Ausflug nach Inari


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March 14th 2009
Published: March 16th 2009
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Ausflug nach Inari


Nach diesen ereignisreichen Erlebnissen der letzten Tage war es Zeit für etwas Kultur. Ich hatte mich für das Museum „ SIIDA“ in Inari, das Zentrum der finnischen Saamis entschieden. Inari liegt am Inarisee (sechstgrößter Binnensee von Europa) und ist ein Gemeindeverbund von 22 Dörfern mit einer Gesamteinwohnerzahl von weniger als 7000 Einwohnern (Ivalo 3.379 Einwohner, Inari 459 Einwohner, Saariselkä 311 Einwohner, ...). Das bedeutet, bei einer Gemeindefläche von 17.334 km2 (etwas größer als Thüringen) eine Bevölkerungsdichte von 0,46 Einwohner pro Quadratkilometer (Wikipedia). Der Linienbus benötigte für die ca 70km, mit einem längern Aufenthalt in Ivalo, drei Stunden.
Die lange Fahrzeit hatte zwei Gründe. Die deutsche Formulierung: „Der Bus hielt an jeder Milchkanne“ könnte man hier umwandeln in „Der Bus hielt an jeder dickeren Birke und an jedem großen Briefkasten“. Ich hatte mich schon während der Fahrt nach Saariselkä über die großen Holzkästen am Straßenrand gewundert. Nun verstand ich, warum sie so gestaltet waren. Der Busfahrer fuhr rechts ran, öffnete die rechte Bustür, und warf, ohne aufzustehen, mit absoluter Treffsicherheit ein Päckchen aus Zeitung und Briefen in den Briefkasten, doch damit nicht genug. Zu seinen Funktionen als Busfahrer und Postbote kam eine weiter Aufgabe. Er belieferte die kleinen Läden und Märkte nahe der Fahrstrecke auch noch mit Waren. Keinen von den 7 Fahrgästen, (3 Touristen und 4 Einheimische) schien das allerdings zu stören.
Das SIIDA Museum ist sehr modern gestaltet und nutzt verschiede Möglichkeiten der multimedialen Präsentation. Es ist schon erstaunlich und bewundernswert, wie der Mensch sich mit seinen Lebensstrategien der Umgebung anpasst. Es würde den Rahmen meines Blogs sprengen, wenn ich hier Inhalte des Museums näher beschreiben würde. Es war auf jeden Fall unwahrscheinlich interessant. Aber einen wertvollen Tipp habe ich für alle Besitzer von ständig kalten Füßen. Seht euch genau das Bild :“Nie wieder kalte Füße“ an.
Zeitgleich zu meinem Winterurlaub fanden in dem Museum die Filmfesttage von Lappland statt. Das hieß, dass sich den ganzen Tag über Kindergruppen und Schulklassen in dem Museum aufhielten. Auch ich habe eine Vorstellung besucht. Außer mir war noch eine Schulklasse mit ca 25 Jugendlichen (geschätztes Alter 12 bis 14 Jahre) ohne Lehrer in dem Kinosaal. Die beiden Lehrerinnen saßen im Restaurant und tranken Kaffee. Gezeigt wurden drei Kurzfilme. Die Filme handelten von traditionellen Tänzen und dem Leben der Saamis und anderer Kulturen (Neuseeland, Afrika). Das Ganze lief unter dem (sinngemäßen) Motto: Auch das Fremde ist schön. Obwohl in den 45 min der Vorführung die DVDs mehrmals stockten und dadurch Pausen entstanden und ein Film aus technischen Gründen sogar abgebrochen werden musste, legten die Jungendlichen eine bemerkenswerte Disziplin an den Tag. Ein leises Flüstern während der technischen Pannen war das Einzige, was ich bemerkte. Erstaunlich. Die Außenausstellung des Museums konnte ich leider nicht besuchen, da der Schnee einfach zu tief war. Nach einem kurzen Spaziergang auf dem Inarisee begab ich mich auf dem Heimweg.
Am Abend unternahm ich mit 20 weiteren Touristen eine Motorschlittenfahrt unter dem Motto „Wir suchen die Nordlichter“. Diese haben wir zwar leider wieder nicht gesehen, aber das Fahren mit diesem typischen Transportmittel der finnischen Moderne war schon eine interessante Erfahrung. Ich habe das Fahren unter dem sportlichen Aspekt genossen, aber der extreme Lärm verträgt sich nach meinem Empfinden nicht mit der wundervollen friedlichen Natur. Die Einheimischen, die bei den hiesigen Witterungsverhältnissen auf diese Technik angewiesen sind, hätten für solche sentimentalen Gedanken eines Touristen vermutlich wenig Verständnis.
In meinem letzten Beitrag über die Woche Winterferien in Lappland werde ich noch etwas näher auf das Fahren mit dem Motorschlitten eingehen.



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Fortbewegungsmittel Fortbewegungsmittel
Fortbewegungsmittel

Diese "Tretschlitten" werden nicht nur von älteren Menschen verwendet
"Kinderwagen""Kinderwagen"
"Kinderwagen"

Das Modell "Lappland"
Nachtfahrt Nachtfahrt
Nachtfahrt

Auf der Suche nach den Nordlichtern.


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