Eisangeln


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March 23rd 2009
Published: April 23rd 2009
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Der letzte Tag in Lappland war noch einmal ein wirklicher Höhepunkt meiner Winterferien.
Er stand unter dem Motto „Ein Tag in der Wildnis“. Hauptaktivitäten waren eine 90 minütige Motorschlittenfahrt und das Eisangeln. Mit dem Guide waren wir zu dritt. Was ich vom Fahren mit dem Motorschlitten halte, hatte ich ja schon im vorigen Artikel geschrieben. Hier noch einige Infos zu den von uns genutzten Fahrzeugen. Ausgerüstet mit 120 PS Motoren und Automatikgetriebe sind das geradezu kleine Raketen. Die Handgriffe und Fußhüllen sind regelbar beheizt. Das Gewicht eines solchen Schlittens beträgt ca. 300 kg und der Preis liegt zwischen 13.000 und 20.000€. Das Fahren dieser Schlitten sieht einfacher aus, als es wirklich ist. Auf gerader Strecke mit festem Untergrund ist das kein Problem, aber auf kurvenreichen Strecken muss man sie wie ein Motorrad fahren. Ich war überrascht, wie empfindlich diese schweren Maschinen auf Gewichtsverlagerung reagieren. Problematisch wird es bei weichem Untergrund (Tiefschnee). Es erfordert eine Menge Erfahrung, den Schlitten in dieser Situation „umfallfrei“ zu fahren. Wenn ein Tourist den Motorschlitten in den Tiefschnee steuerte, musste er den Motor ausschalten und auf den Guide warten. Dieser manövrierte dann die Maschine zurück auf festen Grund. Glücklicherweise blieb mir diese Peinlichkeit erspart. Während der Fahrt hatten wir leider nicht viel Zeit, die wunderschöne Natur zu genießen. Trotz des Lärms unserer Motoren konnten wir viele Rentiere in der freien Natur beobachten. Ich denke, dass die Tiere sich an diese Geräusche gewöhnt haben. Bald hatten wir den See erreicht und begannen auch gleich, das Eisangeln vorzubereiten. Wir bohrten mit einem großen Bohrer Löcher in das Eis und bestückten den Angelhaken mit einem Gummiköder. Dieser wurde auf den Grund gelegt und dann wieder um 40 cm aufgerollt. Die einzigen Betätigungen waren das leichte Bewegen der Angel und das regelmäßige Abschöpfen des neuentstehenden Eises im Angelloch. Ich habe an drei verschiedenen Stellen versucht, die Fische von meinem Köder zu überzeugen, aber es gelang mir nicht. Nach anderthalb Stunden gab ich auf und erkundete die Umgebung. Am Seeufer fand ich eine „öffentliche“ Toilette und eine Sauna. Die Toilette war ein kleines Holzhäuschen mit Abfallentsorgung nach dem Tiefkühlprinzip. Diese Toilette erinnerte mich an die Aussage unseres Guides, “Wir Lappen sind die schnellsten ´Scheißer´ der Welt.“ Als Begründung führte er die Kälte im Winter und die Mücken im Sommer an. Ich konnte nun diese Aussagen nachvollziehen. Die Sauna ist ebenfalls für jeden zugänglich und wird von der einheimischen Fischereigenossenschaft betreut.
In der
EisangelnEisangelnEisangeln

Ausruestung fuer das Eisangeln: Bohrer, Schöpfkelle, Angel (ca. 20cm lang mit einfacher Plasterolle) und Stuhl.
Zwischenzeit hatte unser Guide im „Pausenlokal“ ein Feuer entfacht und begonnen, das Mittagessen vorzubereiten (Kaffeebrühen, „Bockwürste“ grillen und eine Lachsuppe kochen). Es schmeckte alles vorzüglich, was mit hoher Sicherheit auch an der herrlichen Umgebung lag. Die Rückfahrt war ein „kalter“ Abschied von Lappland. Die Temperatur betrug -18 Grad und ein kräftiger Wind blies über den Fjäll. Trotz des Helmvisiers und der Gesichtsmaske („Oma“) fühlte ich die extreme Kälte wie tausend Nadeln im Gesicht.
Die Abreise am nächsten Tag fiel mir nicht leicht und ich nahm mir fest vor, irgendwann einmal hierher zurückzukommen.



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Sauna Sauna
Sauna

Blick in die Sauna.
SaunaofenSaunaofen
Saunaofen

Der Saunaofen ist doppelwandig. Der Hohlraum wird im Sommer mit Seewasser und im Winter mit Schnee gefuellt. Somit hat man jederzeit heisses Wasser zur Verfuegung.
SaunalichtSaunalicht
Saunalicht

Ein Metallblech als Reflektor.
"Pausenlokal""Pausenlokal"
"Pausenlokal"

Mit Feuerstelle und Töpfen als ständiges Inventar.


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