lieblingsteil war die Wanderung durch den Zwergwald. Ich kam mir vor wie in einem Märchenwald! ‹3

Langsam gehend und dabei viele Photos machend brauchte ich gut 3 1/2 Stunden für diese Wanderung. Ein paar Mal dachte ich, ich hätte mich verlaufen, aber eigendlich war ich immer auf dem richtigen Weg. :-) Ich kann euch nur empfehlen auch dorthin zu gehen, wenn ihr mal in Cuenca seid, es ist echt super schön dort!



Als ich endlich zurück in Cuenca war (ich musste 90 Minuten auf einen Bus warten!!!), war ich durchgefroren und am verhungern, deshalb bin ich erstmal zu Happy Fries gegangen und habe sehr leckere Fritten und (weniger gute) Chicken Nuggets gegessen (nehmt euch diese niemals!).

Danach bin ich dann Shoppen gegangen. Ich habe ein bisschen gebraut, fand dann aber schlussendlich DIE Einkaufsstraße von Cuenca : Plaza 9 de octubre (keine Ahnung warum die vom Hostel mich nicht sofort dorthin geschickt haben...). Ich fand dort alles was ich brauchte und habe es sehr genossen, den sonnigen Nachmittag durch die Straßen von Cuenca zu wandern. :-)

Den Abend kam auch unser Freund Shane in Cuenca an, aber er hatte eine furchtbare Busfahrt hinter sich und ihm ging es nicht so gut, deshalb bin ich nur mit Moira und Sascha zu Abend essen gegangen. Wir sind zu einem Steakhaus gegangen und ich habe einen sehr leckeren Burger gegessen. Hungrig wie ich war, hätte ich wahrscheinlich egal was gegessen! ^_^ Zurück im Hostel habe ich den Rest des Abends mit einer Spanierin und dem Typ der im Hostel arbeitete verbracht und wir haben American Pie 2 geschaut. :-)



Am nächsten Tag, meinem letzten Tag in Cuenca, sind Moira, Sascha und ich nach Ingapirca gefahren, einer bekannten Incaruine in Ecuador, ungefähr 2 Stunden von Cuenca entfernt. Ganz ehrlich, die Ruinen waren ziemlich enttäuschen : sehr klein und uninteressant... Glücklicherweise war das Wochenende Inti Raymi, ein wichtiges Festival der Inca und wir konnten ein paar traditionnelle Gebete und Tänze sehen. So war der Tag nicht ganz verloren... :-)

Als wir zurück nach Cuenca kamen, haben wir zusammen mit Sanne und Shane zu Mittag/Abend gegessen und das wars dann auch schon ; nicht nur das Ende meines Aufenthaltes in Cuenca, sondern auch das Ende der ersten Etappe meines Abenteuers : 4 Monate von Mexiko nach Ecuador...





Cuenca ist eine ganz nette Stadt. Es ist einfach, dort ein paar Tage zu verbringen, aber, verglichen mit dem Rest von Ecuador, ist es ziemlich teuer und verdient vielleicht nicht unbedingt den Status des Weltkulturerbes. Trotzdem solltet ihr es nicht verpassen, wenn ihr in Ecuador seid. :-)


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