Colombo & die « alten Städte »


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December 5th 2018
Published: December 8th 2018
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Samstag, den 24. November bin ich endlich in Sri Lanka angekommen. Ich hatte mich schon sehr lange darauf gefreut hier her zu kommen und ich würde auch nicht von diesem wundervollen Land enttäuscht werden!



Mein Flug hatte 3 Stunden Verspätung, aber glücklicherweise hatte ich gute Gesellschaft : ich hatte am Flughafen Eva aus Deutschland kennengelernt und sie war super nett. Da das Flugzeug zum Glück nicht voll besetzt war konnten wir sogar Plätze tauschen und nebeneinander sitzen und so war dann auch die Verspätung und der lange Flug nicht so schlimm. :-)

Als ich in meinem Hostel ankam (leider hatten Eva und ihre Schwester - die bereits in Colombo war - ein anderes Hostel gebucht das ziemlich weit von meinem weg war und keiner von uns konnte das Hostel mehr kostenlos annulieren), das Tuk Tuk Hostel, schrieb ein Freund aus Indien mir dass er zufällig an dem Abend in Colombo war und ob ich Lust hätte was mit ihm trinken zu gehen. Er kam mich dann ein bisschen später im Hostel abholen und wir sind zu seinem Freund ins Bellagio Kasino gefahren. Ich war vorher nur ein einziges Mal in einem Kasino und das war in einem kleinen Ort, also war das meine erste wirkliche Erfahrung in einem Kasino. So viele Menschen die unglaublich viel Geld in kurzer Zeit verlieren und die dabei nicht mal mit der Wimper zucken ; gratis Essen und Getränke für jeden der spielt (oder die Leute die spielen begleitet, wie ich) ; viele hässliche, alte Prostituierte und - zu meinem Leid - fast nur Inder. Mein Freund spielte Roulette und sein Freund Poker (er ist in der Weltrangliste einer der Top 100 Spieler) und ich habe einfach nur zugeschaut, fasziniert wie jemand eine Summe Geld auf 10 Minuten verspielen kann mit der man 1 Jahr durch die Welt reisen könnte ! ^_^ Irgendwann sind mein Freund und ich dann zu einem Club weitergezogen - R’n’B - wo die Musik richtig cool war : 80er und 90er R’n’B! :-D Wir haben viel getanzt und ein paar Cocktails getrunken und es war richtig cool bis ich dann irgendwann gegen 3h morgens übermüde war und einfach nur noch schlafen wollte.



Am nächsten Morgen war ich super müde, konnte aber nicht mehr schlafen weil es im Zimmer einfach zu hell war und weil alle anderen im Zimmer aufstanden. Ich fragte dann im Hostel ob ich meine Wäsche dort waschen kann, aber sie sagten es würde 2-3 Tage dauern bis sie fertig wäre und das war mir einfach viel zu lang! Außerdem funktionnierte das WLan in diesem Hostel nicht und an diesem Tag wollte ich einfach nur rumgammeln und Serien oder Filme schauen. Also war ich ziemlich genervt und habe schnell beschlossen das Hostel zu wechseln. Auf Hostelworld fand ich ein Hostel das ganz cool aussah, das Colombo Lavinia Beach Hostel, aber zu meinem Pech habe ich auf Uber das falsche « beach hostel » ausgewählt und kam also an einem anderen Hostel an. Zunächst ist mir das nicht aufgefallen und ich hab schonmal eingecheckt. Als ich danach zu dem Personal meinte es sähe aber ganz anders aus als auf den Bildern meinten sie nur : « Das ist ja auch ein anderes Hostel! ». Na toll! Also hab ich wieder ausgecheckt und bin dann zum Colombo Lavinia Beach Hostel gegangen. Es war ein ziemlich langer Weg den die im Hostel mir erklärt hatten, obwohl es eigentlich einen viel kürzeren Weg gab - was ich allerdings erst am nächsten Tag rausfand! :S Naja, es war aber ganz gut so, denn durch dieses Timing habe ich unterwegs Amy aus Kanada getroffen, die mir gezeigt hat, wo das Hostel ist - überall auf dem Weg waren Schilder zum Hostel, aber vor dem Hostel selbst war keins mehr und daher war es ein bisschen schwierig zu finden. Schlussendlich habe ich dank Amy dann doch noch im richtigen Hostel eingecheckt! ^_^ Amy war super nett und sie ist eine faszinierende Person ! Obwohl ich müde war, sind wir dann doch noch zusammen Einkaufen gegangen (Früchte, etc.) und haben zusammen zu Mittag gegessen. Danach wollten wir uns ne Stunde hinlegen, aber Amy hat dann bis zum nächsten Morgen durchgeschlafen (sie hatte einen 30-stündigen Flug hinter sich in dem sie kaum geschlaffen hat und es sind 12h Zeitverschiebung für sie)! ^_^ Also bin ich nachmittags alleine zum Strand gegangen, nur 2 Minuten zu Fuß vom Hostel, und hab dort gemütlich ein Bier getrunken und mir den Sonnenuntergang angeschaut. Amy und ich mochten uns wirklich gerne, aber irgendwie waren wir beide immer unterschiedlich unterwegs, so haben wir uns kaum gesehen, aber wir haben immer Kontakt gehalten, denn die Zeit die wir zusammen hatten, die haben wir sehr genossen! :-)

Das WLan im Colombo Lavinia Beach Hostel funktionnierte auch nicht besonders gut, aber es war so ein tolles, grünes, ruhiges Hostel mit so einer wundervollen Besitzerin, dass ich trotzdem den Rest der Woche dort geblieben bin! Außerdem war nicht viel los und ich hatte 2 große Zimmer, 1 Küche und 1 Bad für mich allein. :-D



Die nächsten Tage war ich immer irgendwo unterwegs : die Stadt entdecken - nicht viele Backpacker schauen sich tatsächlich die Hauptstadt an, aber ich mochte sie wirklich gerne - und verschiedene wichtige Dinge erledigen, die man nur in der Stadt machen kann : zu Decathlon gehen und mein Visum verlängern lassen.

Als ich began die Stadt zu besichtigen, wurde ich von einem Tuk Tuk Fahrer angesprochen, der mir vorschlug mich für nur 500R (= +/- 2,5€) pro Stunde zu den wichtigsten Monumenten in Colombo zu fahren und mir als Guide alles zu erklären. Das erschien mir ein wirklich guter Preis, aber ich wusste nicht, dass die Tour 3 Stunden dauern würde ; ich dachte es wäre nur 1 Stunde. Naja, egal. Die Monumente die wir besichtigt haben waren wirklich schön und er war der perfekte Guide für mich : zum Monument, rein, kurze Erklärung, einmal durchlaufen, weiter ; keine langen unnötigen Erklärungen die ich sowieso wieder vergessen würde. ^_^ Am Ende war ich allerdings ein bisschen genervt, denn er hat mich in 2 Juwelier-Shops gedrängt und in einen Souvenir-Shop (hab allerdings nichts gekauft) denn so sollte er - anscheinend - den Benzin gratis kriegen, und am Ende bestand er dennoch auf den Preis, den wir am Anfang ausgemacht hatten und er wollte sogar noch 1000R mehr als das, die ich ihm natürlich nicht gegeben habe! Die Besichtigung war also richtig cool, aber das Ende war scheiße.

Von dort aus bin ich dann zum Immigrationsbüro gefahren um mein. Visum verlängern zu lassen, aber die sagten mir es wäre zu spät, ich soll am nächsten Morgen wiederkommen. Also bin ich einfach zurück zum Hostel gefahren und hab rumgechillt.



Einen anderen Tag bin ich zu einem Gesundheitszentrum gefahren um mich mal komplett durchchecken zu lassen. Wenn man so lange unterwegs ist (mittlerweile war ich ein bisschen mehr als 9 Monate unterwegs), dann ist es gut sich ab und zu mal durchchecken zu lassen, vor allem wenn man in Afrika und in Indien war.

An meinem letzten Tag, Donnerstag, bin ich dann zurück zum Immigrationsbüro gegangen und habe mein Visum verlängern lassen. Ich hatte mir ein paar Argumente überlegt, warum ich die Verlängerung brauche, aber denen war das komplett egal ; sie nahmen einfach meinen Reisepass und das Formular das ich hatte ausfüllen müssen (nur grundlegende Informationen) und fragten wie viele Monate ich brauche ; 1 Stunde später hatte ich dann auch schon meine Verlängerung! Super einfach und nur 20$! :-)

Von hier bin ich dann zurück zu Decathlon gegangen um mir neue Schuhe und eine Sonnenbrille zu kaufen. Ich war bereits dort gewesen um mir andere Sachen zu kaufen, aber ich hatte da FlipFlops an und konnte nicht genau entscheiden welche Schuhgröße ich brauche, deshalb bin ich dann mit meinen alten Schuhen (die die ich mir neu kaufen wollte) zurück gegangen. ^_^

Nachmittags hab ich dann einen Uber vom Zentrum zum Norden von Colombo, Ja-Ela, genommen, wo ich einen Termin im Dimmu Fernando Tattoo Art Studio gemacht hatte. Ich hatte mir bereits seit einigen Wochen überlegt, mir ein neues Tattoo stechen zu lassen, vielleicht schon länger, und als ich dann herausfand dass es in Colombo gute Künstler gibt und es relativ günstig ist, habe ich dann einfach spontan einen Termin gemacht. Ich hatte dieses Tattoo Studio online gefunden und die Bewertungen waren gut gewesen. Es kommt von der Qualität zwar nicht an das ran, das ich mir in Kolumbien habe machen lassen, aber es ist trotzdem richtig gut und ich mag es. :-D



Auch meine Abende in Colombo waren ganz geschäftig. Die erste Nacht war ich also mit meinem indischen Freund im Kasino und in einem Club. Montag Nacht wurde ich dann von Isfahini, einem früheren Weltpräsidenten aus Sri Lanka, zum Abendessen eingeladen. Ich hatte ihn auf dem Weltkongress der Junior Chamber International kennengelernt und er hat mich prompt in das beste Hotel in Mount Lavinia eingeladen : das berühmte Mount Lavinia Hotel. Der Chefkoch ist anscheinend weltberühmt und man versteht einfach warum. Man hat in diesem Restaurant, das am Strand ist, ein Fischbuffet bei dem man sich aussuchen kann, welchen Fisch man gerne hätte, wie er zubereitet werden soll und was man gerne dabei hätte. Es war richtig cool und der Tintenfisch, die Scampis und der « seer fish » (ein Fisch den es anscheinend nur hier gibt) den Isfahini für uns ausgesucht hatte waren absolut köstlich! Wahrscheinlich der beste Fisch den ich je gegessen habe! :-D Außerdem war der Wein zum Essen sehr gut und ich habe die Gesellschaft von diesem sehr netten und interessanten älteren Mann sehr genossen! :-D



Mittwoch Abend bin ich dann von meinem Freund Fahad eingeladen worden. Ich hatte ihn ein paar Jahr zuvor auf einem anderen Weltkongress von JCI kennengelernt, wo ich einen Workshop mitgemacht habe, den er gegeben hat. Nachdem wir uns auf dem Weltkongress das folgende Jahr wiedersahen, sind wir dann in Kontakt geblieben und als ich ihm sagte, ich käme nach Sri Lanka, hat er mich dann eingeladen einen trinken zu gehen. Es war schön ihn wiederzusehen und wir hatten einen richtig schönen Abend in einer tollen Dachterrassen-Bar von der aus man die ganze Stadt überblicken konnte. Wir haben gemütlich 2 Flaschen Wein getrunken, leckere Tapas gegessen und Flaschendrehen gespielt (in der Bar gab es interaktive Tische mit lustigen Spielen) wobei wir uns einen Spaß daraus machten den anderen Leuten in der Bar dämliche Fragen zu stellen! ^_^



Ihr seht also, obwohl ich in Colombo eigentlich die ganze Woche nur hatte chillen wollen, war ich doch jeden Tag und Abend irgendwie beschäftigt und war schlussendlich nur 2 Nachmittage am Strand! ^_^



Colombo ist eine richtig nette Stadt - für eine Hauptstadt. Viele Leute mögen sie nicht, aber nach 1 Monat in Indien fand ich sie toll! Sie ist sauber (für eine Hauptstadt), es stinkt nirgendwo, die Leute sind super freundlich und es gibt jede Menge Dinge zu tun! :-D Nicht nur in Colombo, sondern überall in Sri Lanka ist es ein bisschen teurer als ich gedacht hätte, viel teurer als Indien, aber es ist noch ganz okay im Vergleich zu anderen Orten. :-)

Viele Leute beschweren sich über die Tuk Tuk Fahrer in der Hauptstadt (und im Allgemeinen), aber ich fand sie alle super nett! Ich hab eigentlich immer Tuk Tuks über Uber gebucht, aber manchmal wollte ich nur vom Hostel die paar hundert Meter zur Hauptstraße rauflaufen und Tuk Tuk Fahrer hielten an und meinten nur : « Och, ich muss eh da rauf, spring rein! » und ich konnte gratis mitfahren. Ich hatte echt keine Probleme mit ihnen und fand sie, im Vergleich zu Indien, absolut nicht aggressiv. Du sagst « nein, danke » und gut ist, sie fahren weiter. :-)



Freitag, den 30. November habe ich dann den 6h Zug von Colombo nach Kekirawa genommen, wo ich geplant hatte ein paar Wochen als Freiwillige (für gratis Unterkunft und Essen) in einem Lernzentrum zu arbeiten. Ich hatte eigentlich schon ein paar Tage vorher dort anfangen wollen, aber der Manager hatte mir gesagt, wenn ich am 30. käme könnte er mich in der Nähe von Colombo abholen kommen. Also hatte ich gewartet, aber mittwochs rief der Manager (Sampath) mich dann und meinte er könne doch nicht nach Colombo kommen und ich müsse einen Zug nehmen (später lernte ich dann, dass er wohl in Colombo war und mich aus irgendeinem Grund angelogen hat...). Er meinte der einzige Zug nach Kekirawa geht um 6h morgens, aber jetzt wo ich weiß dass er nicht die aufrichtigste Person ist, beweifele ich das. Ich war also total müde, aber es war egal, denn die Landschaft die ich während der Zugfahrt zu sehen bekam war wunderschön!

Als ich in Kekirawa ankam, erwarteten mich ein paar Überraschungen : 1) meine Gastfamilie - wie die meisten Leute in dieser Kleinstadt - sprachen so gut wie gar kein Englisch. 2) Es war noch eine andere Europäerin dort, Amanda aus Dänemark, die allerdings nichts von meiner Ankunft wusste und die auch an diesem Tag wieder weg fuhr. Ich würde also die ganze Zeit alleine dort sein, mit niemandem der Englisch kann. 3) Es gab absolut nichts zu tun in Kekirawa und als Frau sollte ich das Haus nach 17h nicht mehr verlassen, denn es wäre gut möglich, dass ich dann vergewaltigt werden könnte. 4) Als ich am nächsten Tag zum Weiterbildungszentrum ging, erfuhr ich, dass ich nur 3-4 Mal pro Woche 1-2 Stunden englischen Konversationsunterricht für Erwachsene geben würde. Das alles bedeutete, dass ich mich die meiste Zeit dort zu Tode langweilen würde und darauf hatte ich echt keine Lust! Also bin ich dann nach 24 Stunden in Kekirawa auch schon wieder gegangen ; dieses Volunteering war definitiv nichts für mich und da ich es auf workaway.com gefunden hatte und nicht über die SCI hatte ich auch keinen Zwang dort zu bleiben. Außerdem war das Essen von meiner Gastmutter wirklich nicht gut - viel zu salzig und zu scharf - und das Haus, vor allem die Toiletten, waren sehr schmutzig!

Es war trotzdem ein ganz netter Stop gewesen, denn a) habe ich so Amanda getroffen, die sehr nett ist und b) habe ich gesehen wie die Leute in einer Kleinstadt in Sri Lanka leben (Amanda hat mir alles darüber erzählt). :-)



Das Leben hier in Kleinstädten und in Dörfern ist sehr traditionnel. Als Frau sollte man nie in Shorts oder Röcken rumlaufen die nicht über die Knie gehen. Eltern entscheiden alles für ihr Kinder bis sie verheiratet sind : was sie anziehen, wo sie zur Schule gehen, was sie lernen, wen sie heiraten, etc. Hierarchie ist sehr wichtig hier : Männer stehen immer über Frauen und Ältere Leute über Jüngeren. Es gibt da keinen Weg drum rum ; als junge Frau kann man einer älteren Frau oder gar einem Mann niemals etwas vorschlagen oder aufzwingen. Man kann auch keine Beziehung mit jemandem haben, es sei denn man ist verheiratet und es sind immer die Eltern die entscheiden wen man heiraten muss. Viele Männer haben Alkoholprobleme, trinken zu viel und kommen nur nach Hause zum Essen, um mit ihrer Frau zu schlafen oder um sie zu schlagen. Es hört sich für einen modernen Europäer genau so schlimm an wie es wirklich ist, aber das ist wirklich nur in Dörfern und in Kleinstädten heute noch so. In größeren Städten ist es viel moderner.

Amanda erzählte mir auch, dass viele Leute lieber eine schnelle Lüge erzählen, als die Wahrheit zu erklären, selbst wenn es sich um Banalitäten handelt. Ich selbst habe das erlebt mit Sampath, dem Manager von KLC, als er mir sagte er könne mich nicht abholen weil er nicht in Colombo war, in Wirklichkeit aber doch dort war. Ich bin sicher, er hatte einen guten Grund, warum er mich nicht abholen konnte, aber anstatt mir zu erklären warum es nicht geht, zog er es vor mich anzulügen und zu sagen er sei nicht in Colombo. Interessant, nicht? Aber ich weiß nicht, ob das etwas generelles hier ist, oder ob das auch nur in Dörfern und kleinen Städten ist.

Es ist auch nicht einfach, eine weiße Frau hier zu sein : man kann nach Sonnenuntergang nicht mehr alleine auf die Straße gehen ohnen Angst haben zu müssen, vergewaltigt zu werden ; Männer flöten einem ständig nach und manche Männer machen dumme Kommentare wenn man vorbei geht. Amanda war davon ziemlich schockiert am Anfang sagte sie mir, aber für jemanden der in Zentralamerika und in Afrika war, ist das wirklich nichts besonderes oder außergewöhnliches. Ich finde es im Vergleich zu anderen Orten wo ich war wirklich nicht so schlimm! ^_^

Das ist also, was ich von Amanda, die 4 Monate hier gewesen ist, über Kekirawa und das Kleinstadtleben in Sri Lanka lernte. Sie war mit vielen lokalen Leuten in Kontakt gewesen (sie hatte sogar im Geheimen einen Freund hier) und so war ihre Meinung auf jeden Fall glaubwürdig.

An meinem einzigen Tag hier in der Schule habe ich 2 Stunden Konversationsunterricht mit 3 Frauen von hier gehabt und auch sie haben mir einiges Interessantes über Sri Lanka erzählt. Die meisten Frauen in den Städten in Sri Lanka haben eine gute Ausbildung - besser als viele Männer - und sie haben Vollzeitjobs. Englisch ist nicht wirklich eine Priorität hier in den Schulen, deshalb können es viele Leute nur schlecht. Die Hauptaktivität vieler Leute in Sri Lanka ist die Agrikultur ; sie bauen alle möglichen Gemüse- und Früchtearten an, viel Reis und Tee. Es ist ein sehr fruchtbares Land, was man auch einfach sehen kann, wenn man durch das Land fährt. :-)

Das Hauptunterrichtsfach in vielen Schulen hier ist Buddhismus, denn die meisten Leute in diesem Land sind Buddhisten, auch wenn ich in Colombo viele Muslime getroffen habe. Die Menschen gehen einmal pro Monat mit der ganzen Familie in einen Tempel zum beten und müssen dann alle ganz weiße Kleider anziehen. Außer in Colombo vielleicht, werden die meisten Kinder hier sehr religiös erzogen und bleiben es auch wenn sie erwachsen werden.

Auf der Arbeit ziehen die meisten Frauen ihre traditionnellen Sarees an, aber zu Hause ziehen sie relativ westliche Kleider an.

So, das ist alles, was ich in Kekirawa über Sri Lanka gelernt habe ; nicht schlecht für 24 Stunden, oder!? ^_^



Nach meinem kurzen Aufenthalt in Kekirawa bin ich dann mit dem Bus nach Dambulla gefahren, nur 30 Minuten entfernt, wo ich ein Bett im Bed Station Hostel gebucht hatte. Dieses kleine Familien-Hostel war sehr nett und die Besitzer waren super freundlich. Es war außer mir sont nur eine einzige Person dort, eine Frau auch England (deren Namen ich nicht mehr weiß). Sie war nur für 2 Wochen in Sri Lanka und ein typischer Tourist, kein Backpacker. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Touristen - d.h. Menschen die für weniger als 3 Monate reisen - aber sie sind einfach oft ganz anders als Backpacker. ^_^ Sie hatte sich überhaupt nicht zu Sri Lanka informiert und passte sich auch überhaupt nicht an. Sie lief nur in super kurzen Kleidern rum die sie mit ihrer Figur wirklich nicht tragen sollte und die hier eh total unangebracht sind. Mit sowas würde ich noch nicht in Europa ne Stadt besichtigen! Naja, sie war aber ganz nett und es war schön jemanden zum Reden zu haben.

Nachmittags bin ich zu den berühmten Dambulla Höhlentempeln gegangen ; es war ungefähr 20 Minuten zu fuß zum goldenen Tempel - ein sehr kitschiger neuer Tempel der auch ein Museum ist - und von hier aus habe ich dann ein Tuk Tuk zum Ticketbüro von den Höhlentempeln genommen. Als Einwohner von Sri Lanka kann man direkt vom goldenen Tempel zu den Höhlentempeln hochlaufen, aber als Ausländer muss man erst zum Ticketoffice gehen, das nochmal ein gutes Stück entfernt ist. Ich hatte Angst, zu wenig Zeit oben in den Tempeln zu haben und habe deshalb ein Tuk Tuk genommen, aber es stellte sich dann heraus, dass man die Tempel in 20 bis 30 Minuten komplett gesehen hat... Es war interessant zu sehen, vor allem weil diese Tempel sehr alt sein sollen, aber wenn man die Höhlentempel in Aurangabad (Indien) gesehen hat, dann ist das hier echt nichts besonderes. Ich bin wirklich nicht sicher, ich würde dafür wieder 1500R ausgeben... Aber es war dennoch einen Besuch wert und wenn nur für die Aussicht ; die war atemberaubend! :-D

Zum Abendessen gab es sehr leckeres lokales Essen und ich habe es sehr gemocht! An diesem Tag hatte die Engländerin mit dem Besitzer des Hostels eine Safari gemacht hat definitiv viel zu viel gezahlt : 12.000R (60€) um nur 3 Elephantenfamilien zu sehen ! Da habe ich dann entschieden, dass ich keine Safari hier in Sri Lanka machen werde ; all die Tiere die man hier sehen kann - was hauptsächlich Elephanten sind - hatte ich bereits zahlreich in Kenya gesehen und es wäre das Geld einfach nciht wert hier eine Safari zu machen.



Am nächsten Morgen sind wir um 4h aufgestanden um den Sonnenaufgang auf dem Pidurangala Berg zu sehen. Shan, der Besitzer des Hostels, hatte einen Freund gebeten mich abholen zu kommen, denn wir fuhren mit dem Motorrad dorthin, und sein dämlich Freund kam einfach nicht! Shan ist dann schconmal mit der Engländerin gefahren und wartete. Shan rief dann um 5h15 an und bot mir eine gratis Nacht im Hostel an und meinte er würde dann am nächsten Tag mit mir hinfahren, aber ich hatte bereits ein anderes Hostel gebucht und war ziemlich genervt. Ich sollte dann gerade wieder ins Bett gehen, als der Typ dann doch noch auftauchte. Er meinte so : « Bist du böse? » und ich konnte nur wütend antworden : « Na, sehr glücklich bin ich gerade nicht! ». Ich habe ihn dann den Rest vom Morgen ignoriert und er war davon wohl so frustriert dass auf dem Rückweg Shan mich mitgenommen hat und sein Freund die Engländerin. Er raste dann wie ein Blöder um noch zeitig zu diesem Berg zu kommen und wir sind quasi den ganzen Weg hoch (1300 Stufen) in 10 Minuten gelaufen! Ich war echt wütend auf den Typen, aber ich habe trotzdem mein Bestes versucht, den Sonnenaufgang - der gerade angefangen hatte als ich oben ankam - doch zu genießen. Und die Aussicht war wirklich unglaublich! :-) Es waren relativ viele Touristen dort und das überraschte mich, denn alle Hostels wo ich bisher gewesen bin, waren relativ leer. Vielleicht hatte ich einfach die falschen Hostels ausgesucht. ^_^

Auf unserem Weg zurück hat Shan mir dann noch 2 Seen gezeigt und es war wirklich eine sehr schöne Rückfahrt ! Dennoch, am Ende habe ich ihm gesagt, dass ich nicht den vollen Preis für die Tour zahlen würde und er meinte das sei fair. Shan tat das Ganze wirklich leid und es war ja auch nicht seine Schuld. Er und seine Familie waren echt super nett und ich würde das Hostel dennoch weiterempfehlen.



Von Dambulla habe ich dann einen Bus Richtung Sigiriya genommen. Ich hatte das Fresco Lion Villa Hostel gebucht, bevor ich merkte, dass es überhaupt nicht in Sigiriya war, sondern irgendwo anders, und dass Dambulla eigentlich ein viel besserer Startpunkt für Besichtigungen und Busse ist. Nach einer halben Stunde in einem voll gepackten öffentlichen Bus und 5 Minuten zu fuß, kam ich dann endlich im Hostel an. Erst war ich ein bisschen skeptisch und dachte mir, ich wäre vielleicht besser in Dambulla geblieben, aber dann stellte es sich heraus, dass dieses Hostel richtig klasse ist! Es ist abseits von Straßen und Lärm, total gechillt und super Stimmung hier. Es war jede Nacht relativ voll hier (10 Leute) und der Besitzer, Roy, ist super nett. Er hat mir ein paar Tipps für meine weitere Reise gegeben und ich habe nach kurzer Zeit beschlossen noch eine zusätzliche Nacht zu bleiben. Da ich das Volunteering nicht mache, habe ich jetzt jede Menge Zeit, also warum nicht einfach mal einen Tag so eine gechillte Atmosphäre genießen und nur an meinem Blog schreiben!? :-)

Die ersten paar Stunden war ich ganz alleine da, aber dann kamen Sonia und Anja aus Manchester, Eddy aus dem Lebanon, Elisa aus Holland, Lieven aus Gent und Terrence aus Südafrika. Sie waren alle super cool und wir sind dann mit Roy zu einem kleinen See in der Nähe gefahren. 4 von uns sind mit dem Rad gefahren und 3 mit Roy mit seinem Tuk Tuk. Leider durfte ich mit meinem neuen Tattoo nicht schwimmen, aber Anja und Sonia gingen auch nicht ins Wasser und so hatte ich gute Gesellschaft. :-D Die Gegend hier ist einfach toll, so grün und so viele Berge, fantastisch! Als wir zurück kamen war dann noch Ankit aus London angekommen und kurz vor dem Abendessen kamen Peter aus Australien und eine Kanadierin an. Wir waren eine ganz cool Gruppe und haben nach einem unglaublich leckeren Abendessen noch ein paar Stunden zusammen Bier getrunken und Karten gespielt. :-)



Am nächsten Tag sind dann so langsam alle außer mir abgereist, aber ich werde Eddy ein paar Tage später wieder in Trincomalee wiedertreffen um in den Norden zu reisen. :-) Es kamen auch wieder 9 neue Leute und das Hostel war so auch am zweiten Tag fast voll. Auch diese Leute waren nett, aber wir hatten nicht dieselbe Atmosphäre wie am vorherigen Tag. Das kam hauptsächlich davon, dass ich relativ spät dazugestoßen bin als sie bereits Karten am spielen waren und es ist schwer Leute kennenzulernen wenn alle in ein intensives Kartenspiel vertieft sind. Wir hatten trotzdem einen schönen Abend, haben ein paar Bier getrunken und Trinkspiele gespielt. Roy weiß wirklich wie man eine Gruppe animiert! :-) Die einzigen Leute die ich an dem Abend richtig kennengelernt habe sind Thomas aus Nantes in Frankreich und Flavio aus Zürich. Sie waren echt nett und Thomas war total interessant ; er reist mit seinem Fahrrad quer durch die Welt. Er hat mir Photos von seiner 6-monatigen Tour durch den Westen der USA gezeigt, unglaublich (und ein bisschen verrückt in meinen Augen ^_^)!



Am nächsten Tag gab Roy uns zum Mittagessen einen Kochkurs in dem er uns zeigte, wie man 3 verschiedene Sorten Curry zubereitet. Am Ende durften wir dann jeder etwas davon mit Reis zu Mittag essen und es war richtig lecker! Ich werde das definitiv zu Hause mal selbst probieren! :-D

Um 14h sind die anderen dann losgefahren eine Safari machen und sie haben mich an der Bushaltestelle in Habanara rausgelassen von wo aus ich dann nach Polonnaruva fahren konnte. Ich hatte ein Bett im Living Inn Gasthaus reserviert (es gibt in dieser Stadt keine Hostels) und in ihrer Bestätitungsmail hatten sie mir mitgeteilt, dass sie einen an der Bushaltestelle abholen kommen können. Also hab ich ihnen eine Nachricht auf Whatsapp geschickt, als ich ankam, aber ich musste ihnen mehrere Nachrichten schicken und sie mehrmals anrufen, bevor sie mir endlich antworteten. Es dauerte dann nochmal 30 Minuten bis sie mich endlich abholen kamen und, stellt euch vor, als ich am nächsten Tag meine Rechnung bekam stand der Abholservice mit drauf für 300R! Ich bin ziemlich sicher dass ich ein normales Tuk Tuk für weniger bekomen hätte! :S Das war etwas nervig. Außerdem waren sie nicht besonders freundlich ; ich bekam einen Willkommenssaft, aber sie meinten : « Du kannst den auch auf deinem Zimmer trinken gehen », so a là « bitte sitz nicht hier bei uns rum, geh auf dein Zimmer ». Na danke! Ich hatte bei ihnen dann Abendessen bestellt und sie hatten gefragt um wieviel Uhr ich essen möchte. Ich sagte ihnen 19h30 und es war alles okay, aber als ich beim Abendessen ankam war alles kalt! Was sie mir nicht gesagt hatten, war dass eine andere Familie ihr Essen um 18h wollte und sie gleich für mich mit kochten, meins dann aber nicht mehr aufwärmten! Am nächsten Tag bekam ich dann auch nur ein sehr spärliches Frühstück und erst als der Besitzer 15 Minuten später auftauchte wurde ich mal gefragt ob ich auch Kaffee oder Tee und ein Omlette möchte... Schlussendlich musste ich dann auch noch das Fahrrad bezahlen, von dem sie mir gesagt hatten, ich soll mir einfach eins nehmen um die Ruinen zu besichtigen ; sie hätten mir auch ruhig vorher mal sagen können, dass sie die verleihen und nicht gratis zur Verfügung stellen! Und die Fahrt vom Hostel zum Busbahhof kostete dann auch nochmal 500R ; insgesamt war es also ein ganz schön teurer Aufenthalt gewesen und die Qualität die man dafür bekam war definitiv zu schlecht...



Nun ja, ich bin trotzdem sehr froh, dass ich in Polonnaruva war! Die Ruinen waren unglaublich ! Es ist ein unglaublich großer Ort ; mit dem Rad brauchte ich 4 Stunden um alles zu sehen! Viele Monumente sind noch relativ gut erhalten und es gibt überall Erklärungen. Polonnaruva war eine ziemlich große Stadt in der mehrere Könige regierten ; das meiste wurde um das 12. Jahrhundert gebaut. Wirklich beeindruckend ! Meiner Meinung nach ist Polonnaruva viel mehr einen Besuch wert als zum Beispiel der Lion Rock in Sigiriya (den niemand besichtigt weil er viel zu teuer ist) oder die Höhlentempel in Dambulla (die auch zu teuer sind für das was es ist). Wenn ihr also mal in der Gegend seid, schaut euch auf jeden Fall die Ruinen in Polonnaruva an! :-D





Das waren also meine 10 ersten Tage in Sri Lanka und ich bin jetzt schon total in dieses Land verliebt!! Es ist über total grün, es gibt viele Seen und Berge, die Leute sind super nett und nerven einen nicht und das Essen ist total lecker! :-D


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